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Seehofer plant Kulturoffensive:"Es geht um das Gesicht Bayerns"

Der Generalkonservator des Landesamts für Denkmalpflege, Egon Johannes Greipl, sähe im Programm der Staatsregierung am liebsten, dass auch die Unterfinanzierung der Denkmalpflege berücksichtigt sei. "Es geht vor allem darum, den privaten Denkmaleigentümern unter die Arme greifen zu können und etwas gegen die sich abzeichnenden massiven Denkmalverluste insbesondere in den strukturschwächeren Regionen unseres Landes zu tun. Es geht um das Gesicht Bayerns!", sagt Greipl.

In der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen herrscht indessen Freude darüber, "dass drei verdienstvolle Häuser zu staatlichen Museen werden, die bisher leider sehr, sehr schlecht aufgestellt waren", wie es der Sprecher Wolfgang Stäbler formuliert. "Da hat es bisher ja vorne und hinten nicht gereicht." Stäbler hofft allerdings, dass die Förderung der Leuchtturmprojekte nicht zu Lasten der 1250 anderen nichtstaatlichen Museen gehe. "Die sind schließlich auch ein wichtiger Teil der bayerischen Kulturlandschaft."

Der Würzburger SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib hält den Plan, bis 2018 insgesamt 20 Millionen Euro in das Mainfränkische Museum zu investierten, einerseits für richtig. Andererseits müsse man sehr genau hinschauen, wie das damit verbundene Ziel, in Würzburg ein Landesmuseum zu etablieren, tatsächlich verwirklicht werde. Vorerst sei Seehofers Plan in erster Linie eine Wahlkampfidee und das "überfällige Eingeständnis", dass auch in Unterfranken investiert werden müsse.

Der Festungsbau in Würzburg gilt als ähnlich marode wie das dortige Mainfranken Theater - und übrigens auch das Festspielhaus in Bayreuth, das laut Plan ebenfalls mit einem Millionenbetrag saniert werden soll. Investitionen in diese Bauten seien also ohnehin dringend notwendig, mit oder ohne "Kulturprogramm". Die Debatte um einen neuen Konzertsaal in München dürfte die Reaktion der Staatskanzlei lediglich beschleunigt haben, sagt Halbleib. Ebenso wie die nun - für 100 000 Euro - geplante Machbarkeitsstudie für einen Konzertsaal in Nürnberg.

Weniger reserviert reagieren die Oberfranken auf den Plan, das Porzellanikon in Selb/Hohenberg zu verstaatlichen. Der Vorsitzende der Freien Wähler in Oberfranken, Klaus Förster, spricht von einem "uneingeschränkt zu begrüßenden Zug" Seehofers. Endlich werde der Bezirk "einmal nicht bei den Förderungen ausgespart". Mit Selb treffe es eine strukturschwache Region, die jeden Leuchtturm brauchen könne - mit dem Porzellanikon ein Haus, das jetzt bereits viele Voraussetzungen eines Landesmuseums erfülle. Der Freistaat will den Museumskomplex, der sich mit der Herstellung von Porzellan und Keramik in Selb und Hohenberg beschäftigt, bis 2018 mit 17 Millionen Euro unterstützen.

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