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CSU:Seehofer plant Treffen mit Putin in Moskau

Berchinger Rossmarkt

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer beim Berchinger Rossmarkt.

(Foto: dpa)
  • Im März plant CSU-Chef Seehofer eine Reise nach Russland.
  • Eigentlich wollte sich Seehofer bereits im Herbst mit Präsident Putin treffen, sagte aber aufgrund der "innenpolitischen Situation" damals ab.
  • Seehofers Moskau-Reise vor etwa einem Jahr hatte damals in der Union für Spannung gesorgt, weil sie als Affront gegenüber der Kanzlerin gesehen wurde.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will im März erneut zu einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau reisen. "Ohne Moskau werden viele Brandherde in der Welt nicht gelöst werden können", sagte der CSU-Chef im oberpfälzischen Berching.

Im Februar 2016 hatte Seehofer auf einer Moskau-Reise für eine Lockerung der westlichen Sanktionen gegen Russland geworben. Sein damaliges Treffen mit Putin war allgemein als Affront gegenüber Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefasst worden.

Im vergangenen Herbst hatte der CSU-Chef eine geplante Russlandreise "aufgrund der innenpolitischen Situation und wichtiger anstehender politischer Entscheidungen" abgesagt. Nun will er mit einer großen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Landwirtschaftsdelegation nach Moskau reisen.

Seehofer: Hendricks soll sich bei Bauern entschuldigen

Der CSU-Chef war am Mittwochvormittag auf dem traditionellen Berchinger Rossmarkt zu Besuch und nutze diesen Auftritt auch, um Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für ihre Bauernregeln zu kritisieren. Diese seien nicht nur eine "Verunglimpfung, sondern eine Beleidigung", sagte der Ministerpräsident etwa 20 000 Besuchern. "Ich rufe die Umweltministerin auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen."

Seehofer war bereits zum fünften Mal in Berching und stellte damit den Rekord von Franz Josef Strauß ein. Besonders gerne redet Seehofer beim Rossmarkt im Vorfeld von Bundestagswahlen. Bereits 2009 und 2013 stand er vor den Wahlen auf der Bühne. Auch in diesem Jahr wird wieder der Bundestag gewählt. "Ich komme gerne wieder. Dann habe ich Franz Josef Strauß wenigstens in einem Feld übertroffen", sagte Seehofer.

Der Rossmarkt geht auf eine jahrhundertealte Vorschrift zurück. Im Jahr 1722 erging in Berching ein Erlass, wonach Pferdebesitzer ihre Tiere für Gesundheitsuntersuchungen vorführen müssen. Damit sollten Seuchen vermieden werden. Heute werden allerdings keine Pferde mehr verkauft, sondern nur präsentiert und prämiert.

© SZ.de/dpa/infu
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