Mitten in OberfrankenAbonnieren Sie doch mal die CSU-Soap: „Bamberg“

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Doch, doch: Auch für Parteichef Markus Söder wäre die komische CSU-Soap aus Oberfranken ausgezeichnet geeignet.
Doch, doch: Auch für Parteichef Markus Söder wäre die komische CSU-Soap aus Oberfranken ausgezeichnet geeignet. Foto: Imago

Es ist heiß, der Mensch braucht Zerstreuung. Auf Social Media führen gerade zwei CSU-Anstalten eine Seifenoper auf, die hinreißend gescriptet ist: Unbedingt einschalten!

Glosse von Olaf Przybilla

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Gerade jetzt, in den heißen Tagen, ist abendliche Erbauung unerlässlich. Klar kann man bei der WM rein schalten, aber immerzu Usbekistan gegen Kongo? Auf Dauer auch beschwerend. Die SZ empfiehlt deshalb ein Alternativprogramm: Klicken Sie sich doch mal in die CSU-Familiensoap „Bamberg“ rein.

Logisch, da hat man zunächst Berührungsängste: eine lokale Soap, versteht man das denn? Und sind die wirklich jeden Abend zuverlässig auf Sendung?

Alles verständlich, und um das gleich aus der Welt zu schaffen: oh doch, die sind permanent on air. Man muss nur wissen: Wie bei ARD/ZDF gegen MagentaTV gibt es in Bamberg zwei komplett unterschiedliche CSU-Sendeanstalten. Und die Konkurrenz zwischen öffentlich-rechtlichem Anbieter und Telekom ist ein Sandkastenlangweiler gegen deren Infight.

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Was man abonnieren muss? Nichts Kostenpflichtiges. Die eine Anstalt heißt „CSU Bamberg“ und spielt ihre Beiträge auf Social Media aus. Die andere heißt auch „CSU Bamberg“, sendet aber, der Unterscheidbarkeit wegen, auf „CSB“. Was das heißt, ist schnurz, wer weiß schon, was ARD bedeutet. Aber ums mal gehört zu haben: CSB steht für „Christlich-Soziale Bürger“.

Keine Sorge, kann man gleich wieder vergessen. Wichtig ist: Die einen sagen, sie sind Bambergs CSU. Die anderen auch. Wie bei einem Adelshaus (Soap!), das sich nach einem Maximalzoff in zwei Linien gespalten hat und sich seither um Namensrechte zankt, um Habseligkeiten und Familienerbe.

Was hübsch choreografiert ist in dieser Seifenoper: Wie an einer Familienfesttafel, bei der die eine Seite auf der westlichen Flanke des Tisches kaut und übel nimmt, die andere auf der östlichen, und man sich gegenseitig anhüstelt, um die Gesprächsdauerpause zu füllen, wie also im marterndsten aller Momente haben sich die CSU-Geschwister auf ein Experiment eingelassen: Beide sind mit jeweils fünf Hüstlern im Stadtrat vertreten, herrlich.

Mit welcher Soap-Folge nun beginnen als Einstieg? Am besten mit der des Bamberger CSU-Oberhauptes, das auf Facebook einem Bamberger CSU-Oberhaupt a. D. auseinandersetzt, wie es sich seiner Ansicht nach mit den Grundbedingungen für einen „Händedruck“ verhält. Er jedenfalls, schreibt das aktuelle Oberhaupt dem Ex-Oberhaupt, werde diesem „künftig nicht mehr die Hand geben“.

Um Gottes willen – und um des christlich-sozialen Willens: Warum denn nur? „Nicht aus Trotz. Nicht aus Theatralik. Sondern, weil ein Händedruck für mich etwas bedeutet. Respekt. Anstand. Mindestmaß an Vertrauen.“

Verzeihung, wenn das kein hinreißend gescriptetes Soapbuch ist. Famos auch, wie man gerade aus allerlei Gerichtsverfahren live sendet. Hintergrund: Die einen wollen die anderen aus der CSU-Familie schmeißen, mit Brief und Siegel. Und, Achtung, Spoiler: Es sieht gerade nicht gut aus für die Old-CSU, ganz und gar nicht.

Jetzt mag man einwenden: Das ist die CSU, die relevanteste Partei Bayerns. Dergleichen eignet sich doch nicht für Klamauk!

Der Einwand ist verständlich. Geht aber von falschen Voraussetzungen aus. In Bamberg ist Old-CSU seit der Kommunalwahl alles andere als irgendwie relevant. In der größten Stadt Oberfrankens ist man jetzt nur noch für Stadtkomik zuständig.

Macht das aber herausragend. Und ja, auch das als Empfehlung: Markus Söder sollte mal einschalten.

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