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Meldungen im Rückblick:Die Coronavirus-Pandemie in Bayern - der Monat März

Weitere Entwicklung beim Coronavirus

Mitte März eröffnet die Stadt München in der ehemaligen Bayernkaserne eine Drive-in-Station für Coronavirus-Tests - die erste von mehreren.

(Foto: dpa)
  • Kurz nach dem Ende des ersten Coronavirus-Ausbruchs in Bayern beginnt am 27. Februar 2020 der zweite: Ein Arzt des Uni-Klinikums Erlangen hat sich mit dem Erreger angesteckt, vermutlich bei einem Kollegen aus Italien.
  • In den folgenden Tagen und Wochen steigt der Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Bayern stetig - auch weil viele Urlaubsrückkehrer das Virus aus Italien und Österreich mitbringen.
  • Die Staatsregierung beschließt drastische Maßnahmen: Alle Schulen und Kitas werden geschlossen, später auch alle Freizeiteinrichtungen und die meisten Läden. Schließlich werden weitgehende Ausgangsbeschränkungen verkündet.
  • In diesem Artikel finden Sie die Entwicklungen in Bayern im Monat März.
  • Die aktuellsten Entwicklungen finden Sie im aktuellen Newsblog aus Bayern.
  • Die Meldungen im Rückblick: Januar und Februar, März, April, Mai und Juni.

Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

Dienstag, 31. März, 20.05 Uhr: Auch in einem Schweinfurter Seniorenheim ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt. Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim. Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

Bayreuther Festspiele wegen Corona-Krise verschoben

Dienstag, 31. März, 19.07 Uhr: Die Bayreuther Festspiele sind wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern. Nächstes Jahr würden neben der vorgesehenen Neuproduktion "Der fliegende Holländer" die Wiederaufnahmen "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Lohengrin" aufgeführt. Außerdem stünden dann drei Konzerte von "Die Walküre" auf dem Spielplan. Die bereits für 2020 gekauften Karten blieben für die Festspiele 2021 gültig. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) sagte: "Für das kulturelle Leben ist der Ausfall ein herber Verlust."

Wieder drei Corona-Tote in Würzburger Seniorenheim

Dienstag, 31. März, 18.06 Uhr: Erneut sind in einem Würzburger Seniorenheim drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Es handele sich um zwei 87 und 91 Jahre alte Frauen sowie um einen 84-jährigen Mann, teilte der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit. Alle drei Bewohner des Hans-Sponsel-Hauses hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Insgesamt sind damit im Raum Würzburg 20 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, davon 16 im Altenpflegeheim St. Nikolaus und vier in der Einrichtung der AWO. In dieser seien seit dem Tod eines Bewohners am vergangenen Freitag alle 95 Bewohner und 80 Mitarbeiter auf den Erreger getestet worden. Insgesamt sind dort demnach derzeit 36 Bewohner mit dem Virus infiziert. Neun positiv getestete Mitarbeiter befinden sich den Angaben zufolge in häuslicher Quarantäne. Drei Testergebnisse stünden noch aus. Alle positiv getesteten Bewohner werden laut AWO in Absprache mit dem Gesundheitsamt in neu geschaffenen Isolierstationen der Einrichtung untergebracht. Positiv und negativ getestete Bewohner würden von getrennten Pflegeteams versorgt. Die gesunden Bewohner sollen alle drei Tage erneut getestet werden.

Münchner Pflegeheim unter Quarantäne - 25 Bewohner infiziert

Dienstag, 31. März, 17.58 Uhr: In München sind 25 Bewohner des Evangelischen Leonhard-Henninger-Pflegeheims positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte ein Sprecher der Diakonie in München und Oberbayern am Dienstag mit. Ebenfalls positiv seien die Ergebnisse bei fünf von derzeit 15 untersuchten Pflegekräften. Das Haus stehe unter Quarantäne. Derzeit laufe eine Reihenuntersuchung sämtlicher Bewohner und Mitarbeiter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Arbeitsagentur: Mehr Kurzarbeit zu erwarten als in der Finanzkrise

Dienstag, 31. März, 16.19 Uhr: Wegen der Corona-Krise haben bislang etwa 64 000 Unternehmen im Freistaat Kurzarbeit angezeigt. Das teilte die Regionaldirektion Bayern der Arbeitsagentur mit. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte die Behörde aus statistischen Gründen noch keine Angabe. Während der Finanzkrise 2008/09 habe man in der Spitze 300 000 Beschäftige in Kurzarbeit gezählt, sagte Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Regionaldirektion. Derzeit sei davon auszugehen, dass man diese Zahl übertreffen werde, denn "die aktuelle Krise betrifft nahezu alle Branchen". Auch Verbände wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft schlossen sich der Einschätzung an: Die 64 000 Kurzarbeitanzeigen seien "ein beunruhigendes Signal".

Für die kommenden Monate rechnet die Agentur auch mit steigenden Arbeitslosenzahlen. In den Jobcentern hat sich in den vergangenen Wochen die Arbeit stark verändert. Die Mitarbeiter wurden ins Home-Office geschickt, Termine abgesagt. Statt mit Vermittlungen sind sie nun mit Fragen der Existenzsicherung beschäftigt. Die Angst, dass staatliche Unterstützungsleistungen nicht reichen könnten, treibt offenbar viele Menschen in Bayern um, bei den Jobcentern klingelt deshalb ständig das Telefon. Zumindest in dieser Hinsicht gab Holtzwart am Dienstag Entwarnung: Niemand werde leer ausgehen. "Jetzt geht's darum, dass die Menschen ihr Geld bekommen."

Notfallbetreuung in Schulen und Kitas läuft weiter

Dienstag, 31. März, 15.04 Uhr: Die Notfallbetreuung an den Schulen läuft auch in den Osterferien weiter. Laut Kultusministerium gehen derzeit 3900 Mädchen und Buben trotz der landesweiten Schließung weiter in die Schule, weil ihre Eltern zu den systemrelevanten Berufsgruppen zählen und die Kinder selbst nicht beaufsichtigen können. In den Kindertagesstätten sind es knapp 7000, also etwa ein Prozent aller Krippen- und Kindergartenkinder, wie das Sozialministerium mitteilte. Von den 6200 Schulen in Bayern bieten derzeit 1700 diese Betreuung für Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse an. Die Älteren können aus Sicht der Staatsregierung allein daheim bleiben. Die Notfallbetreuung, die in den Ferien auch in den Kindertagesstätten angeboten wird, gilt nicht an den Feiertagen rund um Ostern, auch die geplanten Ferienprogramme sind alle wegen der Corona-bedingten Ausgangsbeschränkungen abgesagt.

Flughafen Memmingen schließt für zwei Wochen

Dienstag, 31. März, 14.54 Uhr: Wegen der Corona-Krise wird der Flughafen Memmingen vom 5. April an für zwei Wochen für den regulären Flugverkehr geschlossen. In dieser Zeit könnten nur noch vorher angemeldete Linienflüge, Rettungsflüge oder Flüge mit Privatjets starten und landen, berichtete der Allgäu Airport. Im März hatte er im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang von etwa 125 000 auf knapp 60 000 Passagiere hinnehmen müssen. Mehrere Fluggesellschaften haben angekündigt, im April Memmingen nicht mehr anfliegen zu wollen. Deswegen wird in den beiden Wochen auch das Terminalgebäude geschlossen.

Chinesische Gewerkschaft schickt 50 000 Schutzmasken

Dienstag, 31. März, 14.39 Uhr: Eine chinesische Gewerkschaft hat Bayern 50 000 Schutzmasken gespendet. Sie seien sofort nach Ankunft in München verteilt worden und würden nun in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen eingesetzt, teilte die IG Metall mit. Spenderin sei die Gewerkschaft SPFTU in der ostchinesischen Provinz Shandong, einer Partnerprovinz des Freistaats. IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn sagte: "Obwohl in China die Produktion wieder anläuft und dort auch in den Fabriken zunehmend Schutzmasken benötigt werden, denkt die SPFTU in dieser Situation auch an uns in Deutschland." Das sei "gelebte Solidarität".

Online-Lernplattform "Mebis" wird offenbar nur wenig genutzt

Dienstag, 31. März, 14.33 Uhr: Die staatliche Lernplattform "Mebis" wird trotz der landesweiten Schulschließungen offenbar nur verhalten genutzt. So hätten sich am 20. März nur 176 842 Nutzer angemeldet, das entspreche knapp zehn Prozent der rund 1,8 Millionen Schüler und Lehrer, teilte die Landtags-FDP mit. Sie berief sich dabei auf eine Antwort des Kultusministeriums auf eine aktuelle Anfrage. Wegen der Schulschließungen habe das Ministerium alle Schulen zur Nutzung von "Mebis" aufgefordert. Die Anmeldezahlen seien danach zwar rapide gestiegen, von einer flächendeckenden Nutzung sei man aber auch in Corona-Zeiten noch weit entfernt. Wenn sich das verfestige, mache er sich große Sorgen um den Lernerfolg und die Chancengerechtigkeit, sagte der FDP-Schulpolitiker Matthias Fischbach. Es sei klar, dass in dieser Krise nicht sofort alles perfekt laufe. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) müsse aber nachbessern. "Sonst wird ein reines Verschieben der Abschlussprüfungen nicht ausreichen."

Kabinett beschließt Hilfen für bayerische Unternehmen

Dienstag, 31. März, 13.18 Uhr: Die bayerische Staatsregierung hat ihr Programm der Soforthilfen für kleine Unternehmen neu geregelt. Nachdem nun der Bund die Förderung für Selbständige, Freiberufler und Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern übernimmt, stockt Bayern seine Hilfen für Unternehmen auf, die elf bis zu 250 Mitarbeiter haben. Das hat das Kabinett beschlossen. So können Firmen, die wegen der Corona-Krise in akute Probleme geraten sind, nun 30 000 Euro statt nur 15 000 Euro bekommen (bis zu 50 Mitarbeiter), größere sogar 50 000 Euro statt nur 30 000 Euro (bis zu 250 Mitarbeiter). Entscheidend soll auch nicht mehr sein, ob einem Betrieb tatsächlich alles Geld ausgegangen ist; er bekommt Hilfen bei einem "existenzbedrohenden Umsatzausfall".

Bayern hatte bereits vor zwei Wochen sein Soforthilfe-Programm gestartet - bei 200 000 Anträgen seien bereits 1,5 Milliarden Euro an Zahlungen bewilligt worden, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Freistaat spart sich Geld, da der Bund nun die Hilfen für die Selbständigen und kleinen Betriebe trägt, und kann so die Hilfen für die größeren Firmen aufstocken. Söder rechnet mit Gesamtkosten für den Freistaat in Höhe von fünf Milliarden Euro. Ausgezahlt werden die Zuschüsse weiter über die bayerischen Bezirksregierungen, beantragt werden können sie inzwischen auch online. Das Programm läuft bis Ende des Jahres.

Bei den Wirtschaftshilfen sei das Motto "überbrücken, überleben und dann wieder voll durchstarten", sagte Söder. Dabei gebe es eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Bayern und dem Bund, die Verfahren seien vereinfacht und verschlankt worden. Bei der Auszahlung solle es keine Verzögerung mehr geben. Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der an der Sitzung des bayerischen Kabinetts teilnahm, sagte, es sei entscheidend, dass es nach der Krise noch eine funktionierende Wirtschaft gebe. Bei den Hilfen müssten auch mal unbürokratisch "alle Fünfe grade" sein. Ein besonderer Blick gelte dabei auch dem Schutz von Start-ups vor Fremdübernahme. "Wenn wir das schaffen, können wir sicher sein, dass es auch wieder aufwärts geht."

Am Dienstag beschloss das Kabinett auch den vor zwei Wochen bereits angekündigten sogenannten Bayernfonds: Hier stehen laut Söder 20 Milliarden Euro bereit, damit sich der Freistaat vorübergehend an Firmen beteiligen kann, um sie vor feindlichen Übernahmen zu schützen. Dazu kommen 40 Milliarden Euro für Bürgschaften und Kredite an Firmen über die landeseigene Förderbank LfA. Söder sprach von einem "Signal an die Wirtschaft: Es ist genügend da".

Einzelhändler halten Mundschutzpflicht für unnötig

Dienstag, 31. März, 11.49 Uhr: Der Einzelhandel hält eine Mundschutzpflicht in Supermärkten wie in Österreich für "derzeit nicht nötig". Die allermeisten Kunden hielten sich beim Einkauf "vorbildlich" an die Abstandsregelungen, sagte der Sprecher des Handelsverbands Bayern. Zudem seien in vielen Supermärkten weitere Maßnahmen umgesetzt worden. "Das Thema Mundschutz steht für uns im Moment nicht auf der Tagesordnung", betonte der Sprecher. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Montag gesagt, dass derzeit anders als in Österreich keine Mundschutzpflicht geplant sei. Er schloss sie allerdings auch nicht dauerhaft aus. Neben der Frage der Notwendigkeit sieht der Sprecher des Handelsverbands auch logistische Schwierigkeiten. "Aktuell verfügen die Lebensmittelmärkte gar nicht über die nötigen Bestände", betonte er. Um Personal und Kunden zu versorgen, bräuchte man Millionen Mundschutze.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen plädierte derweil dafür, dass Geschäfte in Bayern wieder öffnen dürfen, sobald sie ihre Kunden zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz verpflichten und dies sicherstellen. Das Tragen solcher einfacher Masken sei sinnvoll, um andere zu schützen. Damit könne man dann Lockerungen für den Einzelhandel verbinden: "Wir könnten jedem Laden erlauben zu öffnen, wenn er sicherstellt, dass alle Kunden Mundschutz tragen", sagte Hagen. Dies könne ab sofort geschehen. In Bayern sind bis 19. April alle Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen.

Ifo-Institut: Bayerns Wirtschaft wird deutlich schrumpfen

Dienstag, 31. März, 9.55 Uhr: Die bayerische Wirtschaft wird von den Auswirkungen der Corona-Krise besonders hart getroffen. In einer neuen Berechnung geht das Münchner Ifo-Institut davon aus, dass die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Freistaat höher sind als im deutschen Durchschnitt. Sollten die Schließungen von Firmen drei Monate lang anhalten, erwarten die Wirtschaftsforscher Kosten zwischen 68 und 138 Milliarden Euro. Bei zwei Monaten wären es 49 bis 94 Milliarden. Anstelle eines leichten Wachstums wird die bayerische Wirtschaft in diesem Jahr demnach deutlich schrumpfen. Der Unterschied zwischen alter und neuer Prognose liegt bei einer dreimonatigen Schließung zwischen 10,8 und 22,1 Prozentpunkten. "Somit ist Bayern etwas stärker bedroht als Deutschland", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Für Deutschland war das Ifo im vergleichbaren Szenario von einem Einbruch um 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte ausgegangen.

Das liegt laut Ifo-Institut an der Ausrichtung der Wirtschaft im Freistaat. Diese sei unter anderem stark in Bereichen wie Export, Tourismus oder dem sogenannten sozialen Konsum, also Betrieben wie Kinos oder Gaststätten. Diese seien besonders von der Krise betroffen. Fuest warb für starke Maßnahmen in der Corona-Krise: "Die hohen Kosten des Shutdown zeigen: Es lohnt sich, auch extrem teure zusätzliche Investitionen in Gesundheitsschutz zu tätigen, die es ermöglichen, eine schrittweise Aufhebung des Shutdown mit einer Eindämmung der Epidemie zu verbinden."

Arbeiterwohlfahrt fordert: Freistaat muss Schutzmaterial liefern

Dienstag, 31. März, 9.06 Uhr: Der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) fordert mehr Schutzausrüstungen für die Pflegeeinrichtungen in Bayern. Awo-Geschäftsführer Andreas Czerny sagte laut einer Mitteilung, es sei aktuell "schlicht und ergreifend" nicht möglich, die Handlungsanweisungen des Gesundheitsministeriums für Alten- und Pflegeheime, stationäre Einrichtungen sowie ambulante Dienste umzusetzen. Es mangele in den Einrichtungen "nach wie vor an der dafür zwingend erforderlichen Grundvoraussetzung", sagte Czerny. Dazu zählten Atemschutzmasken, Brillen und Schutzkittel. Ohne sie könne nicht die Rede von einem flächendeckenden Infektionsschutz sein - weder für das Personal noch für die betreuten Personen. "Das ist erschreckend, aber aktuell die Realität in betroffenen Einrichtungen", erläuterte der Awo-Geschäftsführer: "Dies zu leugnen, wäre Schönfärberei." Sein Verband fordert das Gesundheitsministerium auf, den Ernst der Lage zu erkennen und die Dienste mit der seit Wochen geforderten Ausrüstung auszustatten. Die Awo selbst erhalte auf dem Markt kein Material. Das Ministerium hatte erst am Montag detaillierte Anweisungen verschickt, wie Altenheime mit Covid-19 umzugehen haben.

Breit-Keßler: Einschränkungen sind "erforderlich und angemessen"

Dienstag, 31. März, 8.28 Uhr: Die frühere Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hält die Beschränkungen im Zuge der Anti-Corona-Maßnahmen für "erforderlich und angemessen". Wichtig seien "klare Fristen" für die Einschränkungen der Grundrechte, sagte Breit-Keßler dem Bayerischen Rundfunk. "Wir hatten eine klare Frist, sie musste verlängert werden, weil wir das Ziel noch nicht erreicht hatten." Irgendwann müsse man aber auch fragen, wann der Schaden den Nutzen überwiege, sagte Breit-Keßler. Als Mitglied eines sogenannten "Dreierrates Grundrechteschutz" soll sie für die Staatsregierung die Anti-Corona-Maßnahmen begleiten.

Man müsse bei alledem auch die sozialpsychologischen Folgen und die Auswirkungen auf die Wirtschaft im Blick haben, sagte die evangelische Theologin. "Es kann ja nicht sein, dass hinterher alles in Stücken am Boden liegt." Derzeit habe der Dreierrat als extra für die Krise eingerichtetes Kontrollgremium "keine Bedenken", man habe sich alles "sorgfältig angeschaut". Auch die Begründung für die Einschränkungen, Leben retten zu können und für jeden Kranken auch Kapazität in den Kliniken zu haben, sei einleuchtend gewesen. Aber diese dürften "nicht beliebig lange" dauern, sagte sie auch mit Blick auf andere Staaten in der EU. Dass in Ungarn etwa die Regierung quasi die Gewaltenteilung ausgehebelt habe, sei erschreckend. Dem "Dreierrat Grundrechteschutz" gehören neben Breit-Keßler auch die beiden ehemalige Oberlandesgerichts-Präsidenten Christoph Strötz (Nürnberg) und Clemens Lückemann (Bamberg) an.

Drei weitere Corona-Tote in Würzburger Seniorenheim

Montag, 30. März, 19.24 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind erneut drei mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Es handele sich um zwei Frauen im Alter von 105 und 94 Jahren sowie einen 88 Jahre alten Mann, teilte das Landratsamt Würzburg mit. Alle drei hätten unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Erst am Sonntagabend hatte das Heim den Tod eines 80-Jährigen gemeldet. Insgesamt sind im Raum Würzburg 17 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, ein Großteil davon in der Senioreneinrichtung. Die übrigen positiv auf das Virus getesteten Menschen des Heimes wurden am Wochenende auf Stationen innerhalb der Einrichtung isoliert.

Bayern verlängert Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lastwagen

Montag, 30. März, 19.04 Uhr: Bayern hat die Aufhebung des Sonn- und Feiertagsverbots für Lastwagen verlängert. Die Regelung infolge der Corona-Krise gilt bis zum 19. April, wie das Innenministerium mitteilte. "Auch in den kommenden Wochen müssen wir sicherstellen, dass unsere Geschäfte und Firmen rund um die Uhr bestmöglich mit Waren beliefert werden können", erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Schon Anfang März hatte das Ministerium das Sonntagsfahrverbot für Transporte von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den Einzelhandel in Bayern gelockert. Diese Lockerung soll auf jeden Fall bis 30. Mai 2020 bestehen bleiben. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot ist in Paragraf 30 Straßenverkehrs-Ordnung geregelt. Es untersagt eine Vielzahl von Transporten mit schweren Lkw sonntags und feiertags von 0 bis 22 Uhr.

Neuer Corona-Schnelltest wird gerade in Bayern entwickelt

Montag, 30. März, 18.32 Uhr: In die von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffenen Regionen will die Staatsregierung zusätzliche Hilfe schicken. Dabei geht es nicht nur um Ärzte, wie Ministerpräsident Markus Söder am Montag erläuterte, dort sollen auch mehr Testmöglichkeiten geschaffen werden oder Polizisten den Gesundheitsämtern helfen, Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen. Zudem bekämen diese Landkreise mehr Material wie Schutzmasken oder Kittel - auch weil man erwäge, in den dortigen Altenheimen eine generelle Masken- und Schutzpflicht zu verhängen. Bezogen auf die Zahl der Einwohner gibt es vor allem in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach viele Fälle. Nach wie vor am stärksten betroffen ist der Landkreis Tirschenreuth, in dessen Kleinstadt Mitterteich vor zwei Wochen die erste Ausgangssperre verhängt wurde. Im nahen Krankenhaus von Weiden werde "am Limit gearbeitet", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Bei voller Belegung würden Patienten in andere Krankenhäuser etwa in Amberg oder Regensburg gebracht. "Niemand muss die Sorge haben, dass für ihn kein Bett mehr zur Verfügung stünde", sagte Herrmann. Um Patienten zu verteilen, wird in den 26 Rettungsleitstellen Bayerns nun die Funktion eines "Ärztlichen Leiters" eingeführt: Notärzte, die die Belegung der Krankenhäuser steuern sollen. Bayernweit gebe es auch auf den Intensivstationen noch Kapazitäten, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), in manchen Gegenden wie in Rosenheim aber "durchaus Engpässe".

Deshalb sollen eben diese 26 Regionen bis Ende der Woche Pläne und Standorte für mögliche Hilfskrankenhäuser benennen, wie Huml sagte. Möglich sei zum Beispiel, Reha-Kliniken umzufunktionieren oder auch Container-Bauten zu errichten. Die Staatsregierung geht davon aus, dass die Zahl der Infizierten deutlich steigt und damit der Bedarf an Pflegebetten in den Kliniken. Laut Huml sind auf den Intensivstationen derzeit allein 550 Betten mit Covid-19-Patienten belegt - von insgesamt etwa 4000 im Freistaat, die allerdings ja auch für andere Kranke zur Verfügung stehen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hegt derweil die Hoffnung, schon bald werde in Bayern einen Corona-Schnelltest entwickelt sein. Er habe mit Firmen gesprochen, in der ersten Maihälfte sollten die Geräte in genügend großer Zahl produziert sein, sagte Aiwanger. Dann könnte eine Infektion "in wenigen Minuten" festgestellt werden, und zwar bei mehreren Zehntausend Personen am Tag.

Verwaltungsgerichtshof lässt Ausgangsbeschränkungen in Kraft

Montag, 30. März, 15.32 Uhr: Nach dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof hat auch der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die bayerischen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise fürs Erste bestätigt. Die zuständigen Richter lehnten es am Montag ab, diese durch eine einstweilige Anordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht mitteilte. Die Entscheidungen in einem Hauptsacheverfahren stehen allerdings, ebenso wie beim Verfassungsgerichtshof, noch aus.

Die Antragsteller vor dem Verwaltungsgerichtshof hatten argumentiert, die Pandemie-Maßnahmen seien gesetzlich nicht gedeckt. Der zuständige Senat stellte allerdings fest, dass "die angegriffene Verordnung aller Voraussicht nach eine hinreichende gesetzliche Grundlage findet" und lehnte deshalb eine einstweilige Anordnung ab. Die Einschränkungen der Grundfreiheiten seien "angesichts der infektionsrechtlichen Bedrohungslage gerechtfertigt", hieß es. Die Richter nehmen die Staatsregierung aber auch ausdrücklich in die Pflicht: Sie müsse "laufend" überprüfen, ob und inwieweit die Einschränkungen aufrechterhalten werden müssen.

Arztpraxen schließen, weil Schutzmasken fehlen

Montag, 30. März, 15.03 Uhr: Arztpraxen geraten zunehmend wegen fehlender Schutzmasken unter Druck. Etwa 60 Praxen hätten deshalb bis Ende vergangener Woche den Betrieb eingestellt, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit. "Waren es vor zwei Wochen noch Einzelfälle, dass Praxen schließen, melden sich nun verstärkt Ärzte, die ankündigen, ihre Praxen zu schließen", sagte ein Sprecher. Zwar seien weitere Einzelchargen mit Masken aus der Bestellung des Bundes bei der KVB eingetroffen. Teils fehle aber die notwendige Zertifizierung, die nun nachträglich erreicht werden solle. Nach wie vor gebe es keine Entspannung in Bezug auf die Ausstattung der Praxen mit der dringend benötigten Schutzausrüstung. "Von einer zufriedenstellenden Belieferung aller rund 18 000 Praxen im Freistaat sind wir noch weit entfernt", berichtete der Sprecher. Die Staatsregierung fordert unterdessen eine Notfallwirtschaft in Deutschland, um Schutzmaterial selbst herzustellen.

Söder wirbt erneut um Verständnis für die weitreichenden Maßnahmen

Montag, 30. März, 13.19 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat erneut um Verständnis für die weitreichenden Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie geworben. Die Lage sei weiter "sehr ernst", man dürfe keine falschen Hoffnungen wecken. "Wir wissen, dass es keine leichte Zeit ist", sagte Söder, und dass dies auch psychisch belaste. Die Einschränkungen seien aber "keine Maßnahme des Staates, die übervorsichtig ist".

Die Zahl der Infektionen im Freistaat ist laut Söder von Sonntag- bis Montagmorgen um knapp 1200 auf insgesamt 14 437 gestiegen. Weitere 23 Menschen starben. Zwar sei ein "ganz leichter Trend" erkennbar, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsame. Aber erst Mitte April könne man beurteilen, ob die Regelungen griffen - das müsse dann bundesweit geschehen. Deshalb sei es falsch, jetzt über mögliche Lockerungen der Einschränkungen zu reden, sagte Söder. "Eine Exit-Debatte, so verständlich sie sein mag, ist jetzt zur Unzeit." Wie bei anderen Krankheiten gelte: Wer zu früh aufstehe, der riskiere einen "Rückfall". Ohne die in den vergangenen Wochen beschlossenen Einschränkungen wäre die Zahl der Infizierten in Bayern um etwa die Hälfte höher.

Angesichts der vielen Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung am Wochenende sagte Söder: "Einige haben es übertrieben." Laut Innenministerium gab es am Wochenende landesweit 50 000 Kontrollen durch die Polizei. Dabei seien etwa 10 000 Verstöße festgestellt worden, von denen etwa 2300 etwa mit einem Bußgeld geahndet wurden. In Landshut ist ein Mann sogar ins Gefängnis gekommen: Er soll dreimal gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen haben, wie die Polizei mitteilte. Der 27-Jährige habe sich am Samstag draußen mit einem Freund zum Alkoholtrinken und Rauchen getroffen. Bereits in den Tagen zuvor habe er zwei Anzeigen wegen Verstößen gegen die Beschränkungen erhalten und mehrere Hundert Euro Strafe gezahlt. Trotzdem habe sich der Mann uneinsichtig gezeigt. "Da haben wir ihn für eine Woche aus dem Verkehr gezogen", sagte ein Polizeisprecher. Noch bis zum Wochenende solle der 27-Jährige in Landshut in Gewahrsam bleiben.

Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 19. April

Montag, 30. März, 12.37 Uhr: Im Freistaat werden die Ausgangsbeschränkungen bis Mitte April verlängert. Damit dürfen alle Bayern bis zum Ende der Osterferien ihre Wohnung nur mit einem triftigen Grund verlassen, wie es in der Anordnung heißt - also vor allem wenn sie zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu einem Arzt gehen. Auch mit Freunden spazieren zu gehen, bleibt verboten - das darf man nur mit denjenigen, mit denen man zusammenlebt. All diese Regelungen gelten seit gut einer Woche und nun auch bis zum Ende der Osterferien, nachdem es die Staatsregierung morgen formal beschlossen hat. Das gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittag bekannt.

Als der Freistaat die Regeln am Freitag der vorvergangenen Woche erlassen hatte, galten sie zunächst für zwei Wochen, also bis zum kommenden Freitag. Nun werden sie bis zum 19. April verlängert. Dass es vorher keine Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen geben könne, hatte am Wochenende auch die Bundesregierung deutlich gemacht. Die Verlängerung gilt auch für die Schließung von Geschäften und Restaurants und für das generelle Besuchsverbot in Altenheimen und Krankenhäusern. Ebenfalls bis zum 19. April bleiben in Bayern alle Schulen, Kindertagesstätten und Freizeiteinrichtungen geschlossen - das war aber schon länger klar. Die Einschränkungen weiter zu verschärfen, sei nicht geplant, sagte Söder. Und auch nicht, eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten einzuführen, so wie das Österreich plant. Generell schloss Söder das aber nicht aus.

SPD: Sommersemester nicht auf Studienzeit anrechnen

Montag, 30. März, 11.30 Uhr: Wegen der Corona-Krise sollte das anstehende Sommersemester an den bayerischen Universitäten nicht wie geplant auf jeden Fall durchgeführt werden, das fordert die SPD. Wie in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Professoren will auch der SPD-Wissenschaftspolitiker Christian Flisek stattdessen, es als "Nicht-Semester" beziehungsweise "Nullsemester" werten. Das bedeutet, es wird nicht auf Regelstudienzeit und Maximalstudiendauer angerechnet und die BAföG-Zahlungen müssten weitergehen.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsregierung mitgeteilt, dass die Vorlesungszeit an den Universitäten und Hochschulen am 20. April beginnen soll, notfalls in Form von Internetvorlesungen. Ein Ausfall sei trotz Corona-Krise keine Option. Die technischen Möglichkeiten, einen ausschließlich digitalen Lehr- und Prüfungsbetrieb anzubieten, seien aber nicht an allen Hochschulen und Universitäten gleichwertig vorhanden, sagte Flisek. "Es ist kaum vorstellbar, dass alle Veranstaltungen in allen Studiengängen einfach in digitaler Form ohne nennenswerte Einbußen durchgeführt werden können." Gleichwohl solle das Sommersemester nicht komplett ausfallen. "Ich halte es für sehr sinnvoll, überall da, wo es möglich ist, Lehr- und Prüfungsveranstaltungen digital anzubieten."

Vorratskäufe verteuern Nudeln und Mehl nicht

Montag, 30. März, 10.58 Uhr: Trotz Hamsterkäufen hat die Corona-Krise im März nicht zu breiten Preissteigerungen bei besonders begehrten Produkten in Bayern geführt. Teigwaren wie Nudeln wurden im Vergleich zum Februar sogar um 3,6 Prozent billiger, wie aus dem neuen Verbraucherpreisindex des Landesamts für Statistik hervorgeht. Mehl kostete 1,3 Prozent weniger, der Preis für Toilettenpapier blieb konstant. Minimal teurer wurden Trockengemüse und konserviertes Gemüse, die um 0,2 Prozent zulegten, sowie Suppen und Nahrungsmittelzubereitungen, deren Preise um ein Prozent anzogen. Reis und Reiszubereitungen verteuerten sich um 2,3 Prozent.

Verband warnt: Jugendherbergen vor endgültigem Aus

Montag, 30. März, 7.53 Uhr: Die Jugendherbergen in Bayern warnen mangels finanzieller Hilfen vor einer Schließung aller 58 Häuser im Freistaat. Sie seien in der Corona-Krise bisher durch keinen Schutzschirm oder andere Unterstützungsleistungen erfasst, erläuterte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks. In einem Schreiben wandte er sich an die Abgeordneten von Landtag und Bundestag sowie an Bürgermeister und Landräte der betroffenen Orte. "Ohne Unterstützung durch Bund und Land ist der Landesverband zur dauerhaften Aufgabe der Standorte gezwungen", heißt es darin.Mit der Verfügung zur Schließung unter anderem von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben mussten Mitte März auch die Jugendherbergen komplett zumachen. Der Umsatz aller Jugendherbergen sei auf null gesunken. "Alle bestehenden Buchungen wurden vollständig durch die Gäste storniert. Bislang sind keinerlei neue Buchungen für den weiteren Jahresverlauf eingegangen", heißt es in dem Brief. Nach der Absage vieler Schulfahrten sei bis Ende 2020 auch nicht mit Buchungen wesentlicher Gruppen zu rechnen. Gleichzeitig müssten Löhne und Gehälter der Mitarbeiter weiter bezahlt werden, ebenso die Unterhaltskosten für die Häuser. "Das System 'Jugendherbergen in Bayern' droht, in der bisher gekannten Form zu zerfallen", schreibt der Verband. Nur durch rasch wirksame Maßnahmen könnten endgültige Schließungen verhindert werden.

Weiterer Toter in Würzburger Seniorenheim

Sonntag, 29. März, 21.17 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein 13. Bewohner nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das teilte das Landratsamt Würzburg am Sonntagabend mit. Der 80 Jahre alte und schwer vorerkrankte Mann sei am Wochenende verstorben. In der Region Würzburg sind damit 14 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, 13 davon waren im Seniorenheim St. Nikolaus wohnhaft. Am Freitagabend starb ein 57-Jähriger in einem Würzburger Seniorenzentrum der AWO.

Fast 600 Anzeigen am sonnigen Wochenende in München

Sonntag, 29. März, 19.52 Uhr: Der Grund dürfte das schöne Wetter gewesen sein: Von Freitag- bis Sonntagmorgen hat die Münchner Polizei 595 Menschen angezeigt, weil sie sich nicht an die Regeln hielten, mit denen das Coronavirus eingedämmt werden soll. Alleine 344 Anzeigen gab es von Samstag- bis Sonntagfrüh, so viele wie an keinem anderen Tag bisher. Meist hielten sich die Betroffenen nicht daran, dass die eigene Wohnung derzeit nicht ohne triftigen Grund verlassen werden darf. In 43 Fällen dagegen hatten die Leute zum Beispiel ihre Geschäfte nicht geschlossen. Kontrolliert wurden an beiden Tagen mehr als 13 000 Menschen.

Im Blick hatte die Polizei auch Freizeitziele im Umland; ein Ausflug sei kein "triftiger Grund", die Wohnung zu verlassen, hatte die Münchner Polizei zuvor gewarnt. An Starnberger See und Ammersee seien viele Spaziergänger und Sportler unterwegs gewesen, heißt es von der oberbayerischen Polizei; die meisten hätten sich aber an die Regeln gehalten.

Söder informiert am Montag über weiteren Anti-Corona-Kampf

Sonntag, 29. März, 17.55 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagmittag über das weitere Vorgehen informieren: Für 12.30 Uhr hat die Staatskanzlei zu einer Pressekonferenz eingeladen. Ein zentraler Punkt neben aktuellen Zahlen und Entwicklungen dürfte sein, ob und bis wann die umfangreichen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern zunächst bis einschließlich 3. April befristet wurden, verlängert werden. Dass sie verlängert werden, daran gibt es kaum Zweifel.

Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuletzt bereits deutlich gemacht, dass schnelle Lockerungen der Kontaktbeschränkungen für Bürger noch nicht im Raum stehen. Braun sagte dem "Tagesspiegel": "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen." Für die konkreten Regelungen sind allerdings die Länder zuständig. Aber auch Söder selbst hatte zuletzt vor einem zu frühen Ende der Auflagen und Beschränkungen gewarnt.

SPD: In Corona-bedingter Schließzeit keine Kita-Gebühren

Sonntag, 29. März, 17.23 Uhr: Die SPD-Landtagsfraktion möchte in der Corona-Krise die Eltern von Kita-Kindern von den Gebühren befreien. Dazu solle die Landesregierung einen Fonds auflegen, um den Trägern der Einrichtungen - Kommunen, Kirchen, private Anbieter - die Einbußen zu erstatten. Für die Zeit der noch bevorstehenden Schließungen sollten keine Elternbeiträge mehr eingezogen werden, heißt es in einem Brief der familienpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Doris Rauscher, an Sozialministerin Carolina Trautner (CSU).

Bereits geleistete Beiträge sollen zurückerstattet werden. Für die Gebühren sind in Bayern die Kommunen und Träger der Kitas zuständig. Diese sollen über einen Sonderfonds unterstützt werden, so Rauschers Vorschlag. Die Höhe des Fonds sei noch nicht abschätzbar, da die Kosten von der Dauer der Kita-Schließungen abhängen, sagte eine Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Zunächst waren weder das Sozialministerium noch der Bayerische Gemeindetag für eine Stellungnahme erreichbar.

Kunst und Corona: #MuseumFromHome

Sonntag, 29. März, 14.43 Uhr: Wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen in Bayern bieten viele Kunst- und Kultureinrichtungen digitale Alternativen zum Museumsbesuch an. Der bayerische Staatsminister für Kunst, Bernd Sibler, dankte den Kulturschaffenden für ihre Kreativität und den Erfindergeist. "Kunst und Kultur können gerade in diesen schwierigen Zeiten eine sinnstiftende und verbindende Funktion einnehmen", sagte Sibler am Sonntag.

Viele Kultureinrichtungen lassen sich nun digital besuchen. Das ägyptische Museum in München etwa bietet Interviews, Erklärfilme und digitale Rundgänge an. Auf Facebook, Instagram und Twitter stellen Kuratoren der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen unter dem Hashtag #Kunstminute berühmte Gemälde vor. Über das Landeskulturportal wird ein virtueller Spaziergang durch zahlreiche Einrichtungen angeboten. Mehr als 320 000 digitalisierte Objekte aus Museen und Bibliotheken lassen sich dort besichtigen. Einen Überblick, was Münchens Museen und Ausstellungshallen digital zu bieten haben, gibt es auch hier.

Ministerium: 13 263 Coronavirus-Fälle und 110 Tote

Sonntag, 29. März, 12.36 Uhr: In Bayern sind mittlerweile 13 263 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit. Den Angaben zufolge sind bislang 110 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

600 Flüchtlinge in Ankerzentrum unter Quarantäne

Sonntag, 29. März, 10.51 Uhr: Etwa 600 Bewohner des Ankerzentrums in Geldersheim in Unterfranken sind nach vereinzelten Coronavirus-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden. Sieben der untergebrachten Flüchtlinge und ein externer Beschäftigter seien positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, wie die Regierung von Unterfranken mitteilt. Die infizierten Bewohner sollten in einem gesonderten Gebäude unterkommen. Für die Einrichtung gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp.

Auch die Münchner Wohlfahrtsverbände sorgen sich um die Stimmung in den Flüchtlingsunterkünften. Schon in normalen Zeiten leben gut 6000 Flüchtlinge in der Stadt unter prekären Umständen, durch die Corona-Krise fallen viele Hilfsangebote weg.

Polizei: "Das war absoluter Wahnsinn"

Sonntag, 29. März, 10.38 Uhr: Zum Start in das frühlingshafte Wochenende haben in Bayern Hunderte Menschen gegen die in der Corona-Krise erlassenen Auflagen verstoßen. Die Polizei meldete in fast allen Regierungsbezirken zahlreiche Einsätze in Zusammenhang mit der seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkung. Ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord sagte am Sonntag, die Beamten seien zwischenzeitlich von der Anzahl der Einsätze "überrollt" worden. Weil etwa der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten worden sei, sich Menschen in die Sonne legten oder Grillfeste veranstalteten, rückte die Polizei alleine dort mehr als 150 Mal aus. "Das war absoluter Wahnsinn", sagte der Polizeisprecher. An der Isar in München schickte die Polizei die Menschen per Lautsprecher-Durchsage nach Hause.

Auch in der Oberpfalz beschäftigten Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen die Beamten. Hier waren sie gut 140 Mal im Einsatz. In Mittelfranken stand etwa die Hälfte aller Einsätze mit den Ausgangsbeschränkungen in Zusammenhang. Im südlichen Schwaben war es dagegen ruhiger. "Wir haben Berge und Hütten abgesucht, aber man hat sich an die Verbote gehalten", sagte ein Sprecher der Polizei Schwaben Süd am Sonntag.

Experte: Coronavirus heftiger für Arbeitsmarkt als Finanzkrise

Sonntag, 29. März, 7.54 Uhr: Die aktuelle Corona-Krise wird nach Meinung von Experten den Arbeitsmarkt in Bayern massiv beeinträchtigen. Die aktuelle Situation habe wesentlich stärker zugeschlagen als die Finanzkrise 2009, sagte ein Experte aus dem Arbeitsministerium in München der Nachrichtenagentur dpa. Eine genaue Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Monaten sei derzeit zwar nicht möglich. Sicher sei aber, dass sich die Kurzarbeit massiv erhöhen werde. Auch von steigenden Arbeitslosenzahlen sei auszugehen. "Die Lage ist momentan extrem schwierig. Alles hängt von der Länge der Pandemie und der Wirkung der notwendigen Maßnahmen zu deren Eindämmung ab", sagte er.

Die am Dienstag (31. März) durch die Regionaldirektion der Bundesagentur veröffentlichten Zahlen für den Monat März werden nicht die aktuelle Situation des Arbeitsmarkts widerspiegeln, da der Stichtag für die Berechnung, der 12. März, vor den von Bund und Freistaat verhängten Ausgangsbeschränkungen sowie Betriebs- und Schulschließungen lag, so der Fachmann. Einen Hinweis darauf, dass zunächst die Kurzarbeit in Bayern sehr stark steigen werde, seien die Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen. Am 20. März lagen den Arbeitsagenturen 14 600 Anzeigen von Betrieben vor. Tendenz deutlich steigend. Zum Vergleich hatte diese Zahl im Januar bei 262 Kurzarbeitsanzeigen gelegen.

25 000 Euro Spenden für verteilten Knödelteig

Samstag, 28. März, 18.32 Uhr: Eine Knödelteig-Verteilaktion hat in der Oberpfalz 25 000 Euro für den guten Zweck eingebracht. Die Firma Burgis hatte gegen Spenden tonnenweise Kloßteig und vorgeformte Knödel ausgegeben, die in der Corona-Krise nicht an die Gastronomie geliefert werden können. Die Bilanz nach zwei Tagen: Es sind sogar noch etwas mehr als die geplanten 60 Tonnen geworden. "Weil so viele Leute anstanden", sagte eine Sprecherin am Samstag. Insgesamt seien in der eingerichteten Drive-In-Station auf dem Werksgelände in Neumarkt in der Oberpfalz etwa 2500 Autos vorgefahren, hieß es weiter. Burgis-Mitarbeiter packten die Produkte in die Kofferräume und die Autofahrer steckten ihr Geld vom Fenster aus in eine Spendenbox. Das am Freitag und Samstag gesammelte Geld geht an die örtliche Diakonie.

Einzelhändler: "Seit dem 18. März machen wir null Euro Umsatz"

Samstag, 28. März, 16.48 Uhr: Obwohl die Umsätze der Einzelhändler in der Corona-Krise massiv eingebrochen sind, hat der Handelsverband Bayern für die drastischen Maßnahmen der Politik Verständnis. "Wir stehen als Einzelhandelsverband voll und ganz hinter den Entscheidungen", sagte Verbandspräsident Ernst Läuger dem Münchner Merkur. Allerdings: "Wenn der Staat das öffentliche und wirtschaftliche Leben einschränkt, ist er auch dafür verantwortlich, diese Schäden zu begrenzen." Seit dem 18. März sind viele Geschäfte wegen der Corona-Krise geschlossen.

Nicht alle Hilfsmaßnahmen greifen Läuger zufolge wie gewünscht: "Wir bekommen von Händlern gemeldet, dass die Hürden bei Krediten, für die der Staat bürgt, so hoch sind, dass sie in den kommenden vier Wochen nicht zum Greifen kommen." Der Verbandspräsident plädierte für einen Steuererlass, um der gebeutelten Wirtschaft unter die Arme zu greifen. "Die beschlossenen Stundungen von Steuern helfen nur kurzfristig." Der Handelsverband rechnet derzeit im bayerischen Einzelhandel - ohne die Lebensmittelgeschäfte - mit Umsatzeinbußen von 185 Millionen Euro pro Tag. "Seit dem 18. März machen wir null Euro Umsatz. Zwar mag der ein oder andere Einzelhändler zusätzlich über das Internet verkaufen, das reicht aber bei Weitem nicht aus, um den Verlust auf der anderen Seite zu kompensieren", erklärte Läuger. "Abgesehen von Lebensmitteln halten sich die Menschen gerade generell im Konsum zurück." Seiner Einschätzung nach werden in Bayern im April 180 000 Beschäftigte in Kurzarbeit gehen.

Lesen Sie mehr dazu, wie Bayerns Händler den Lieferservice entdecken: Weil die Geschäfte geschlossen bleiben, werden in vielen bayerischen Städten jetzt alle Waren nach Hause gebracht - mit erstaunlichem Erfolg.

11 862 Coronavirus-Fälle und 85 Tote in Bayern

Samstag, 28. März, 15.03 Uhr: In Bayern sind inzwischen 11 862 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Samstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Den Angaben zufolge sind bislang 85 Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert waren, gestorben.

Auch Privatbahnen dünnen ihr Angebot weiter aus

Samstag, 28. März, 14.20 Uhr: Nach der Deutschen Bahn streichen in der Corona-Krise jetzt auch mehrere Privatbahnen Verbindungen in Bayern. Züge würden deswegen von Montag an seltener fahren, teilte die Länderbahn am Samstag mit. Außerdem würden Haltestellen entfallen, hieß es weiter. Weil immer weniger Menschen mit dem Zug fahren, werden einige Verbindungen außerhalb der Hauptverkehrszeit - also früh morgens, spät abends und teilweise am Wochenende - gestrichen. Laut der Länderbahn betrifft das den Zug alex Nord, die Oberpfalzbahnen 1 und 3, die Waldbahnen 1 bis 3 und die Berchtesgardener Landbahn. Auch die Takte, in denen die manche Züge tagsüber unter der Woche fahren, werden größer. Außerdem werde streckenweise der Verkehr von Zügen eingestellt, die eine Grenze überfahren, teilte die Länderbahn mit. Das bedeute Haltausfälle bei dem Zug alex Süd und den Oberpfalzbahnen 2 und 3, hieß es weiter. Auch Passagiere der Oberpfalzbahnen 4 und 5 müssen sich wegen Haltausfällen umstellen. Für bestimmte Abschnitte wird aber ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Ministerin: Väter dürfen zur Geburt in den Kreißsaal

Samstag, 28. März, 13.40 Uhr: Werdende Väter dürfen auch in der Corona-Krise bei der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus dabei sein. Darauf hat am Samstag Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) abermals hingewiesen. Auch engste Angehörige dürften nicht von Besuchen in den Kliniken nach Geburten ausgeschlossen werden. Zuvor hatten vereinzelt Kliniken wegen des Ansteckungsrisikos mit dem neuartigen Coronavirus Väter nicht mehr in die Kreißsäle gelassen. Ansonsten bleibt es laut Ministerium aber dabei: Besuche in Krankenhäusern sind derzeit verboten.

"Die Geburt eines Kindes ist ein außergewöhnliches Ereignis. Deshalb haben wir hierfür eine Ausnahme vorgesehen", sagte Huml. Die Hygiene-Abteilung eines Krankenhauses muss allerdings festzulegen, welche Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu treffen sind. "Dazu zählen insbesondere das Tragen von Schutzkleidung und zeitliche Vorgaben für den Besuch", hieß es in der Mitteilung. "Außerdem muss der Gesundheitszustand des Besuchers überprüft werden." Es dürfe kein Hinweis auf einen Infekt der Atemwege vorliegen.

Wie die aktuellen Regeln in München sind, hat SZ-Redakteurin Ekaterina Kel hier zusammengefasst.

Aiwanger: "Nicht zu früh Maßnahmen zulassen, die wieder Ansteckungsrisiken erhöhen"

Samstag, 28. März, 12.46 Uhr: In der Debatte, wann die weitreichenden Einschränkungen gegen die Coronavirus-Pandemie wieder aufgehoben werden können, rudert Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zurück. In einem Interview mit der Passauer Neuen Presse sagte er: "Wir müssen uns zumindest so organisieren, dass wir abhängig von der medizinischen Entwicklung für verschiedene Zeitabläufe gerüstet sind. Je länger es dauert, umso teurer wird es, trotzdem dürfen wir nicht zu früh Maßnahmen zulassen, die wieder Ansteckungsrisiken erhöhen." Noch am Mittwoch hatte Aiwanger, der auch bayerischer Vize-Ministerpräsident ist, gesagt: "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben." Dafür wurde er nicht nur von führenden Politikern der Freien Wähler kritisiert, auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vor verfrühten Spekulationen gewarnt.

Melde-Plattform für Ärzte und Medizinstudenten gestartet

Samstag, 28. März, 11.47 Uhr: Für Ärzte und Medizinstudenten, die beim Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus mithefen wollen, gibt es nun ein eigenes Melde-Portal. Da sich in den vergangenen Wochen so viele Unterstützer Pandemie gemeldet haben, hat die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) zusammen mit dem Gesundheitsministerium eine Website zur freiwilligen Registrierung der ärztlichen Helfer eingerichtet - "um Angebot und Bedarf an zusätzlicher ärztlicher Mitarbeit zueinander zu bringen", wie BLÄK-Präsident Gerald Quitterer sagt. Unter freiwillige.blaek.de können sich Medizinstudenten und Ärzte aus dem In- und Ausland registrieren. Zudem gibt es für Praxen, medizinische Versorgungszentren, Gesundheitsämter und Betreiber von Bürgertelefonen die Möglichkeit, sich zu melden, wenn noch Unterstützung gesucht wird. Die eingesetzten Helfer werden entlohnt. Zudem haben sich nach Angaben von Gesundheitsministerin Melanie Huml bereits mehr als 1700 Pflegerinnen und Pfleger, die derzeit nicht in ihrem Beruf tätig sind, für einen möglichen Einsatz gemeldet. Dafür gibt es die Online-Plattform www.pflegepool-bayern.de.

Sportvereine rechnen mit Schaden in Höhe von Hunderten Millionen Euro

Samstag, 28. März, 9.23 Uhr: Der bayerische Sport erwartet wegen der Folgen der Corona-Krise Hunderte Millionen Euro Schaden. Über ein Online-Meldesystem können sich seit der vorigen Woche Vereine und Verbände mit den zu erwartenden Einbußen melden. Bis Freitag gingen dabei beim Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) etwa 1000 Einträge ein, "Tendenz: stark ansteigend", wie der BLSV bekanntgab. "Aufgrund der ersten Erkenntnisse geht der BLSV schon jetzt von einem geschätzten Schaden von insgesamt mehr als 200 Millionen Euro für den organisierten Sport in Bayern aus", hieß es in einer Mitteilung. Als drängendste Probleme wurden die Liga-, Sport- und Trainingsbetriebe, die Sportanlagen und die Kosten für Betreuer und Trainer identifiziert. BSLV-Präsident Jörg Ammon forderte Unterstützung von der Politik: "Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln, gerade in dieser schwierigen Zeit benötigen wir schnellstmöglich staatliche Unterstützung in Form eines finanziellen Hilfspakets, um die Existenz unserer Sportvereine und Sportfachverbände zu sichern."

Streit über Einsatz von Asylbewerbern als Helfer in der Landwirtschaft

Samstag, 28. März, 7.48 Uhr: Der von der Politik erlaubte Einsatz von Asylbewerbern als Erntehelfer in der Corona-Krise empört den Bayerischen Flüchtlingsrat. "Grundsätzlich begrüßen wir natürlich, dass Geflüchteten der Zugang zur Arbeit erleichtert wird", schreibt er in einer Erklärung. Jedoch dürfte dies nur unter fairer Bezahlung, umfassenden Schutzmaßnahmen und langfristig stattfinden: "Wir merken uns das und werden die Staatsregierung nach der Krise daran erinnern!" Viele geduldete Flüchtlinge kämpften seit Jahren vergebens darum, arbeiten zu dürfen oder eine Ausbildung anzufangen, sagte Johanna Böhm vom Flüchtlingsrat. Jetzt, da aufgrund der Corona-Krise Erntehelfer nicht ins Land dürften oder aus Selbstschutz fernblieben, sollen Geflüchtete einspringen, aber nur kurzfristig. Eine Bleibeperspektive solle daraus nicht entstehen. "Das ist eine ungeheuerliche opportunistische Ausbeutung", so Böhm.

Bayerns Innen- und Landwirtschaftsministerium teilten am Freitag mit, dass Ausländerbehörden angehalten seien, Asylbewerbern eine Erntehelfertätigkeit nach Möglichkeit ab sofort zu erlauben. Das sei von öffentlichem Interesse, die Behörden sollten ihre gesetzlichen Spielräume nutzen und notwendige Beschäftigungserlaubnisse "offensiv erteilen". Zuletzt hatten vor allem die Spargel-und Hopfenbauern die Sorge geäußert, dass wegen der Corona-Krise nicht genügend ausländische Helfer in den Freistaat kommen könnten. Die Hinweise gelten laut Innenministerium für Asylbewerber im laufenden Verfahren ebenso wie für bereits abgelehnte Asylbewerber. Entsprechende Beschäftigungserlaubnisse würden allerdings nur zeitlich beschränkt für die Zeit der Erntehelferarbeit erteilt.

Zwölfter Bewohner in Würzburger Heim stirbt nach Corona-Infektion

Freitag, 27. März, 17.41 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein weiterer mit dem neuen Coronavirus infizierter Bewohner gestorben. Wie das Landratsamt mitteilte, starben damit bislang zwölf Bewohner an Covid-19. Viele davon waren über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Details zu dem neuerliches Todesfall wurden nicht bekanntgegeben. Die Einrichtung ist seit Wochen ein Schwerpunkt bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Bayern. Inzwischen sind nach Angaben der Stadt alle zumeist hochbetagten Bewohner sowie alle Mitarbeiter der Einrichtung auf das Coronavirus getestet worden, davon 44 Bewohner und 32 Mitarbeiter positiv. Alle drei Tage sollen die Tests wiederholt werden.

Bußgeldkatalog: Verstoß gegen Corona-Auflagen kann teuer werden

Freitag, 27. März, 15.50 Uhr: Wer in Zeiten der Corona-Pandemie gegen das Abstandsgebot von 1,5 Metern verstößt, kann mit einem Bußgeld von 150 Euro belangt werden. 150 Euro Bußgeld drohen auch Personen, die ohne triftigen Grund ihre Wohnung verlassen. Das geht aus dem neuen Bußgeldkatalog hervor, den das Gesundheits- und das Innenministerium am Freitag erlassen haben. Das Regelwerk sieht aber auch bedeutend schärfere Sanktionen vor. Wer beispielsweise ohne Befugnis eine Klinik oder vergleichbare medizinische Einrichtung betritt, muss mit 500 Euro Bußgeld rechnen. Das gleiche Bußgeld gilt für das unbefugte Betreten von Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, Altenheimen und Seniorenresidenzen. Wirte, die ihr Gasthaus öffnen, können sogar mit 5000 Euro Bußgeld bestraft werden.

Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) appellierten an die Bevölkerung, die Corona-Regeln einzuhalten. "Wir müssen gemeinsam alles unternehmen, um das gefährliche Virus bestmöglich einzudämmen", sagte Huml. Herrmann erklärte: "Verstöße werden wir konsequent sanktionieren. Wo notwendig wird die Polizei die Kontrollen weiter verstärken." Laut Huml und Herrmann geht es nicht darum, die Bevölkerung zu kriminalisieren. "Aber jeder muss verstehen, dass es beim Coronavirus für viele Menschen um Leben und Tod gehen kann", sagte Huml. Deshalb sei große Vorsicht und Rücksichtnahme geboten, um weitere Infektionen möglichst zu vermeiden.

Herrmann betonte, dass sich der "weit überwiegenden Teil der Bevölkerung vorbildlich an unsere Schutzregeln hält". Es gebe aber auch Leute, die aus Unwissenheit oder Uneinsichtigkeit gegen die Vorgaben verstoßen. Deshalb forderte der Innenminister die Bevölkerung auf, "nicht nach Schlupflöchern zu suchen, um beispielsweise die Ausgangsbeschränkungen zu umgehen". Der Bußgeldkatalog ist eine Richtschnur für die Kreisverwaltungsbehörden, sie sind für den Erlass der Bußgelder zuständig. Außerdem wurde er der Polizei zur Verfügung gestellt. Nachlesen kann man ihn beispielsweise auf der Internetseite des Innenministeriums.

Zahl der bestätigten Infektionen steigt auf 10 180

Freitag, 27. März, 15.35 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Bayern ist über die 10 000-er-Marke gestiegen. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit betrug sie am Freitagvormittag 10 180. Das sind 1338 Infektionen oder 15,1 Prozent mehr als am Vortag. 761 Infizierte wurden in Kliniken behandelt. Die Zahl der Corona-Toten hat sich um sieben auf 59 erhöht.

Firma verteilt 60 000 Kilo Knödelteig gegen Spenden

Freitag, 27. März, 14.52 Uhr: Wohin mit 60 000 Kilogramm Knödelteig? Die Firma Burgis aus Neumarkt in der Oberpfalz hat gegen Spenden Produkte verteilt, die wegen der Corona-Krise nicht an die Gastronomie geliefert werden können. Dafür richtete sie auf ihrem Werksgelände eine Drive-In-Station ein. Der Andrang sei enorm gewesen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Es gab wahlweise Kloßteig und vorgeformte Knödel in verschieden großen Beuteln. Die Abholer wurden um freiwillige Spenden gebeten. Manche gaben für einen Beutel 100 oder 200 Euro, sagte die Sprecherin. Das Geld steckten die Autofahrer vom Fenster aus direkt in eine Spendenbox. Burgis-Mitarbeiter packten die Beutel in den Kofferraum, so dass Kontakt vermieden und Abstand eingehalten wurde. Die Spenden gehen an die Diakonie in Neumarkt. Durch die vorübergehende Schließung der Gaststätten wegen des Coronavirus waren die Lagerräume des Herstellers noch voll mit Ware. Diese hätten sie nicht in die Biogasanlage geben wollen, so die Sprecherin. Wie viel Geld zusammenkam, war zunächst unklar.

Polizei rät von Wochenend-Ausflügen ab

Freitag, 27. März, 14.45 Uhr: Mit Argwohn blickt die Polizei dem Wochenende entgegen - des schönen Wetters wegen. Die Münchner Polizei etwa appellierte am Freitag, nicht in die Parks oder an die Isar zu strömen. Man solle sich weiterhin auf das engere Umfeld "um den eigenen Wohnbereich herum beschränken", um so "an bestimmten Orten keine unnötige Mehrbelastung zu verursachen". Vor allem in den Parks werde man aufpassen, dass keine Gruppen entstehen und nicht gegen den gebotenen Mindestabstand verstoßen wird. Zwar ist es in Bayern nach wie vor erlaubt, für "Sport und Bewegung an der frischen Luft" die Wohnung zu verlassen - aber nur alleine oder mit Menschen, mit denen man zusammenlebt. Zu anderen muss ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rief erneut dazu auf, auf Ausflüge in die Berge zu verzichten. "Es ist nicht der Sinn der Sache, wenn Leute zuhauf über 50 oder 100 Kilometer meinen, in die Berge fahren zu müssen. Da rate ich dringend davon ab", sagte Herrmann.

30 000 Azubis werden frühestens im Juni mit der Ausbildung fertig

Freitag, 27. März, 14.16 Uhr: Wegen der Corona-Krise können mehr als 30 000 Azubis in Bayern vorerst ihre Abschlussprüfungen nicht absolvieren. Die für dieses Frühjahr vorgesehenen Termine sind deutschlandweit abgesagt, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mitteilte. Allein in Oberbayern betrifft das 11 000 Azubis, die Nachholtermine sind nach Angaben der IHK München und Oberbayern für Mitte Juni geplant. Die absehbare Folge ist, dass zumindest diejenigen, die von ihren Betrieben nicht übernommen werden oder den Arbeitgeber wechseln wollen, erst später mit Abschlusszeugnis auf Stellensuche gehen können. Die Industrie- und Handelskammern sind zuständig sowohl für kaufmännische Berufe als auch für mehr als 130 technische Berufe, darunter Industriemechaniker und Mechatroniker.

Landtagsabgeordnete können bald auch per Videokonferenz debattieren

Freitag, 27. März, 13.35 Uhr: Auch die Landtagsausschüsse werden bis auf Weiteres nur in Schrumpf-Besetzung tagen: Die Zahl der Teilnehmer wird wie schon bei den vergangenen beiden Plenarsitzungen auf ein Fünftel reduziert - wobei die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse von allen Fraktionen wechselseitig anerkannt werden. Zudem können sich Abgeordnete per Video zuschalten lassen. Darauf habe man sich am Freitag im Einvernehmen mit allen Fraktionen verständigt, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Was Sitzungen per Video betrifft, so verständigten sich die Fraktionen nach Angaben Aigners darauf, dass jedenfalls die Ausschussvorsitzenden im Landtag vor Ort sein sollen. Wer sich von dem Fünftel der Abgeordneten, die überhaupt noch teilnehmen sollen, lieber per Video zuschalten will, der soll dies tun. Die Regelungen sollen ab den Osterferien gelten.

Nach elf Todesfällen: Würzburger Seniorenheim wird nicht teilevakuiert

Freitag, 27. März, 13.02 Uhr: Das Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus in dem - Stand Freitag - elf Bewohner nach einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, wird nicht teilevakuiert. Nach langer Debatte habe man entschieden, stattdessen nicht-infizierte und infizierte Bewohner auf verschiedene Stationen innerhalb der Einrichtung zu verteilen, sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der auch Stiftungsratschef der Einrichtung ist. Alle Heimbewohner wurden inzwischen getestet, 44 waren positiv, das ist fast die Hälfte. Laut OB zeigten sich die Probleme in dem Heim "wie in einem Brennglas".

In Würzburg wurden unterdessen auch in anderen Heimen Infizierungen festgestellt, andernorts in Bayern häufen sich die Fälle ebenfalls. Insofern werde genau beobachtet, wie in Würzburg vorgegangen werde, sagte der OB. Er zählte mehr als ein halbes Dutzend Argumente sowohl für eine Evakuierung wie dagegen auf. Unterm Strich waren offenbar vor allem das Transportrisiko, der logistische Aufwand, die zusätzliche Belastung für den Rettungsdienst sowie die Vermeidung eines neuen Infektions-"Hotspots" maßgeblich für die Nicht-Evakuierung. Der OB appellierte erneut eindringlich an alle in Frage kommenden Institutionen, das Heim mit Material und Personal zu unterstützen. Die Heimmitarbeiter arbeiteten "bis zur Erschöpfung".

Die Bundeswehr hat personelle Unterstützung bislang abgelehnt. Bei aller Trauer um die elf Verstorbenen - der derzeit ausschließlich im Heim tätige Arzt Michael Schwab bat auch darum, die Zahl richtig einzuordnen. Im Heim seien viele hochbetagte Bewohner untergebracht, nicht wenige seien um die hundert Jahre alt. Auch während einer "normalen Grippewelle" stürben in dem Heim "regelmäßig acht bis zehn" Bewohner. Nach den ersten Infizierungen habe er "überraschend geordnete Verhältnisse im Heim vorgefunden". Die Mitarbeiter seien aber an der Grenze der Belastbarkeit.

Die Bahn dünnt ihr Angebot weiter aus

Freitag, 27. März, 12.44 Uhr: Wegen der Corona-Krise wird der Zugverkehr im Freistaat weiter reduziert. Demnach sollen von Montag an vor allem "freizeitorientierte Angebote, Schülerzüge und Taktverstärker" ausfallen, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Der neue Fahrplan entspreche damit oft dem Wochenendfahrplan, allerdings mit zusätzlichen Verbindungen am frühen Morgen, damit Berufstätige weiter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren könnten. Wem es aber möglich sei, solle von einer Reise absehen oder sie außerhalb der Stoßzeiten durchführen. Für die Münchner S-Bahn heißt das, dass sie von kommender Woche an auch werktags nach dem Samstagfahrplan fährt.

Zwar sind die Fahrgastzahlen der Bahn stark zurückgegangen. Zuletzt wurden aber auch immer wieder Klagen laut, dass auf vielbefahrenen Pendlerstrecken die Züge in der morgendlichen Stoßzeit nach wie vor voll seien - zu voll, um sich von Mitfahrenden auf Distanz halten zu können. Fahrgastvertreter hatten deshalb gefordert, nicht noch weniger Züge fahren zu lassen. Nach Angaben der Bahn wird nun zum Beispiel auf der stark frequentierten Verbindung Augsburg-München der Fahrplan dementsprechend weniger stark gekürzt. Laut Bahn soll das neue Grundangebot Planbarkeit schaffen und für Passagiere die Gefahr kurzfristiger Zugausfälle minimieren. Derzeit verzeichnet sie nach Angaben ihres bayerischen Regionalchefs Klaus-Dieter Josel keinen erhöhten Krankenstand. Sie will aber gerüstet sein, um einen stabilen Fahrplan aufrecht erhalten zu können. Den Reisenden empfiehlt sie, sich im Internet unter www.bayern-fahrplan.de über die aktuelle Lage zu informieren.

Bayern nimmt mindestens zehn Patienten aus Italien auf

Freitag, 27. März, 11.36 Uhr: Bayern will Italien jetzt bei der Versorgung von Covid-19-Patienten unterstützen. Nach Angaben der Staatskanzlei sollen "als Zeichen der Solidarität" mindestens zehn schwer kranke Patienten in bayerischen Krankenhäusern aufgenommen werden. "Bayern wird Covid-19-Patienten in jenem Umfang aufnehmen, wie dies die anderen Bundesländer tun, die sich bislang dazu bereiterklärt haben", sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. Wie viele Patienten letztlich aufgenommen werden, sei noch nicht beschlossen. "Das läuft jetzt an, die Fachebenen planen augenblicklich, wie die Umsetzung stattfinden kann", hieß es. Mit Italien müsse zunächst geklärt werden, wer sich für die Verlegung nach Bayern eigne und auf welchem Weg er hierhergebracht werden könne. Noch ungeklärt ist bislang auch, in welche Krankenhäuser die Patienten kommen. "Grundsätzlich eigenen sich da natürlich die großen Kliniken besonders, mit solchen Herausforderungen umzugehen. Aber jetzt im Moment ist das noch alles im Planungsstadium", sagte die Sprecherin.

Verfassungsgericht lässt Ausgangsbeschränkungen weiter gelten

Freitag, 27. März, 11.10 Uhr: Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern bleiben weiter in Kraft: Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs lehnte es ab, diese durch eine einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht mitteilte. Ein Kläger hatte argumentiert, die Verordnung zu den Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise greife in unverhältnismäßiger Weise in Freiheitsrechte der Bürger ein. Er hat deshalb Popularklage erhoben und will erreichen, dass die Verordnung für verfassungswidrig und nichtig erklärt wird. Er forderte zudem, sie sofort per einstweiliger Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Peter Küspert, der in besonderen Eilfällen selbst entscheidet, lehnte Letzteres nun ab. Bei einer überschlägigen Prüfung könne nicht von offensichtlichen Erfolgsaussichten, aber auch nicht von einer offensichtlichen Aussichtslosigkeit des Hauptantrags im Popularklageverfahren ausgegangen werden, hieß es in der Mitteilung des Gerichts. Die Entscheidung über den Erlass einer einstweiligen Anordnung müsse deshalb anhand einer Folgenabwägung getroffen werden. Und danach stellte Küspert fest: "Angesichts der überragenden Bedeutung von Leben und Gesundheit der möglicherweise Gefährdeten überwiegen die Gründe gegen das Außerkraftsetzen der angegriffenen Verordnung."

Fast kein Betrieb mehr an Bayerns Flughäfen

Freitag, 27. März, 11.04 Uhr: Die Flughäfen in Bayern haben wegen der Corona-Krise auf Kurzarbeit umgestellt, auf ihren Start- und Landebahnen ist nahezu nichts mehr los. Etwa 6000 Passagiere am Tag verzeichnet der Münchner Airport im Moment noch, zu normalen Zeiten sind es im Schnitt etwa zwanzig Mal so viele. Auch die Lufthansa, die dort ihr nach Frankfurt zweites großes Drehkreuz betreibt, hat Kurzarbeit beantragt. In Nürnberg bleibt der Flughafen nur noch für den Frachtverkehr, Rückholflüge deutscher Urlauber und Notlandungen offen. Seit Donnerstag wird in Memmingen nicht mehr geflogen.

Söder: Jetzt nicht über ein Ende der Beschränkungen spekulieren

Freitag, 27. März, 9.35 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor verfrühten Spekulationen über ein Ende der wegen der Corona-Krise geltenden Beschränkungen und Auflagen gewarnt. "Wenn wir erfolgreich sein wollen, und wenn wir aus dieser Krise herauskommen wollen, müssen wir diesen Weg, den wir jetzt beschritten haben, weitergehen", sagte Söder in einer Videobotschaft. "Deswegen mein Tipp: Noch nicht vorzeitig darüber spekulieren, wann und wie Maßnahmen gelockert werden können. Sondern jetzt ist es wichtig, die nächste Zeit gemeinschaftlich durchzustehen." Söder reagierte damit womöglich auch auf eine Äußerung seines Stellvertreters, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Der hatte gesagt, natürlich müsse man den Ausstieg "schon im Auge behalten". Schon beim Einstieg habe man gesagt, dass man die Situation nicht monatelang durchhalte. "Meine Einschätzung ist: Irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben."

Grüne und FDP wollen zeitweilig auf Online-Sitzungen umsteigen

Freitag, 27. März, 8.09 Uhr: Grüne und FDP im Landtag fordern wegen der Corona-Krise mehr Möglichkeiten für parlamentarische Beratungen per Livestream. "Für die Tagung und die Beschlussfähigkeit der Ausschüsse sollten wir unseres Erachtens über eine Weiterentwicklung der reinen Präsenzsitzungen nachdenken", schreibt der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Jürgen Mistol, in einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Die technischen Voraussetzungen dafür, zeitweilig auf Onlinesitzungen umzusteigen, seien vorhanden. Andere Parlamente, wie das Europäische Parlament oder der Landtag in Baden-Württemberg, hätten dies bereits vorgemacht - auch der Bundestag habe schon entsprechende Geschäftsordnungsänderungen auf den Weg gebracht: "Sitzungen sind auch als Video-Konferenz und Abstimmungsverfahren sind online möglich. Die in Bayern vorgesehene Sitzungsöffentlichkeit kann über ein Livestreaming der Sitzungen sichergestellt werden", heißt es in dem Schreiben weiter. Die FDP-Fraktion habe bereits ähnliche Überlegungen angestellt, schrieb ihr Parlamentarischer Geschäftsführer Matthias Fischbach per Mail an Aigner.

Als Begründung nennt Mistol die unklaren Perspektiven: "Wir alle wissen nicht, wie lange uns dieses Virus noch in Atem hält, wann wir in unserem gewohnten Alltag fortfahren können. Auch im Landtag haben wir uns bislang nur auf die Zeit bis nach den Osterferien verständigt." Es sei wichtig, ein Verfahren im Landtag zu finden, das es ermögliche, den Parlamentsbetrieb und insbesondere auch die Ausschussarbeit weitgehend wieder aufzunehmen. "Auch in Krisenzeiten gilt: Demokratie steht niemals still. Die Handlungs- und Beschlussfähigkeit des Landtags sollte daher immer gewährleistet sein." Wegen der Ansteckungsgefahr fanden die Landtagssitzungen zuletzt mit einer reduzierten Anzahl von Abgeordneten statt. Zudem wurden die Beratungen auch zeitlich verkürzt, um die Gesundheit der Abgeordneten nicht unnötig zu gefährden.

Erneut wird eine Münchner Messe verschoben

Freitag, 27. März, 7.29 Uhr: Erneut verschiebt die Münchner Messe eine ihrer Großveranstaltungen - diesmal trifft es die "Automatica", auch wenn sie erst in drei Monaten stattfinden sollte. Das aber sei "aus gesundheitlichen wie wirtschaftlichen Aspekten" nicht vertretbar, sagte Messe-Geschäftsführer Falk Senger. Die Möglichkeit teilzunehmen, werde für Aussteller wie Besucher immer geringer, dazu komme die Unwägbarkeit der weiteren Entwicklung, heißt es in einer Mitteilung der Messe und des Fachverbands VDMA Robotik + Automation. Die "Automatica" wird nun auf den Dezember 2020 verschoben. Sie ist nach eigenen Angaben die weltweit wichtigste Messe für Automation, also zum Beispiel für Industrieroboter und Montagetechnik, und findet alle zwei Jahre statt.

Gänzlich abgesagt wurde am Freitag die diesjährige Sport- und Freizeitartikel-Messe "Outdoor by Ispo", die vom 28. Juni bis 1. Juli in München geplannt war. Sie soll er wieder im kommenden Jahr stattfinden.

Elfter Bewohner in Würzburger Seniorenresidenz verstorben

Donnerstag, 26. März, 19.40 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein elfter mit dem Coronavirus infizierter Bewohner gestorben. Zwischenzeitlich seien alle Bewohner des Heims sowie das gesamte Pflegepersonal getestet worden. Eine Entscheidung über eine mögliche Evakuierung oder eine andere Trennung der gesunden von erkrankten Bewohnern sei noch nicht getroffen worden. Mit Experten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sollten die Ergebnisse im Laufe des Abends "interpretiert und auf dieser Basis die notwendige Strategie festgelegt" werden, teilte das Heim mit. Entscheidungen sollten am Freitag bekanntgegeben werden. Die Einrichtung ist seit Wochen ein Schwerpunkt bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Bayern.

Umfrage: Jede dritte Firma in Bayern will Personal abbauen

Donnerstag, 26. März, 18.55 Uhr: Die Corona-Krise könnte einen rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern zur Folge haben. Mehr als jedes dritte bayerische Unternehmen sieht sich zum Personalabbau gezwungen, wie eine Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags unter 1200 Betrieben ergeben hat. "Die Corona-Krise schlägt in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß auf die Wirtschaft durch, wie wir es noch nie gesehen haben", sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. "Die Aussichten auf einen bescheidenen Aufschwung vom Jahresbeginn haben sich komplett zerschlagen." Gut vier Fünftel der Betriebe - 82 Prozent - rechnen demnach mit Umsatzrückgängen in diesem Jahr, mehr als die Hälfte davon fürchtet drastische Einbußen von mehr als einem Viertel. Die Industrie- und Handelskammern fürchten eine große Welle von Firmenpleiten, wenn die versprochenen staatlichen Hilfen nicht schnell bei den Unternehmen ankommen. "Sonst droht bei ausbleibenden Umsätzen ein Insolvenz-Tsunami", sagte Gößl dazu. Politik, Gesundheitsexperten und Wirtschaft müssten gemeinsam planen, öffentliches und wirtschaftliches Leben nach Ostern "so schnell wie möglich, aber auch so verantwortungsvoll wie nötig" wieder hochzufahren.

Einige Kliniken lassen Väter nicht mehr in den Kreißsaal

Donnerstag, 26. März, 17.15 Uhr: Wegen des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus verbieten einige Kliniken Vätern, bei der Geburt ihres Kindes dabei zu sein. "Manche wollen das Risiko lieber nicht eingehen", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Donnerstag in München. "Es wäre einfach eine Katastrophe, wenn das Virus dadurch eingeschleppt würde." In wie vielen Kliniken in Bayern werdende Väter draußen bleiben müssen, sei aber unklar. Eigentlich gilt bayernweit die Entscheidung des Gesundheitsministeriums: Besuche in Krankenhäusern sind verboten - eine Ausnahme ist die Geburt des eigenen Kindes. Doch dem Klinikum Fichtelgebirge geht das nicht weit genug. "Die Väter können die Kinder leider erst nach der Entlassung in den Arm nehmen", teilte eine Sprecherin mit. Auch die Regiomed-Kliniken in Oberfranken und Thüringen wollen um jeden Preis verhindern, dass nach dem Besuch eines infizierten Vaters ein Kreißsaal geschlossen werden muss. Regiomed will Eltern zumindest ermöglichen, während der Geburt per Video miteinander zu kommunizieren. Außerdem dürften Vater nach der Geburt die ersten Stunden im Familienzimmer verbringen.

Genau anders herum ist es am Klinikum Nürnberg, Ingolstadt und Passau, am Universitätsklinikum München, Augsburg und Würzburg sowie im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg: Dort dürfen Väter nach Angaben der Häuser bei der Geburt dabei sein, müssen das Krankenhaus danach aber gleich wieder verlassen. Am Krankenhaus Tirschenreuth ist die Station für Gynäkologie und Geburtshilfe am vergangenen Wochenende geschlossen worden, um Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu schaffen. Die ambulante Versorgung sei aber weiterhin gewährleistet, hieß es.

Mehr als 1000 Lehrer melden sich für Corona-Hilfen in Gesundheitsämtern

Donnerstag, 26. März, 17.09 Uhr: Mehr als 1000 Lehrer haben sich freiwillig zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise gemeldet. "Die überwältigende Resonanz zeigt die große Hilfsbereitschaft und Solidarität unserer Lehrkräfte", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Das Kabinett hatte beschlossen die Gesundheitsämter kurzfristig mit zusätzlichen Mitarbeitern zu verstärken und alle Ministerien gebeten, Beamte zur Verfügung zu stellen. "Die vom Kultusministerium abgeordneten Lehrkräfte werden an den Gesundheitsämtern verschiedene Verwaltungsaufgaben übernehmen. Sie werden dort beispielsweise bei der Ermittlung von Kontaktpersonen helfen, Bürgeranfragen beantworten oder bei Organisationsaufgaben unterstützen", hieß es weiter.

Freie Wähler starten Suche nach Bayerns "Exitstrategie Coronavirus"

Donnerstag, 26. März, 16.59 Uhr: Trotz nicht absehbarer Folgen der Corona-Krise arbeiten die Freien Wähler im bayerischen Landtag bereits an Plänen für die Zeit nach der Krankheitswelle. Eine am Donnerstag gegründete Arbeitsgemeinschaft "Exitstrategie Coronavirus" befasse sich ab sofort mit dem, "was nach dem Ende der Pandemie kommt - also Maßnahmen, die greifen sollen, sobald wir in ein normales Leben zurückkehren können", teilte die Fraktion mit. Bis Anfang April gilt in Bayern eine massive Ausgangsbeschränkungen, Schulen und Kindergärten sind bis mindestens nach den Osterferien geschlossen. "Wir fordern daher einen breit verfügbaren Antikörpertest, mit dem die Grundimmunisierung der Bevölkerung bestimmt werden kann. Personengruppen, die einen schweren Covid-19-Verlauf zu erwarten haben, müssen besser isoliert und geschützt werden", sagte Fraktionschef Florian Streibl. Außerdem sei eine regelmäßigere und bessere Evaluierung der bereits von der Staatsregierung verhängten Maßnahmen notwendig, hieß es weiter. "Etwa ab dem ersten April-Wochenende werden wir beurteilen können, ob diese Maßnahmen greifen, ob wir nachsteuern müssen oder lockern können", betonte Streibl. Richtschnur für eventuelle Lockerungen der jetzigen Ausgangsbeschränkungen sei, "dass wir unser Gesundheitssystem und die dort mit vollem Einsatz arbeitenden Menschen nicht überfordern. (...) Ziel ist es, einen goldenen Mittelweg zwischen dem Schutz der Menschen, der gesellschaftlichen Freiheit und wirtschaftlicher Produktivität zu beschreiten." FW-Chef Hubert Aiwanger erregte großen Ärger im bayerischen Kabinett mit seinen Andeutungen zu einem möglichen Ende der Einschränkungen. Er sprach von einer Rückkehr zum normalen Wirtschaftsleben bereits Mitte April. Man könne die jetzt geltenden Einschränkungen nicht monatelang durchhalten, sagte Aiwanger mit Blick auf den zu erwartenden Schaden.

Dieter Reiter fordert mehr Kurzarbeitergeld für längere Zeit

Donnerstag, 26. März, 14.59 Uhr: Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in München fordert Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Die staatliche Leistung, mit der die Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit zumindest teilweise aufgefangen werden, müsse deutlich aufgestockt werden - viele Münchner kämen sonst nicht über die Runden, schreibt Reiter an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). "Gerade die im Durchschnitt deutlich schlechter bezahlten Jobs im Handel und in der Gastronomie sind hiervon überproportional stark betroffen." Wer mit nur noch 60 Prozent seines ohnehin niedrigen Einkommens die Fixkosten in alter Höhe schultern müsse, werde über kurz oder lang nicht ohne staatliche Hilfe auskommen. "Wenn wir vermeiden wollen, dass sich die Gesundheitskrise zu einer sozialen Krise entwickelt, müssen wir jetzt dringend handeln", steht im Brief Reiters an seinen Parteifreund. Viele Firmen haben bereits Kurzarbeit angemeldet, weil das Auftragsvolumen stark zurückgegangen ist. Kurzarbeitergeld ist auf ein Jahr begrenzt, kann aber in Ausnahmefällen auch länger bezahlt werden. Reiter fordert, es nicht nur zu erhöhen, sondern auch die Bezugsdauer zu verlängern.

Zahl der Coronavirus-Fälle steigt um 1155 auf fast 9000

Donnerstag, 26. März, 14.47 Uhr: 1155 bestätigte neue Infektionen - die Zahl der Coronavirus-Fälle in Bayern ist von Mittwoch auf Donnerstag so stark gestiegen wie noch nie. Sie liegt nun bei 8842, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Die Hälfte all dieser Infizierten lebt in Oberbayern. Wie viele von ihnen bereits wieder als gesund gelten, dazu gibt es keine Statistik. Denn Ärzte oder Gesundheitsämter müssen nach dem Gesetz zwar Coronavirus-Infektionen melden, nicht aber das Ende einer Erkrankung, wie das LGL wissen lässt. An den Folgen einer Infektion sind bereits 52 Menschen in Bayern gestorben.

Kultusministerium prüft, das Fos/Bos-Abi zu verschieben

Donnerstag, 26. März, 14.32 Uhr: Auch die Abiturprüfungen an den bayerischen Fach- und Berufsoberschulen (Fos/Bos) könnten verschoben werden. Das Kultusministerium prüfe derzeit, ob eine Verschiebung "möglich ist", sagte ein Sprecher. Durch einen neuen Termin hätten die Schüler genügend Zeit für ausstehende Klausuren. Momentan gilt noch der 25. Mai als offizieller Prüfungsbeginn. Das Abitur an den Gymnasien wurde wie die Mittlere-Reife-Prüfungen und das Übertrittszeugnis bereits verschoben. Die Unsicherheit ist bei Fos/Bos-Abiturienten groß, sagt Pankraz Männlein. Der Chef des Berufsschullehrerverbands fordert Antworten aus dem Ministerium vor den Osterferien, von Spekulationen hält er aber nichts: "Niemand weiß, ob die Schulen am 20. April wieder geöffnet sind. Wichtiger als unsichere Termine sind faire Prüfungsbedingungen und ausreichend Vorlauf."

Ärzte aus Tschechien dürfen nun doch nach Bayern pendeln

Donnerstag, 26. März, 14.20 Uhr: Tschechien lenkt bei der strittigen Frage der grenznahen Berufspendler teilweise ein. Wer im Gesundheits- und Rettungswesen sowie in sozialen Diensten arbeitet, aber in Tschechien lebt, darf die Grenze nun doch weiter täglich überschreiten. Das habe Innenminister Jan Hamáček auf Grundlage entsprechender Wünsche aus den beiden Nachbarstaaten entschieden, teilte seine Sprecherin am Mittwochabend mit. Diesen Berufen komme eine Schlüsselaufgabe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu, hieß es zur Begründung. Für alle anderen tschechischen Berufspendler gilt, dass sie in den jeweiligen Nachbarländern für einen längeren - empfohlen wird ein dreiwöchiger - Zeitraum arbeiten müssen. Nach ihrer Rückkehr nach Tschechien kommen sie in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Wegen dieser Regelung waren viele Kliniken vor allem nahe der bayerisch-tschechischen Grenze besorgt.

Bezirk Oberbayern verschickt kostenlos Liederhefte

Donnerstag, 26. März, 14.04 Uhr: Unter dem Motto "Singen hilft" will das oberbayerische Volksmusikarchiv kreativ gegen einen möglichen Lagerkoller angehen. Dazu versendet es kostenlos Liederhefte. Das Angebot solle dazu dienen, die Menschen in der Krisenzeit zu unterstützen, teilte der Bezirk Oberbayern mit. "Singen zu Hause - ob allein oder in Lebensgemeinschaften - ist ein lang erprobtes Mittel, das innere Wohlbefinden zu stärken", sagte Volksmusikpfleger und Archivleiter Ernst Schusser. Das gelte ganz besonders jetzt, wenn wegen der Corona-Krise das gemeinschaftliche kulturelle Leben nicht stattfinden könne. Interessierte Oberbayern können kostenlos diverse Liederhefte und Liederblätter bestellen, solange der Vorrat reicht. Telefon: (0 80 62) 51 64, E-Mail: volksmusikarchiv@bezirk-oberbayern.de.

Günstiges Essen für Lastwagenfahrer

Donnerstag, 26. März, 13.50 Uhr: Mit vergünstigten Essen an Raststätten und sauberen Sanitäranlagen für Lastwagenfahrer unterstützt die Staatsregierung Lastwagenfahrer bei ihrer wichtigen Arbeit in der Corona-Krise. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sagte, die Fahrerinnen und Fahrer bräuchten "gute Arbeitsbedingungen". Besonders wichtig sei, dass sie sich selbst gut versorgen könnten. Dass es in der aktuellen Pandemie dennoch volle Regale in den Geschäften gebe, sei auch ein Verdienst der Mitarbeiter der bayerischen Transportunternehmen. Um die Versorgung zu sichern, ist laut Schreyer bereits das Sonntagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt, bei den Lenk- und Ruhezeiten gibt es vereinfachte Regeln, und Supermärkte könnten auch außerhalb der üblichen Zeiten beliefert werden. Sollte es an den Grenzen wegen der dortigen Kontrollen zu Staus kommen, in denen wichtige Lieferungen steckten, werde "innerhalb von wenigen Minuten" eine spezielle Fahrspur für den Warenverkehr freigeben.

Rotes Kreuz verteilt 50 Tonnen Schutzausrüstung

Donnerstag, 26. März, 12.42 Uhr: Die verschiedenen Hilfsorganisationen in Bayern haben nun für weitere zwei Wochen Schutzausrüstung wie Handschuhe, Masken, Kittel oder Desinfektionsmittel. Am Donnerstagvormittag hätten die fünf Bezirksverbände des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) das Material in einem zentralen Lager abgeholt, um es nun an die jeweiligen Kreisverbände zu verteilen, teilte das BRK mit. Die anderen Hilfsorganisationen verführen ebenso. Seit Wochen beschaffe das Rote Kreuz die Ausrüstung zentral für alle Organisationen. So sei es nun gelungen, "diese großen Mengen an Material zu bekommen", sagte BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk. Es gehe insgesamt um 50 Tonnen, das reiche nun für 14 Tage. Anfang März hatte das BRK intern die sogenannte "Alarmstufe 1" ausgerufen, die niedrigste von drei Alarmstufen, um überall in Bayern die "Alarmsicherheit einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten" zu überprüfen.

Nur 100 Filialen der Hypovereinsbank sind noch offen

Donnerstag, 26. März, 11.20 Uhr: Die Hypovereinsbank schließt wegen der Corona-Krise vorübergehend mehr als 70 Prozent ihrer 337 Filialen für den Kundenverkehr. 30 Prozent - das wären etwa 100 Filialen - sollen täglich oder im wöchentlichen Wechsel geöffnet bleiben, wie die Münchner Tochter der italienischen Großbank Unicredit mitteilte. In Betrieb bleiben die Selbstbedienungszonen mit den Geldautomaten, und auch in den temporär geschlossenen Filialen sollen die Kundenbetreuer telefonisch und online erreichbar bleiben. Die Bank wolle weiter die flächendeckende Betreuung ihrer Kunden gewährleisten und gleichzeitig die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern durch reduzierte physische Kontakte zu schützen, hieß es in der Mitteilung. Die meisten Filialen finden sich in Bayern, um die 80 von ihnen allein in München und Umgebung.

Fernseh-Gottesdienste finden mehr Zuschauer

Donnerstag, 26. März, 10.55 Uhr: In Zeiten verbotener Gottesdienste wegen der Corona-Krise boomen Kirchenformate in Fernsehen und Radio. "Die Zahlen bei Gottesdiensten und dem "Wort zum Sonntag" haben sich im Durchschnitt um 70 Prozent erhöht", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, der Deutschen Presse-Agentur in München. "Bei einigen kirchlichen Formaten hat sich der Zuspruch sogar nahezu verdoppelt." Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat den Eindruck, "dass es enormen Zulauf gibt".

Diesen Eindruck bestätigen nicht nur die Einschaltquoten der Fernsehgottesdienste im ZDF. "Wir verzeichnen eine höhere Resonanz", sagt auch ein Sprecher des Bayerischen Rundfunks. Der Evangelische Gottesdienst des vergangenen Wochenendes habe rund 91 000 Zuschauer gehabt. Zum Vergleich: Am 8. März, vor dem Verbot aller Gottesdienste in Deutschland, waren es nur 18 000. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren es 73 000. In der Mediathek verzeichnet kommt der Gottesdienst vom 22. März nach Senderangaben auf rund 4000 Videostarts - doppelt so viele wie vorher.

Aiwanger: "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch"

Donnerstag, 26. März, 8.12 Uhr: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat ein mögliches Datum für eine Lockerung der massiven Beschränkungen in der Corona-Krise angedeutet. Besonders mit Blick auf die Wirtschaft sagte der stellvertretende Ministerpräsident im Bayerischen Fernsehen: "Wir halten das natürlich nicht monatelang durch, sondern meine Einschätzung ist, irgendwann ab Mitte April müssen wir die Kurve gekratzt haben." Derzeit seien vor allem Gastronomie und Hotellerie, aber auch global agierende Unternehmen aus Maschinenbau und Autoindustrie betroffen, sagte der Politiker der Freien Wähler. "Der Stillstand wäre nicht auf Dauer durchzuhalten, weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert."

Milchbauern befürchten deutliche Preisrückgänge

Donnerstag, 26. März, 7.12 Uhr: Die Corona-Krise führt zu Verwerfungen auf dem Milchmarkt. Während die Molkereien Mühe haben, die stark gestiegene Nachfrage in den Supermärkten zu bedienen, stottert der Export, das Geschäft mit der Gastronomie und gewerblichen Kunden ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Auf die Milchbauern kommen deswegen sinkende Preise zu, obwohl die Bürger derzeit rekordverdächtige Mengen an Milch und Milchprodukten kaufen, wie in der Branche berichtet wird. "Wir haben eine extreme Änderung der Warenströme innerhalb sehr kurzer Zeit", sagte Hans-Jürgen Seufferlein, der Direktor des Verbands der Milcherzeuger Bayern.

Zwar bestellt der Lebensmitteleinzelhandel bei den Molkereien derzeit so viel wie nie, wie Experten sagen. Die Gastronomie aber kauft deutschlandweit quasi nichts mehr, und der Verkauf ins Ausland ist derzeit ebenfalls sehr schwierig. "Molkereien mit starkem Exportanteil stehen an den Grenzen, und Spediteure sind deutlich länger unterwegs", sagte Markus Drexler, der Sprecher des Bayerischen Bauernverbands. Für die leidgewohnten Milchbauern sind das keine guten Nachrichten. Insbesondere bei Butter, Käse und Milch ist Deutschland ein Nettoexporteur, im Inland wird also mehr produziert als verbraucht. An den internationalen Terminbörsen für Agrarprodukte aber sinken derzeit die Preise, weil Exportware nach Übersee kaum noch verschifft werden kann. "Was die Milchbäuerinnen und Milchbauern auf sich zukommen sehen, sind massive Preisrückgänge", sagte Hans Foldenauer, der Sprecher des Bunds deutscher Milchviehhalter.

Spargel- und Obstbauern klagen über Corona-Folgen

Donnerstag, 26. März, 6.55 Uhr: Die Spargelsaison in Bayern hat begonnen. In diesem Jahr sind die Landwirte nicht in erster Linie vom Wetter abhängig, sondern haben vor allem mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen. Es fehlt an Erntehelfern, zudem sind die Bestellungen aus der Gastronomie weggebrochen, wie Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbandes Südbayern, in Schrobenhausen sagt. Die Situation sei sehr schwierig. "Wir können die Spargelsaison ja nicht verschieben wie die Bundesliga ihre Spiele." Auch der Bayerische Bauernverband äußert sich besorgt. "Ohne die Saisonarbeitskräfte könnte das regionale Obst und Gemüse nicht in vollem Maße geliefert werden, es drohen Versorgungsengpässe", sagt ein Sprecher. Ausländische Saisonarbeitskräfte gelten als berufsbedingte Pendler. Als Nachweis genüge eine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung. "Allerdings hilft das Formular wohl nur für den Transit durch Österreich; die Rumänen müssen aber noch durch Ungarn durch, und Ungarn hat für Ausländer die Grenzen dicht gemacht."

Bayerns Unis planen trotz Corona mit Sommersemesterstart am 20. April

Mittwoch, 25. März, 17.25 Uhr: Trotz der nicht ansatzweise kalkulierbaren Entwicklung in der Corona-Krise planen Bayerns Universitäten und Hochschulen mit einem Vorlesungsbeginn am 20. April. "Ein Ausfall des gesamten Sommersemesters ist für uns keine Option", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Das Coronavirus stelle jeden vor bislang unbekannte, große Herausforderungen. "Dennoch müssen wir in dieser Extremsituation einen möglichst kühlen Kopf bewahren und klug und verantwortungsvoll handeln. Unter den Hochschulen herrscht Konsens, dass das Sommersemester 2020 stattfinden soll."

Der Freistaat und seine Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen sowie Kunsthochschulen setzen daher alles daran, den Vorlesungsbetrieb im Sommersemester 2020 am 20. April 2020 starten zu können - wenn auch voraussichtlich unter veränderten Rahmenbedingungen. So würden die Online-Angebote täglich erweitert und alternative Lehrkonzepte entwickelt. "Wir werden unsere Hochschulen nach Kräften dabei unterstützen, ihren Studentinnen und Studenten unter diesen außergewöhnlichen Umständen ein adäquates Studienangebot machen zu können. Oberste Priorität hat dabei selbstverständlich die Gesundheit", betonte Sibler.

Kardinal Marx: Ostern ohne öffentliche Gottesdienste

Mittwoch, 25. März, 16.53 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie werden auch die Kar- und Ostergottesdienste im Freistaat ausfallen. "Wir wissen und anerkennen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, das Leben möglichst vieler Menschen zu retten", heißt es in einem Schreiben des Erzbischofs und Kardinals Reinhard Marx an die pastoralen Mitarbeiter des Erzbistums vom Mittwoch. Marx will die Gottesdienste nun ohne Öffentlichkeit im Münchner Liebfrauendom feiern und im Internet streamen. Entsprechend dem allgemein gültigen Verbot von Veranstaltungen dürfen die Gläubigen bis zum 19. April nicht mehr in Kirchen zusammenkommen. Gebete Einzelner sind aber erlaubt.

"Die Maßnahmen der Regierung sind harte Eingriffe in die Grundrechte der Menschen, auch eine Einschränkung der Religionsfreiheit, wie es sie wohl in unserem Land noch nie gegeben hat", schreibt Marx. Aber: "Wir tragen auch Verantwortung für das ganze Gemeinwesen, in dem wir leben." Gleichzeitig könne aber auch jeder zuversichtlich sein: "Wenn wir wieder zurückkehren in unsere Kirchen, wollen wir ein wirkliches Fest des Glaubens feiern, ein Fest der Auferstehung; das wäre schön!". Auch andere Bistümer planen Online-Übertragungen von Gottesdiensten. Die Kirchen selbst stehen laut Marx tagsüber den Menschen einzeln zum Gebet offen. Allerdings würden keine Heiligen Gräber aufgebaut. Zudem soll es für die Feiertage Vorlagen für Hausgottesdienste geben. Als Zeichen der Verbundenheit und Solidarität läuten im Einklang mit anderen deutschen Bistümern und Landeskirchen täglich um 19.30 Uhr Glocken, außer an Karfreitag und Karsamstag.

Verwaltungsgerichtshof muss Ausgangsbeschränkungen überprüfen

Mittwoch, 25. März, 16.25 Uhr: Die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise müssen vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof überprüft werden. Es seien zwei Normenkontrollanträge eingegangen, über die zudem im Eilverfahren entschieden werden soll, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch. Die Antragsteller wehren sich gegen die Verordnung der Staatsregierung, die unter anderem das Verlassen der Wohnung nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. Zunächst bekommt nun die Staatsregierung Gelegenheit zur Stellungnahme. Mit einer Entscheidung des zuständigen Senats sei deshalb voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche zu rechnen, sagte die Gerichtssprecherin.

1000 Pflegekräfte melden sich freiwillig zum Corona-Einsatz

Mittwoch, 25. März, 14.05 Uhr: Innerhalb nur eines Tages haben sich in Bayern 1000 Pflegekräfte, die gerade pausieren oder in anderen Bereichen arbeiten, freiwillig zur Hilfe in der Corona-Krise gemeldet. Diese Zahl nannte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch im Landtag. Die Pflegekräfte reagierten damit auf einen Aufruf des Ministeriums. "Ich finde das großartig", sagte Huml. Sie betonte: "Es kommt darauf an, dass wir jetzt Solidarität zeigen, aber auch Entschlossenheit." Es gehe darum, das Gesundheitssystem nicht zu kollabieren lassen.

Weil die Krankenhäuser und Heime dringend mehr Personal brauchen, suchen das Gesundheitsministerium und die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) Personen mit einer Ausbildung oder Erfahrung in einem pflegerischen Beruf sowie Medizinisch-technische Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), die beispielsweise den Job gewechselt haben. Freiwillige können sich auf einer Online-Plattform melden.

"Dicht an dicht" am Gipfelkreuz - Bergwanderer kassieren Anzeigen

Mittwoch, 25. März, 13.38 Uhr: Im Allgäu haben Bergwanderer aufgrund von Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen Anzeigen erhalten. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte, hatten sich die Ausflügler am Riedberger Horn "dicht an dicht" am Gipfelkreuz aufgehalten und somit gegen die wegen der Coronavirus-Krise festgelegte Abstandsregel von eineinhalb Metern verstoßen.

Die Beamten aus Oberstdorf hatten beobachtet, dass "unzählige Wanderer und Skitourengeher" teils aus anderen Landkreisen angereist und unterwegs waren. Der Sprecher des Polizeipräsidiums erläuterte, es sei zwar nicht wünschenswert, wenn die Wanderer über weite Strecken anreisen, verboten sei dies jedoch nicht. Bürgermeister aus dem Tegernseer Tal hatten wegen der vielen Ausflügler bereits verlangt, dass sich die Bürger in Bayern nur noch in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wies eine solche Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen am Dienstag aber zurück. "Das wäre jetzt das falsche Signal", sagte er.

Experte: Zuzug nach München wird gebremst

Mittwoch, 25. März, 13.20 Uhr: Wegen der Corona-Krise könnte die Einwohnerzahl der Region München in diesem Jahr erstmals seit Jahren stagnieren. "Die Bevölkerung wächst hauptsächlich durch Zuwanderung aus dem Ausland", sagte der Geschäftsführer des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, Christian Breu. "Für 2020 rechne ich mit Stagnation oder sogar einem Rückgang." Der Grund: Das Wachstum der Bevölkerung wird seit Jahren hauptsächlich von der wirtschaftlichen Entwicklung und den damit verbundenen neuen Arbeitsplätzen getrieben. Doch wenn die Wirtschaft zeitweise weitgehend stillsteht, entstehen auch weniger Arbeitsplätze. "Unabhängig von der Corona-Krise sind wir am Ende eines Konjunkturzyklus, der Zuzug hat sich 2018 bereits verlangsamt", sagte Breu. Zwischen 2009 und 2018 haben die Einwohnerzahlen Münchens und der acht umliegenden Landkreise nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten um mehr als eine Viertelmillion auf 2,9 Millionen Menschen zugenommen.

Staatssekretär: 7289 Coronavirus-Fälle in Bayern und 41 Tote

Mittwoch, 25. März, 12.40 Uhr: In Bayern sind inzwischen 7289 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Es gebe 41 Todesfälle, sagte Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) am Mittwoch. Eck ist wegen der Coronakrise für drei Monate vorübergehend vom Innen- ins Gesundheitsministerium gewechselt.

Landtag billigt das neue bayerische Infektionsschutzgesetz

Mittwoch, 25. März, 11.40 Uhr: Bei nur einer Gegenstimme hat der Landtag ein neues, weitreichendes Landes-Infektionsschutz verabschiedet. Alle Fraktionen unterstützten das Gesetz, mit dem die Staatsregierung deutlich umfassendere Befugnisse im Kampf gegen die Corona-Krise bekommen soll: Sie kann dann einen "Gesundheitsnotstand" ausrufen. Beschlagnahmungen von medizinischem Material und der Zugriff auf medizinisches und pflegerisches Personal werden dann erleichtert. "Es geht darum, Leben zu retten", sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Bernhard Seidenath (CSU). Man habe es mit einer "Katastrophensituation" zu tun, "wir haben den Höhepunkt der Pandemie noch längst nicht erreicht". Das Gesetz ist bis Ende des Jahres befristet. Dagegen votierte einzig der ehemalige Fraktionschef der AfD im Landtag, Markus Plenk.

Neben leichteren Beschlagnahmemöglichkeiten sieht das Gesetz unter anderem vor, dass Behörden etwa von Feuerwehren die Herausgabe von Mitgliederadressen verlangen können und von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Adressen von aktiven Ärzten und Ärzten im Ruhestand. Ziel ist, in Notsituationen zusätzlichen Personalbedarf decken zu können. Und wenn es hart auf hart kommt, können die Behörden sogar "von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen" verlangen, wenn das "zur Bewältigung des Gesundheitsnotstands erforderlich ist".

Zugleich beschloss der Landtag eine spezielle gesetzliche Regelung, um die Kommunal-Stichwahlen am Sonntag, die wegen der Corona-Krise nur per Briefwahl durchgeführt werden, absolut rechtssicher zu machen. Dies wird nun mit einer Ergänzung im entsprechenden Gesetz explizit klargestellt, damit die Wahl deshalb nicht anfechtbar ist. Ihre Wahlbriefe können die Bürger noch bis Samstag um 18 Uhr in jeden beliebigen Briefkasten im Freistaat einwerfen. Am Samstagabend würden alle 19 559 Briefkästen noch einmal geleert und die Briefe dann bis Sonntagabend rechtzeitig zugestellt, kündigte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an. Diese Sonderleerungen habe die Post zugesagt, sagte Herrmann. Er dankte der Post ausdrücklich für dieses Angebot. Es könne damit jeder wählen, egal wo er sich befinde.

Weiterer Bewohner des Würzburger Altenheims St. Nikolaus gestorben

Mittwoch, 25. März, 10.14 Uhr: Unter den Bewohnern der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus ist ein zehnter Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU-Mitglied) bekannt. Alle zehn Toten seien hochbetagt gewesen und hätten erhebliche Vorerkrankungen gehabt. Dort würden nun alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet. Die Testkapazitäten seien am Dienstag eingetroffen, es sei sofort mit den Tests begonnen worden, sagte Schuchardt, der Stiftungsratsvorsitzende des Würzburger Bürgerspitals, zu dem das St.-Nikolaus-Heim gehört. Man habe noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob positiv auf das Coronavirus getestete Heimbewohner künftig anderweitig untergebracht werden sollen.

In der Einrichtung sind aktuell 32 Mitarbeiter und 29 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden, weitere zehn Bewohner werden derzeit in einem Krankenhaus behandelt. Ein Ersatz von Mitarbeitern durch Sanitätspersonal der Bundeswehr, wie ursprünglich angedacht, sei nicht möglich. Das Bundeswehrpersonal stehe nicht zur Verfügung, sagte Schuchardt.

55 Euro Buße in Augsburg bei Verstoß gegen Ausgangsbeschränkung

Mittwoch, 25. März, 8.50 Uhr: Während noch an einem landesweiten Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen gearbeitet wird, hat die Stadt Augsburg bereits ein einheitliches Bußgeld festgelegt. Wer nach einer ersten Belehrung durch den Ordnungsdienst nicht Folge leiste, bekomme eine Anzeige, erklärte ein Sprecherin der Stadt. Im Sofortvollzug würden dann pro Person 55 Euro kassiert. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Dienstag angekündigt, dass ein Katalog mit Bußgeldhöhen erstellt werden soll, an denen sich die Kommunen orientieren können, wenn sie Verstöße gegen die Coronavirus-Vorschriften ahnden. Grundsätzlich können nach Angaben des Ministeriums Bußgelder von bis zu 25 000 Euro verhängt werden.

Die Autobahnen leeren sich

Mittwoch, 25. März, 7.12 Uhr: Als Folge der Corona-Krise gibt es auf den bayerischen Autobahnen derzeit deutlich weniger Staus als sonst. So zählte der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) schon in der vergangenen Woche ein Minus von mehr als 50 Prozent: Statt an 1231 Stellen wie in der Vorwoche stockte der Verkehr nur noch an 571 Abschnitten. "Grund dafür ist das mit der Corona-Krise einhergehende, drastisch gesunkene Mobilitätsverhalten, wie zum Beispiel die Verlagerung der Arbeitsstätten in die eigenen vier Wände und die extrem eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten", erläuterte der ADAC Südbayern. "Megastaus gibt es aber nach wie vor, der meiste Stillstand findet aufgrund der verschärften Kontrollen an den Grenzübergängen statt." Auch an den derzeit 97 Baustellen im Freistaat könne der Verkehr stocken. Dennoch dürfte die Zahl der Staus weiter sinken, denn die derzeit geltenden, weit reichenden Ausgangsbeschränkungen traten erst am Samstag in Kraft.

Zu viele falsche Tücher im Abwasser - eine Folge von Corona?

Mittwoch, 25. März, 6.45 Uhr: Hamsterkäufe von Klopapier könnten den Kläranlagen in Neu-Ulm Probleme bereiten. Die schwäbische Stadt geht davon aus, dass viele Bürger kein Toilettenpapier mehr bekommen haben und deswegen nun ersatzweise andere Materialien auf dem Klo benutzen. Die Experten der Stadtentwässerung hätten "zuletzt vermehrt Produkte wie Feucht-, Kosmetik- oder Küchentücher" in der Kanalisation und den Pumpwerken entdeckt, teilte die Stadt mit. "Die Pumpen in unseren Pumpwerken können diese Stoffe nicht transportieren", sagte Abteilungsleiter Jochen Meissner. "Es kann zu Ausfällen im gesamten System kommen." In den Kläranlagen werde zudem durch die falsch entsorgten Tücher der Sauerstoffaustausch im Reinigungsprozess gestört, was dazu führe, dass die Anlagen nicht mehr die volle Reinigungsleistung erbringen.

Piazolo: Abitur und Abschlussprüfungen in Bayern sollen stattfinden

Dienstag, 24. März, 20.30 Uhr: Bei den Abiturprüfungen hält Bayern an der geplanten Verschiebung fest. "Unser Ziel ist es, die Abiturprüfungen nach dem neuen Fahrplan ab dem 20. Mai durchzuführen", betonte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). "Für den Fall, dass dies aufgrund aktuell noch nicht absehbarer kurzfristiger Entwicklungen nicht möglich sein sollte, gibt es verschiedene alternative Lösungen." Diese müsse man sehr sorgfältig prüfen. "Schnellschüsse helfen da nicht weiter", betonte Piazolo. Hingegen plant Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) wegen der Corona-Pandemie eine Absage der Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sowie zum Abitur.

Entsprechende Forderungen lehnt auch der Bayerische Philologenverband ab. "Die in Bayern eingeschlagene Richtung, nämlich den Abiturbeginn auf 20. Mai zu verschieben, ist die richtige", urteilte der Vorsitzende Michael Schwägerl. Den Abiturienten fehlten noch Klausuren, praktische Prüfungen und mündliche Leistungsnachweise. Falls diese nicht bis zum nun festgelegten Zeitpunkt abgeschlossen werden könnten, könnten die Abiturprüfungen noch weitere drei Wochen in den Juni verschoben werden. Auch der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, sieht die Abschlussprüfungen, die dort am 30. Juni beginnen sollen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht gefährdet. "Die Schüler aller Jahrgangsstufen werden mit Inhalten aller Fächer gut versorgt." Indes bereiten sich die Schüler mithilfe ihrer Lehrer zu Hause weiter auf die Prüfungen vor. Experten warnen jedoch vor zu hohen Erwartungen.

Bayerische Metall- und Elektroindustrie übernimmt Not-Tarifabschluss

DIenstag, 24. März, 19.33 Uhr: Angesichts der Corona-Krise übernimmt die bayerische Metall- und Elektroindustrie den in Nordrhein-Westfalen ausgehandelten Not-Tarifvertrag. Er läuft bis Jahresende und verzichtet auf Lohnerhöhungen, dafür wird unter anderem ein Solidartopf eingerichtet, in den pro Mitarbeiter 350 Euro eingezahlt werden, wie IG Metall und der Arbeitgeberverband vbm mitteilten. Das Geld kann der Gewerkschaft zufolge für soziale Härtefälle, Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld oder für Eltern in Kinderbetreuung eingesetzt werden. "Mit diesem Tarifabschluss geben wir den Beschäftigten in der Corona-Krise wenigstens ein Stück Sicherheit für ihre Arbeitsplätze und ihr Entgelt", sagte der IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn. "Die Sozialpartner in Bayern haben Verantwortung übernommen und leisten ihren Beitrag, die Corona-Krise gemeinsam zu meistern." Die Verhandlungsführerin der Arbeitgeber, Angelique Renkhoff-Mücke, sagte: "Unsere Unternehmen haben bis Jahresende Planungssicherheit - das ist in diesen ungewissen Zeiten wichtig." Die Wirtschaft stehe vor einer der größten Herausforderungen der letzten Jahrzehnte. Die Situation sei existenzbedrohend für Unternehmen und Beschäftigte. Insgesamt habe man eine "angemessene und krisengerechte Tarifeinigung erzielt".

Münchens OB fordert spezielle Einkaufszeiten für Risikogruppen

Dienstag, 24. März, 16.08 Uhr: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Supermärkte in der Landeshauptstadt gebeten, für Coronavirus-Risikogruppen spezielle Einkaufszeiten zu reservieren. Laut einer Mitteilung des Münchner Rathauses sieht Reiter dafür zwei Möglichkeiten: Die Läden sollten entweder alle anderen Kunden bitten, außerhalb eines bestimmen Zeitfensters einzukaufen, oder in einem weiteren Schritt eine Einkaufszeit ausschließlich für Risikogruppen einrichten, etwa für Senioren oder Vorerkrankte. "Supermärkte und Discounter in anderen Ländern Europas haben bereits ähnliche Empfehlungen ausgesprochen oder sogar Vorgaben erlassen", sagte Reiter.

Ausgangsbeschränkungen werden nicht weiter verschärft

Dienstag, 24. März, 14.57 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnt die Forderung einiger Bürgermeister ab, die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise zu verschärfen. Man werde keine weiteren Einschränkungen machen, sagte er am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. "Das wäre jetzt das falsche Signal." Erlaubt seien Aufenthalte an der frischen Luft, und das gelte "natürlich auch für einen Ausflug, wenn man den machen sollte", sagte Söder. Er appellierte aber an alle, das in "vernünftiger Form" zu tun. Die Bürgermeister im Tegernseer Tal wollten Ausflüge in ihre Region behördlich untersagen lassen. Es habe zwar keinen Ansturm gegeben, dem wolle man aber vorbeugen, hatte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn am Montag gesagt.

Für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wird nun ein eigener Bußgeldkatalog erstellt. Dies kündigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an, konkrete Summen nannte er nicht. Die zahlreichen Vorschriften würden bislang "ganz überwiegend stark eingehalten", sagte Herrmann. Bei Verstößen gebe es Hinweise und Ermahnungen durch die Polizisten, aber es gebe auch "einige krasse Fälle und auch einige wenige renitente Verstöße", betonte der Minister. "Und dort werden dann entsprechend auch Bußgeldverfahren oder Strafverfahren eingeleitet." Zusammen mit Polizei und Gesundheitsministerium arbeite man nun an einem Bußgeldkatalog, erklärte Herrmann. Damit hätten dann die Kommunen, die die Bußgeldbescheide erlassen werden, eine Richtschnur.

120 Corona-Patienten liegen auf Intensivstationen

Dienstag, 24. März, 14.45 Uhr: In Bayern wächst die Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter. Von Montag auf Dienstag stieg sie um gut zehn Prozent auf 6362 Fälle, wie nach der Kabinettssitzung bekannt wurde. Gestorben sind an den Folgen einer Infektion bisher 31 Menschen im Freistaat. "Es gibt keinen Anlass zur Entwarnung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Etwa 700 der Erkrankten werden derzeit stationär in einem Krankenhaus behandelt, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte, 120 von ihnen liegen auf einer Intensivstation. Und zwar nicht nur ältere Patienten, für die das Coronavirus besonders gefährlich ist: "Wir haben auch 35-Jährige, die beatmet werden müssen."

Übertrittstermin wird verschoben

Dienstag, 24. März, 14.02 Uhr: Mehr als 100 000 Grundschüler bekommen ihr Übertrittszeugnis wegen der landesweiten Schulschließungen später als geplant. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen. Das Zeugnis soll kürzer ausfallen und erst eine Woche später als gedacht, am 11. Mai, vergeben werden. Auch die Einschreibung an den weiterführenden Schulen verschiebt sich auf die dritte Maiwoche. An vielen Grundschulen wären in den Wochen vor Ostern noch Proben geschrieben worden, deren Noten üblicherweise ins Übertrittszeugnis einfließen. Auf diese Proben will man nun verzichten. Der entscheidende Schnitt soll aus den bisher erbrachten Leistungen in Mathematik, Deutsch und Heimat- und Sachunterricht gebildet werden. Allerdings sollen die Grundschulen den Viertklässlern nach Ostern drei freiwillige Proben anbieten, mit denen sie ihren Schnitt noch verbessern können. Fallen diese nach fünf Wochen Heimarbeit dagegen wenig berauschend aus, sollen die Noten nicht gewertet werden. "Jedes Kind kann sich verbessern, keines wird sich verschlechtern", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Die drei freiwilligen Proben könnten aber nur stattfinden, wenn die Schulen wie geplant am 20. April 2020 öffnen.

Mehr Personal fürs Gesundheitswesen

Dienstag, 24. März, 13.44 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie schichtet der Freistaat Bayern weiter Personal um: 400 Beschäftigte aus anderen Bereichen des Freistaats wurden den Gesundheitsämtern in den Landkreisen bereits zugeteilt, nun sollen weitere 400 folgen, wie das Kabinett am Dienstag beschloss. Zudem soll das Gesundheitsministerium um 50 Stellen aufgestockt werden. Es bekommt übergangsweise auch einen Staatssekretär: Günther Eck (CSU), bislang im Innenministerium als solcher tätig, soll für vorerst drei Monate Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) unterstützen und sich insbesondere um die Abstimmung mit den Kommunen kümmern. Als Zeichen der Anerkennung sollen die Beschäftigten aller bayerischen Kliniken, Alten- und Behindertenheime von April an kostenlos in den Kantinen der Einrichtungen verpflegt werden.

Patienten aus Norditalien sollen in Bayern behandelt werden

Dienstag, 24. März, 13.20 Uhr: Bayern will "im Rahmen unserer Möglichkeiten" Covid-19-Patienten aus Italien aufnehmen. Es gehe um "einige Patienten", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), ohne dies näher zu beziffern, und um ein Zeichen der Solidarität. Damit griff die Staatsregierung eine Forderung unter anderem der bayerischen Grünen auf. Söder sagte, er wolle auch die anderen Bundesländer fragen, inwieweit bei ihnen Bereitschaft bestehe, Patienten aus dem Coronavirus-Krisengebiet Norditalien aufzunehmen. In Bayern sollten sie in einem Uni-Klinikum behandelt werden, nicht aber in München, wo die Kliniken bereits mehr Menschen versorgen müssen als in anderen Gegenden Bayerns.

Bayern stellt 20 Milliarden Euro bereit

Dienstag, 24. März, 12.58 Uhr: Der Freistaat Bayern verdoppelt sein Corona-Programm: Die Hilfen für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft sollen nun nicht nur zehn Milliarden Euro umfassen, wie vergangene Woche beschlossen, sondern sogar 20 Milliarden Euro. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung in München an. Finanziert werden soll dies durch neue Schulden. Das Geld ist unter anderem gedacht für Soforthilfen für Selbständige und Unternehmer in Bayern; es gebe bereits 120 000 entsprechende Anträge, sagte Söder. Die Staatsregierung kalkuliert für dieses Programm mit Kosten von fünf Milliarden Euro. Zugleich rechnet sie mit hohen Steuerausfällen: Allein die Möglichkeit für Firmen, Steuerzahlungen zu stunden, koste den Freistaat aktuell 2,5 Milliarden Euro, sagte Söder. Auch will die Regierung die Möglichkeiten der landeseigenen Förderbank LfA für Kredit-Bürgschaften deutlich erweitern. Der Rahmen dafür soll von 500 Millionen auf zwei Milliarden Euro angehoben werden.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hält einen rasanten Anstieg der Kurzarbeit in Bayern auf bis zu 1,8 Millionen davon betroffene Arbeitnehmer für möglich. In Bayern waren laut Statistischem Landesamt Ende 2019 gut 7,7 Millionen Menschen erwerbstätig. Eine Zahl von 1,8 Millionen Kurzarbeitern würde somit bedeuten, dass ein knappes Viertel der arbeitenden Bevölkerung zumindest vorübergehend nicht mehr regulär arbeiten kann - eine in den vergangenen Jahrzehnten nie dagewesene Zahl.

Klinikum Schwabing testet Ebola-Medikament bei Covid-19-Patienten

Dienstag, 24. März, 12.33 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus ist die bundesweit erste Studie mit einem Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19 angelaufen. Das ursprünglich gegen Ebola entwickelte US-Präparat namens "Remdesivir" werde in einer international angelegten Studie an etwa 1000 Patienten in rund 50 Kliniken rund um die Welt erprobt, teilte Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie im Klinikum München-Schwabing mit. Das Medikament solle dabei an 600 Patienten mit moderaten Symptomen und an 400 mit schwerer Symptomatik erprobt werden.

Wendtner verfügt in Deutschland über die bisher längste Erfahrung mit Covid-19. Er hatte in Schwabing Ende Januar die bundesweit ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten behandelt. Die Klinik in Schwabing gehört neben dem Hamburger Uniklinikum Eppendorf und dem Uniklinikum Düsseldorf zu den Zentren, an denen die Wirkung des Ebola-Präparates in Deutschland untersucht wird. Problematisch sei, dass das Medikament nirgends zugelassen sei. Die Haftung bei Anwendung der Substanz außerhalb dieser Studie im Sinne eines individuellen Heilversuchs läge ansonsten voll beim Arzt, sagte Wendtner. Sollte die Studie Erfolge bringen, könnte das Mittel bis frühestens Ende 2020 auf den Markt kommen können, hofft Wendtner.

Grüne: Bayern soll Patienten aus Norditalien aufnehmen

Dienstag, 24. März, 11.24 Uhr: Die Landtags-Grünen fordern, vorübergehend schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Norditalien in bayerische Krankenhäuser aufzunehmen. "Wir sollten dem Vorbild Baden-Württembergs und des Saarlands folgen, die ihrem Nachbarland Frankreich jetzt zur Seite springen und akute Beatmungspatienten in deutschen Kliniken versorgen", sagte Fraktionschef Ludwig Hartmann. Die Versorgung solcher Akutpatienten dauere bis zu einer Woche. "Das können wir leisten." Durch eine solche medizinische Unterstützung könnten die Krankenhäuser und das Personal in der Region um Bergamo entlastet werden, sagte der Grünen-Politiker. Es blieben außerdem ausreichend Versorgungskapazitäten für die bayerischen Bürger.

Polizei registriert viele überflüssige Notrufe

Dienstag, 24. März, 9.28 Uhr: Die vielen Hinweise von Bürgern zu möglichen Verstößen gegen Corona-Ausgangsbeschränkungen stellen auch den Polizeinotruf vor Herausforderungen. So berichtet die Münchner Polizei von zahlreichen Anrufen zu Baustellen auf den Straßen, bei denen sich Bürger beschwerten, dass dort weiter gearbeitet werde. Solche gewerblichen Baumaßnahmen im öffentlichen Bereich seien aber ausdrücklich weiterhin erlaubt, sagte Polizeisprecher Werner Kraus und bat um Mithilfe der Bürger: Es sei wichtig, dass der Notruf in diesen Zeiten nicht zusätzlich belastet werde.

Kliniken schaffen zusätzliche Intensivbetten

Dienstag, 24. März, 8.08 Uhr: Die bayerischen Krankenhäuser rüsten sich für deutlich mehr Covid-19-Patienten. Vielerorts werden in diesen Tagen Betten für Intensivpatienten eingerichtet und normale freigeräumt. Auch Reha- oder Schönheitskliniken müssen entsprechende Kapazitäten schaffen. Eine entsprechende Anordnung der Staatsregierung werde noch im Laufe der Woche ergehen, sagte Kurt Gribl (CSU), Oberbürgermeister von Augsburg und Präsident des Bayerischen Städtetags, am Montag nach einem Treffen der Staatsregierung mit Vertretern der Kommunen. Die Zahl der Intensivbetten solle in jeder Region verdoppelt werden; es solle sichergestellt werden, dass Patienten bei entsprechender Genesung auch schnell wieder verlegt werden können, um Kapazitäten zu schaffen.

Christian Bernreiter (CSU), der Landrat von Deggendorf und Präsident des Landkreistags, geht weiter: Er hat in der vergangenen Woche bereits 200 Feldbetten in einer Schulturnhalle aufstellen lassen. Seine Begründung: Man müsse bereit sein für ein "Überlaufen" der Kliniken in der Corona-Krise. Noch aber gebe es in den Krankenhäusern "fast überall deutlich freie Kapazitäten", sagt er inzwischen. Sollte es eng werden, müsse man zuerst auf die Betten in Reha-Kliniken zugreifen. Dort gebe es die nötigen Hygienebedingungen, Pflegepersonal sei auch da. Alles Weitere sei nur im Notfall von Bedeutung. In Weiden wiederum wird ein Behelfskrankenhaus geplant, zwei Turnhallen wurden mit 40 Betten ausgestattet. Und der Landkreis Erding überlegt, auf dem Gelände des Fliegerhorstes Erding ein Notkrankenhaus mit 1000 Betten einzurichten, um dort zum Beispiel infizierte Passagiere zu versorgen, die am Münchner Flughafen ankommen.

Kabinettssitzung an ungewöhnlichem Ort

Dienstag, 24. März, 7.38 Uhr: Zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus kommt das bayerische Kabinett am Dienstag an einem anderen Ort zusammen. Anstelle des eigentlich üblichen Kabinettssaals findet die Sitzung erstmals im Kuppelsaal der Staatskanzlei statt. Dieser bietet wegen seiner Größe allen Ministern, Staatssekretären und ihren Mitarbeitern deutlich mehr Platz und damit auch den derzeit vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern. Das Coronavirus wird über Tröpfchen verbreitet, daher gelten in Bayern strenge Beschränkungen für das Verhalten der Menschen. Auch inhaltlich geht es bei der Sitzung vor allem um die weiterhin besorgniserregende Ausbreitung des Coronavirus im Freistaat. Schwerpunkt sind nach Angaben der Staatskanzlei Aussprachen zum aktuellen Sachstand der Pandemie im Freistaat sowie Hilfen für die heimische Wirtschaft.

Huml ruft Ex-Pflegekräfte zur Unterstützung auf

Montag, 23. März, 19.53 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Krise will Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ehemalige Pflegekräfte zurück in den Beruf holen. Es sei nicht abzusehen, wie sich die Pandemie weiter entwickle, teilte sie am Montagabend in München mit. "Deshalb bitte ich alle Pflegefachkräfte, alle Pflegehilfskräfte sowie Medizinisch-technische Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA), die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören, um Unterstützung." Freiwillige könnten sich auf einer Online-Plattform melden, die zusammen mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern eingerichtet worden sei. "Im Bedarfsfall erfolgt eine unmittelbare Kontaktaufnahme und Zuweisung zu einem regionalen Einsatzort", erklärte Huml. Dabei bleibe für den Fall eines Einsatzes der aktuelle Arbeitsvertrag bestehen. "Wer unterstützt, wird unter Lohnersatz beziehungsweise Lohnfortzahlung von der gegenwärtigen beruflichen Tätigkeit freigestellt."

Bürgermeister am Tegernsee wollen Ausflüge verbieten lassen

Montag, 23. März, 15.35 Uhr: Die Bürgermeister im Tegernseer Tal wollen Ausflüge in ihre Region behördlich untersagen lassen. Es habe zwar keinen Ansturm gegeben, dem wolle man aber vorbeugen, sagte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn. "Wir wollen dem vorsorglich Einhalt gebieten." In einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die im Landkreis Miesbach ihren Stimmkreis hat, schrieb Hagn im Namen der Bürgermeister, die Allgemeinverfügung solle dahingehend erweitert wird, "dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen. Insbesondere was Spazierengehen und Sport betrifft". Hagn schreibt weiter, sein Bauhof habe wegen eines Corona-Falls bereits den Betrieb eingeschränkt. "Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Verwaltungen auch in zwei Monaten noch arbeitsfähig sind. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer hinter den "Münchnern" den Dreck wegräumen soll." Laut Münchner Merkur äußerte Aigner in einem Antwortbrief Verständnis für das Anliegen der Bürgermeister. Staatskanzleichef Florian Hermann werde das Thema im Krisenstab ansprechen. "Wir gehen davon aus, dass entsprechende Regelungen getroffen werden."

Richter begrenzen Zahl der Zuschauer und Journalisten

Montag, 23. März, 15.10 Uhr: Die Münchner Justiz kämpft mit dem Maßband gegen den rasanten Ausbruch des Coronavirus. "Die Verwaltung hat den Zuschauerbereich der Sitzungssäle der Landgerichte München I und München II vergangene Woche ausmessen lassen", sagte Gerichtssprecher Florian Gliwitzky. Damit sollte für jeden Saal ermittelt werden, wie viele Menschen Platz nehmen können, wenn sie mindestens anderthalb Meter Abstand zueinander haben sollen. Jeder Richter müsse nun entscheiden, wie viele Zuschauer und Pressevertreter zu seinen Verhandlungen zugelassen werden können. "Nach meiner Kenntnis orientieren sich die Vorsitzenden an der empfohlenen Limitierung der Öffentlichkeit", sagte Gliwitzky. Für einen Prozess um versuchten Totschlag, der am Montag am Landgericht München II begann, bedeutete das, dass insgesamt nur fünf Menschen (Zuschauer und Journalisten) eingelassen werden durften. Allerdings waren ohnehin keine Zuschauer und nur wenige Pressevertreter gekommen.

Die Gerichte sind vom bayerischen Justizministerium dazu angehalten, nur noch in dringenden Fällen vor Gericht zu verhandeln. Die Angst vor dem neuen Virus hatte in der vergangenen Woche zu einem Eklat geführt. Ein Rechtsanwalt zeigte einen Richter wegen versuchter Körperverletzung an, weil der trotz der Pandemie darauf bestand, zu verhandeln. Zwei andere Münchner Strafrechtler zogen sogar vor das Bundesverfassungsgericht, weil sie erreichen wollten, dass ein Prozess ausgesetzt wird. Sie scheiterten.

5719 Coronavirus-Infektionen bestätigt

Montag, 23. März, 14.18 Uhr: In Bayern ist die Zahl der offiziell bestätigten Coronavirus-Fälle binnen eines Tages um mehr als 1200 gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bezifferte sie am Montagmittag auf 5719. Am stärksten steigt die Zahl in München, wo inzwischen fast jeder vierte Covid-19-Patient in Bayern lebt und am vergangenen Wochenende erstmals ein Mensch infolge der Lungenkrankheit gestorben ist. An den Folgen einer Infektion sind laut LGL inzwischen fünf weitere Menschen gestorben, die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 27.

Mann will in München angeblich Corona per Spucke verbreiten

Montag, 23. März, 13.47 Uhr: Ein Mann hat in München einen Fahrkartenautomaten und U-Bahn-Griffe abgeleckt, um nach eigener Aussage das Coronavirus zu verbreiten. Er filmte seine Taten und verbreitete das Video im Internet, wie die Polizei mitteilte. Sie nahm den 33-Jährigen vorübergehend fest. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ob er tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist, war zunächst unklar. Der Mann sei getestet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Insgesamt führte die Polizei in München zwischen Sonntag und Montag nach eigenen Angaben mehr als 400 Kontrollen bezüglich der neuen Ausgangsbeschränkungen durch. Es seien 200 Verstöße festgestellt worden, davon wurden 61 angezeigt.

Zu wenig Abstand: Mann holt Schreckschusspistole hervor

Montag, 23. März, 12.07 Uhr: In einem Streit über den Coronavirus-Sicherheitsabstand hat ein 49-Jähriger in Passau mit einer Schreckschusspistole gedroht. Dem Mann kam offenbar auf der Inn-Promenade eine dreiköpfige Familie zu nahe, weil sie nach seiner Einschätzung den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu ihm und seiner Frau nicht eingehalten hatte, wie die Polizei mitteilte. Der 49-Jährige holte am Sonntagmittag während eines Streits die Waffe hervor und zeigte sie. Bei der anschließenden Polizeikontrolle stellte sich heraus, dass er zwar einen kleinen Waffenschein besitzt. Er trug diesen aber nicht - wie erforderlich - bei sich. Gegen ihn werde ein Strafverfahren eingeleitet.

Warum nun auch Blumenläden und Gärtnereien schließen müssen

Montag, 23. März, 10.58 Uhr: Verwirrung um Bayerns Blumenläden und Gärtnereien: Müssen auch sie nun schließen? Seit Sonntagabend ist bekannt: Ja. Bis dahin aber war das ziemlich unklar. Denn von der allgemeinen Ladenschließung waren sie anfangs ausgenommen, da sie als "Unterform" von Bau- und Gartenmärkten gelten. Letztere dürfen seit Samstag aber auch nicht mehr öffnen, und viele Blumenladen-Inhaber fragten sich deshalb: Gilt das nun auch für uns? Die für die Kontrollen zuständigen Landratsämter handhabten es offenbar unterschiedlich: Mancherorts hatten die Läden offen, andernorts nicht. Eine klare Auskunft war vom Gesundheitsministerium zwei Tage lang nicht zu bekommen. Die sogenannte Positivliste, auf der es unter anderem die Geschäfte aufführte, die geöffnet bleiben dürfen, und auf der bis dahin die Blumenläden standen, verschwand am Samstag kommentarlos aus dem Netz - und tauchte am Sonntagnachmittag dort wieder auf. Ohne die Blumenläden und Gärtnereien.

Neuer Notdienst für Zahnbehandlungen

Montag, 23. März, 7.50 Uhr: Bayerns Zahnärzte richten wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Notdienst unter der Woche ein. Zusätzlich zum laufenden Praxisbetrieb sollen so auch Patienten versorgt werden können, deren Zahnarztpraxen wegen der Corona-Krise ihren Betrieb einstellen mussten, wie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) und die Bayerische Landeszahnärztekammer mitteilten. Betroffene Patienten können dann eine der Praxen aufsuchen, die sich für den Notdienst gemeldet haben. Eine entsprechende Liste solle von diesem Montag an auf der Internetseite der KZVB veröffentlicht werden. Demnach haben zahlreiche Zahnärzte angekündigt, wegen fehlender Desinfektionsmittel und persönlicher Schutzausrüstung wie Mundschutz oder Handschuhe jetzt oder in Kürze keine Patienten mehr behandeln zu können. Auch Ausfälle beim Personal bereiten den Praxen Schwierigkeiten. Es gebe aber weiterhin viele Zahnärzte, zu denen Schmerzpatienten können. "Wir appellieren aber auch an die Patienten, derzeit nur unaufschiebbare Behandlungen durchführen zu lassen", sagte Christian Berger, Vorsitzender der KZVB.

Digitales Lernmaterial für Grundschüler

Montag, 23. März, 7.47 Uhr: Das digitale Lernangebot "Schule daheim" von Bayerischem Rundfunk (BR) und Kultusministerium gibt es jetzt auch für Grundschüler. Abrufbar sind die Inhalte von sofort an in der BR-Mediathek und bei alphaLernen.de, in Kürze auch in dem Infoportal "Mebis". In Zeiten von Schulschließungen wegen des Coronavirus seien Videos, Audiobeiträge und Leseseiten nun auch für jüngere Schüler online, teilte der BR mit. Es gebe Inhalte für die Fächer Deutsch, Heimat- und Sachkundeunterricht, Musik, Religion und Ethik. Zuvor hatte es das unterrichtsergänzende Lernangebot nur für ältere Schüler gegeben. Weitere Tipps für das Lernen zu Hause von E-Learning-Experten und Müttern mit Erfahrung im Homeschooling (SZ Plus).

Handwerker sollen Schutzmasken spenden

Montag, 23. März, 7.20 Uhr: Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ruft Handwerksbetriebe dazu auf, Atemschutzmasken an Pflegeeinrichtungen in ihrer Region abzugeben. "Das wäre ein Zeichen der Solidarität und eventuell kann es Leben retten", sagte VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner. Handwerksbetriebe wie Schreinereien, Trockenbauer oder Lackierer hätten zum Teil Schutzmasken auf Lager, die auch medizinischen Standards entsprechen. Gleichzeitig hätten viele Altenheime und ambulante Pflegedienst große Probleme, Schutzmaterial auf dem freien Markt zu bekommen. Neben Masken sei in Pflegeeinrichtungen auch anderes Schutzmaterial knapp, erklärte Sigl-Lehner: Schutzanzüge, die möglichst virendicht sein sollten, ebenso wie Schutzbrillen, Kopfhauben und Überzieher für Schuhe.

Beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) stößt der Aufruf auf Zustimmung. Die Idee, nicht benötigtes Schutzmaterial an Pflegeeinrichtungen zu verteilen, sei "grundsätzlich sehr gut", sagte ein LGL-Sprecher. Es sei allerdings wichtig, dass Schutzmasken, die an Pflegeeinrichtungen abgegeben werden, das Schutzniveau erfüllen, das in der Medizin üblich ist. Ob der sogenannte FFP-Standard der Stufen 2 und 3 eingehalten werde, lasse sich durch Aufdrucke auf den Masken oder Lieferinformationen feststellen.

Bayern bleibt bei der eigenen Linie

Sonntag, 22. März, 20.12 Uhr: Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei. Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten, sagte ein Regierungssprecher. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der dpa, der erzielte Kompromiss von Bund und Ländern gehe in die richtige Richtung. "Der Beschluss ist in Ordnung. Damit werden nahezu alle Einschränkungen bestätigt, die wir in Bayern schon am Freitag beschlossen haben", sagte der CSU-Chef nach der Telefonschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Bayern sei bei vielen Maßnahmen am Freitag vorausgegangen, andere Länder seien nun "eins zu eins" gefolgt.

"Jetzt haben wir ähnliche Regelungen in ganz Deutschland. Wir sind als besonders betroffenes Land auch stärker gefordert. Wir hätten keinen Tag länger warten dürfen", betonte Söder und verteidigte damit erneut seine Entscheidung für Ausgangsbeschränkungen zwei Tage vor der von Bund und Ländern verabredeten Telefonschalte. Söders Vorgehen war in den vergangenen Tagen von anderen Politikern teils kritisiert worden, andere lobten ihn dafür aber auch.

Corona-Teststation am Tropeninstitut

Sonntag, 22. März, 18.45 Uhr: Statt reinfahren, jetzt durchlaufen: München bekommt eine neue Teststation für mögliche Coronavirus-Infizierte. In einer sogenannten Walk-Through-Station, die Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Montag am Tropeninstitut der Ludwig-Maximilians-Universität eröffnen will, sollen speziell medizinisches Personal, Feuerwehrleute und Polizisten getestet werden. "Wir brauchen jeden Pfleger, jede Krankenschwester, jede Ärztin und jeden Arzt", sagte Sibler vorab. "Wir brauchen diese Menschen gesund."

Briefwahl trotz Ausgangsbeschränkungen möglich

Sonntag, 22. März, 17.32 Uhr: Die Abgabe von Briefwahlunterlagen für die Stichwahlen am kommenden Sonntag ist auch während der Ausgangsbeschränkungen in Bayern zulässig. Darauf hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag hingewiesen. "Jeder darf seinen Wahlbrief zur Post oder zur Gemeinde bringen, die Allgemeinverfügung vom 20. März stellt das auch ausdrücklich klar", erklärte er. Wer wegen Krankheit oder aus sonstigen Gründen das Haus nicht verlassen könne oder wolle, dürfe sich etwa von Angehörigen helfen lassen. "Auch das ist selbstverständlich erlaubt." Dass die Stichwahlen ausschließlich per Briefwahl stattfinden, ist rechtlich umstritten. Damit die Ergebnisse nicht angefochten werden können, soll nun doch der Landtag eine Gesetzesänderung beschließen - am Mittwoch im Eilverfahren. Darauf haben sich die Fraktionen geeinigt.

500 Beanstandungen bei 25 000 Kontrollen

Sonntag, 22. März, 17.25 Uhr: Die meisten Menschen in Bayern haben sich nach einer ersten Bilanz des Innenministeriums an die neuen Vorgaben gehalten. Bis Sonntagnachmittag habe die Polizei wegen der Ausgangsbeschränkungen landesweit rund 25 000 Kontrollen durchgeführt, sagte ein Ministeriumssprecher. Dabei habe es etwa 500 Beanstandungen gegeben.

In einem Friseurgeschäft in München zum Beispiel bemühten sich der Ladeninhaber und zwei Angestellte um einen Kunden, als am Samstagnachmittag um 14 Uhr die Polizei an die Ladentür klopfte. Zu einem neuen Haarschnitt kam es nicht mehr, die Haare des Kunden wurden gerade erst gewaschen. Alle vier wurden angezeigt. Die Bilder vom Wochenende in München.

4457 Coronavirus-Fälle und 22 Tote

Sonntag, 22. März, 14.22 Uhr: In Bayern sind inzwischen 4457 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am Sonntag (Stand 10 Uhr) mit. Demnach sind bislang 22 infizierte Patienten gestorben.

Fahrgastzahlen in München halbiert

Sonntag, 22. März, 13.45 Uhr: Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Zahl der Fahrgäste bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nach ersten Auswertungen mehr als halbiert. Dennoch gebe es einzelne Fahrten mit höherer Nachfrage, teilten die Stadtwerke am Sonntag mit. Dies betreffe zu bestimmten Zeiten besonders die U3, die seit 16. März grundsätzlich im Zehn-Minuten-Takt fährt und auf ihrem Weg von Nord nach Süd durch München wichtige Haltestellen in der Innenstadt anfährt. Abhängig vom verfügbaren Personal sollen nun in den Hauptverkehrszeiten Zusatzfahrten angeboten werden. Damit stehe mehr Platz zur Verfügung und Fahrgäste könnten den erforderlichen Abstand zueinander einhalten, hieß es weiter. Ziel der MVG sei es, einen stabilen und zuverlässigen ÖPNV anzubieten, damit insbesondere Beschäftigte aus systemrelevanten Berufen weiter zur Arbeit kommen und erforderliche Versorgungsfahrten etwa für den Einkauf von Lebensmitteln gemachten werden können.

Grippewelle schwächt sich deutlich ab

Sonntag, 22. März, 12.20 Uhr: Die Zahl der Neuerkrankungen bei der Virusgrippe ist in Bayern rückläufig. Nach 6300 Neuerkrankungen in der zehnten Kalenderwoche seien in der elften Kalenderwoche bayernweit nur noch 3719 Menschen an einer Virusgrippe erkrankt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen mit. In der Spitzenzeit erkrankten in diesem Winter mehr als 8000 Menschen pro Woche. Der Rückgang der Grippefälle ist aus Sicht der Mediziner ein gutes Zeichen, weil dadurch im Gesundheitssystem dringend benötigte Kapazitäten zur Behandlung von Coronavirus-Patienten frei werden.

Kampf gegen Corona in Pflegeheim schwieriger

Sonntag, 22. März, 9.46 Uhr: Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung vom Samstagabend. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen - "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken". Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt.

Es dürfen wieder mehr Kinder in Schule und Kindergarten

Sonntag, 22. März, 8.16 Uhr: Um unter allen Umständen eine Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen gewährleisten zu können, weitet die bayerische Staatsregierung die Notbetreuung für Kinder aus. Von Montag an können Eltern auch dann eine Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen in Anspruch nehmen, wenn nur ein Elternteil in den Bereichen Gesundheitsversorgung oder Pflege tätig ist. Das teilten die Ministerien für Familien und Kultus am Samstagabend nach einer Sitzung des Katastrophenstabs in München mit. Voraussetzung sei weiterhin, dass der Elternteil wegen "dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten" an einer Betreuung seines Kindes gehindert ist.

Bislang galt das Angebot der Notbetreung nur, wenn beide Elternteile in diesen Bereichen arbeiten oder ein alleinerziehendes Elternteil dort beschäftigt ist. Für andere Bereiche der sogenannten kritischen Infrastruktur bleibt es dabei, hieß es in der Mitteilung weiter.

Neun Tote in Würzburger Seniorenheim

Samstag, 21. März, 19.29 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim Ehehaltenhaus / St. Nikolaus sind aktuell 34 Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden. Seit der Feststellung des ersten Corona-Falls am 8. März sind insgesamt neun Bewohner verstorben. Wie der Träger - das Würzburger Bürgerspital - am Samstagabend mitteilt, sind sieben Bewohner derzeit in Krankenhäusern untergebracht. Mehr als 50 Mitarbeiter des Heims sind unter Quarantäne gestellt worden, 27 davon sind positiv auf das Virus getestet worden. Zwei Bereiche - die Tagespflege und ein Geriatriezentrum - wurden geschlossen, um die Kollegen im Seniorenheim unterstützen zu können.

Man sei aber weiter dringend auf Schutzmasken und Schutzkleidung angewiesen, teilt das Bürgerspital mit. Zudem sei "zusätzliches Sanitätspersonal der Bundeswehr angefordert" worden, um die personelle Situation im Haus zu verstärken. Man hoffe, die notwendige personelle und materielle Unterstützung schnellstmöglich zu erhalten. Die Versorgung und Betreuung stelle eine Belastung für das Personal dar, die an die "Leistungsgrenze" der Mitarbeiter gehe. Mediale Anfragen könnten momentan nicht beantwortet werden, da alle Fürsorge und Kraft den Bewohnerinnen und Bewohnern gelte.

Kaum Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen

Samstag, 21. März, 18.37 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zieht nach dem ersten Tag der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen eine positive Bilanz. Die meisten Menschen zeigten sich kooperativ, teilte er am Samstag mit. Zwar seien noch in einigen Fällen kleinere Gruppen unterwegs gewesen, es sei aber zu keinen besonderen Problemen gekommen. Auch die Gastronomiebetriebe hätten sich weitgehend problemlos an die Allgemeinverfügung gehalten. "Ich glaube, für jeden vernünftigen Menschen ist klar, dass wir in einer Situation, wie wir sie derzeit haben, keine vollen Biergärten oder Wirtsstuben akzeptieren können."

Staatsregierung beantwortet konkrete Einzelfragen

Samstag, 21. März, 17.26 Uhr: Darf meine Putzfrau kommen? Darf ich im Garten grillen? Kann ich bei einem Verstoß auch verhaftet werden? Seit Mitternacht gelten in Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die bayerische Staatsregierung hat aber nicht nur die Verfügung zu den Ausgangsbeschränkungungen online veröffentlicht, sondern beantwortet in einem FAQ auch konkrete Einzelfragen. Hier gibt es einen Überblick.

3695 Coronavirus-Fälle und 21 Tote

Samstag, 21. März, 15 Uhr: Die Zahl der coronabedingten Todesfälle in Bayern ist am Samstag auf 21 gestiegen. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf seiner Homepage mit. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen liegt demnach im Freistaat aktuell bei 3695.

Polizei plant keine großen Straßensperren in München

Samstag, 21. März, 14 Uhr: Große Straßensperren plant die Münchner Polizei zur Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zunächst nicht. "Es wird auch nicht so sein, dass jemand, der unterwegs ist, alle fünf Meter von einem Kollegen von mir angesprochen wird", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Samstag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunks. An einzelnen Stellen stoppten Polizisten am Samstag aber Autofahrer, um sie nach dem Grund der Fahrt zu befragen. Diese Kontrollen hingen vom Ermessen der Beamten ab. Die Regel seien diese Befragungen nicht. Gebe es Hinweise auf "größere Fußgängerströme", dann würden die Beamten da sein, sagte da Gloria Martins im BR weiter. Diese Kontrollen würden mit Fingerspitzengefühl durchgeführt. "Wir wollen die Menschen nicht weiter dadurch belasten, dass sie die Polizei ständig im Nacken haben." In München habe es in der Nacht auf Samstag nur wenige Verstöße gegeben. "Die meisten Menschen verhalten sich sehr kooperativ", erklärte da Gloria Martins. (Einen Bericht über die Stimmung in der Stadt lesen Sie hier)

Schon im Vorfeld der Ausgangsbeschränkung hat die Münchner Polizei in der Stadt und im Landkreis Kontrollen durchgeführt. Etwa 200 Beamte seien von Freitagfrüh um 6 Uhr bis Samstagfrüh unterwegs gewesen, teilt die Münchner Polizei mit. Überprüft wurden Gaststätten, Geschäfte und auch Veranstaltungen, ob dort jeweils alles nach den neuen Regeln abläuft. 2400 Kontrollen habe es gegeben, dabei seien 200 Verstöße festgestellt worden. In den meisten Fällen hätten die Menschen Verständnis gehabt und die Anweisungen der Beamten befolgt - manche Verstöße seien jedoch angezeigt worden.

Marx: Krankensalbung weiterhin möglich

Samstag, 21. März, 13.25 Uhr: Trotz der Corona-Krise will die katholische Kirche weiter an der Seite der Kranken und Sterbenden stehen. "Die Krankensalbung und auch die Kommunion wollen wir in lebensbedrohlichen Situationen weiterhin ermöglichen, wie es die erforderlichen besonderen Hygienemaßnahmen zulassen", sagte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, dem Münchner Merkur. Auf die Frage, ob man Ostern verschieben könne, antworte er: "Auf welches Datum, wäre dann die Frage. Wir wissen ja noch gar nicht, wie die Situation sich entwickelt. Ich denke, das ist nicht möglich." Leere Kirchen und Ostern ohne öffentliche Gottesdienste könne er sich aber nur schwer vorstellen, sagte der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. "Wie es auch kommt, das Osterfest findet ja nicht ohne Gläubige statt!" Sie könnten miteinander beten und in den Familien das Halleluja singen. "Und lasst uns dann, am ersten Sonntag, wenn wir wieder in die Kirchen gehen können, ein großes gemeinsames Fest unseres Glaubens, ein Fest der Auferstehung feiern."

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verringern, finden Gottesdienste derzeit ohne Besucher statt. "So viel ich weiß, können wir erstmals in der Geschichte der Kirche keine öffentlichen Gottesdienste mehr anbieten", sagte Marx der Zeitung weiter. "Das ist ein tiefer Einschnitt, weil die sonntägliche Messfeier für uns das Zentrum des kirchlichen Lebens ist." Es habe sich aber als richtig erwiesen: "Wir müssen hier Verantwortung übernehmen für die gesamte Gesellschaft. Wir sind nicht nur für uns selbst da."

Bayerische Grenzübergänge: Weniger Verkehr

Samstag, 21. März, 13.12 Uhr: Die Situation an den bayerischen Grenzübergängen zu Österreich hat sich entspannt. Das teilte die Bundespolizeidirektion München auf Anfrage am Samstag mit. Auch an der Grenze zu Tschechien laufe der Verkehr nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz problemlos. Während die Situation am Anfang noch schwierig gewesen sei, würden sich die meisten Verkehrsteilnehmer nun vernünftig verhalten und auf unnötige Fahrten verzichten, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion. "Die Bürger haben den Ernst der Lage begriffen und akzeptieren die Situation", sagte der Sprecher am Samstag. Mittlerweile kämen weniger Menschen zur Grenze zu Österreich als in den Tagen zuvor. Hauptsächlich würden Lastwagenfahrer die Grenze passieren. Ähnlich sieht es demnach an der tschechischen Grenze aus. Die Kontrollen wegen der Corona-Pandemie an der deutschen Grenze zu Österreich haben am Montagmorgen begonnen. Tschechien führt seit vergangenem Samstag Grenzkontrollen zu Deutschland durch.

Supermärkte machen von längeren Öffnungszeiten keinen Gebrauch

Samstag, 21. März, 12.44 Uhr: Um den Andrang in Supermärkten zu entzerren, hat Bayern die möglichen Ladenöffnungszeiten ausgeweitet - doch die großen Ketten machen davon keinen Gebrauch. Der Grund ist, dass die Mitarbeiter geschont werden sollen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln, sich zu erholen, Zeit mit ihren Partnern und Familien zu verbringen", sagte etwa eine Sprecherin von Aldi Süd. Ähnlich argumentierte auch der Sprecher für Rewe und Penny: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten seit Wochen Großartiges. Sie brauchen dringend einen freien Tag." Ein Edeka-Sprecher teilte mit: "Schon jetzt sind viele Kolleginnen und Kollegen an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen." Die Versorgung der Kunden mit Lebensmitteln sei auch mit den bestehenden Öffnungszeiten gewährleistet. Eine Netto-Sprecherin äußerte sich ebenso.

Um den Andrang in Supermärkten zu entzerren, hat Bayern die möglichen Ladenöffnungszeiten ausgeweitet. Sie dürfen nun werktags von 6 bis 22 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 18 Uhr öffnen. Mit Abstandsmarkierungen am Boden, "Spuckschutz" an den Kassen, bargeldlosem Bezahlen sowie Desinfektionsmittel und Handschuhe für Mitarbeiter wollen die Supermarkt- und Discounterketten aber eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ebenfalls ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

Die Netto-Sprecherin machte noch einmal deutlich, dass die Versorgung mit Lebensmitteln weiterhin bundesweit sichergestellt sei. "Wir beobachten zwar, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten, zu einer erhöhten Nachfrage kommt. Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten."

Bayerischer Finanzminister: Rückzahlung für Unternehmen

Samstag, 21. März, 11.25 Uhr: Bayerische Unternehmen sollen ihre bereits gezahlte Sondervorauszahlung der Umsatzsteuer auf Antrag zurückerhalten. Das teilte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Samstag mit. Damit wolle man die Betriebe während der Corona-Pandemie entlasten. "Bayern dreht gerade an allen möglichen Stellschrauben, um unsere Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und liquide zu halten", so Füracker. Grundsätzlich müssen Betriebe ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt übermitteln und die entsprechende Zahlung leisten. Diese können sie nun wieder zurückerhalten. Dazu müssen die Unternehmen einen Antrag stellen.

Staatskanzleichef: Umzüge möglich, aber lieber verschieben

Samstag, 21.März, 10.20 Uhr: Umzüge sollten in Bayern derzeit nach Möglichkeit verschoben werden. "Umzugsunternehmen dürfen ihre Arbeit machen", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern. Aber die Leute sollten jetzt nicht ihre ganze Familie zusammentrommeln. Auch Zwangsräumungen "muss man halt dann machen". Darüber hinaus gelte für Handwerker, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können. Ministerpräsident Markus Söder sagte zudem, auch Heiraten sei möglich - aber nur in kleinem Kreis.

Keine Passierscheine in Bayern nötig

Samstag, 21. März, 9.40 Uhr: Trotz der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern inklusive Polizeikontrollen brauchen die Menschen im Freistaat keine Passierscheine, um sich draußen zu bewegen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern. Hilfreich sei aber, wenn man sich ausweisen und nachvollziehbar begründen könne, warum man auf welchem Weg sei. Wenn jemand von seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung bekommen könne, sei das gut. "Wenn nicht, geht die Welt - glaub' ich - nicht unter", sagte der CSU-Chef. "Im Zweifel hat die Polizei ein gutes Gespür dafür, wie ernst und wie ehrlich das ist."

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist seit Mitternacht nur noch mit triftigen Gründen erlaubt wie dem Weg zur Arbeit und zu nötigen Einkäufen, dringende Arztbesuche, aber auch Sport und Spaziergänge an der frischen Luft - dies aber in der Regel alleine. In Frankreich beispielsweise sind die Regelungen schärfer: Hier ist Spazierengehen kein Grund, das Haus zu verlassen. Und jeder muss ein offizielles Formular, eine Art Passierschein, dabeihaben. Darauf muss vermerkt sein, warum man vor die Türe geht.

Ausgangsbeschränkung: Polizei stellt in Bayern kaum Verstöße fest

Samstag, 21. März, 9.18 Uhr: Seit Samstag gelten in ganz Bayern zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Von Mitternacht an wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen durchgeführt - dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien vom Samstagmorgen nur wenige Verstöße festgestellt. Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstöße. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstöße fest: Fünf Jugendliche hätten in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert; drei weitere Personen fielen auf, die um ein Lagerfeuer saßen und tranken. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst bis zum 3. April.

Münchner Klinikchef: Planbare Operationen stoppen

Samstag, 21. März, 9.07 Uhr: Der Chef der München Klinik, Axel Fischer, hat die Politik in Bayern und im Bund dringend aufgefordert, bei der Vorbereitung der Krankenhäuser auf viele schwer kranke Corona-Patienten die Führung noch stärker zu übernehmen. Die Politik hätte früher schon alle nicht notwendigen Operationen auch an privaten Krankenhäusern untersagen müssen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des bundesweit zweitgrößten kommunalen Klinikums. "Wir haben meines Erachtens noch höchstens zwei Wochen Zeit, uns auf das, was kommen wird vorzubereiten", sagte Fischer mit Verweis auf die exponentiell steigenden Infektionszahlen. "Dann rauschen wir in sehr schwierige Zeiten hinein." Mitte April bis Mai rechne er mit der zunächst dramatischsten Phase.

Eine Schätzung zu erwartender Zahlen vor allem von Intensivpatienten wollte Fischer nicht nennen. Es sei aber absehbar, dass auch in Bayern die Kapazitätsgrenze der Kliniken erreicht und wahrscheinlich überschritten werde. Wenn die Welle mit Wucht komme, werde das in Deutschland so weit gehen, dass auch Ethikkommissionen Antworten geben müssten. Jede Klinik, die sich jetzt nicht vorbereite und nicht unbedingt notwendige, aber lukrative Operationen durchführe, handele unsolidarisch und unverantwortlich. Teils seien bis jetzt Knie-OPs- und sogar Schönheits-OPs gemacht worden. "Das halte ich für einen Skandal." Zudem sei dabei Material verbraucht worden, das in den nächsten Wochen fehlen werde.

An der München Klinik gebe es seit drei Wochen einen Krisenstab. Alle anderen Projekte ruhten. Zusätzliche Mitarbeiter würden rekrutiert, darunter viele Freiwillige, etwa Studenten oder Ärzte im Ruhestand. Sie würden intensiv auf den Einsatz vorbereitet. Bisher beschäftigt die München-Klinik etwa 7000 Mitarbeiter, die vier großen Standorte sind Schwabing, Bogenhausen, Neuperlach und Harlaching.

Mediziner: Immer mehr Jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation

Samstag, 21. März, 7.48 Uhr: Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. "Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. "Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. "Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält." Die Gefahr durch das neuartige Virus sei anfangs unterschätzt worden - von der Politik wie auch von der Wissenschaft, räumte der Mediziner ein.

Neun Bewohner eines Pflegeheims gestorben

Freitag, 20. März, 21.25 Uhr: Fast die Hälfte der Coronavirus-Todesfälle in Bayern betreffen Bewohner eines Würzburger Pflegeheims. Nach Infektionen mit dem neuartigen Virus sind dort neun Menschen gestorben, wie ein Sprecher des Landesamts für Gesundheit (LGL) sagte. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen.

Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause. Seit dem ersten Todesfall gelten in dem Heim laut LGL besondere Schutzvorkehrungen wie ein striktes Besuchsverbot. Die Bewohner würden isoliert und dürften ihre Zimmer nicht verlassen. Wie das Virus in die Einrichtung gekommen ist, lasse sich nicht mehr nachvollziehen, sagte die Heimleiterin. Eine Evakuierung ist nach Angaben des Landesamts derzeit "aus fachlichen Gründen nicht angezeigt".

Gaststätten und Hotels kämpfen "ums Überleben"

Freitag, 20. März, 20.35 Uhr: Praktisch jedes bayerische Hotel und Gasthaus ist nach Angaben ihres Verbandes durch die Corona-Krise inzwischen in Existenznot. Selbst die großen, gut laufenden Betriebe seien jetzt an ihre Grenzen gelangt: "Jeder Betrieb kämpft ums Überleben", sagte Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. Restaurants und Biergärten müssen ab Samstag komplett schließen. Ausgenommen bleiben nur Mitnahmeangebote und Lieferdienste.

Geppert lobte die Hilfen der Staatsregierung für die Branche mit 40 000 Betrieben und 447 000 Erwerbstätigen im Freistaat: Das Kurzarbeitergeld mit Übernahme der Sozialabgaben, die Soforthilfen für Betriebe in akuter Geldnot und die Bürgschaft für alle Kreditrisiken seien richtig und wichtig. Einzelne Brauereien hätten die Pacht für Gastwirte ausgesetzt. Die Gema - die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte - erhebe keine Beiträge, sagte Geppert. Mitnahmeangebote und Lieferdienste könnten ein wenig Umsatz bringen. Aber die Gastwirte müssten das Geschäft jetzt einfrieren und die Krisenzeit irgendwie überbrücken, so Geppert. Danach wäre ihnen geholfen, wenn die Mehrwertsteuer für alle Bereiche der Gastronomie auf sieben Prozent gesenkt werden würde.

Ministerium meldet fünf weitere Todesfälle

Freitag, 20. März, 19.01 Uhr: In Bayern sind fünf weitere Menschen gestorben, die mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert waren. Es handelt sich um vier Todesfälle aus Würzburg und einen aus dem Landkreis Starnberg, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Am Vormittag hatte ein Sprecher den Tod eines 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und eines 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge vermeldet. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 20 Coronavirus-Todesfälle.

BMW stiftet 100 000 Atemschutzmasken

Freitag, 20. März, 17.32 Uhr: BMW stellt der Staatsregierung 100 000 Atemschutzmasken zur Verfügung. Das twitterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Masken kommen laut Söder aus eigenen Beständen des Autoherstellers. "Großer Dank", schrieb Söder. Die Schutzmasken wurden am Freitagnachmittag in München dem Technischen Hilfswerk übergeben, wie eine Konzernsprecherin sagte. Bei vielen Industrieunternehmen steht derzeit wegen der Corona-Krise die Produktion still. Atemmasken sind in vielen Betrieben gängige Ausrüstung für den Schutz vor Staub oder Dämpfen, in den Krankenhäusern und Arztpraxen dagegen ist derzeit der Mangel groß.

Der Autoverleiher Sixt meldete am Freitag, dass Ärzte und Pflegepersonal in Berlin, Hamburg und München 100-Euro-Gutscheine bekommen könnten, um kostenlos Carsharing-Autos zu fahren. Die 100 Euro entsprechen laut Sixt bei einer durchschnittlichen Fahrtdauer von etwa 25 Minuten dem Arbeitsweg für zehn Arbeitstage.

Entscheidung über das Oktoberfest soll im Juni fallen

Freitag, 20. März, 15.04 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat eine Entscheidung über das diesjährige Oktoberfest für spätestens Juni angekündigt. Dann begännen die Vorbereitungen auf der Theresienwiese, sagte Reiter am Freitag in einer Livestream-Pressekonferenz. Deshalb werde spätestens zu dieser Zeit eine Entscheidung fallen müssen.

Für das Münchner Frühlingsfest, das ursprünglich vom 24. April bis zum 10. Mai auf der Theresienwiese stattfinden sollte, werde eine Verschiebung geprüft, aber es sei unsicher, ob das möglich sei. Im vorgesehenen Zeitraum könne es sicher nicht stattfinden. Das gelte auch für alle anderen Feste, die in absehbarer Zeit in den nächsten Wochen in der Stadt geplant waren.

Zu den landesweiten Ausgangsbeschränkung in Bayern sagte Reiter, dass sie auf seine Initiative zurückgehe. Er habe bereits am Donnerstag entschieden, für die Landeshaupstadt noch vor dem Wochenende Ausgangsbeschränkungen anzuordnen, sagt Reiter. Darüber habe er mit Ministerpräsident Markus Söder gesprochen, der seinerseits für eine gesamtbayerische Lösung plädiert habe. Reiter bat die Münchner eindringlich, die von Samstag an geltenden Ausgangsbeschränkungen einzuhalten. Alleine von Donnerstag auf Freitag habe es im Stadtgebiet 202 neue Corona-Fälle gegeben. "Wir müssen deshalb alles tun, wirklich alles tun, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen." Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse daher mit einem Bußgeld von bis zu 25 000 Euro rechnen, sagte Reiter.

Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen

Freitag, 20. März, 13.11 Uhr: Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München. Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. "Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

Weitere Einschränkungen bei Besuchsregeln für Krankenhäuser und Altenheime

Freitag, 20. März, 13.11 Uhr: Bayern schränkt die Besuchsregeln für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime weiter ein. Die Besuche würden jetzt weitgehend untersagt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Es solle aber weiter möglich sein, dass sich etwa die Familie von einem Sterbenden verabschiedet oder dass ein Vater bei der Geburt seines Kindes dabei sein könne. "Sie können weiter zur Arbeit gehen, Sie können weiter zum Einkaufen gehen, Sie können weiter zum Arzt gehen", erläuterte Huml. "Aber alles, was nicht dringend nötig ist wird eingeschränkt." Auch bei Spaziergängen an der frischen Luft sollen Familien zusammenbleiben können, die eh zusammenleben. Aber weitergehende Menschenansammlungen seien tabu. Das Ganze gelte zunächst für 14 Tage. Die Maßnahme sei eine, "die jeder mitmachen kann und die jeder mitmachen muss", sagte sie. "Das ist alles nicht einfach, dessen sind wir uns (...) bewusst." Sie könne nicht versprechen, dass die Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Doch die Staatsregierung tue alles, was in ihrer Macht stehe. "Aber wir müssen alle mithelfen."

"Deutschland, Bayern darf kein Übernahmekandidat werden"

Freitag, 20. März, 13.09 Uhr: Ministerpräsident Söder will zur Not mit staatlichen Verboten und auch Beteiligungen verhindern, dass im Zuge der Coronavirus-Krise bayerische Unternehmen aus dem Ausland aufgekauft werden. Bei entsprechenden Übernahmeangeboten werde Bayern "alle Möglichkeiten des Rechts" anwenden, um dies zu verhindern. Möglich sei auch, dass sich der Staat zu diesem Zweck zeitweise an den Firmen selbst beteilige. "Deutschland, Bayern darf kein Übernahmekandidat werden." Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach davon, dass sich für die Wirtschaft nun Folgen zeigten, die man vor Kurzem noch nicht für möglich gehalten habe. "Die große Industrie darf nicht auseinanderbrechen, sie darf nicht außer Landes gehen."

Weitreichende Ausgangsbeschränkungen für ganz Bayern

Freitag, 20. März, 12.38 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist von Samstag an nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Wegen der Corona-Krise könnten alle Bundesländer laut Söder ab Mitternacht alle Gastronomiebetriebe schließen. Es werde zunächst für die kommenden 14 Tage nur noch "to go, Drive-in und Lieferungen" geben, sagte Söder am Freitag in München. Er betonte später, er wolle den anderen Ländern nicht vorschreiben, was diese zu tun hätten. Gleichwohl habe er in vielen Gesprächen erfahren, dass es auch in den anderen Ländern die Tendenz gebe, "das zu tun". Dies sei aber noch nicht final entschieden.

"Corona hat unser Land fest im Griff", sagte Bayerns Ministerpräsident auf der Pressekonferenz. Die Zahl der Infektionen steige dramatisch an und es sei ein weiterer Anstieg zu erwarten. "Es entwickelt sich nicht gut", sagte Söder. "Ich und wir dürfen nicht verantworten zu warten. Jede Infektion, jeder Tote ist zu viel." Die Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen seien nicht ausreichend. Viele Menschen hätten den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Die Welle der sprunghaften Infektionen müsse gebrochen werden. Für eine bestimmte Zeit müsse das öffentliche Leben in Bayern deshalb heruntergefahren werden, um die Bevölkerung zu schützen. Söder betonte auch die besonderen Herausforderungen Bayerns als Grenzregion. Das Konzept zum Schutz der Bevölkerung sei an Österreich angepasst.

Von einer Ausgangssperre für Bayern sprach Söder bei der Pressekonferenz jedoch nicht. "Wir sperren Bayern nicht zu, wir sperren Bayern nicht ein", sagte er. Für die Vernünftigen ändere sich nun nicht so viel. Aber für die Unvernünftigen gebe es nun ein genaues Regelwerk. Söder erläuterte: "Eine totale Ausgangssperre würde bedeuten, dass man nicht mehr aus dem Haus darf." Man wolle aber "nicht ein Land einsperren", und man wolle auch keinen "Lagerkoller".

Auch Restaurants in Bayern müssen wohl schließen

Freitag, 20. März, 12.12 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen, auch die Nürnberger Nachrichten berichteten darüber. Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein. Ob es weitere Ausgangsbeschränkungen für die Menschen geben würde, war demnach noch offen - darüber werde aktuell noch im Kabinett beraten, hieß es.

Ansturm auf Corona-Hilfsgeld

Freitag, 20. März, 11.47 Uhr: Die bayerischen Behörden werden von Corona-Hilfsgeldanträgen bedrängter mittelständischer Unternehmen überrollt. "Mittlerweile haben wir mehrere Zehntausend Anträge mit einem gesamten Finanzvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro", berichtete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag. Das Programm für kleine und mittlere Unternehmen war erst am Mittwoch gestartet. Die ersten Überweisungen sind nach Aiwangers Angaben schon am Freitag auf den Konten der Firmen eingegangen. "In großem Umfang wird das Geld im Laufe der kommenden Woche bei Freiberuflern und Unternehmen ankommen", sagte Aiwanger. Gedacht sind die Hilfen für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Zahlungen sind gestaffelt: bis fünf Mitarbeiter 5000 Euro, bis zehn Mitarbeiter 7500, bis 50 Mitarbeiter 15 000, bis 250 Mitarbeiter 30 000 Euro. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung.

Mit dem Handgeld will die Staatsregierung über Zahlungsschwierigkeiten hinweg helfen und drohende Insolvenzen verhindern. Dazu Aiwanger: "Man muss im Antrag versichern, dass man über keine liquiden Mittel mehr verfügt. Wer also Geld, Gold oder Aktien besitzt, ist nicht berechtigt." Der Wirtschaftsminister warnte - wenn auch diplomatisch - vor Betrugsversuchen: "Das wird nicht sofort geprüft. Sollte sich dies im Nachhinein aber herausstellen, müsste die Soforthilfe zurückbezahlt werden."

Surfern wird das Wasser an Münchner Eisbachwelle abgedreht

Freitag, 20. März, 11.42 Uhr: Die bei Surfern beliebte Eisbachwelle in München soll wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst nicht genutzt werden können. Die Welle werde entsprechend "geglättet", teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt mit. Veranlasst wurde demnach "eine naturschutzfachlich unbedenkliche Absenkung des Eisbachs". So sollen Menschenansammlungen verhindert werden, die an der Eisbachwelle normalerweise die Surfer beobachten. Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, appellierte die Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs nochmals an alle Münchner, Menschenansammlungen zu vermeiden.

825 neue Infektionen mit Coronavirus

Freitag, 20. März, 11.42 Uhr: In Bayern haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind unter anderem die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen. 15 Menschen mit Coronavirus-Infektion starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang in Bayern.

Zwei neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern

Freitag, 20. März, 11.02 Uhr: In Bayern sind zwei weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag sagte, handelt es sich dabei um einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und einen 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 15 Coronavirus-Todesfälle.

Weitere Beschränkungen in Bayern?

Freitag, 20. März, 10.06 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei hat am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr eingeladen, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - die Pressekonferenz wird wie bereits die vergangenen Male lediglich im Internet gestreamt.

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen. Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten.

Einrichtung für ausländische Infizierte

Freitag, 20. März, 9.25 Uhr: Der Landkreis Rosenheim, der in diesen Tagen einen besonders steilen Anstieg von Corona-Fällen registriert, hat eine Quarantäneeinrichtung für Infizierte geschaffen. Diese dient vorrangig für Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne absondern müssen, aber keine Möglichkeit dazu haben, weil sie nicht über einen Wohnsitz im Landkreis verfügen. Nach Angaben des Rosenheimer Landratsamts betrifft dies etwa ausländische Staatsbürger, die infiziert sind oder bei denen zumindest ein Infektionsverdacht besteht. Sie könnten nun in den 20 Einzelzimmern eines Wohnheims für Berufsschüler in Wasserburg untergebracht werden. Am Donnerstagnachmittag waren dort vier Zimmer belegt. Alle Menschen mit stärkeren Symptomen werden bei Bedarf weiterhin klinisch behandelt.

Kirchen bieten virtuellen Ersatz für Gottesdienste

Freitag, 20. März, 7.23 Uhr: Um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu minimieren, hat die Staatsregierung auch öffentliche Gottesdienste verboten. Sowohl die Evangelische Landeskirche als auch die katholischen Bistümer bieten allerdings eine Menge Alternativen an. So gibt es jetzt nahezu bei allen Bistümerm teils tägliche Liveübertragungen von Gottesdiensten im Internet. Im Bistum Passau werden die Messen in den nächsten Wochen zudem an den Sonn-, Kar- und Ostertagen auch im Regionalfernsehsender NiederbayernTV übertragen. In Würzburg startet diesen Sonntag eine tägliche Übertragung auf TV Mainfranken. Die Messe aus dem Liebfrauendom ist jeden Tag im Münchner Kirchenradio über das Digitalradio DAB+ landesweit zu hören. Hinzu kommen viele weitere Angebote wie Lesungen des Tages, im Internet veröffentlichte Gebete oder geistliche Videoimpulse, die etwa Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum Mutmachen nun täglich auf Facebook postet. Auf der Webseite des Erzbistums Augsburg - finden Gläubige Anweisungen für Hausgottesdienste, die sie alleine oder im engen Familienkreis feiern können. Hier lesen Sie, welche Angebote die Münchner Kirchen machen.

Alle Abschlussprüfungen an den Schulen verschoben

Donnerstag, 19. März, 16.51 Uhr: Das Kultusministerium hat nach dem Abitur auch die Abschlussprüfungen für Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen verschoben. Statt am 16. Juni beginnen die Tests für den Mittleren Schulabschluss sowie den Realschulabschluss nun am 30. Juni. Der Qualifizierende Abschluss an den Mittelschulen wird vom 22. Juni auf den 6. Juli verlegt. Und an den Wirtschaftsschulen wird statt vom 27. April an vom 11. Mai an geprüft. Das teilte das Ministerium am Donnerstag mit. "Alle sollen faire Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bekommen", sagte Kultusminister Michael Piazolo, deswegen solle den Schülern mehr Zeit zur Vorbereitung gegeben werden. Die Verschiebung sei mit Schülern, Lehrern und Eltern abgesprochen.

Oberammergauer Passionsspiele um zwei Jahre verschoben

Donnerstag, 19. März, 16.10 Uhr: Die Passionsspiele Oberammergau werden wegen der Coronavirus-Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend in Absprache mit der Passionsspielleitung entschieden. Zuvor hatten das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen und das Gesundheitsamt entschieden, die Spiele in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen. "Das Gesundheitsamt hat eine Risikoeinschätzung vorgenommen. Hiernach ist eine Durchführung der Passion bis in den Herbst hinein nicht möglich", teilte die Gemeinde mit. Auch wenn davon auszugehen sei, dass die Beschränkungen des öffentlichen Lebens bis dahin wieder zurückgefahren werden könnten, bleibe ein Risiko.

Dass die Passion auf 2022 und nicht nur um ein Jahr auf 2021 verschoben wird, hat logistische Gründe: Knapp 500 000 Tickets, von denen die Hälfte ins Ausland verkauft wurden, müssen zurückgebucht, Verträge mit den beteiligten Mitarbeitern aufgelöst und neu geschlossen werden. Man arbeite an Modellen, wie die Tickets entweder erstattet, oder gleich für 2022 reserviert werden könnten, heißt es aus der Pressestelle.

13 Bayern an Coronavirus gestorben

Donnerstag, 19. März, 14.25 Uhr: Die Zahl der Menschen, die im Freistaat an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, ist auf 13 gestiegen. Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag von insgesamt sechs neuen Todesfällen seit Mittwoch. Mit Ausnahme einer 69-jährigen Patientin aus dem Landkreis Oberallgäu seien die Gestorbenen alle 80 Jahre oder älter gewesen. Bei ihnen handele es sich im Einzelnen um eine eine 86-jährige Patientin aus dem Landkreis Traunstein, einen 80-Jährigen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, einen 99-Jährigen aus Würzburg sowie um eine 80-Jährige und einen 87-Jährigen aus dem Landkreis Freising.

Geheiratet wird nur noch im kleinsten Kreis

Donnerstag, 19. März, 14.17 Uhr: Heiraten ist in Bayern trotz Corona weiter möglich. Allerdings gelten dabei nun besondere Vorschriften, wie der Bayerische Gemeindetag am Donnerstag mitteilte. Erlaubt sei nur die Teilnahme der gesetzlich vorgesehenen Personen. Dazu zählen der Standesbeamte, die Eheleute sowie gegebenenfalls Dolmetscher und Trauzeugen. Weitere Gäste und Zeremonien im Anschluss sind nicht zugelassen. Brautpaare sollten daher abwägen, ob sie ihre Trauung womöglich lieber verschieben wollten.

Gewerkschaft: Lehrer werden unnötigerweise in die Schule zitiert

Donnerstag, 19. März, 12.49 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert vom Kultusministerium klare Regelungen zur Anwesenheit von Lehrkräften in den eigentlich geschlossenen Schulen. Vermehrt hätten Kolleginnen und Kollegen berichtet, "dass sie in die Schulen zitiert werden, um an (nicht notwendigen) Besprechungen teilzunehmen", sagte der Landesvorsitzende Anton Salzbrunn. Zwar würden ältere und vorerkrankte Lehrer ausgenommen, "dennoch erschließt sich der GEW der Sinn dieser Maßnahmen nicht". Salzbrunn verwies darauf, dass die Schulen ja gerade zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus geschlossen worden seien. Präsenzzeiten für Lehrkräfte widersprächen den gesundheitspolitischen Notwendigkeiten und den Rechtsverordnungen der Landesregierung. Es brauche daher klare Vorgaben des Ministeriums nach dem Motto: "Nur noch absolut notwendige Präsenzen (beispielsweise zur Notbetreuung), der Rest auf digitalem Weg."

Landtag billigt zehn Milliarden Euro neue Schulden

Donnerstag, 19. März, 12.35 Uhr: Bei nur einer Enthaltung hat der Landtag ein milliardenschweres Hilfspaket für die bayerische Wirtschaft zur Überbrückung der Corona-Krise beschlossen. Die Fraktionen billigten am Donnerstag einen Nachtragshaushalt, der der Regierung unmittelbar Kreditermächtigungen von bis zu zehn Milliarden Euro ermöglicht. Die Schuldenbremse wird dafür ausgesetzt, dies sieht die Verfassung als Möglichkeit für "Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen" ausdrücklich vor.

Bayern produziert jetzt auch Atemschutzmasken

Donnerstag, 19. März, 10.12 Uhr: Die wegen der Corona-Krise weltweit gefragten Atemschutzmasken werden nun auch wieder in Bayern produziert. "Wir haben jetzt die Eigenproduktion in Bayern mit mittelständischen Unternehmen auf den Weg gebracht", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Regierungserklärung im Landtag. Spätestens von kommender Woche an starte im Freistaat die Produktion von Masken. Die Versorgung mit Schutzmasken sei in der aktuellen Krise besonders wichtig. "Die ganze Welt bestellt und keiner liefert." Ein Problem basiere auf Zoll- und Einfuhrbeschränkungen. Über den Bund würden am Freitag 800 000 Atemschutzmasken nach Bayern geliefert. Darüber hinaus habe der Freistaat zur medizinischen Versorgung 1000 neue Beatmungsgeräte gekauft und werde weitere erwerben. "Außerdem gibt es jetzt eine Meldepflicht für Beatmungsgeräte, die in Privatpraxen und -kliniken vorhanden sind. Notfalls müssen wir auch beschlagnahmen", betonte Söder. In "unzähliger Zahl" seien Beatmungsgeräte in Bayern in privaten Praxen vorhanden.

100-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Wirtschaft

Donnerstag, 19. März, 9.54 Uhr: Um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern, fordert Markus Söder vom Bund ein mindestens 100 Milliarden Euro schweres Hilfspaket. Bisherige Maßnahmen wie die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und zu KfW-Bürgschaften seien ein erster Schritt, es brauche aber ein großes Finanz- und Konjunkturpaket von mindestens 100, eher 150 Milliarden Euro, sagte der bayerische Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung im Landtag. Zudem sprach sich Söder abermals für die Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage aus. Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen.

"Dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre"

Donnerstag, 19. März, 9.22 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Man werde "nicht endlos zusehen".

In Bayern haben sich bis Donnerstagmorgen laut Söder bereits 2282 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, in der Folge sind zehn Menschen daran gestorben. "Die Fälle nehmen täglich zu und die Infektionsketten sind immer schwerer zu verfolgen. Deutschland liegt in der aktuellen Statistik mittlerweile vor Südkorea bei den Infektionen."

Zur Eindämmung des Coronavirus wurden bereits am Donnerstag auch im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel in zwei Kommunen Ausgangssperren erlassen. Betroffen sind das Stadtgebiet und der Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger sowie der Ortsteil Fischern, der zum Gemeindegebiet Schirnding gehört. Genau wie in der benachbarten oberpfälzischen Kleinstadt Mitterteich sei dies notwendig, da es dort hohe Fallzahlen gebe, sagte Söder. Als Ausgangspunkt des Ausbruchs vermuteten die Experten ein Starkbierfest. In Mitterteich wurde am Mittwoch eine Ausgangssperre verhängt. Bayern wolle in keiner Kommune eine Ausbreitungslage wie etwa im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen oder im österreichischen Ischgl, betonte Söder.

Nach dem Ende der Corona-Krise müssen die aktuellen Restriktionen im öffentlichen Leben aus Sicht der Grünen aber schnellstens beendet werden. "Alle Maßnahmen werden zurückgenommen werden müssen, darauf werden wir achten", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Derzeit sei aber klar, dass alles unternommen werden müsse, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen.

Bislang keine Corona-Fälle in Bayerns Gefängnissen

Donnerstag, 19. März, 9.14 Uhr: Die Gefängnisse in Bayern sind bisher von dem neuartigen Coronavirus verschont geblieben. "Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es im bayerischen Justizvollzug bislang keinen Fall einer Infektion eines Gefangenen oder Bediensteten mit dem Coronavirus", teilte das bayerische Justizministerium mit. Damit das nach Möglichkeit so bleibt, wird der Haftantritt in einigen Fällen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das gilt für Menschen, die eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten müssen, weil sie eine Geldstrafe nicht gezahlt haben, für Jugendarrest oder Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten. Außerdem dürfen Häftlinge bis zum 19. April keinen Besuch empfangen.

Fahrradwerkstätten und Blumenläden dürfen offen bleiben

Donnerstag, 19. März, 8.48 Uhr: Fahrradwerkstätten, Blumenläden, Spirituosengeschäfte: Die Staatsregierung hat eine neue Liste vorgelegt, welche Geschäfte von der allgemeinen Corona-Schließung ausgenommen werden. Sie präzisiert, wie in Grenzfällen zu verfahren ist - und sie nimmt ein paar Branchen mit auf, die bisher nicht vorgesehen waren. Die Fahrradwerkstätten zum Beispiel. Da gab es zuletzt Protest, warum sie anders als Autowerkstätten nicht in den Genuss einer Ausnahmeregel kommen sollten. Welche Geschäfte nun weiter öffnen dürfen, lesen Sie hier.

Prüfungen fürs Staatsexamen werden verschoben

Donnerstag, 19. März, 8.40 Uhr: In der Corona-Krise verschiebt Bayern juristische Examensprüfungen. Die mündlichen Prüfungen des zweiten Staatsexamens, die planmäßig am 17. April beginnen sollten, werden auf die Zeit ab dem 4. Mai verlegt. "Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Ausbreitung des Virus ist es dem Landesjustizprüfungsamt derzeit nicht möglich, sichere Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der Situation zu machen", teilte das Justizministerium mit. Auch die Prüfung für angehende Gerichtsvollzieher wird vom April in den Juni verlegt. Termine für den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens 2020/21 im Juni und Juli sollen zunächst beibehalten werden. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, soll sowohl bei den schriftlichen als auch bei den mündlichen Prüfungen genügend Sicherheitsabstand zwischen Prüflingen untereinander und zu den Prüfern möglich sein. Dafür sollen nach Angaben des Ministeriums größere Räume angemietet werden. Prüflinge, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, Kontakt zu Infizierten hatten oder in einem Risikogebiet waren, werden von der Prüfung ausgeschlossen.

Siebter Corona-Todesfall in Bayern

Mittwoch, 18. März, 19.17 Uhr: In Bayern ist ein siebter Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. "Bei diesem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Würzburg um einen über 90-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen", teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Mittwoch mit. Insgesamt gibt es im Freistaat mindestens 1798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind unter anderem die ersten 14 Infizierten, die mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen.

Erste Ausgangssperre für Stadt Mitterteich verhängt

Mittwoch, 18. März, 16.43 Uhr: Wegen der Verbreitung des Coronavirus hat das Landratsamt Tirschenreuth eine Ausgangssperre für die Stadt Mitterteich verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern, die von einer solchen Maßnahme betroffen ist. Hintergrund: Von den bis zum frühen Mittwochnachmittag bestätigten 47 Corona-Erkrankten im Landkreis leben alleine 25 in Mitterteich. Wegen dieser Konzentration habe man nun die Entscheidung für eine Ausgangssperre getroffen, sagte am Mittwochnachmittag ein Sprecher des Landratsamts. Bereits am Dienstag sei den Menschen empfohlen worden, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Nachdem die Fälle der Erkrankungen über Nacht erneut anstiegen, seien die Maßnahmen nun "verschärft worden".

Nach der ersten Nacht mit der neuen Regelung zeigte sich die Polizei am Donnerstagmorgen schließlich zufrieden. Es habe keine Vorkommnisse gegeben.

Nach Inkrafttreten wurden die Mitterteicher durch die Feuerwehr informiert, die mit Lautsprechern im Ort unterwegs war. Zudem wurden Handzettel verteilt, die die Menschen darüber informieren, welche Regeln nun in ihrer Stadt gelten, in der etwa 7000 Einwohner leben. Laut Allgemeinverfügung des Landratsamtes dürfen die Menschen weiterhin zur Arbeit und wieder nach Hause fahren. Auch der Lieferverkehr soll uneingeschränkt aufrecht erhalten bleiben. Zudem dürften die Mitterteicher auch weiterhin Lebensmittel einkaufen, in die Apotheke oder zum Arzt gehen. "Ansonsten sind alle sozialen Kontakte zu unterlassen", sagte der Sprecher des Tirschenreuther Landratsamts. Er kündigte außerdem an, dass die Ausgangssperre von der Polizei kontrolliert werde. Die Entscheidung habe das Landratsamt allein getroffen, es habe keine Anweisungen von höheren Stellen gegeben. Vor Inkrafttreten sei die Maßnahme allerdings mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) abgesprochen worden. Auch Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sei über die Entscheidung informiert worden, so der Sprecher des Landratsamtes. Ein Regierungssprecher sagte, der Landkreis habe "die volle Rückendeckung" der Staatsregierung.

Stichwahl soll trotz logistischer Probleme stattfinden

Mittwoch, 18. März, 16.05 Uhr: Die Stichwahl zu den bayerischen Kommunalwahlen soll wie geplant am übernächsten Sonntag, 29. März, stattfinden - erstmals als reine Briefwahl. Darüber hat das Innenministerium die Landkreise, Städte und Gemeinden am Mittwoch in einem offiziellen Schreiben informiert. Demnach sollen die Briefwahlunterlagen möglichst bis zum kommenden Mittwoch, 25. März, an alle Bürger zugestellt werden, die sich noch zwischen zwei Bürgermeister- oder Landratskandidaten entscheiden müssen, weil in der ersten Runde am Sonntag kein Kandidat die absolute Mehrheit errungen hat. Die klassische Stimmabgabe an der Urne soll wegen der Coronavirus-Pandemie nicht möglich sein. Das deutsche Wahlrecht sieht zwar derzeit auf keiner Ebene eine reine Briefwahl vor, weil nur bei einer Urnenwahl gewährleistet ist, dass die Wahl jedes einzelnen Bürgers geheim bleibt. Allerdings ist es aus Sicht von Wahlrechtsexperten wie Andreas Gaß vom Bayerischen Gemeindetag in einem Katastrophenfall wie derzeit durchaus möglich, dies für die Kommunalwahl per Allgemeinverfügung zu ändern und eine reine Briefwahl anzuordnen.

Die Verwaltungen in den Kommunen stellt die Entscheidung vor große logistische Probleme. Die Stimmzettel mit den Namen der jeweils verbliebenen Bewerber müssen zwar ohnehin gedruckt werden. Dazu kommen bei einer reinen Briefwahl aber noch eine viel größere Zahl von vorgedruckten Wahlkuverts und von Anleitungen zur richtigen Briefwahl. Ein weiteres Problem könnte sein, die einmal gedruckten Unterlagen rechtzeitig in die Briefkästen der einzelnen Wähler zu bringen. Eine Verlängerung der Frist für die Stimmabgabe über den 29. März hinaus ist laut Innenministerium derzeit nicht geplant. Eine Stichwahl zwischen zwei Bewerbern ist in 16 kreisfreien Städten und 18 Landkreisen nötig, dazu kommt noch eine große Anzahl kleinerer Städte und Gemeinden.

Sechs Corona-Todesfälle in Bayern

Mittwoch, 18. März, 16.02 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Es handele sich um einen "71-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen" aus dem Landkreis Landsberg am Lech, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Landtag soll neues Infektionsschutzgesetz beschließen, aber nicht im Eilverfahren

Mittwoch, 18. März, 15.08 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Krise gibt es im Landtag fraktionsübergreifend große Einigkeit über deutlich umfassendere Befugnisse für die Staatsregierung. In einem neuen bayerischen Infektionsschutzgesetz sollen unter anderem mögliche Beschlagnahmungen von medizinischem Material und ein erleichterter Zugriff auf medizinisches und pflegerisches Personal geregelt werden. Bei einem Treffen von Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann (beide CSU) mit allen Fraktionschefs wurde am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern Einvernehmen über den Gesetzentwurf erzielt - mit einigen Änderungen. Allerdings wird das Gesetz nicht wie von der Staatsregierung angestrebt an diesem Donnerstag im Schnellverfahren beraten und beschlossen. Dagegen hätten sich am Ende die SPD und auch die Grünen gewehrt, hieß es. Nun wird das Gesetz zwar eingebracht, dann aber erst in den Ausschüssen beraten. Und endgültig beschlossen werden soll es dann am Mittwoch kommender Woche. Aus dem Umfeld Söders hieß es anschließend, ihm sei Einigkeit hier wichtiger als Schnelligkeit.

Zahl der bestätigten Fälle steigt auf fast 1800

Mittwoch, 18. März, 14.35 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern steigt weiter rasant an. Am Mittwochmittag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 1798 bestätigte Fälle, fast 450 mehr als noch am Dienstag. Allerdings hinken die Zahlen des LGL, das die Meldungen der Landkreise und kreisfreien Städte zusammenfasst, der Wirklichkeit immer hinterher. So hat das LGL zum Beispiel bislang 321 Fälle in Münchner Stadtgebiet registriert, das Münchner Gesundheitsamt am Mittwoch dagegen bereits 509.

Rewe baut Glasscheiben vor Kassen auf

Mittwoch, 18. März, 14.27 Uhr: Zum Schutz vor dem Coronavirus sitzen die Kassierer in bayerischen Rewe-Filialen künftig hinter Plexiglasscheiben. Die Schutzwände seien 1,5 Meter hoch, von Donnerstag an werde landesweit mit dem Aufbau in den Geschäften begonnen, sagte Volker Hornsteiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung Region Süd Rewe Group. Die Schutzwände haben laut Hornsteiner keine Möglichkeiten zum Durchgriff. So sollen die Mitarbeiter vor einer Ansteckung geschützt werden. Um die Kunden untereinander zu schützen, könne er sich Abstandsmarkierungen an den Kassen, wie in anderen Ländern bereits üblich, vorstellen.

Nürnberg sagt das Frühlingsfest ab

Mittwoch, 18. März, 13.28 Uhr: Das Nürnberger Frühlingsfest, eines der größten Volksfeste in Bayern, fällt heuer wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Zu der vom 11. bis 26. April geplanten Veranstaltung waren bis zu zwei Millionen Besucher erwartet worden. Die Stadt hatte eine Austragung zum vorgesehenen Termin nicht für möglich gehalten. Einer Terminverlegung hätten die Schausteller nicht zugestimmt, hieß es. "Die Wirkung des völlig neuen Virus ist noch gar nicht erforscht. Niemand weiß, was in zwei, vier oder acht Wochen sein wird", sagte der Sprecher der Schausteller, Lorenz Kalb.

Regierung startet Kampagne, um Senioren zu helfen

Mittwoch, 18. März, 12.57 Uhr: Die bayerische Staatsregierung hat mit Wohlfahrts- und kommunalen Spitzenverbänden eine Corona-Hilfsinitiative für Senioren auf den Weg gebracht. Unter dem Titel "Unser soziales Bayern: Wir helfen zusammen!" suche man Helfer, die für alte Leute etwa Einkäufe erledigten oder sie anriefen, teilte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) mit. Denn Senioren seien stärker durch das Coronavirus gefährdet als andere Leute. Die Senioren sollten sich bei Hilfsbedarf bei ihrer Gemeinde melden. Die Kampagne des Ministeriums soll für die vielen freiwilligen Initiativen in Bayern ein Dach sein. Trautner rief unter anderem Nachbarn, Pfarrgemeinden und Postboten dazu auf, dieser Tage auf ältere Mitmenschen besonders zu achten. An örtliche Versorger gerichtet sagte sie: "Nutzen Sie alle Möglichkeiten für ein unkompliziertes System zur Bestellung und Auslieferung der lebensnotwendigen Dinge wie Lebensmittel und Medikamente."

Journalistinnen und Lastwagenfahrer arbeiten jetzt auch für eine "kritische Infrastruktur"

Mittwoch, 18. März, 12.29 Uhr: Die Staatsregierung hat die Liste jener Berufstätigen erweitert, die ihre Kinder in die Notfallbetreuung in den Schulen und Kitas schicken dürfen. Seit Mittwoch werden auf dem entsprechenden Formular des Sozialministeriums auch der Personen- und Güterverkehr genannt - die Versorgung insbesondere mit Lebensmitteln sicherzustellen, wurde zuletzt immer wieder als vordringliche Aufgabe genannt. Auf dem am Montag veröffentlichten Formular war das noch nicht der Fall. Und auch die Medien werden nun als Teil der "kritischen Infrastruktur" aufgeführt. Journalistinnen und Journalisten haben also ebenfalls einen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder, wenn dafür kein anderer Erziehungsberechtigter verfügbar ist und wenn das Kind gesund ist, keinen Kontakt zu einem Covid-19-Patienten hatte und auch nicht in einem Risikogebiet war.

Landtag tagt nur noch mit einem Fünftel der Abgeordneten

Mittwoch, 18. März, 11.31 Uhr: Auch der Landtag schaltet um in den Corona-Krisenmodus. Alle Plenarsitzungen sollen ab sofort nur noch mit einem Fünftel der Abgeordneten stattfinden, um den nötigen Abstand zu halten. Darauf hätten sich die sechs Fraktionen einvernehmlich verständigt, teilte der Landtag mit. Die Fraktionsstärken sollen den Angaben zufolge proportional erhalten bleiben. Besuchergruppen dürfen den Landtag bis auf weiteres nicht betreten, auf der Besuchertribüne könnten dann aber Abgeordnete Platz nehmen, die einer Risikogruppe angehören. Zudem einigten sich die Fraktionen darauf, Mehrheiten nicht anzuzweifeln und vorerst auf Dringlichkeitsanträge zu verzichten. Angst vor "Tricksereien", etwa aus den Reihen der AfD, habe man nicht, heißt es von den parlamentarischen Geschäftsführern der anderen Fraktionen.

Die neuen Regeln sollen schon in der nächsten Plenarsitzung am Donnerstag gelten. Diese werde verkürzt abgehalten, nur das Nötigste soll besprochen werden. Auf der Tagesordnung stehen eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Coronavirus-Pandemie sowie der Nachtragshaushalt. Am Donnerstag soll das Milliarden-Hilfspaket für das Gesundheitssystem und die bayerische Wirtschaft verabschiedet werden. Dafür wird auch die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse gelockert; darüber muss aber nicht eigens abgestimmt werden, weil die Regierung in Krisenzeiten davon abweichen darf.

Freistaat startet sein Soforthilfe-Programm für Unternehmer

Mittwoch, 18. März, 11.19 Uhr: Das Soforthilfe-Programm für Unternehmer und Freiberufler in finanziellen Nöten ist gestartet. Seit Mittwochmorgen ist das entsprechende Formular auf der Internetseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums abrufbar. Es ist nur zwei Seiten lang - und der Unternehmer muss darin nicht nur versichern, dass er in einer "existenzbedrohlichen Wirtschaftslage" respektive einem Liquiditätsengpass steckt, der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöst wurde. Er muss auch zusagen, später die entsprechenden Nachweise nachzureichen. Erstes Geld soll bereits am Freitag ausgezahlt werden. Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten können maximal 5000 Euro bekommen, 7500 Euro bei bis zu zehn Beschäftigten, 15 000 Euro bei bis zu 50 Beschäftigten und 30 000 Euro bei bis zu 250 Beschäftigten. Geschickt werden müssen die Anträge an die jeweilige Bezirksregierung, in München an die Stadtverwaltung.

TÜV sagt Führerscheinprüfungen ab

Mittwoch, 18. März, 10.24 Uhr: Führerscheinanwärter müssen sich gedulden. Der TÜV Süd, der in Bayern die Prüfung abnimmt, stoppt theoretische und praktische Prüfungen nach Absprache mit den Behörden wegen der Corona-Epidemie bis zum 19. April. Ausnahmen gibt es nur für Führerscheine, die "dringend zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung" nötig sind, etwa für Feuerwehr, THW und Rotes Kreuz, wie der TÜV Süd mitteilt.

Abitur um drei Wochen verschoben

Mittwoch, 18. März, 9.17 Uhr: Das Abitur in Bayern wird um drei Wochen verschoben. Nach den Osterferien sollen damit die Klausuren nachgeholt werden, die jetzt wegen der Corona-bedingten Schulschließungen nicht stattfinden können. Die Punkte aus diesen Klausuren sind aber Voraussetzung für die Zulassung zum Abitur. Diese Information hat das Kultusministerium am Mittwochmorgen an die bayerischen Gymnasien geschickt. Dieser Plan geht aber nur auf, falls nach den Ferien die Schulen wieder geöffnet sind.

Eigentlich sollten die schriftlichen Abi-Prüfungen vom 30. April bis zum 11. Mai geschrieben werden; eine Woche später sollten dann die mündlichen beginnen. Laut Kultusministerium steht nun am 20. Mai die schriftliche Deutsch-Prüfung an, am 26. Mai Mathematik und am 29. Mai das dritte Fach. Die mündlichen Prüfungen werden vom 15. Juni bis zum 26. Juni angesetzt. Auch wenn Nachholtermine nötig würden, sei damit eine termingerechte Bewerbung für Studienplätze möglich, versichert das Ministerium. Es räumt aber ein: "Aufgrund der dynamischen Entwicklungen können weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 nicht ausgeschlossen werden."

Freistaat lässt alle Behinderten-Werkstätten zusperren

Mittwoch, 18. März, 8.10 Uhr: Nach Kitas, Schulen und heilpädagogischen Tagesstätten werden von diesem Mittwoch an auch alle Behinderten-Werkstätten in Bayern geschlossen - und zwar ebenfalls bis zum Ende der Osterferien am 19. April. Eine entsprechende Allgemeinverfügung, die auch für Förderstätten gilt, hat das Sozialministerium am Dienstag erlassen. Auch immer mehr Behinderten-Einrichtungen seien von der Coroanvirus-Pandemie betroffen, heißt es in der Begründung, in ihnen bestehe eine "erhebliche Ansteckungsgefahr". Zudem hätten die dort Tätigen oft chronische Erkrankungen, etwa der Atemwege, so dass man mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen müsse. Analog zu den Regelungen für Schulen und Kitas soll es in den Werkstätten aber eine Notfallbetreuung für all jene geben, deren Eltern oder Betreuer in Bereichen der "kritischen Infrastruktur" arbeiten.

Angst vor Corona-Engpässen: Polizeiprüfungen vorgezogen

Mittwoch, 18. März, 7.05 Uhr: Aus Angst vor Engpässen in der Corona-Krise zieht Bayern die Prüfungen für Polizeianwärter vor. Die Abschlussprüfungen sollte ursprünglich im Mai beginnen, nun wurden sie auf den 23. März vorverlegt, wie ein Sprecher der für die Prüfungen zuständigen bayerischen Bereitschaftspolizei in Bamberg mitteilte. "Grund hierfür ist die Fürsorgepflicht, da die Prüfungen derzeit noch mit allen Prüflingen durchgeführt werden kann, was in Zukunft aufgrund möglicher Infektionen eventuell nicht mehr gegeben ist", teilte die Bereitschaftspolizei mit. Nach bestandener Prüfung stünden grundsätzlich 800 neue, fertige Polizeibeamte zur Verfügung - "und es könnte auf mögliche Personalausfälle reagiert werden". Das Problem stelle sich derzeit aber ausdrücklich noch nicht.

Corona-Soforthilfe: Steuerzahlungen bis Jahresende zinsfrei stunden

Mittwoch, 18. März, 6.12 Uhr: Wer in Bayern aufgrund der Coronavirus-Krise in finanzielle Schieflage geraten ist, kann ab sofort fällige Steuerzahlungen zinsfrei stunden. Finanzminister Albert Füracker (CSU) setzte die steuerliche Hilfsmaßnahme im Vorgriff auf eine bundesweite Regelung in Kraft. "Schnelle und möglichst unbürokratische Hilfen für unmittelbar Betroffene sind das Gebot der Stunde", sagte er. "Dies gilt auch für den Bereich der Steuern."

Wer seine Steuern aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht zahlen kann, kann bis zum Jahresende entsprechende Anträge auf Stundung stellen. Dies betrifft sowohl die Einkommen- und Körperschaftsteuer als auch die Umsatzsteuer. Zudem kann auf Antrag auch die Höhe der Vorauszahlungen angepasst werden. Bei unmittelbarer Betroffenheit werde der Freistaat grundsätzlich bis zum Ende des Jahres von Vollstreckungsmaßnahmen absehen, heißt es weiter. Auch auf gesetzlich anfallende Säumniszuschläge solle in dieser Zeit verzichtet werden. Sollten Steuererklärungen wegen der Coronakrise nicht fristgerecht eingereicht werden können, würden die Finanzämter großzügig und möglichst unbürokratisch Fristverlängerungen ermöglichen, sagte Füracker. Ihre Servicecenter haben indessen von heute an vorerst für Besucher geschlossen. Stattdessen müssten nun zwischenzeitlich Telefon, E-Mail, Briefe oder das Onlineangebot der Steuerverwaltung unter www.elster.de genutzt werden, teilte das Ministerium mit. Auch seien persönliche Termine mit einem Sachbearbeiter weiterhin möglich.

Proben für Oberammergauer Passion für zwei Wochen unterbrochen

Dienstag, 17. März, 16.43 Uhr: Die Proben zur Oberammergauer Passion sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis zum 29. März unterbrochen worden. Spielleiter Christian Stückl habe die Entscheidung am Mittag getroffen, sagte Passionssprecher Frederik Mayet. Die Premiere sei bisher nicht abgesagt. "Stand heute gehen wir davon aus, dass die Premiere am 16. Mai 2020 stattfinden kann", heißt es auf der Homepage. Mayet sagte: "Wir warten ab. Wir lernen weiter unsere Texte." Die Volksproben mit vielen Menschen auf der Bühne wie auch das Fotografieren für den Bildband mit vielen Beteiligten waren schon zuvor ausgesetzt worden. Die Verantwortlichen entwerfen zugleich Ausweichszenarien, etwa ob die Premiere auf Juni oder Juli oder sogar auf ein anderes Jahr verschoben werden könnte.

Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet. 95 Prozent der Tickets sind verkauft. Es gebe bisher einige wenige Stornierungen. Teils sagten Besucher ab, weil ihre Flüge gestrichen wurden, sagte Mayet. Die Gemeinde ist gegen einen möglichen Ausfall der Passion versichert. Die Vorbereitungen bisher kosteten laut Spielleitung etwa 15 Millionen Euro, versichert seien 25 Millionen Euro.

15 Infektionen in Regensburger Geburtsklinik

Dienstag, 17. März, 15.20 Uhr: In der katholischen Kinderklinik St. Hedwig in Regensburg haben sich 15 Mitarbeitende mit dem Coronavirus infiziert. Darunter seien auch mehrere Hebammen, teilte das Krankenhaus Barmherzige Brüder mit, zu dem St. Hedwig gehört. Die Geburtshilfe laufe aber unter strengen Hygienemaßnahmen weiter. Die Sicherheit der Patienten sei gewährleistet, sagte der ärztliche Direktor Michael Kabesch. "Wir haben sofort alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden." Momentan prüfe man die Kontakte der Mitarbeitenden zu Eltern, da diese dann möglicherweise häusliche Quarantäne einhalten müssten, heißt es weiter. Die Entscheidung treffe das Gesundheitsamt. Die eigenen Hygieneexperten der Klinik stellten die Sicherheit und den Schutz von Patientinnen und Mitarbeitenden vor einer Corona-Infektion sicher.

Laut dem Krankenhaus wurde zunächst am Montag eine Hebamme positiv getestet. Sie sei im Urlaub in Tirol gewesen, bevor das österreichische Bundesland zum Risikogebiet erklärt worden sei. Zwei Tage nach ihrer Rückkehr habe sie leichte Symptome bemerkt und sich umgehend krankgemeldet. Seitdem hätten alle Kontaktpersonen Mund-Nasen-Schutzmasken getragen und seien angehalten gewesen, sich genau zu beobachten und bei Symptomen zu Hause zu bleiben. Alle Mitarbeitenden des Kreißsaals, alle Hebammen und alle Ärzte der Abteilung seien auf Corona getestet worden. In den besagten 15 Fällen sei das Ergebnis eine Infektion gewesen. Sie hätten sich daraufhin umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Aktuell zeigten sie keine bis leichte Symptome einer Coronavirus-Infektion, heißt es in der Mitteilung. Die Klinik in Regensburg bezeichnet sich selbst als das größte Früh- und Neugeborenen-Zentrum Bayerns. Mit etwa 3000 Geburten im Jahr sei St. Hedwig eine der größten und beliebtesten Geburtskliniken Bayerns.

Söder und Spahn sprechen in München zur Corona-Krise

Dienstag, 17. März, 13.26 Uhr: In München äußern sich Ministerpräsident Markus Söder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. Die Grundversorgung solle aufrechterhalten, das öffentliche Leben aber weiter runtergefahren werden. Zur Sicherung der Lebensmittelversorgung soll es an den Grenzen Sonderspuren für Transportfahrzeuge geben. Denkbar seien "grüne Spuren an den Grenzen für die Lebensmittellieferungen", sagte Söder. Zugleich rief er alle Menschen auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Die Versorgung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Spahn: Corona-Ausbreitung hat mit Rückkehrern aus Skiurlaub zu tun

Die aktuelle Verbreitung geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch auf Kontakte in Skigebieten zurück. "Das Ausbruchsgeschehen, das wir im Moment haben, hat viel zu tun mit den Rückkehrern aus dem Skiurlaub", sagte der CDU-Politiker. Er verwies etwa auf Südtirol, Österreich und die Schweiz. Das Risiko, das aus dem regen Austausch in Skigebieten entstanden sei, solle man nicht unterschätzen. Etwa auch das Ausbruchsgeschehen in Dänemark habe damit zu tun. Spahn bekräftigte daher den Aufruf an Heimkehrer aus diesen Skigebieten, möglichst zwei Wochen zu Hause zu bleiben.

Bayern ordnet 400 Beamte wegen Corona-Krise in Gesundheitsbehörden ab

Neu verkündete Söder, dass 400 Verwaltungsmitarbeiter von anderen Stellen zu den Gesundheitsämtern abgeordnet werden, um die Mitarbeiter dort zu entlasten. Diese sollten aus Behörden abgezogen werden, die derzeit wegen der Krise weniger zu tun haben. Denkbare Tätigkeiten wären etwa organisatorische Aufgaben und die Arbeit an Telefon-Hotlines. Die Krankenhäuser werden angewiesen, nicht zeitkritische Operationen zu verschieben. Man wolle so weitere medizinische Kapazitäten schaffen. Zudem habe man bereits 500 Medizinstudenten als Unterstützung angeworben, am Ende könnten es bis zu 5000 werden, so Söder weiter: "Wir wollen breit aufgestellt sein, dass jedermann ein Bett finden kann, wenn er eines braucht." Dazu werde man alle notwendigen Maßnahmen treffen.

Söder: Zu Ostern nicht verreisen

Zur Eindämmung sollten die Menschen über Ostern und in den Osterferien nicht verreisen, auch nicht innerhalb Deutschlands. Ostern solle in diesem Jahr in Bayern verbracht werden, und zwar am besten daheim, sagte Söder. Bayern schränkt nun auch den Betrieb von Hotels ein: Diese dürfen nur noch notwendige Übernachtungen anbieten und keine Touristen mehr beherbergen. Damit setzt der Freistaat in diesem Punkt eine Verabredung von Bund und Ländern vom Montagabend um.

Spahn: 100 000 Coronavirus-Tests vergangene Woche

Jetzt sei eine Zeit der Höchstbelastung für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sagte Bundesgesundheitsminister Spahn. "Sie sind diejenigen, auf die wir uns jetzt verlassen." In der vergangenen Woche habe es bei kassenärztlichen Laboren mehr als 100 000 Coronavirus-Tests gegeben. Dies sei schon eine sehr hohe Kapazität und dürfte mehr sein, als in den meisten anderen Ländern der Welt. Bei der bundesweiten Service-Hotline der Kassenärzte unter der Nummer 116 117 seien in der vergangenen Woche mehr als 400 000 Anrufe angenommen worden, sagte Spahn. Man sei froh, dass sich viele informieren wollen, so Spahn. Er bat aber um Verständnis, wenn es zu Wartezeiten komme. Im Freistaat gebe es derzeit täglich 6000 Anruf bei der 116 117, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Spahn zeigte sich beeindruckt von der Intensität, mit der man in Bayern an dem Thema arbeite. Es gehe nun darum, Zeit zu gewinnen, um die Ausbreitung des Virus zu beschränken. 80 Prozent der Erkrankten hätten milde bis symptomfreie Verläufe. Bei anderen aber könnte eine Infektion zu schweren Folgen führen bis hin zum Tod. "Um dort möglichst viele zu schützen, deswegen stehen wir hier zusammen", sagte Spahn.

Zahl der Infizierten in Bayern steigt

Derzeit gebe es nach ihrem Wissensstand 20 Drive-in-Teststellen in Bayern, weitere seien geplant, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Huml. Wenn jemand Symptome habe, solle er vorrangig getestet werden, so Huml weiter. Zum Vorgehen sagte sie: Wenn jemand Kontakt mit einem Erkrankten hatte, solle er sich beim Gesundheitsamt melden. Bei Verdacht mit Symptomen dagegen solle man beim Hausarzt anrufen oder 116 117 kontaktieren. Die Zahl der Infizierten ist nach Informationen des Landesamts für Gesundheit am Dienstag auf 1352 Fälle in Bayern gestiegen.

Anträge auf Corona-Soforthilfen noch in dieser Woche

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger äußerte sich zur wirtschaftlichen Situation und zur Versorgungslage im Freistaat. Eine Engpasssituation wolle man vermeiden. Systemkritische Infrastruktur - wie Lebensmittelläden, Banken, Energie und Wasserversorgung - müsste aufrechterhalten werden. Im Moment sei man dabei Atemschutzmasken zu organisieren, damit in diesem Bereich genügend Ressourcen zur Verfügung stünden. Man rufe zudem eine Arbeitskraftplattform zusammen mit der Agentur für Arbeit ins Leben. Ziel sei, dass Arbeitskraft, die in manchen Bereichen frei werde, an anderer Stelle eingesetzt werden könne.

Firmen in Bayern, die wegen der Corona-Krise in Finanznöte geraten, sollen noch in dieser Woche Soforthilfen des Freistaats beantragen können, so Aiwanger. Notleidende Betriebe sollen dem Kabinettsbeschluss zufolge unbürokratisch und sehr kurzfristig zwischen 5000 und 30 000 Euro bekommen können, je nach Größe beziehungsweise Mitarbeiterzahl.

Polizei beendet zwei "Corona-Partys"

Dienstag, 17. März, 13.23 Uhr: Zwei sogenannte "Corona-Partys" hat die Polizei in Nürnberg und Schwabach beendet. Rund 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen und dazu eine mit Generatoren betriebene Musik- und Lichtanlage laufen lassen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In Schwabach trafen sich den Angaben nach 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten ebenfalls lautstark mit einer mitgebrachten Musikanlage. Sie hatten sich offenbar über soziale Medien zu der Feier verabredet. Auch hier stellten Beamte die Anlage sicher, erteilten Platzverweise.

Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) hat Besucher und Veranstalter sogenannter "Corona-Partys" massiv kritisiert. "Sorry, aber das geht gar nicht." Wer in diesen Tagen die Vorgaben bewusst ignoriere, soziale Kontakte einzudämmen, gefährde sich selbst und alle anderen. Söder betonte, die Polizei sei angewiesen, darauf umgehend zu reagieren und dagegen vorzugehen.

Das gleiche gelte auch für Partys in Parkanlagen bei dem teils frühlingshaften Wetter. Parkmitarbeiter seien gebeten, hier auf die Menschen zuzugehen. Derzeit sei wegen der Corona-Krise eine Zeit des Verzichts geboten.

Jede vierte Tafel hat bereits die Arbeit eingestellt

Dienstag, 17. März, 12.00 Uhr: Die Auswirkungen des Coronavirus machen auch vor den Tafeln keinen Halt. Von den etwa 160 bayerischen Tafeln, die Bedürftige mit Lebensmitteln und Mahlzeiten versorgen, haben am Dienstagvormittag schon 40 geschlossen. Tendenz: steigend. Der Grund ist vor allem das meist hohe Alter der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Gäste. Ältere Menschen gehören zu den durch das Coronavirus besonders gefährdeten Personen. "Eine große Zahl der bayerischen Tafeln wird temporär geschlossen werden müssen", befürchtet Peter Zilles, Chef des Landesverbands der Tafel Bayern.

Trotz der schwierigen Situation könnten Tafeln den Betrieb in großen Städten wie München, Erlangen, Nürnberg, Regensburg und Augsburg bisher mit entsprechenden Anpassungen aufrechterhalten, sagte Zilles. So gebe es nun Ausgaben vor den Räumlichkeiten statt im Inneren und es würden statt Gruppen jeweils nur einzelne Personen zur Ausgabe gelassen. Zudem werden beispielsweise in München und Erlangen Schüler und Studenten eingelernt, die sich als Freiwillige melden.

Lohrer Karfreitagsprozession erstmals seit mehr als 100 Jahren abgesagt

Dienstag, 17. März, 10.29 Uhr: Die berühmte Lohrer Karfreitagsprozession fällt aus - vermutlich zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg. Der Förderverein hat die Absage beschlossen, nachdem das Bistum Würzburg am Montagabend alle Gottesdienste mit Besuchern bis einschließlich 19. April untersagt hatte. Die katholische Karfreitagsprozession in Lohr am Main ist die älteste noch gepflegte Prozession dieser Art in Deutschland. Fördervereins-Vorsitzender Joachim Salzmann sagte, er sei selbst 62 Jahre alt und könne sich "nicht erinnern, dass sie zu meinen Lebzeiten jemals ausgefallen ist". Selbst während des Zweiten Weltkrieges habe sie jedes Jahr in reduzierter Form stattgefunden. Nur während des Ersten Weltkrieges sei sie ein- oder zweimal ausgefallen. "Wir werden die Prozession auch nicht nachholen, sie findet dann erst 2021 wieder statt", sagte er. Die Lohrer Prozession gibt es seit mehr als 350 Jahren, jedes Jahr kommen dorthin Tausende Besucher.

Friseursalons müssen nicht schließen

Dienstag, 17. März, 8.10 Uhr: Verwirrung um die Friseure in Bayern: Dürfen sie weiter Haare schneiden oder müssen auch sie ihre Salons zusperren? Nach der Pressekonferenz der Staatsregierung am Montagvormittag, in der unter anderem die Schließung vieler Läden verkündet wurde, fragte der Landesinnungsverband (LIV) des Friseurhandwerks im Wirtschaftsministerium und der Staatskanzlei nach, ob das auch für die Salons gelte, wie LIV-Geschäftsführerin Doris Ortlieb erklärt. Von dort die Antwort: Ja. So teilte der LIV seinen Mitgliedern am Montagmittag mit, sie müssten schließen. Knapp eineinhalb Stunden später aber habe die Staatskanzlei das revidiert und mitgeteilt, dass Friseure als Handwerker ihre Salons weiter betreiben dürften, sagt Ortlieb. "Kommando zurück", ließ die Innung daraufhin wissen, und: "Die Ereignisse überschlagen sich und das Wirrwarr ist komplett."

Ob Friseure ihre Salons freiwillig schließen sollten, dazu gibt Landesinnungsmeister Christian Kaiser keine klare Empfehlung ab. In einer Videobotschaft deutet er aber an, dass er dies für richtig hielte. "Es ist jetzt Zeit zu handeln." Die Friseure sollten jetzt mit ihren Angestellten beratschlagen, wie es weitergehen könne, schließlich seien die Personalkosten einer der größten Ausgabenblöcke. Kaiser riet den Betrieben auch, ihre Zahlungsfähigkeit im Auge zu behalten, nicht unbedingt nötige Ausgaben zu verschieben und sich Hilfen vom Staat zu holen.

Einschreibung an Grundschulen soll stattfinden

Dienstag, 17. März, 7.02 Uhr: Obwohl der Schulunterricht in Bayern wegen des Coronavirus ausfällt, will das Kultusministerium die in diesen Tagen geplanten Einschreibungen für Grundschulen wie geplant stattfinden lassen. "Die Schuleinschreibung steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zum Unterrichtsbetrieb", teilte das Ministerium in einem an Schulen und Förderzentren adressierten Schreiben mit. Sie finde daher "vom Grundsatz her" statt. In einigen Kommunen, etwa dem Landkreis Freising, ist die Einschreibung hingegen abgesagt worden. Laut Ministerium ist es zulässig, die Schulgebäude für die Einschreibung zu nutzen. Eine persönliche Anmeldung sei jedoch nicht erforderlich. Stattdessen könne die Anmeldung für das Schuljahr 2020/2021 auch telefonisch oder schriftlich etwa per Mail erfolgen. Auch die Pflicht, am Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit teilzunehmen, entfalle grundsätzlich. In begründeten Einzelfällen könnten Schule und Erziehungsberechtigte allerdings eine Möglichkeit finden, das zu organisieren. Die Anforderungen des Infektionsschutzes müssten dabei eingehalten werden.

Fünfter Corona-Todesfall in Bayern

Montag, 16. März, 18.58 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 90-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in München unter Berufung auf das Landratsamt Würzburg mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch zwei andere Coronavirus-Todesfälle in Bayern stammten. Damit sind fünf Menschen in Bayern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Mindestens 1067 Menschen wurden bislang positiv auf Sars-CoV-2getestet.

Kabinett diskutiert mit Spahn über Corona - Freizeiteinrichtungen zu

Montag, 16. März, 17.32 Uhr: Am Dienstag wird sich in der Staatskanzlei einmal mehr auch das Kabinett (10.00 Uhr) mit der Corona-Lage infolge von Sars-CoV-2 befassen. Dazu erwartet der Ministerrat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Über Details soll mittags bei einer Pressekonferenz informiert werden, welche erneut nur im Internet übertragen wird. Die Zahl der Coronavirus-Infizierten im Freistaat Bayern hat derweil die 1000er-Marke überschritten. Bis Montagmittag registrierten die Behörden 1067 bestätigte Infektionen in Bayern.

Wenn es in diesem Tempo weitergehe, könne es sein, dass es am Wochenende mehrere Tausend Infizierte im Land gebe. Einige ältere, vorerkrankte Menschen im Freistaat starben auch schon an Covid-19. Einen Tag nach Schulen und Kindergärten sind deshalb ab Dienstag in Bayern auch praktisch alle Freizeiteinrichtungen wegen des Coronavirus geschlossen. Konkret gilt dies für alle Schwimmbäder, Saunen, Thermen, Kinos, Tagungs- und Veranstaltungsräume, Clubs, Bars und Diskotheken, Spielhallen, Theater, Museen, Bibliotheken, Vereinsräume, Bordelle, Sporthallen, Fitnessstudios, Tierparks, Aus- und Fortbildungseinrichtungen, Musik- und Volkshochschulen sowie Jugendhäuser. Auch Sport- und Spielplätze sind bis 19. April zu.

Schulschließungen kein größeres Problem für Industrie

Montag, 16. März, 15.32 Uhr: Die bayerische Industrie kommt mit der Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten im Freistaat offenbar gut zurecht. Von der Deutschen Presse-Agentur befragte Unternehmen berichteten am Montag durchweg davon, dass die Produktion ganz oder weitgehend normal laufe. Durch den von den Schulschließungen verursachten privaten Betreuungsbedarf fielen demnach nicht in großem Maße Mitarbeiter aus. In Bayern sind die Schulen seit Montag geschlossen, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen.

So hieß es von BMW, die Produktion laufe regulär. Audi erklärte, man habe normal weiterproduziert. "Es gibt keine größeren Einschränkungen und Stand heute erwarten wir auch keine", sagte eine Infineon-Sprecherin. Auch bei Wacker Chemie und Osram gab es am Montag keine Einschränkungen in der Produktion durch fehlende Mitarbeiter. Allgemein gilt bei den meisten Unternehmen derzeit, dass Mitarbeiter, die aus dem Homeoffice arbeiten können, dies auch tun sollen. In der Produktion ist dies nicht möglich.

Lernplattform Mebis nach Hackerangriff wieder erreichbar

Montag, 16. März, 15.32 Uhr: Eigentlich sollten Schüler in Bayern über die Online-Plattform Mebis am Montag lernen und Aufgaben machen. Eine praktische Möglichkeit für die Zeit der Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie. Doch aus diesem Plan wurde erstmal nichts. Hacker haben am Montag die eigentlich für den Fernunterricht von Schülern gedachte Online-Plattform lahmgelegt. Am Nachmittag war Mebis nach Auskunft des Bayerischen Kultusministeriums aber wieder erreichbar, wenn auch mit Problemen. Es werde noch am Ausbau und der Optimierung der Systeme gearbeitet, hieß es aus dem Ministerium in München. Damit wolle man der stark gestiegenen Anzahl von Benutzern Rechnung tragen.

Die Mebis-Server waren nach Auskunft der Betreiber seit den frühen Morgenstunden einer Attacke ausgesetzt. Der Angriff sei durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe erfolgt. Während der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie sollen die bayerischen Schüler in den kommenden Wochen von ihren Lehrern über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden. Auch archivierte Prüfungsaufgaben, ein Informationsportal und rund 55 000 Medien können in dem virtuellen Klassenzimmer abgerufen werden.

Keine Verfahren an Bayerns Verwaltungsgerichten wegen Corona

Montag, 16. März, 14.20 Uhr: Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus sollen an bayerischen Verwaltungsgerichten bis zum Ende des Monats keine Verhandlungen stattfinden. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München habe alle Verwaltungsgerichte im Freistaat aufgerufen, den Sitzungsbetrieb zwischen dem 17. und 31. März komplett einzustellen, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtes am Montag.

Straßenzeitung "Biss" stellt Verkauf wegen Corona vorerst ein

Montag, 16. März, 13.20 Uhr: Die Münchner Straßenzeitung "Biss" stellt den Verkauf zum Schutz der Verkäufer und Kunden ab sofort ein. Die mehr als 100 Verkäufer der Zeitung, die meist obdachlos oder in sozialen Schwierigkeiten sind, werden laut Mitteilung vom Montag weiterhin finanziell unterstützt. "Wir lassen unsere Verkäufer nicht hängen, keiner muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben", sagte Karin Lohr, die Geschäftsführerin von "Biss" demnach. Sie behielten durch die Festanstellung auch den vollen Schutz ihrer Krankenversicherung.

Staatsregierung stellt Gesundheitssystem auf Corona-Notfallbetrieb um

Montag, 16. März, 13.01 Uhr: Die Staatsregierung bereitet sich angesichts der rasant steigenden Zahl an Coronavirus-Infektionen auf einen drohenden medizinischen Ausnahmezustand vor. "Die Krankenhäuser werden speziell auf die Corona-Herausforderung komplett ausgerichtet", kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München an. "Es ist wichtig, dass alle Kliniken sich darauf einstellen." Auch allgemeine Arztpraxen und Rehakliniken werden einbezogen, Unikliniken komplett von Forschung auf Versorgung umgestellt. Medizinstudenten sollen für die Gesundheitsversorgung angestellt werden, ebenso Ärzte im Ruhestand und Mediziner in Elternzeit.

Die Testkapazitäten sollen ausgebaut werden - aber gezielt: "Wir werden die Tests nur noch dort machen, wo wirklich Symptome da sind, da ansonsten die Testverfahren überlastet würden", sagte Söder. Die Staatsregierung will zudem Gesundheitsämter und die Besetzung der Notfallnummern personell deutlich verstärken. Für den Extremfall von Masseninfektionen sind nach den Worten von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) auch temporäre Notfallkliniken in Messehallen denkbar: "Wir müssen uns auf alles vorbereiten, auch auf die Thematik." Zuerst müssten aber die Krankenhäuser gestärkt und unterstützt werden.

Coronavirus beeinträchtigt Vorbereitungen zu Oberammergauer Passion

Montag, 16. März, 12.31 Uhr: In Oberammergau beinträchtigen die Vorsichtsmaßnahmen wegen des Coronavirus auch die Proben zu den Passionsspielen. Derzeit finden Proben nur im kleineren Kreis statt. Die Volksproben mit sehr vielen Menschen auf der Bühne sind vorerst ausgesetzt. Rund 2400 Oberammergauer sind an den Passionsspielen beteiligt, etwa die Hälfte der Einwohner. Unterbrochen wurden inzwischen auch die Fotoproben für den Bildband, der zur Premiere am 16. Mai erscheinen soll.

Premiere und Vorstellungen sind bisher nicht abgesagt. Allerdings entwickeln die Verantwortlichen seit gut einer Woche Alternativszenarien, etwa eine Verschiebung der Premiere um ein oder mehrere Monate oder eine Verschiebung der gesamten Passion. Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet.

Lernplattform Mebis wird von Hackern lahmgelegt

Montag, 16. März, 11.55 Uhr: Hacker haben am Montag die eigentlich für den Fernunterricht von Bayerns Schülerinnen und Schüler gedachte Online-Plattform Mebis lahmgelegt. Seit den frühen Morgenstunden seien die Server einer Attacke ausgesetzt, twitterten die Seitenbetreiber. Der Angriff erfolge durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe. Man arbeite daran, die Seite wieder zum Laufen zu bekommen, hieß es aus dem bayerischen Kultusministerium in München.

Während der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie sollen die bayerischen Schüler in den kommenden Wochen von ihren Lehrern über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden. Auch ein Archiv mit Prüfungsaufgaben, ein Informationsportal und rund 55 000 Medien können in dem virtuellen Klassenzimmer abgerufen werden.

Mehr als 1000 Coronavirus-Infektionen in Bayern

Montag, 16. März, 10.49 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Bayern hat die 1000er-Marke überschritten. Am Sonntag waren es 886 Menschen, allein bis Montag um neun Uhr kamen noch einmal knapp 150 Neuinfektionen hinzu, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte. Damit habe man derzeit 1034 bestätigte Infektionen in Bayern. Wenn es in diesem Tempo weitergehe, könne es sein, dass man am Wochenende bei mehreren Tausend Infizierten angelangt sei. "Wir werden hier an der Stelle alles Menschenmögliche tun, um die Versorgung der Menschen sicherzustellen", sagte Huml. Ärzte im Ruhestand sollen reaktiviert werden, auch Mediziner in Elternzeit, zudem sollen Medizinstudenten herangezogen werden.

"Keine Ausgangssperre, jedenfalls derzeit nicht"

Montag, 16. März, 10.42 Uhr: Angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus sollen die Menschen in Bayern auch ihre sozialen Kontakte überdenken. "Es gibt keine Ausgangssperre, jedenfalls derzeit nicht", sagte Ministerpräsident Söder. Jeder solle sich aber überlegen, ob er nach draußen gehe und welche Kontakte er habe. Söder berichtete, dass die Infektionsketten in Bayern nicht mehr nachvollzogen werden könnten. "Das heißt, es beginnt eine exponentielle Entwicklung." Deswegen sei es nun wichtig, alles zu unternehmen, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen. "Ich kann nicht versprechen, dass es die letzten Maßnahmen sind", so Söder.

Kommunal-Stichwahlen nur per Brief

Montag, 16. März, 10.24 Uhr: Bei den Stichwahlen der bayerischen Kommunalwahlen in knapp zwei Wochen wird es wegen der Ausbreitung des Coronavirus keine Wahllokale geben. Es kann nur per Briefwahl abgestimmt werden, kündigte Ministerpräsident Söder an.

Lebensmittelgeschäfte dürfen länger öffnen

Montag, 16. März, 10.16 Uhr: Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen werktags bis 22 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben, dann bis 18 Uhr. Restaurants und Betriebskantinen dürfen in Bayern indes nur noch von 6.00 bis 15.00 Uhr öffnen. Onlinehandel und Post werden nicht eingeschränkt, auch Handwerksbetriebe können weiterarbeiten.

Bayern stellt zehn Milliarden Euro bereit

Montag, 16. März, 10.12 Uhr: Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Coronakrise stellt der Freistaat Bayern bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. "Die Lage ist sehr ernst und verändert sich täglich, leider nicht zum Guten", sagte Söder. Um die Geldmittel bereitstellen zu können, werde die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse zeitlich begrenzt für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt. Mit dem Zehn-Milliarden-Euro-Schutzschirm solle die Wirtschaft geschützt werden, unter anderem gebe es spezielle Bürgschaftsrahmen und finanzielle Soforthilfen zwischen 5000 und 30 000 Euro. Diese sollen unbürokratisch abgerufen werden können. "Wir werden keinen hängen lassen", sagte Söder. Priorität habe derzeit der Erhalt der Liquidität von Unternehmen und auch von Kulturschaffenden.

Söder ruft Katastrophenfall aus

Montag, 16. März, 10.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Montag den Katastrophenfall für den Freistaat verhängt. So soll die fortschreitende Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Der Katastrophenfall gilt ab sofort und für 14 Tage. Das öffentliche Leben wird weiter eingeschränkt, nicht nur Kinos, Clubs, Vereinsräume und ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, sondern auch Sport- und Spielplätze werden gesperrt.

Was der Katastrophenfall bedeutet

Montag, 16. März, 7.35 Uhr: Wenn die Staatsregierung den Katastrophenfall ausruft, dann greift sie zu einem Mittel, das üblicherweise bei Naturkatastrophen zum Einsatz kommt - meist sind das in Bayern Überschwemmungen oder Schneemassen. In der Regel wird ein Katastrophenfall auch nicht landesweit ausgerufen, sondern beschränkt auf einzelne Kommunen. Das bayerische Katastrophenschutzgesetz ist aber nicht auf Naturgefahren beschränkt, sondern lässt ganz bewusst sehr breiten Spielraum: Eine Katastrophe ist "ein Geschehen, bei dem Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen oder die natürlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß gefährdet oder geschädigt werden".

Die Ausrufung eines Katastrophenfalls klingt dramatischer als sie konkret ist. Denn diese Maßnahme hat vor allem organisatorische Gründe: Sie schafft eine einheitliche Kommandostruktur für die Behörden, damit diese gezielt und koordiniert auf eine Katastrophe reagieren können. Alle Einsätze von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk oder Hilfsorganisationen laufen dann über eine zentrale Stelle. Normalerweise übernehmen die Landratsämter die Funktion der Katastrophenschutzbehörde, bei überregionalen Bedrohungen kann das aber auch das Innenministerium in München sein. Das Gesetz gibt den Behörden darüber hinaus sehr weitreichende Möglichkeiten: Sie dürfen Katastrophengebiete räumen und den Zutritt verbieten. Sie hätten sogar das Recht, jeden Bürger zum Einsatz heranzuziehen - in Form von "Dienst-, Sach- und Werkleistungen".

Was die Staatsregierung genau plant, wollen Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Innenminister Joachim Herrmann in einer Pressekonferenz um zehn Uhr bekannt geben - ohne anwesende Journalisten. Die Statements werden im Internet übertragen.

Bayern arbeitet an Plänen für den Katastrophenfall

Sonntag, 15. März, 21.54 Uhr: In Bayern wird wegen des Coronavirus der Katastrophenfall ausgerufen. Das bestätigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Abend in einem Interview mit dem Bayerischen Fernsehen. Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus eine einheitliche Strategie fahren und entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, sagte Söder. Dem Vernehmen nach soll der Katastrophenfall zunächst für 14 Tage gelten.

Söder bestätigte zugleich, was am Nachmittag bekannt geworden war: etwa die Schließung von Bars und Schwimmbädern und Beschränkungen für Geschäfte. Ausgangsbeschränkungen für die Menschen in Bayern plane man nicht, sagte Söder. "Man sollte sich aber genau überlegen, wo man hingeht." Seine Regierung will zudem die Bundeswehr mit ihren Krankenhäusern in die Krisenpläne einbeziehen. Das Gesundheitsministerium soll - so berichten die Nürnberger Nachrichten - sämtliche Beatmungsgeräte im Land erfassen und ein Notfallkonzept entwickeln, wie sich sogenannte temporäre Krankenhäuser einrichten lassen. Sie sollen demnach in Messe-, Sport- und Konzerthallen entstehen, falls die Zahl der Erkrankten drastisch steigt.

Erste Schließungen am Dienstag

Sonntag, 15. März, 18.25 Uhr: Zu den geplanten Einschränkungen in Bayern werden erste Details bekannt. Von Dienstag an sollen alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen werden. Von Mittwoch an sollen dann auch ausgewählte Geschäfte ihre Pforten ganz dicht machen - nicht aber Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise.

Vierter Todesfall in Bayern

Sonntag, 15. März, 18.05 Uhr: In Bayern ist ein vierter Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Es handele sich um einen mehr als 80-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Abend mit. Der Mann habe im Seniorenheim St. Nikolaus gewohnt, im selben Pflegeheim wie jener Mann, der in der Nacht zum Donnerstag gestorben war und der als Bayerns erster Coronavirus-Toter gilt. Auch der nun Gestorbene sei vorerkrankt gewesen.

Polizei bittet, Anzeigen wenn möglich online zu erstatten

Sonntag, 15. März, 17.25 Uhr: Zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus bittet die Polizei, viele Anzeigen nur noch online zu erstatten. Wer etwa Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung an einem Fahrrad, Diebstahl von Teilen an einem Fahrzeug, Diebstahl von Gegenständen aus einem unversperrten Fahrzeug und Sachbeschädigung an einem Fahrzeug oder Betrug mittels Online-Auktion anzeigen wolle, der solle den Weg über die Internetseite www.polizei.bayern.de nutzen. Der Polizeinotruf 110 ist nach wie vor rund um die Uhr ohne Einschränkungen erreichbar. Dazu hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums München weiter: Wer über die 110 oder 112 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert und an Sars-CoV-2 erkrankt ist oder Kontakt zu einem bestätigten Infektionsfall hatte, solle dies gleich beim Anruf mitteilen. "Informieren Sie bitte auch mögliche Zeugen, andere Personen vor Ort und zusätzlich nochmals die ankommenden Polizeibeamten, damit der Einsatzablauf im Einzelfall an ein erhöhtes Infektionsrisiko angepasst werden kann."

Evangelische Landeskirche empfiehlt Verzicht auf Gottesdienste

Sonntag, 15. März, 16.55 Uhr: Nun verzichtet auch die evangelische Landeskirche angesichts der Corona-Krise auf Gottesdienste. Zumindest empfiehlt das die Leitung allen Gemeinden. Das gelte auch für Konfirmationen, Trauungen und Taufen, mit Ausnahme von Bestattungen, teilte der Landeskirchenrat mit. "In der aktuellen Situation gebietet die Nächstenliebe, zuerst an die besonders gefährdeten Kranken und Schwachen zu denken und Rücksicht auf sie zu nehmen", sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Er rief dazu auf, andere Formen des Gebets und der Verkündigung zu nutzen.

Zug wegen Coronavirus-Verdacht gestoppt

Sonntag, 15. März, 16.25 Uhr: Weil ein Zugbegleiter Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigte, ist am Sonntagvormittag in Schongau ein Regionalzug gestoppt worden. Das Gesundheitsamt habe alle Passagiere informiert, teilte ein Sprecher des Landratsamts Weilheim-Schongau mit. Der Bahnmitarbeiter habe über plötzliche Krankheitssymptome wie Schüttelfrost geklagt. Ob es sich tatsächlich um eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 handele, müsse der Test eines Rachenabstrichs ergeben. Da der Zugbegleiter sich sofort in ein Dienstabteil zurückgezogen habe, habe für die Fahrgäste kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestanden. Wie viele Menschen in dem Zug saßen, vermochten zunächst weder der Sprecher noch die Bundespolizei zu sagen.

Bayern plant Beschränkungen für Gastronomie und Läden

Sonntag, 15. März, 15.08 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Krise plant Bayern weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Geplant sind eine weitgehende Schließung von Bars und Schwimmbädern sowie Einschränkungen in der Gastronomie und für Geschäfte, wie die SZ am Sonntag aus Regierungskreisen erfuhr. Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Banken sollen von der Regelung ausgenommen werden. Das öffentliche Leben im Freistaat werde "heruntergefahren", hieß es aus einer Sitzung des Coronavirus-Krisenstabs der Staatsregierung am Sonntagnachmittag.

"München wird sich auf eine Zeit einrichten müssen, wie wir sie schon sehr lange nicht mehr hatten oder noch nie", sagte der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter. Er danke den Bürgern, sie seien sehr entspannt, wenn man sich die Biergärten ansieht, vielleicht ein bisschen zu entspannt. Darüber werde man nachdenken müssen, sagte Reiter bereits am Mittag. Auch sein Augsburger Kollege Kurt Gribl hatte mittags angekündigt, dass auch Clubs, Cafés und Restaurants geschlossen oder zumindest nur eingeschränkt geöffnet haben werden. "Das wird das Szenario der nächsten Woche sein und ab diesem Zeitpunkt für längere Zeit, bis wir die Krise überstanden haben." Das sei "auch logisch, wenn Klassen geschlossen werden, weil Übertragungsrisiken bestehen", sagte er. Dann gelte dies erst recht für größere Menschenansammlungen, die in Cafés oder Restaurants unkoordiniert zusammen kämen.

Neue Fallzahlen: 886 Infektionen im Freistaat, München bleibt Hotspot

Sonntag, 15. März, 13.46 Uhr: Wie aus den neuesten Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht, ist der aktuelle Stand der registrierten Corona-Fälle in Bayern auf 886 gestiegen. Am stärksten betroffen ist der Großraum München. Allein im Stadtgebiet zählen die Behörden 187 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2, ungefähr noch einmal so viele positive Tests sind aus den Landkreisen im S-Bahn-Gebiet der Landeshauptstadt gemeldet. In der Stadt München standen zudem am Sonntag knapp 1200 Menschen unter Quarantäne, da sie Kontakt zu einem Coronavirus-Patienten hatten. Der am stärksten betroffene Landkreis ist aktuell Freising, mit 74 bestätigten Infektionen. Die Gesamtzahl positiver Test ist damit im Vergleich zum Vortag um 205 Fälle in Bayern gestiegen.

Dritter Todesfall in Bayern bestätigt

Sonntag, 15. März, 12.56 Uhr: In Bayern sind am Sonntag kurz nacheinander ein zweiter und ein dritter Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus offiziell bestätigt worden. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. "Bei einem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Neu-Ulm um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Mann sei in der Nacht zum Sonntag gestorben. Zuvor hatte die Arbeiterwohlfahrt Schwaben mitgeteilt, dass in einem ihrer Seniorenheime in Kempten eine 86-Jährige nachweislich nach der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in einem Seniorenheim starb. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich drei Menschen an Covid-19 gestorben.

86-Jährige stirbt nach Infektion in Seniorenheim

Sonntag, 15. März, 11.37 Uhr: In Bayern ist ein weiterer Mensch einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlegen. Es handele sich um eine 86-jährige Frau aus einem Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das Gesundheitsamt Kempten habe das Heim darüber informiert, dass die Erkrankung und der Tod der Frau durch eine Infektion mit dem Virus verursacht wurde. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich zwei Menschen an Covid-19 gestorben. Am Donnerstag war ein Über-80-Jähriger im Klinikum Würzburg der Krankheit erlegen.

Die Bahn schränkt ihren Betrieb ein

Sonntag, 15. März, 10.24 Uhr: Von Montag an werden bei der Münchner S-Bahn die sogenannten Verstärkerzüge im Berufsverkehr auf mehreren Linien entfallen - und zwar auf den Linien S 2, S 3, S 4 und S 8. Grund sei, dass keine Schüler fahren und viele Menschen zu Hause im Home-Office arbeiten dürften, teilte die Bahn mit. Auch bei der Südostbayern-Bahn entfallen die Pendler-Verstärker-Züge zwischen Mühldorf und München, außerdem enden Züge von Mühldorf nach Salzburg bereits in Freilassing, jene nach Kufstein enden in Kiefersfelden. Der Zugverkehr nach Österreich werde wegen der Grenzschließung ab Montag eingestellt, teilte die Bayerische Oberlandbahn mit. Bei der Gäubodenbahn wird nach dem Ferienfahrplan gefahren. Die Bahn empfiehlt, im Internet zu prüfen, ob die gewünschte Verbindung noch aktuell ist. Da Tirol inzwischen auch als Corona-Risikogebiet eingestuft wird, fahren von Bayern aus ab sofort nicht mehr alle Züge dorthin. Die Züge Richtung Reutte enden vor der Grenze in Griesen beziehungsweise Pfronten-Steinach, die Züge in Richtung Seefeld in Mittenwald. Der Bahnverkehr ins tschechische Cheb über Schirnding wurde bereits am Freitag eingestellt.

BR und Ministerium starten Bildungsprogramm

Sonntag, 15. März, 9.30 Uhr: In Bayern können Schülerinnen und Schüler von nächster Woche an von zuhause aus mit Unterrichtsmaterialien lernen. Der Bayerische Rundfunk (BR) und das Kultusministerium starten von Montag an das Programm "Schule daheim." Auf dem Kanal ARD-alpha werden montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr verschiedene Lernformate gesendet, wie der BR am Sonntag mitteilte. Die Inhalte sind auch über die BR Mediathek abrufbar und werden mit zusätzlichen Materialien auf dem Infoportal Mebis ergänzt.

Das Programm soll für sämtliche Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen gelten und dabei täglich jede Fächergruppe (MINT, Geisteswissenschaften, Sprachen) berücksichtigen. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte dem BR: "Wichtig ist, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern verschiedene Möglichkeiten bieten, Unterrichtsinhalte von zu Hause aus zu bearbeiten." Am Freitag hatte die Staatsregierung beschlossen, in Bayern alle Schulen bis zum Ende der Osterferien wegen der aktuellen Situation um das neuartige Coronavirus zu schließen.

München zwangsrekrutiert Lehrer als Wahlhelfer

Samstag, 14. März, 23.20 Uhr: Wegen der Corona-Krise sagen in München offenbar viele ehrenamtliche Wahlhelfer ihren Dienst an diesem Sonntag ab, deshalb braucht die Stadt neue Wahlhelfer - per Allgemeinverfügung will sie nun alle städtischen Lehrerinnen und Lehrer zwangsrekrutieren. Der Allgemeinverfügung zufolge sollen sie am Sonntag um 15 Uhr in Halle A2 der Messe Riem sein, dort werden die Briefwahlbögen ausgezählt. Weil dazu etwa 5000 Helfer in insgesamt sechs großen Hallen zusammenkommen, haben viele Bedenken wegen eines erhöhten Ansteckungsrisikos. Außerdem ist noch unklar, wie viele der städtischen Lehrer die Anordnung überhaupt gelesen haben, datiert ist sie auf diesen Samstag.

Gottesdienste online und im Radio

Samstag, 14. März, 18.20 Uhr Nach der Absage von Gottesdiensten im Erzbistum München und Freising bis zum 3. April appelliert Kardinal Reinhard Marx an die Gläubigen, Solidarität zu zeigen. Es müsse in der Corona-Krise alles getan werden, um das Ansteckungsrisiko zu vermindern, "besonders für die Kranken, für die Alten, für die Schwachen". Zum Beten sollen die Kirchen geöffnet bleiben, auch in Notfällen werde Seelsorge weiter für die Menschen da sein. Von Sonntag an soll bis auf Weiteres jeden Tag ein Gottesdienst aus der Sakramentskapelle des Münchner Liebfrauendoms live im Internet und im Radio übertragen werden - jeweils sonntags um 10 Uhr sowie montags bis samstags um 17.30 Uhr. Auf der Homepage der Diözese Würzburg steht ein "Gebet für Betroffene und andere", das Bistum Regensburg will die Messe aus dem Regensburger Dom bis Ostersonntag live im Internet übertragen. "Wir planen bereits, die Kar- und Osterliturgie aus Passau live zu übertragen, damit möglichst viele gefahrlos die Gottesdienste mitfeiern können", erklärte das Bistum Passau. Die evangelisch-lutherische Landeskirche teilte auf ihrer Homepage mit, sie werde "wie bisher Gottesdienste anbieten und dabei auf größeren Sitzabstand achten".

In vielen Moscheen in Bayern fielen die Freitagsgebete aus. Für den Zentralrat der Muslime soll diese Regelung mindestens bis Ende März gelten. Die Islamische Gemeinde in Nürnberg empfiehlt zudem, einen eigenen Gebetsteppich zu verwenden. Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern sagte Synagogenführungen und Veranstaltungen ab.

Zugspitzbahn: Kein Betrieb ab Montag wegen Corona-Krise

Samstag, 14. März, 15.05 Uhr: Die Zugspitzbahn stellt den Betrieb von Montag an bis auf Weiteres ein. "Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch", sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. Von der Vorsichtsmaßnahme betroffen seien sämtliche Bergbahnen. Der öffentliche Nahverkehr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Grainau bleibe aber bestehen, hieß es weiter. Schon am Sonntag sollen die Besucherzahlen in den Skigebieten begrenzt werden. Auch die Alpen Plus Gebiete Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld beenden die Saison am Montag vorzeitig. Am Freitag hatten bereits die Bergbahnen am Wendelstein und am Großen Arber sowie das Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald die Einstellung ihres Betriebs angekündigt. Auch die beiden österreichischen Bundesländer Tirol und Salzburg gaben bekannt, alle Seilbahnen zu schließen.

Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern auf 681 gestiegen

Samstag, 14. März, 14.54 Uhr: In Bayern steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter. Bislang sind im Freistaat 681 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mitteilte (Stand 13 Uhr). Das sind 123 Fälle mehr als am Vortag. Mit 364 gibt es die meisten registrierten Infektionen in Oberbayern, davon in München 178 Fälle, in Freising 51 Fälle und in Starnberg 34 Fälle. In die 681 Fälle eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Staatsregierung regelt Anspruch auf Notbetreuung

Samstag, 14. März, 12.32 Uhr: Wessen Beruf ist so unabdingbar, dass es eine Betreuung für die Kinder geben muss, damit er oder sie weiter in die Arbeit gehen kann? Das war für die beteiligten Ministerien in den vergangenen Tagen eine der zentralen Fragen, als es darum ging, ob und wie man alle Schulen und Kindertagesstätten schließt. Man einigte sich darauf, dafür "Bereiche der kritischen Infrastruktur" zu definieren. Bei der Verkündung am Freitag hieß es, dass darunter zum Beispiel das Gesundheitssystem, die Polizei und Rettungskräfte fallen. Inzwischen zeigt sich: Deutlich mehr Eltern als gedacht werden in den kommenden fünf Wochen ihre Kinder in eine Notbetreuung schicken können.

Denn inzwischen hat das Gesundheitsministerium den Text seiner Allgemeinverfügung veröffentlicht. Und darin heißt es, dass zum Beispiel auch die Lebensmittelversorgung als "kritische Infrastruktur" betrachtet wird. Das umfasst nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit alle Tätigkeiten von der Herstellung über Verarbeitung und Vertrieb bis hin zum Verkauf. Die Notbetreuungsregelung gilt also auch für alle Beschäftigten in entsprechenden Betrieben, seien es nun große Molkereien oder kleine Bäckereien, und nicht zuletzt in Lebensmittelläden. Auch Bus- und Trambahn-Fahrer können ihre Kinder weiter in die Schule oder die Kita schicken. Der öffentliche Nahverkehr gehört ebenso zu den Ausnahmebereichen wie Energie- und Wasserversorgung sowie Müllabfuhr oder auch zentrale "Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung". Wer immer dort arbeitet, kann die Notbetreuung für seine Kinder in Anspruch nehmen.

Wörtlich genannt werden in der Allgemeinverfügung: "Einrichtungen, die der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie der Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), der Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung), der Lebensmittelversorgung und der Handlungsfähigkeit zentraler Stellen von Staat, Justiz und Verwaltung dienen".

Kinder können dann in die Notbetreuung geschickt werden, wenn beide Elternteile in einem dieser Bereiche beschäftigt sind und arbeiten müssen - bei Alleinerziehenden natürlich nur der betreuende Elternteil. Ausgeschlossen sind in jedem Fall Kinder, die selbst krank sind, die Kontakt hatten zu einer Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, oder die in den vergangenen Tagen in einem der Corona-Risikogebiete waren.

Bayerns Spielbanken schließen wegen Coronavirus

Samstag, 14. März, 12.08 Uhr: Die Spielbanken im Freistaat stellen vorübergehend den Betrieb ein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die neun staatlichen Spielbanken sollen von sofort an bis einschließlich 19. April geschlossen bleiben, wie Lotto Bayern am Samstag mitteilte. "Oberste Priorität hat die Gesundheit unserer Gäste sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", hieß es. Betroffen sind von der Maßnahme die Spielbanken in Garmisch-Partenkirchen, Bad Wiessee, Bad Kissingen, Bad Reichenhall, Bad Steben, Feuchtwangen, Lindau, Bad Füssing und Bad Kötzting.

Neuschwanstein und andere Schlösser schließen

Samstag, 14. März, 11.20 Uhr: Wegen der Corona-Krise schließt die Bayerische Schlösserverwaltung ihre Sehenswürdigkeiten. Das trifft die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau ebenso wie etwa Herrenchiemsee, die Walhalla oder die Befreiungshalle in Kelheim. All die Sehenswürdigkeiten sind "bis auf Weiteres" geschlossen. Auf der Homepage der Behörde findet sich nur ein knapper Hinweis, auf Facebook wird ergänzt, dass die Parkanlagen - dazu gehört etwa der Englische Garten in München - geöffnet bleiben.

Beim Schloss Neuschwanstein war die Corona-Krise bereits recht früh spürbar, weil es vor allem für Touristen aus China ein Anziehungspunkt ist - diese Gäste fehlen der Sehenswürdigkeit nun schon länger.

Freistaat unterstützt Busunternehmen

Samstag, 14. März, 11.07 Uhr: Nach der Schließung sämtlicher Schulen in Bayern unterstützt der Freistaat die Busunternehmen. Diese sind von der Entscheidung betroffen, weil dadurch der komplette Schulbusverkehr zum Erliegen kommt. Nun würden Abschlagszahlungen für das Jahr 2020 vorgezogen, teilte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Samstag mit. Diese Abschlagszahlungen erhalten Busunternehmen dafür, damit Zeitfahrkarten für Schüler und Auszubildende günstiger sind. Die Summe für ganz Bayern liegt laut Schreyer bei etwa 35 Millionen Euro. Eigentlich sei die Zahlung erst im Juli fällig. Da viele Unternehmen sowohl im öffentlichen Personennahverkehr als auch im Reiseverkehr aktiv seien, profitiere eine Vielzahl der Busunternehmen von dieser Maßnahme, betonte die Ministerin. Die Unternehmen könnten bereits von Montag an die Auszahlung des Ausgleichs formlos beantragen.

Auch Landkreise und kreisfreie Städte erhalten jedes Jahr Abschlagszahlungen. Die nächste Auszahlung sei für Mai vorgesehen gewesen. Schreyer zufolge sollen nun schon in wenigen Tagen 75 Prozent der Vorjahressumme ausbezahlt werden.

Therme Erding schließt

Samstag, 14. März, 9.15 Uhr: Der größte Besuchermagnet Bayerns schließt vorübergehend für Besucher: Die Therme Erding meldet auf ihrer Homepage, dass sie von diesem Samstag, 14. März, an, vorübergehend schließt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) hat das am Freitagabend entschieden. Mehr als 1,8 Millionen Besucher waren 2019 in der Therme, etwa 1000 Menschen arbeiten dort. Wann die Therme wieder öffnet, ist derzeit wohl unklar. Bei den anderen großen Thermen Bayerns läuft der Betrieb offenbar weiter, so verkünden die Betreiber es auf ihren Internetseiten.

Die Bayern kaufen wieder mehr Lebensmittel ein

Freitag, 13. März, 17.23 Uhr: Nach der Ankündigung von Schulschließungen und anderen Einschränkungen kommt es in Bayern wieder zu mehr Hamsterkäufen. Nachdem das Thema im Verlauf der Woche abgeebbt sei, hätten die Käufe am Freitag nach den für viele Menschen beunruhigenden Nachrichten wieder angezogen, sagte ein Sprecher des Handelsverbands Bayern. Eine Rolle spiele dabei aber auch, dass am Freitag typischerweise der Wochenendeinkauf gemacht werde und verunsicherte Kunden nun eben mehr einkauften. "Es ist nicht so, dass es flächendeckend in Bayern zu Panikkäufen kommt", betonte der Sprecher. Allerdings könne es punktuell in einigen Supermärkten dazu kommen, dass Artikel ausverkauft seien. Grundsätzlich sei die Warenversorgung in Bayern gesichert. "Es hat noch in keinem bayerischen Supermarkt Tumulte im Kampf um die letzte Klorolle gegeben", sagte der Sprecher.

Thermalbäder wollen geöffnet bleiben

Freitag, 13. März, 17.11 Uhr: Trotz des Coronavirus bleiben die bayerischen Saunen, Schwimm- und Thermalbäder vorerst geöffnet. Josefine Kohlmeier, die Werkleiterin der Rottal Terme in Bad Birnbach, sagt: "Die Thermalwasserbecken werden mit Chlorgas und Kohlensäure desinfiziert. Durch die hohe Keimtötungsgeschwindigkeit in den Becken besteht keinerlei Ansteckungsgefahr." Viren würden nicht über das Wasser übertragen und sogar durch chloriertes und temperiertes Wasser zerstört. Auch Wilfried Huhn, der Geschäftsführer der Therme Eins in Bad Füssing, sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Thermen, fügt allerdings an: "Ich gehe davon aus, dass auch wir bald schließen werden." Marcus Maier von der Therme Erding sagt: "Risikogruppen empfehlen wir analog der Empfehlung der Regierung möglichst zu Hause zu bleiben."

Nun schließen auch die Museen und Bibliotheken

Freitag, 13. März, 16.05 Uhr: In Bayern werden immer mehr öffentliche Einrichtungen für Wochen dicht gemacht. Das Wissenschaftsministerium zum Beispiel teilte mit, dass es in den staatlichen Museen und Sammlungen, Archiven und Bibliotheken keinen Publikumsverkehr mehr geben werde - von Samstag bis zum Ende der Osterferien am 19. April. Das Deutsche Museum in München bleibt ebenfalls zu. So verfährt auch die Landeshauptstadt München. Deren Bühnen haben wie auch die Münchner Philharmoniker den Betrieb bereits eingestellt, nun schließen auch die städtischen Museen, das NS-Dokuzentrum, die Stadtbibliothek und die Volkshochschule - und zwar jeweils bis zum 19. April. Ihre Vorstellungen abgesagt haben inzwischen auch der Circus Krone und der Cirque du Soleil in München - sie wollten ursprünglich vor einem verkleinerten Publikum weiterspielen. Wie die Stadt mitteilte, sind von der Schließung der Schulen in München zudem alle Bezirks- und Schulsportanlagen betroffen. Die Gebäude der städtischen Behörden seien "nur noch eingeschränkt zugänglich", und zwar aus dienstlichen Gründen sowie für den Partei- und Kundenverkehr. Die Münchner sollten einstweilen nur unaufschiebbare Behördengänge erledigen.

Erzbistum lässt alle Gottesdienste ausfallen

Freitag, 13. März, 15.40 Uhr: Im Erzbistum München und Freising gibt es in den nächsten drei Wochen keine öffentlichen Gottesdienste mehr. Es gelte, der Ausbreitung des Coronavirus durch die Zusammenkunft von Menschen nicht weiter Vorschub zu leisten, heißt es in einer Mitteilung. Die Kirchen blieben zu den üblichen Zeiten geöffnet. Die Seelsorger seien natürlich weiter für die Menschen da. Sie brächten aber nur noch in dringlichen, etwa lebensbedrohlichen Situationen auch die Kommunion nach Hause und spendeten die Krankensalbung.

558 Infizierte und 4000 Menschen unter Quarantäne

Freitag, 13. März, 14.45 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Bayern ist erneut gestiegen - um 58 auf 558. Besonders stark macht sich das in München bemerkbar, wo inzwischen mehr als jeder Vierte aller Infizierten in Bayern lebt, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilte. Da die Gesundheitsämter weiterhin versuchen, jene Menschen zu finden, die mit einem Erkrankten zuletzt engeren Kontakt hatten, steigt naturgemäß auch diese Zahl: Das LGL sprach am Freitagmittag von aktuell etwa 4000 Kontaktpersonen. Sie alle müssen auf Geheiß der Behörden zu Hause unter Quarantäne bleiben.

Telefonseelsorger mit Corona-Themen konfrontiert

Mittwoch, 13. März, 14.40 Uhr: Die Leiterin der ökumenischen Würzburger Telefonseelsorge, Ruth Belzner, schließt angesichts der Coronavirus-Epidemie eine Zunahme von Anrufen bei ihrer Einrichtung nicht aus. "Viele Menschen werden wohl das Bedürfnis haben, ihre Ängste zu formulieren", sagte Belzner. Bei manchen werde es sicher auch um die Frage gehen, wie sie mit ihrer schon jetzt oftmals belastenden Einsamkeit umgehen, wenn das öffentliche Leben immer weiter zum Erliegen kommt. Für einige der Anrufer sei schon in den vergangenen Tagen "diese Unfassbarkeit" der Bedrohung beängstigend gewesen. Wenn man mit seinen Sorgen und Nöten unfreiwillig isoliert sei, "dann beginnt man, über sich und ungelöste Lebensfragen nachzudenken". Hier könne ein Anruf bei der Telefonseelsorge natürlich hilfreich sein, sagte Belzner. "Wir versuchen, die Dienste aufrecht zu erhalten - gerade jetzt."

Lastwagen dürfen jetzt auch sonntags fahren

Freitag, 13. März, 12.52 Uhr: Um die Versorgung mit Waren sicherzustellen, hebt Bayern das Fahrverbot für Lastwagen an Sonn- und Feiertagen auf - und zwar unabhängig davon, was sie transportieren. Das gelte ab sofort bis Ende März, sagte Innenminister Joachim Herrmann. "Damit erleichtern wir den Gütertransport rund um die Uhr auch am Sonntag." Das bayerische Vorgehen sei mit dem Nachbarland Tirol abgestimmt, das genauso verfahre. Bereits vergangene Woche hatte der Freistaat das Sonntagsfahrverbot für bestimmte Waren wie Lebensmittel oder Hygieneartikel gelockert.

Söder fordert Steuersenkungen für die Wirtschaft

Freitag, 13. März, 12.29 Uhr: Die Staatsregierung und bayerische Wirtschaftsvertreter haben einen gemeinsamen Krisenstab ins Leben gerufen. Mindestens einmal wöchentlich soll er zusammenkommen und beraten, wie sich die ökonomischen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs lindern lassen. Das gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und die Spitzenverbände der Wirtschaft bekannt. Söder und Aiwanger wollen zudem einen "bayerischen Rettungsschirm" für kleine und mittlere Unternehmen aufspannen. Am wichtigsten sei, dass die Betriebe zahlungsfähig blieben, sagte Söder. Neben Hilfen durch die landeseigene Förderbank und einem möglichen neuen "Bayernfonds" seien alle Behörden im Freistaat zur Unterstützung der Unternehmen aufgefordert, etwa indem sie Gebühren aussetzen oder Steuerzahlungen stunden. Auf Bundesebene müsse zudem darüber nachgedacht werden, etwa die Stromsteuer oder die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu senken - damit würde Energie billiger werden. Für Hotels und Gastronomie müsse die Mehrwertsteuer gesenkt werden, forderte Söder. Eine Rezession stehe unmittelbar bevor, sagte Söder, nun gelte es den "Verlust von Tausenden, vielleicht Millionen Arbeitsplätzen" zu vermeiden. Die Wirtschaftsvertreter zeigten sich über die Maßnahmen erleichtert. "Alles, was die Konjunktur stützt, das nützt", sagte Wolfram Hatz, Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Unterdessen wurde die für Montag geplante zweite Runde der Tarifgespräche der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bis auf weiteres verschoben. Wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus hätten die Gespräche bereits in deutlich reduzierter Besetzung stattfinden sollen, nun wurden sie ganz verschoben. Die Gespräche in Bayerns wichtigstem Wirtschaftszweig hatten dieses Jahr früher als sonst begonnen. Ziel war, sie vor Ende der Friedenspflicht am 28. April zu einem Ende zu bringen. Ob dies gelingt, wird nun auch davon abhängen, wann die Verhandlungen fortgeführt werden können.

Bayern erlässt Besuchsverbot für Pflege- und Altenheime

Freitag, 13. März, 9.26 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Angehörigen weitgehend den Besuch von Alten- und Pflegeheimen. Das Besuchsrecht werde deutlich eingeschränkt, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in München. Wer in einem Corona-Risikogebiet wie etwa Italien war oder Kontakt zu einem infizierten Patienten hatte, dürfe generell nicht mehr bei Bewohnern von Altenheimen vorbeischauen, erläuterte Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Regelung gelte auch für alle Krankenhäuser und Behinderteneinrichtungen. Darüberhinaus würden Besuche dort auf "einen Besucher pro Tag, eine Stunde pro Patient" beschränkt, sagte Huml. Das Besuchsverbot gelte aber zum Beispiel nicht für Eltern, wenn ihr Kind in einer Klinik behandelt werde, oder für Angehörige eines Patienten, der im Sterben liege.

Huml und Söder betonten in einer Pressekonferenz am Freitagmorgen, dass jetzt vor allem die ältere Bevölkerung geschützt werden müsse. Deshalb sollte auch die Betreuung von Kindern, die von Montag an nicht mehr in Schulen oder Kitas gehen dürfen, nicht bei den Großeltern organisiert werden.

Nach den Vorstellungen der Staatsregierung soll zudem keine Veranstaltung mehr stattfinden, zu der mehr als 100 Besucher kommen - "für die nächsten Wochen", wie Söder sagte. Das ist kein Verbot; die Staatsregierung will aber verfügen, dass solche Veranstaltungen den Städten und Gemeinden gemeldet und mit den Behörden besprochen werden müssen. Generell gastronomische Betriebe schließen will sie nicht, auch wenn Söder erwartet, dass viele Restaurants oder Kneipen wegen ausbleibenden Publikums von selbst zeitweilig schließen dürften. "Das öffentliche Leben wird sich in den nächsten Wochen von selbst herunterfahren." Die Kommunalwahl am Sonntag soll wie geplant stattfinden.

Bayern schließt alle Schulen und Kitas

Freitag, 13. März, 8.02 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sperrt der Freistaat alle Schulen und Kindertagesstätten zu. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung am Freitagmorgen aus Kreisen der Staatsregierung. Die Regelung gilt vom kommenden Montag an. Alle Einrichtungen bleiben bis zu den Osterferien geschlossen. Fünf Wochen lang wird kein Kind in Bayern eine Schule besuchen können. Die Osterferien beginnen in Bayern am 4. April und enden am 19. April. Auch die Kindertagesstätten bleiben bis einschließlich 3. April geschlossen. Für die Öffnung oder Schließung in den Ferien gibt es jedoch keine einheitlichen Regeln, jede Einrichtung oder jeder Träger entscheidet selbst über die Schließzeiten. Einzelheiten will die Staatsregierung noch am Freitagmorgen um neun Uhr mitteilen.

Auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern werden geprüft

Donnerstag, 12. März, 18.52 Uhr: In Bayern können wegen des Coronavirus auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern abgesagt werden. Darauf verwies am Donnerstagabend Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Die Behörden nähmen in solchen Fällen vor Ort eine genaue Risikobewertung vor. Grundlage dafür sei ein Kriterienkatalog des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dieser Katalog umfasst ein Punktesystem, bei dem eine Absage oder Verschiebung empfohlen wird, je mehr Punkte eine geplante Veranstaltung bekommt. Bei Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen gebe es auf Grundlage der Risikobewertung des LGL schon allein aufgrund der Teilnehmerzahl die Empfehlung an die örtlichen Behörden, die Veranstaltung abzusagen oder zu verschieben.

Bei Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern würden verschiedene Kriterien geprüft. Dazu zählen die Herkunft der Teilnehmer, die Räumlichkeiten oder die Frage, ob Risikopersonen wie ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen im Publikum sind. Huml betonte: "Es gilt in Bayern der Grundsatz: Alle Veranstaltungen, die nicht zwingend nötig sind, sollten abgesagt oder verschoben werden." Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern müssen - wie seit Mittwoch bekannt - abgesagt werden.

Universität der Bundeswehr stellt Lehrbetrieb ein

Donnerstag, 12. März, 18 Uhr: Die Universität der Bundeswehr München in Neubiberg hat ihren Lehrbetrieb bis zum 14. April eingestellt. Dies teilte ein Sprecher am Donnerstagabend mit. Wichtige Prüfungen sollen weiter abgehalten werden. Auch der Forschungsbetrieb läuft weiter. "Die Uni wird nicht komplett dichtgemacht."

Die Universität der Bundeswehr im Münchner Vorort Neubiberg wurde 1973 auf Bestreben des damaligen Bundesverteidigungsministers Helmut Schmidt unter dem Namen "Hochschule der Bundeswehr München" gegründet. An ihr gibt es derzeit rund 3400 Studierende, die von gut 200 Dozenten unterrichtet werden.

Erster Coronavirus-Todesfall in Bayern bestätigt

Donnerstag, 12. März, 16.04 Uhr: In Würzburg ist erstmals in Bayern ein Mensch am Coronavirus gestorben. Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums sagte: "Es handelt sich nach Angaben des Universitätsklinikums Würzburg um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen und Pflegebedürftigkeit." Der Mann ist in der Nacht zum Donnerstag gestorben.

Söder deutet baldige flächendeckende Schulschließungen in Bayern an

Donnerstag, 12. März, 14.45 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) deutet an, dass im Freistaat bald deutlich mehr Schulen geschlossen werden dürften. Für Bayern schließe er generelle, flächendeckende Schulschließungen nicht aus, sagte er nach einem Treffen der Ministerpräsidenten in Berlin; das umfasse auch Kindertagesstätten. "Wir müssen unser Tempo der Entwicklung anpassen." Über eine Schließung, die die Staatsregierung bislang abgelehnt hatte, solle am Freitagvormittag entschieden werden, man wolle die Beratung im Kanzleramt am Donnerstag abwarten. Details nannte Söder nicht, kündigte aber an, bei einer Schließung werde es Notfallbetreuungen "für relevante Zielgruppen" geben. Er habe Gesundheits-, Sozial- und Kultusministerium gebeten, "sich vorzubereiten auf die Situation, dass wir vielleicht eine solche Entscheidungen treffen müssen".

Nun 500 Menschen in Bayern mit Sars-CoV-2 infiziert

Donnerstag, 12. März, 14.25 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern ist sprunghaft gestiegen - um gut 130 auf nun insgesamt 500. Das meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstagnachmittag. Gut die Hälfte der Patienten lebt in Oberbayern. Besonders betroffen ist die Landeshauptstadt: Aus München wurden vom LGL 96 Fälle gemeldet. Gemessen an der Einwohnerzahl hat sich das Virus aber am stärksten im Landkreis Freising ausgebreitet. Dort wurden bisher 56 Infektionen bekannt, in München leben etwa achtmal so viele Menschen wie in diesem Landkreis.

Vor allem in Oberbayern werden Schulen geschlossen

Donnerstag, 12. März, 13.50 Uhr: Wegen bestätigter Coronavirus-Infektionen bei Lehrern oder Schülern sind in Bayern inzwischen mehr als 100 Schulen geschlossen. Am frühen Donnerstagnachmittag meldete das Kultusministerium 109 Einrichtungen, die zu waren. Mehr als die Hälfte dieser Schulen liegt in Oberbayern, allein in München fand an 26 Schulen kein Unterricht statt. In den Zahlen nicht enthalten sind Teilschließungen - wenn also nur einzelne Klassen wegen Corona-Verdachtsfällen zu Hause bleiben müssen. Einen Überblick über die aktuellen Schulschließungen in Bayern finden Sie hier.

FC Augsburg bestreitet drei Heimspiele ohne Publikum

Donnerstag, 12. März, 11.43 Uhr: Der FC Augsburg wird die nächsten drei Heimspiele der Fußball-Bundesliga gegen Wolfsburg, Köln und Paderborn ohne Zuschauer bestreiten und das Rahmenprogramm deutlich zurückfahren. "Das ist natürlich kein schöner Tag", sagte Geschäftsführer Michael Ströll am Donnerstag, bezeichnete die Maßnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus aber als "in der aktuellen Lage alternativlos". Der Freistaat Bayern hatte in dieser Woche verfügt, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. In der Partie am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg werden "vermutlich maximal 100 bis 150" Mitarbeiter und Helfer im Stadion sein, sagte Ströll. Journalisten seien zu der Partie ebenfalls zugelassen. Interviews in einer sogenannten Mixed Zone werde es aber nicht geben. Darüber hinaus wird auf Ansagen durch den Stadionsprecher verzichtet, es gibt keine Einlaufmusik und keine Fanfaren bei Toren. "Wir werden ein ganz, ganz schmales Ensemble haben rund um das Spiel", sagte Ströll.

Er erklärte zudem, dass sich der finanzielle Verlust für den FCA im hohen sechsstelligen Bereich befinde und damit "enorm" sei. "Das trifft uns hart. Es ist nicht dramatisch, aber sehr empfindlich." Es müsse sich aber keiner Sorgen um den FC Augsburg machen, weil dieser in den vergangenen Bundesliga-Jahren einige Reserven angelegt habe. Tageskarteninhaber können den Eintrittspreis zurückverlangen. Auch Fans mit Jahreskarten würden eine Kompensation erhalten. Details dazu aber gebe es erst, wenn klar ist, ob es bei den drei Heimspielen ohne Zuschauer bleibe oder ob danach noch weitere dazukommen.

Evangelische Kirche verschiebt Landessynode

Donnerstag, 12. März, 10.49 Uhr: Die Frühjahrstagung der bayerischen evangelischen Landessynode wird verschoben. Das hat Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm mitgeteilt. "Mit dieser Entscheidung beteiligen wir uns an den allgemeinen Präventionsbemühungen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus", sagte er. Die konstituierende Sitzung des im Dezember neu gewählten Kirchenparlaments sollte eigentlich vom 22. bis 26. März in Bayreuth stattfinden. Zudem wird es laut Landeskirche vorerst keine Gottesdienste zu Amtseinführungen oder Einweihungen mehr geben - denn zu diesen kämen häufig Menschen aus ganz Bayern zusammen.

Flughafen-Kontrolleur positiv getestet

Donnerstag, 12. März, 9.45 Uhr: Ein Sicherheitsmitarbeiter des Münchner Flughafens ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der betroffene Mitarbeiter sei nicht im Dienst, teilte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern mit. Auch seine Kollegen der Arbeitseinheit seien bis auf Weiteres von der Arbeit freigestellt. Mit wem der Infizierte außerdem noch Kontakt gehabt habe, werde ermittelt. Die Passagierkontrollen am Flughafen seien davon nicht betroffen und liefen zunächst weiter.

Unabhängig davon geht der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach eigenen Worten davon aus, dass Kontrollen insbesondere an Flughäfen noch weiter verschärft werden müssen. Es müsse alles dafür getan werden, "dass aus Richtung Asien, das gilt für China genauso wie für den Iran, der ein großes Risikogebiet geworden ist, dass auf keinen Fall zusätzliche Ansteckungsgefahren hier importiert werden", sagte Herrmann im Deutschlandfunk. Er plädiert außerdem dafür, dass sich die Regierungen aller Bundesländer "aufraffen" und konsequent Beschlüsse zur Eindämmung des Virus fassen. "Es macht keinen Sinn, dass Dinge in einem Land erlaubt sind, und in einem anderen verboten sind." Es brauche "ein gemeinsames Handeln".

Erzbistum München und Freising sagt bis Ostern alle Taufen und Firmungen ab

Donnerstag, 12. März, 09.23 Uhr: Das Coronavirus greift tief ins kirchliche Leben ein: Als erstes der bayerischen Bistümer ergreift das Erzbistum München und Freising weitreichende Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Erregers. So werden alle Firmungen und Taufen verschoben - vorerst bis Ostern. Auch Kindergottesdienste, Senioren- oder Firmnachmittage sollten "im Zweifel" nicht mehr stattfinden, die Kirchenchöre sollten sich nicht mehr zu Proben treffen, teilte das Erzbistum mit. Das empfehle der eigens eingerichtete Krisenstab.

Die Bistumsleitung selbst hat bereits zwei große Gottesdienste gestrichen: Weder werde Erzbischof Reinhard Marx am kommenden Sonntag die Messe zum Papstsonntag im Münchner Liebfrauendom feiern noch werde der Kreuzweg der Völker stattfinden, an dem in der Regel mehrere tausend Menschen am Karfreitag in München teilnehmen. Wie man mit den großen Gottesdiensten am Karfreitag und Ostern verfahre, habe man noch nicht entschieden.

Forscher vermuten: Erreger kam von Stockdorf nach Italien

Mittwoch, 11. März, 21.13 Uhr: Wissenschaftler äußern die Vermutung, dass das Coronavirus nicht direkt aus China, sondern über München nach Italien eingeschleppt wurde. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam aus Mailand. Zwar gelang es auch ihm nicht, die Person zu ermitteln, die Auslöser für alle weiteren Ansteckungen in Italien war. Aber die Experten ziehen nach einer ausführlichen Gen-Analyse der Virus-Ausbreitung eine Verbindung zu einem Fall in Deutschland. Es gehe um eine Person, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen dem 19. und dem 22. Januar in München infiziert habe, sagt Teamleiter Massimo Galli von der Mailänder Sacco-Klinik.

Der deutsche Patient habe sich das Virus eingefangen nach einem Kontakt mit einer Person, die aus Shanghai gekommen sei. Sie meinen damit also einen der Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto, in dessen Zentrale in Stockdorf bei München Ende Januar die ersten Infektionen in Deutschland aufgetreten waren. Von dort aus sei das Virus womöglich nach Italien gelangt, wo es sich dann vermutlich ab dem 25. oder 26. Januar ausgebreitet habe, ohne dass zunächst Symptome zu erkennen gewesen seien, argumentieren die Forscher aus Mailand. Die erste Infektion wurde erst am 21. Februar in der Lombardei festgestellt. Die Hypothese, dass der Erreger nicht von China, sondern von Bayern aus nach Italien gelangt sei, wurde vergangene Woche erstmals von Fachleuten öffentlich diskutiert.

Regierung erwägt, die Osterferien vorzuziehen

Mittwoch, 11. März, 17.59 Uhr: Auch wenn die Stimmen lauter werden, die eine generelle Schließung aller Schulen fordern - davon will die Staatsregierung derzeit nichts wissen. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mahnt zur Ruhe und hält an der bisherigen Linie fest, Schulen in Absprache mit den Gesundheitsämtern individuell zu schließen, wenn dort Infektionen auftreten. Denn die Regierung befürchtet offenbar deutliche Auswirkungen auf Feuerwehren, Krankenhäuser und Polizei, wenn Eltern ihre Kinder plötzlich daheim betreuen müssen. Intern diskutiert wird aber, die Osterferien vorzuziehen, die am 6. April beginnen. Alles sei möglich, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag gesagt. Am Mittwoch blieben etwa 80 Schulen im Freistaat zu.

Weilheimer Patient wird in Uni-Klinik verlegt

Mittwoch, 11. März, 15.45 Uhr: Der Zustand des 80-jährigen Coronavirus-Patienten im Krankenhaus in Weilheim hat sich derart verschlechtert, dass er ans Klinikum rechts der Isar in München verlegt werden musste. In der Nacht auf Mittwoch seien die Ärzte auf der Intensivstation gezwungen gewesen, die Intensität der Beatmung zu verstärken, berichtet das Weilheimer Landratsamt. Es zeichne sich ab, dass der Mann eine externe Lungenunterstützung benötige, wie es sie nur in Spezialzentren von Unikliniken gebe. Seinen Zustand bezeichneten die Behörden schon zuvor als "kritisch". Der Patient leidet infolge seiner Infektion an einer Lungenentzündung und wird mit einem HIV-Medikament behandelt. Die Klinik erwartet zudem das Ebola-Präparat "Remdesivir", das in den USA angefordert wurde. Es soll sofort an das Klinikum rechts der Isar weitergegeben werden.

Augsburger Plärrer abgesagt

Mittwoch, 11. März 14.55 Uhr: Das nach eigener Angabe "größte Volksfest Schwabens", der Augsburger Plärrer, ist abgesagt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. Der Osterplärrer hätte von 12. bis 26. April stattfinden sollen, kalkuliert worden war mit mehr als einer halben Million Besucher. Unklar ist bisher, ob auch die Augsburger Osterdult an der Vogelmauer zwischen Jakobertor und Vogeltor abgesagt werden muss. Der Markt war vom 11. bis 26. April angesetzt. Dass immer mehr Volksfeste gestrichen werden, sei eine "Katastrophe", klagen Schausteller.

Landesamt meldet 52 neue Infektionen

Mittwoch, 11. März, 14.48 Uhr: In Bayern haben sich weitere 52 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Montag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 366 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Kirche berät über Corona-Folgen für Ostergottesdiente

Mittwoch, 11. März, 14.36 Uhr: Das Erzbistum München und Freising hat für den Umgang mit dem Coronavirus einen Krisenstab eingerichtet. Er werde beraten, welche Konsequenzen für das kirchliche Leben gezogen würden, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat am Mittwoch in München mit. Man werde dabei den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Behörden folgen. Am Mittwochabend sollten die Entscheidungen verkündet werden. An Feiertagen wie Karfreitag oder Ostern sind die Kirchen sehr gut besucht. Vor allem in großen Gotteshäusern wie dem Liebfrauendom in München kommen viele Gläubige zusammen. Inwieweit diese Gottesdienste angesichts des Verbots von Großverantstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern und der Empfehlung eine Absage von Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Teilnehmern stattfinden können, ist unklar. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat bereits Empfehlungen an die Kirchen in Deutschland verschickt. Darin wird unter anderem Priestern und Kommunionhelfern empfohlen, sich vor ihrem Dienst die Hände zu waschen und besser noch zu desinfizieren. Auch auf den Friedensgruß während der Gottesdienste wird vielerorts verzichtet.

Kliniken in Bayern: Haben Corona-Krise im Griff

Mittwoch, 11. März, 14.31 Uhr: Die Krankenhäuser in Bayern haben die Corona-Lage nach eigener Einschätzung im Griff. Ein Sprecher der Bayerischen Krankenhausgesellschaft sagte am Mittwoch in München, er wisse nichts von abgesetzten oder verschobenen Operationen wegen der Epidemie. Auch reichten die Kapazitäten, um Patienten zu isolieren. Hilfreich sei, dass manche Fälle zu Hause behandelt werden können. Die Auslastung halte sich im Rahmen. Bislang seien auch noch nicht Klinikmitarbeiter in einem Maß infiziert oder in Quarantäne, dass das Folgen für den Betrieb habe, sagte der Sprecher. Das alles seien aber nur Momentaufnahmen. Prognosen seien dieser Tage sehr schwierig.

Sozialministerin will sich wegen Corona mehr um Senioren kümmern

Mittwoch, 11. März, 13.11 Uhr: Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Bayern will sich Sozialministerin Carolina Trautner verstärkt um Senioren kümmern. Hierzu wolle sie zeitnah Wohlfahrtsverbände und kommunale Spitzenverbände zu einem offenen Austausch einladen, sagte die CSU-Politikerin am Mittwoch. Sie nehme im Zusammenhang mit dem Coronavirus die Sorgen und Ängste insbesondere der älteren Menschen sehr ernst. Damit reagiert Trautner auf einen Vorstoß der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Bayern, die wegen des Coronavirus mehr Hilfe für alleinstehende Senioren in Bayern gefordert hatte. "Sie dürfen in dieser Situation nicht vergessen werden, sind sie es doch, die bei einer Ansteckung am meisten gefährdet sind", sagte Bayerns Awo-Chef Thomas Beyer.

KZ-Gedenkstätte Dachau sagt Festakt zur Befreiung ab

Mittwoch, 11. März,11.38 Uhr: Die Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers am 3. Mai in Dachau sind abgesagt worden. Auch die Gedenkveranstaltung im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg, die für den 26. April geplant gewesen war, fällt aus. Für die geplanten Feierlichkeiten hatten bereits mehr als 100 Überlebende und Befreier ihr Kommen zugesagt. Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, bedauert die Maßnahme sehr, betont jedoch: "Die Sicherheit und Gesundheit insbesondere der hochbetagten ehemaligen Häftlinge und Befreier und ihrer Angehörigen stehen an erster Stelle." Es werde, so Freller, noch nach einer gangbaren Lösung gesucht, in welchem Rahmen die Befreiung der Konzentrationslager angemessen gewürdigt werden kann. Außerdem wird überlegt, inwieweit bei den offiziellen Gedenkfeiern zum 76. Jahrestag im Jahr 2021 Teile des für heuer vorgesehenen Programms integriert werden können.

Landtag arbeitet weiter, Zugang für Besucher wird stark eingeschränkt

Mittwoch, 11. März, 10.51 Uhr: Der Bayerische Landtag will handlungsfähig bleiben, schränkt aber den Zugang für externe Besucher, vor allem für Gruppen massiv ein. "Bayerns Parlament wird weiter arbeiten - aber wir werden uns auf die zugespitzte Situation einstellen. Ziel ist es, Infektionsrisiken im Hohen Haus und nach außen möglichst zu minimieren und unseren Beitrag zu leisten, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen", teilte Ministerpräsident Ilse Aigner (CSU) mit. Aigner habe Gespräche mit dem Präsidium und allen Fraktionen geführt, wie unter den Bedingungen einer Epidemie der parlamentarische Betrieb weiter aufrecht erhalten werden kann. In den Gesprächen ging es um eine Verkürzung von notwendigen Sitzungen, etwa durch eine deutliche Reduzierungen von Tagesordnungspunkten sowie um Hygienemaßnahmen.

Abgesagt werden jedoch alle Besuche von Gruppen, vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April. Ebenfalls bis mindestens zu diesem Zeitpunkt ausfallen werden alle sonstigen Veranstaltungen, die nicht unmittelbar mit den Arbeitsabläufen des Parlaments zu tun haben. Einzelbesuche im Landtag sollen weiterhin möglich sein, allerdings unter Vorbehalt. Für Besucher gelte die sogenannte Fragebogenregelung. Vor Zutritt zum Landtag müssen Einzelbesucher zunächst Fragen zu möglichen Reisen in Risikogebiete und Kontakte zu möglicherwiese infizierten Personen beantworten.

München richtet Drive-in-Test für Coronavirus ein

Dienstag, 10. März, 19.25 Uhr: Fenster auf, dann folgt ein Rachenabstrich: Eine neue Drive-in-Testung soll den Münchnern schnelle Gewissheit geben, ob sie sich mit dem Virus infiziert haben. Die Zahl der Infizierten steigt am Dienstag unterdessen auf 68 Fälle in der Stadt.

Gastgewerbe: Lage wegen Corona "existenzbedrohend"

Dienstag, 10. März, 18.41 Uhr: Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern sieht infolge der Coronavirus-Epidemie drastische Folgen auf die Tourismusbranche im Freistaat zukommen. "Was viele noch nicht begriffen haben ist: Heute sind es die Restaurants und Hotels, die schließen müssen, morgen alle vom Gastgewerbe und Tourismus abhängigen Zulieferer und Dienstleister", sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Dienstag laut Mitteilung nach einem Krisentreffen der Kreis- und Bezirksvorsitzenden in Bamberg.

Das Gastgewerbe sei einer der wichtigsten regionalen Wirtschaftsmotoren und Grundvoraussetzung für den Tourismus. "Brechen hier die Betriebe weg, wird es alle darauf aufbauenden Unternehmen nicht mehr geben", sagte Geppert. Weiter betonte er: "Die Auswirkungen der Coronakrise auf das bayerische Gastgewerbe sind nicht ernst, sie sind dramatisch, sie sind existenzbedrohend."

Betriebe bangen der Darstellung zufolge um ihre Existenz und fürchten Insolvenz. Kündigungen seien die Folge. Investitionen, die für einen Neubau geplant waren, fließen demnach komplett ins Überleben des Betriebes. Die Zahl der Stornierungen sei dramatisch, Neubuchungen blieben aus.

Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer sagte, die von der großen Koalition getroffenen Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen könnten allenfalls ein erster Schritt sein - sie reichten aber noch lange nicht aus. "Hier muss sehr, sehr schnell gehandelt werden, gastgewerbliche Betriebe können bei der strukturell bedingten, extrem dünnen Liquiditätsdecke nur kurze Zeit überleben."

Heimspiele des FC Bayern und Länderspiel betroffen

Dienstag, 10. März, 16.25 Uhr: Das Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Italien am 31. März in Nürnberg wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus vor leeren Rängen ausgetragen. Darüber hat die Stadt Nürnberg am Dienstag den Deutschen Fußball-Bund informiert, wie der DFB mitteilte.

Die Entscheidung des Freistaats, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zu untersagen, betrifft mindestens drei Heimspiele des FC Bayern München. Das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am 18. März gegen den FC Chelsea fällt ebenso in den Zeitraum wie die Bundesliga-Partien gegen Eintracht Frankfurt (22. März) und Fortuna Düsseldorf (11. bis 13. April). Sollte der deutsche Fußball-Rekordmeister in einem wahrscheinlichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen.

Wie die Auswirkungen genau sind, stand zunächst nicht fest. Viel spricht dafür, dass diese Partien aber ohne Zuschauer als Geisterspiele stattfinden.

Coronavirus sorgt für Geisteroper in München vor leeren Rängen

Dienstag, 10. März, 16.17 Uhr: Die Bayerische Staatsoper will während der Schließung wegen des Coronavirus ausgewählte Stücke trotzdem auf die Bühne bringen - vor leeren Rängen. Zuschauer könnten die Aufführungen live übers Internet verfolgen, sagte ein Sprecher am Dienstag in München. Livestreams seien unter anderem geplant von dem Akademiekonzert am 16. März und von der Premiere des Balletts "Schwanensee". Zudem werde die Oper einzelne Vorstellungen als Video-on-Demand anbieten. Ein entsprechender Online-Spielplan soll in Kürze im Internet veröffentlicht werden.

Keine größeren Demos von Fridays for Future

Dienstag, 10. März, 16.11 Uhr: Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future hat für Freitag geplante große Demonstrationen vor den bayerischen Kommunalwahlen abgesagt. Statt auf den Straßen wolle man online "umso lauter" protestieren. Eine Sprecherin sagte in einer live im Netz übertragenen Pressekonferenz in München, Proteste in den großen Städten fänden nicht statt, kleinere Proteste dagegen schon. Außerdem werde es am Freitag "verschiedene kreative Aktionen" geben.

Genauere Zahlen könne man noch nicht nennen, sagte eine andere Vertreterin der Klimaschützer. Fridays for Future hatte für diesen Freitag vor allem in Bayern zu Demonstrationen aufgerufen, um vor den Kommunalwahlen am Sonntag das Thema Klimaschutz in den Fokus zu rücken.

Die Aktivistin Luisa Neubauer sagte in München, auch in anderen Staaten werde erwogen, Demonstrationen abzusagen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Für kommenden Freitag werde stattdessen zu "massiven Digitalstreiks" aufgerufen - das bedeute etwa, Bilder von Protestschildern im Internet zu posten.

Bayerische Grüne sagen öffentliche Veranstaltungen mit Habeck ab

Dienstag, 10. März, 15.59 Uhr: Auch die bayerischen Grünen sagen nun alle öffentlichen Veranstaltungen mit dem Bundesvorsitzenden Robert Habeck ab. Das teilte eine Parteisprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. Betroffen sind demnach zehn Wahlkampfveranstaltungen, die Habeck in den Tagen bis zu den bayerischen Kommunalwahlen an diesem Sonntag noch hätte absolvieren wollen. Darunter ist auch der für Mittwoch geplante Wahlkampfhöhepunkt mit Habeck auf dem Münchner Marienplatz.

CSU sagt alle öffentlichen Veranstaltungen bis 19. April ab

Dienstag, 10. März, 15.19 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sagt die CSU bis zum Ende der Osterferien am 19. April alle öffentlichen Veranstaltungen ab - voraussichtlich bayernweit. "Nach den Rückmeldungen unserer Verbände gehen wir davon aus, dass auch in der Fläche alle öffentlichen CSU-Veranstaltungen abgesagt werden", sagte Generalsekretär Markus Blume am Dienstag. Er rechne damit, dass auch andere Parteien ihre öffentlichen Veranstaltungen absagen werden. "Der Schutz aller Mitbürgerinnen und Mitbürger muss immer an erster Stelle stehen - auch in Wahlkampfzeiten", betonte Blume.

In einer E-Mail an alle Orts-, Kreis- und Bezirksverbände sowie den Parteivorstand hatte Blume zuvor über den Schritt der CSU auf Landesebene informiert und allen Parteigliederungen "dringend" empfohlen, dieser Vorgabe ebenfalls zu folgen. "Hierbei ist insbesondere an Kundgebungen, Podiumsdiskussionen, Wahlpartys und dergleichen zu denken." Die Durchführung von internen Versammlungen, von Sitzungen und Infoständen liege im örtlichen Ermessen.

Landesamt: 58 Infektionen mit Coronavirus bestätigt

Dienstag, 10. März, 13.57 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Bayern haben 58 weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bestätigt. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Dienstag mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 314 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Einen Überblick, aus welchen Landkreisen diese stammen, finden Sie hier.

Freistaat verbietet Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmer, aber keine Generellen Schulschließungen

Dienstag, 10. März, 12.45 Uhr: Der Freistaat Bayern zieht drastische Konsequenzen bei Großveranstaltungen ab 1000 Personen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind diese zunächst bis einschließlich 19. April untersagt. Im Moment gelte ein Primat der Sicherheit, sagte Ministerpräsident Markus Söder bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag. Veranstaltung mit mit 500 bis 1000 Personen sind nicht verboten, allerdings empfiehlt hier die Staatsregierung eine Absage.

Der Freistaat selbst schließt von diesem Mittwoch (11. März) an bis zum 19. April alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an den Kunst- und Musikhochschulen wird der Beginn der Vorlesungszeiten auf den 20. April verschoben. Generelle Schulschließungen wird es in Bayern aktuell nicht geben. Allerdings haben bereits einige Schulen im Freistaat den Unterricht eingestellt.

Söder befürchtet zudem hohe Ausfälle bei den künftigen Steuereinnahmen und massive Auswirkungen auf die bayerische Wirtschaft. "Der Staat muss hier handeln, allerdings klug", sagte Söder.

Oberammergau entwickelt Szenarien für den Fall einer Absage

Dienstag, 10. März, 11.45 Uhr: Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des Virus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte sehr schnell signalisiert, diesen Vorschlag von Spahn zu unterstützen. In Oberammergau dürften die Sorgen mit dieser Entscheidung noch ein bisschen größer werden. Dort finden von Mitte Mai an die Passionsspiele statt, verteilt auf mehr als 100 Aufführungen mit jeweils gut 4500 Zuschauern. Gut zwei Monate sind es noch bis zur Premiere am 16. Mai, und weil niemand weiß, ob und wie sich das Coronavirus weiter ausbreitet, entwickeln die Oberammergauer Szenarien für den Fall einer Verschiebung oder einer Absage.

Bayern will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen untersagen

Montag, 9. März, 19.04 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt. Das hat Florian Streibl, der Fraktionschef der Freien Wähler, der SZ bestätigt. Zuvor hatte die Augsburger Allgemeine berichtet.

Zu den bayerischen Großveranstaltungen, die jetzt betroffen sein dürften, zählen nicht nur Fußballspiele der bayerischen Profilklubs, sondern auch viele traditionelle Frühlingsfeste. Auch der Festakt zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau könnte abgesagt werden. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, sagte bereits am Montagmittag: "Die Tendenz geht eher in Richtung Absage." Man wolle die Gesundheit der Gäste, darunter 90 hochbetagte Überlebende und Befreier, keinesfalls riskieren. Möglich sei als Alternative, die Feiern in kleinerem Rahmen abzuhalten und auf deren mediale Übertragung zu setzen. Eine Verschiebung ins nächste Jahr sei im Fall einer Absage wahrscheinlich.

Die Münchner Kammerspiele, das Residenz-, Volks- und Gärtnerplatztheater verfügen über weniger als 1000 Plätze. Dort ging man bislang davon aus, dass der Spielbetrieb wie bisher weitergehen kann. Unklar allerdings ist, ob auch die Oper und das Deutsche Theater - beide bieten mehr als 1000 Besuchern Platz - ihr Programm wie ursprünglich gedacht fortführen können.

39 neue Infektionen

Montag, 9. März, 18.00 Uhr: In Bayern haben sich weitere 39 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Montag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es in Bayern damit 256 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Zwei Volksfeste abgesagt

Montag, 9. März, 15.10 Uhr: In Bayern werden die ersten Volksfeste abgesagt. In Puchheim, einer 20 000-Einwohner-Stadt westlich von München, teilte das Rathaus mit, dass "wegen der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus" das Volksfest "Auftakt 2020" nicht stattfinden werde. Es war vom 27. März bis zum 5. April geplant. Auch das Rottaler Volksfest im niederbayerischen Pfarrkirchen ist abgesagt. "Schweren Herzens", wie die PNP den Organisator Helmut Dadlhuber zitierte. Stattfinden sollte das Fest dort vom 31. März bis zum 5. April.

Messestopp bis Mai erwartet

Montag, 9. März, 14.30 Uhr: Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erwartet eine zweimonatige Messepause im Freistaat. "Ich gehe davon aus, dass in Bayern bis Mitte Mai keinen Messen mehr stattfinden werden", sagte er laut einer Mitteilung. Veranstalter und Aussteller benötigten Klarheit. Davon betroffen wäre dann auch die Münchner Messe Ifat, die weltweit wichtigste Messe für die Wasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Sie soll vom 4. bis zum 8. Mai stattfinden mit an die 150 000 Besuchern.

Drei Dutzend Schulen geschlossen

Montag, 9. März, 14.25 Uhr: In Bayern sind auf Anweisung der Gesundheitsämter derzeit 36 Schulen geschlossen. Das teilte das Kultusministerium am Montagnachmittag mit. Der Schwerpunkt liegt im Großraum München, wie ein Überblick über die Schulschließungen in und um München zeigt. So sind derzeit allein in München knapp ein Dutzend Schulen zu, und ähnlich viele im näheren Umland. In Bayern gibt es insgesamt etwa 6000 Schulen. Die diversen, im Frühjahr anstehenden Abschlussprüfungen zu verschieben, stehe derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Man müsse die Situation aber täglich neu bewerten. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) werde das Thema in dieser Woche bei der Kultusministerkonferenz ansprechen.

Südtirol-Urlauber in der Mannschaft: Fußballvereine sollen Spiele verlegen

Montag, 9. März, 13.45 Uhr: Der Bayerische Fußball-Verband hat seine Handlungsempfehlungen im Umgang mit dem Coronavirus angepasst. Er bittet Vereine, die am kommenden Spieltag mit einem Zuschaueraufkommen von mehr als 1000 Besuchern rechnen, sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt oder den Sicherheitsbehörden in Verbindung zu setzen, wie er selbst am Montag mitteilte. "Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Amateurspiele mit diesem Zuschaueraufkommen überschaubar ist, gilt hier das Vorgehen zur Prüfung des Einzelfalls. Auch vor dem Hintergrund, dass sich in einem Stadion die 1000 Besucher anders verteilen als bei Veranstaltungen in kleineren, geschlossenen Räumen", heißt es in der Mitteilung. Alle Vereine sollten "aktiv" prüfen, ob Fußballer in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind. In diesem Fall könne man sich mit dem Spielgegner auf eine Verlegung verständigen.

Überbrückungskredite für Bayerns Wirtschaft

Montag, 9. März, 10.35 Uhr: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat eine Art Schutzschirm für den bayerischen Mittelstand in Aussicht gestellt. Die Staatsregierung werde 100 Millionen Euro für Überbrückungskredite zur Verfügung stellen, sagte er dem BR. Damit solle Firmen geholfen werden, die durch das Coronavirus in die Bredouille kommen. Konkret geht es etwa um Schwierigkeiten durch unterbrochene Lieferketten. In Bayerns Wirtschaft machte sich die Epidemie zunächst vor allem in Unternehmen bemerkbar, die stark vom Auslandsgeschäft abhängig sind. Inzwischen herrscht in der Breite Sorge. Mehr als 80 Prozent der aktuell von den Industrie- und Handelskammern befragten Betriebe im Freistaat erwarten in den nächsten Wochen teils empfindliche Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäfte. Laut einer weiteren Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga verzeichnen 78 Prozent der Betriebe Umsatzeinbußen, bayernweit brächen die Umsätze durchschnittlich um knapp ein Drittel ein.

Infektiologe: Keine besondere Ansteckungsgefahr in Wahlkabine

Montag, 9. März, 7.10 Uhr: Bei den Kommunalwahlen in Bayern muss Fachleuten zufolge wegen der Coronavirus-Infektionen niemand zu Hause bleiben oder die Briefwahl beantragen. Eine Ansteckung mit dem neuartigen Erreger Sars-CoV-2 wie auch mit Erkältung oder Grippe in der Wahlkabine sei unwahrscheinlich, sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene DGKH, Peter Walger. "Es bilden sich ja üblicherweise keine Schlangen vor den deutschen Wahlkabinen." Allerdings sollten hier wie auch sonst im öffentlichen Leben Vorsichtsmaßregeln gelten, sagte der Infektiologe. Regelmäßiges Händewaschen verhindere, dass man Keime an die Schleimhäute der Atemwege bringe und sich darüber infiziere. Wegen der Tröpfcheninfektion sollte Abstand von anderen Menschen gehalten werden.

Klinik-Mitarbeiterin in Rosenheim positiv auf Coronavirus getestet

Sonntag, 8. März, 23.02 Uhr: In einem Rosenheimer Klinikum ist eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Frau arbeite in der Chirurgie der RoMed-Klinik, teilte das Krankenhaus mit. Sie befinde sich in häuslicher Quarantäne. Die von ihr behandelten Patienten seien isoliert worden. Auch die engeren Kontaktpersonen der Mitarbeiterin seien in häuslicher Quarantäne. Außerdem wurden allgemeinchirurgische Patienten vorsorglich in die RoMed-Kliniken in Bad Aibling, Prien am Chiemsee und Wasserburg am Inn gebracht. In den anderen Fachbereichen würden die Patienten weiter regulär versorgt.

Zahl der Infektionen steigt auf 214

Sonntag, 8. März, 16.52 Uhr: Der Freistaat Bayern meldet erneut deutlich mehr Coronavirus-Fälle. Bis zum Sonntagnachmittag wurden laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 67 weitere Fälle bekannt. Die aktuelle Gesamtzahl stieg damit auf 200, die 14 bereits entlassenen Patienten mitgerechnet kommt man auf eine Gesamtzahl von bislang 214 Infektionen. Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml sind neben vielen mild verlaufenden Fällen auch "zwei bis drei Patienten" schwerer erkrankt.

Einer von ihnen ist ein 80-Jähriger, der in Weilheim auf der Intensivstation behandelt wird. Er habe infolge seiner Coronavirus-Infektion eine Lungenentzündung und müsse beatmet werden, berichtet der Ärztliche Direktor Andreas Knez. Der Mann befinde sich seit Freitag in einem "kritischen Zustand". Er zähle zu den am schwersten Erkrankten in Deutschland und bekomme ein Medikament, das bei einer HIV-Infektion die Vermehrung des Erregers hemmen soll. Zudem erwartet die Klinik ein schwer zu beschaffendes Ebola-Präparat, für dessen Einsatz die Regierung von Oberbayern eine Sondergenehmigung erteilt hat.

Nockherberg auf unbestimmte Zeit verschoben

Sonntag, 8. März, 16.11 Uhr: Der Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg wird wegen des Coronavirus verschoben - auf unbestimmte Zeit. Das teilte die veranstaltende Paulaner-Brauerei mit. Die Hoffnung, der Starkbieranstich könnte stattfinden, sei groß gewesen, sagte eine Sprecherin. "Da es keine öffentliche Großveranstaltung ist und es eine begrenzte Gästezahl von 560 gibt", sagte sie zur Begründung. Der Coronavirus-Krisenstab der Staatsregierung aber hatte bei der Veranstaltung zahlreiche Infektionsrisiken gesehen und dazu geraten, den Starkbieranstich abzusagen oder zu verschieben. Diese klare Empfehlung habe zu der Entscheidung geführt, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden zu lassen, sagte die Paulaner-Sprecherin. Das gelte auch für die Generalprobe. Künstler und Mitarbeiter hätten sich seit Monaten vorbereitet und probten seit Wochen sehr intensiv. "Wir möchten, dass sie ihren verdienten Applaus bekommen."

Weitere Schulen in München geschlossen

Sonntag, 8. März, 12.44 Uhr: In München werden wegen Coronavirus-Infektionen weitere Schulen geschlossen: die städtische Wilhelm-Busch-Realschule, das Erzbischöfliche Maria-Ward-Gymnasium und das Sonderpädagogische Förderzentrum München-Ost. Das teilte die Stadt am Sonntagmittag mit. Sie alle bleiben fast zwei Wochen, bis einschließlich 20. März zu. An der städtischen Robert-Bosch-Fachoberschule seien zudem wegen eines Corona-Verdachtsfalls vorsorglich mehrere Klassen geschlossen worden. Sobald das Testergebnis vorliegt, könne das Gesundheitsamt entscheiden, ob eine Schließung der gesamten Schule nötig ist.

Die SZ hat eine Liste der geschlossenen Schulen in München und den umliegenden Landkreisen zusammengestellt.

31 weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt

Samstag, 7. März, 16.50 Uhr: Das bayerische Gesundheitsministerium hat am Samstagnachmittag 31 weitere Coronavirus-Fälle in Bayern bestätigt. Die 14 bereits entlassenen Patienten mitgerechnet kommt man auf eine Gesamtzahl von bislang 147 Infektionen im Freistaat.

SPD fordert Corona-Testzentren in allen Landkreisen

Samstag, 7. März, 14.50 Uhr: Angesichts des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus fordert die Landtags-SPD, regionale Testzentren einzurichten. Diese sollte es möglichst in jedem bayerischen Landkreis geben, sagte die Gesundheitsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann. "Die derzeitige Situation sieht so aus, dass viele Arzt- und vor allem Kinderarztpraxen und Kliniken mit dem Ansturm durch verunsicherte Patientinnen und Patienten schlichtweg überfordert sind", sagte sie. Ein Hauptproblem sei, dass die Kapazitäten von 2500 Tests am Tag nicht ausreichten.

Auch die von der Staatsregierung beworbene Info-Hotline beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei so überlastet, "dass die Anrufer nicht mal in eine Warteschleife kommen, sondern gleich aus der Leitung fliegen." Besser wäre daher eine zentrale Anlaufstelle im Landkreis, in Gesundheitsämtern, Mehrzweckhallen oder auch Zelten, wo man sich testen lassen könne, ohne möglicherweise andere anzustecken, sagte Waldmann, die auch stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag ist. "Mit Hausbesuchen durch den Bereitschaftsdienst kann man den zusätzlichen Corona-bedingten Bedarf wohl nicht mehr abfangen."

Münchens OB kritisiert die Nockherberg-Planungen

Samstag, 7. März, 13.19 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ist irritiert über die Diskussion um eine mögliche Absage der Nockherberg-Aufführung wegen des Coronavirus. "Wie ich erfahren habe, soll die Vorprobe und die Generalprobe für die Aufführung des Singspiels am Nockherberg wie geplant stattfinden, und zwar jeweils vor Publikum", wurde Reiter in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Wenn aber gleichzeitig den geladenen Gästen, darunter Politikern, vom Freistaat dringend empfohlen werde, nicht teilzunehmen, verstehe er nicht, wieso dann die Proben jeweils vor Publikum stattfinden sollen. "Diese Differenzierung finde ich weder aus gesundheitlichen Erwägungen logisch, noch politisch in irgendeiner Weise akzeptabel", sagte Reiter. Eine Unterscheidung zwischen "normalem" und Politiker-Publikum trage er nicht mit. Wenn die Proben vor Publikum nicht abgesagt würden, gehe er davon aus, dass auch das Politiker-Derblecken in Anwesenheit der Betroffenen stattfinden wird.

Am Freitag hatte der Chef der veranstaltenden Paulaner-Brauerei, Andreas Steinfatt, gesagt, dass das beliebte Politiker-Derblecken zum Starkbier-Anstich nicht wie geplant stattfinden werde. Zugleich hatte er angekündigt, er werde sich dafür einsetzen, dass es eine alternative Lösung geben werde, damit die Arbeit der Beteiligten nicht umsonst gewesen sei.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums wies später am Samstag darauf hin, dass sich die Empfehlung des Coronavirus-Krisenstabs für eine Absage des Starkbieranstichs nicht nur an Politiker richte. "Der Krisenstab ist der Ansicht, dass die geplante Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken beinhaltet. Deshalb ist es ein Gebot der Vernunft, dass der Starkbieranstich von den Veranstaltern abgesagt oder verschoben wird." Und der Sprecher betonte: "Öffentliche Proben mit Publikum sollte es natürlich ebenfalls nicht geben."

Südtirol-Urlauber dürfen nicht mehr in Kitas und Schulen

Samstag, 7. März, 11.40 Uhr: Das bayerische Gesundheitsministerium hat allen Eltern verboten, ihr Kind in Schule oder Kindergarten zu schicken, wenn es in den vergangenen 14 Tagen in einem Coronavirus-Risikogebiet wie Südtirol war. Eine entsprechende Allgemeinverfügung sei am Samstag erlassen worden, teilte das Ministerium am späten Vormittag mit. Das Betretungsverbot gilt ab sofort für alle Schulen, Kindertagesstätten, Heilpädagogischen Tagesstätten sowie Kindertagespflegestellen und die Betreuung durch Tagesmütter. In diesen Einrichtungen sei andernfalls die Gefahr zu groß, "dass sich Infektionen innerhalb der Einrichtung verbreiten und diese nach Hause in die Familien getragen werden", heißt es in der Begründung der Verfügung. Kinder und Jugendliche seien zudem "besonders schutzbedürftig".

Die Verfügung bezieht sich auf alle Rückkehrer aus jenen Gebieten, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiet einstuft. Das sind derzeit etwa Teile des Iran, Südkoreas und Chinas, aber auch die italienischen Regionen Lombardei und Emilia-Romagna sowie Südtirol. Die 14-Tages-Frist beginnt am Tag der Rückkehr zu laufen, erst danach darf das Kind wieder in Schule oder Kita.

OB Reiter warnt: In Kliniken wird Schutzkleidung knapp

Samstag, 7. März, 6.50 Uhr: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter fordert vom Freistaat und von der Bundesregierung Unterstützung bei der Ausstattung mit Schutzausrüstung für Kliniken und Ärzte. "Wir haben noch für ein paar Tage ausreichend Schutzkleidung, aber es wird eng", sagte er, "wir brauchen dringend Nachschub". Der städtische Konzern München Klinik habe kürzlich bei einem Hersteller in Frankreich Material bestellt, der Auftrag sei aber auf Anweisung der französischen Regierung storniert worden.

Münzsammler-Messe Numismata fällt aus

Samstag, 7. März, 6.35 Uhr: Die Numismata, eine große Münchner Messe für Sammler von Münzen und Medaillen, ist abgesagt worden. Das teilte der Veranstalter mit. Sie sollte eigentlich an diesem Wochenende im Messe- und Veranstaltungszentrum MOC in Freimann stattfinden.

Mehr als 100 Bayern haben sich mit dem Virus infiziert

Freitag, 6. März, 16.30 Uhr: Binnen eines Tages 29 weitere Coronavirus-Fälle - das ist die Bilanz des Gesundheitsministeriums am Freitagnachmittag. Aktuell haben sich somit 102 Menschen in Bayern mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Die 14 bereits als gesund entlassenen Patienten mitgerechnet kommt man auf eine Gesamtzahl von bislang 116 Infektionen in Bayern.

Insgesamt 26 Fälle in München

Freitag, 6. März, 15.19 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in München steigt weiter. Insgesamt 26 Fälle wurden bislang nachgewiesen, das gab die Stadt am Freitagnachmittag bekannt.

Nach Aufenthalt in Südtirol: Schüler sollen zu Hause bleiben

Freitag, 6. März, 14.31 Uhr: Schüler, die in den vergangenen 14 Tagen in Südtirol waren, sollen nächste Woche zu Hause bleiben. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Hintergrund ist, dass das Robert-Koch-Institut Südtirol zum Risikogebiet erklärt hat. Der Krisenstab der Staatsregierung hat zudem eine einheitliche Linie für Schulschließungen festgelegt: Tritt dort ein bestätigter Fall auf, soll sie als ganzes dicht gemacht werden. Gibt es einen begründeten Verdachtsfall - also etwa einen Menschen mit Fieber, der in einem Risikogebiet war, aber noch nicht positiv auf den Erreger getestet wurde -, soll die jeweilige Klasse zu Hause blieben. Wie lange, das hänge "vom konkreten Einzelfall" ab.

Bürgermeister-Kandidat infiziert: Kontaktpersonen gesucht

Freitag, 6. März, 13.45 Uhr: Wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Bürgermeisterkandidaten sucht das Augsburger Landratsamt öffentlich nach Personen, die ihm beispielsweise im Wahlkampf begegnet sind. Es gehe um Werner Halank, der in Bonstetten nordwestlich von Augsburg für die Freien Wähler ins Rathaus einziehen will, teilte ein Sprecher des Landratsamts mit. Der Jurist habe zuletzt "massiven Wahlkampf" betrieben. Daher versuche man nun, über einen Aufruf rasch die Zahl der Kontaktpersonen einzugrenzen. "Er hat viele Hände geschüttelt, daher geht das nicht anders." So veröffentlichte das Landratsamt auch eine Liste mit Wahlkampfaktivitäten Halanks in der 1400-Einwohner-Gemeinde.

Ein ungewöhnliches Vorgehen: Halank dürfte der erste Coronavirus-Patient in Bayern sein, dessen Namen die Behörden öffentlich machen - und auch, dass sich seine Frau ebenfalls angesteckt hat. Dem stehen normal Persönlichkeitsrechte entgegen, der Kandidat sei mit dem Vorgehen aber einverstanden, sagte Augsburgs Landrat Martin Sailer. Er selbst habe derweil seine Teilnahme an Wahlveranstaltungen abgesagt und appelliere an alle, seinem Beispiel zu folgen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Nockherberg wird voraussichtlich abgesagt

Freitag, 6. März, 11.35 Uhr: Wegen des Coronavirus wird nun auch der bekannte Starkbieranstich am Münchner Nockherberg aller Voraussicht nach nicht stattfinden. Das teilte Andreas Steinfatt, der Chef der Paulaner-Brauerei, am Freitagmittag mit. Eine endgültige Absage sei das noch nicht, aber die Behörden hätten allen Politikern empfohlen, der Veranstaltung fernzubleiben. So ergebe sie keinen Sinn mehr, sagte Steinfatt. Die Brauerei veranstaltet den Starkbieranstich jährlich mit der Fastenpredigt des Schauspielers Maxi Schafroth und einem Singspiel, bei dem Politiker-Doubles auftreten. Zu der Veranstaltung, die am kommenden Mittwoch stattfinden sollte, kommen mehrere hundert geladene Gäste, sie wird üblicherweise live im Bayerischen Fernsehen übertragen.

Weitere Schulen in Bayern geschlossen

Freitag, 6. März, 7.02 Uhr: Wegen des Coronavirus' bleiben am Freitag mehrere Schulen in Bayern geschlossen. In München sind das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium und das Berufliche Schulzentrum an der Riesstraße betroffen, weil Schüler positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Zu bleiben die Grundschule von Au im Landkreis Freising und weiterhin das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching. Auch die FOS in Karlsfeld bleibt wegen eines positiv getesteten Schülers zu. Außerdem betroffen sind die Realschule in Herzogenaurach, das Labenwolf Gymnasium sowie die Grundschule Sankt Johannis (beide in Nürnberg), das Christian-Ernst-Gymnasium in Erlangen, die Private Ganztagsschule Holzkirchen, an der Grundschule und am Gymnasium fällt auch am kommenden Montag der Unterricht aus. Weiterhin geschlossen bleiben die Leonhard-Frank-Grundschule in Würzburg Heuchelhof und Rottenbauer, beide bis einschließlich kommenden Freitag. An der Grundschule Ritter-Tuschl in Vilshofen hat sich der Verdacht nicht bestätigt, zwar bleibt die Schule am Freitag noch geschlossen, am Montag findet aber wieder Unterricht statt.

Gesundheitsreferentin: Nur noch schwere Fälle in die Klinik

Donnerstag, 5. März, 21.28 Uhr Münchens Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs regt an, angesichts der steigenden Zahl an infizierten Personen nur noch Patienten mit schweren Symptomen in Krankenhäusern zu behandeln. "Bisher müssen alle positiven Fälle auf einer Isolierstation untergebracht werden", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Es sei absehbar, dass dadurch künftig viele Betten belegt seien. Darum sollten Betroffene, die keine oder nur schwache Symptome des Virus spürten, lediglich in häuslicher Quarantäne bleiben. "Nur so können wir auf lange Sicht ausreichend Kapazität zur Versorgung aller Betroffenen, vor allem der schwer Erkrankten, aufrecht erhalten", sagt Jacobs.

Berufliches Schulzentrum in München geschlossen

Donnerstag, 5. März, 20.52 Uhr: Auch ein Schüler des Beruflichen Schulzentrums in München ist am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Schule bleibt deshalb bis voraussichtlich 11. März geschlosse, wie die Stadt München am Abend mitteilte. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollten zu Hause bleiben.

Gesundheitsministerium meldet sieben weitere Fälle

Donnerstag, 5. März, 19.32 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Bayern ist am Donnerstag noch einmal gestiegen, das Gesundheitsministerium teilte am Abend mit, dass sieben weitere Fälle bekannt geworden seien. Je ein Fall wurde aus dem oberbayerischen Landkreis Starnberg, aus München und aus dem unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen gemeldet sowie weitere vier Fälle aus dem mittelfränkischen Erlangen. Seit vergangenem Donnerstag gibt es damit 73 neue bestätigte Coronavirus-Patienten in Bayern, die Gesamtzahl liegt nun bei 87 Fällen.

München schließt zwei Kindergärten und ein Gymnasium

Donnerstag, 5. März, 16.18 Uhr: Auch in München werden nun zwei Kindertagesstätten und eine Schule vorsorglich geschlossen. Es handele sich um die katholischen Kindergärten St. Rita und St. Klara sowie um das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium, teilte die Stadt mit. Überall seien Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Die Kindergärten blieben zwei Wochen lang zu; beim Gymnasium hänge die Dauer vom Ergebnis der notwendigen Ermittlungen von möglichen Kontaktpersonen ab. Auch in Gräfelfing südwestlich von München wird ein Kindergarten vorübergehend geschlossen, wie am Nachmittag bekannt wurde.

Zahl der Infektionen steigt weiter

Donnerstag, 5. März, 14.38 Uhr: Das Gesundheitsministerium meldet ein weiteres Dutzend neuer Coronavirus-Fälle in Bayern, die Gesamtzahl steigt damit auf 80. Die Patienten stammen laut Mitteilung aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim (drei Fälle) und dem Landkreis Freising (drei Fälle); je ein Fall wurde gemeldet aus Nürnberg sowie den Landkreisen Roth, München, Weilheim-Schongau, Oberallgäu und Amberg-Sulzbach.

Ärzte nehmen Abstriche jetzt auch zu Hause

Donnerstag, 5. März, 13.45 Uhr: Angesichts der steigenden Zahlen von Coronavirus-Verdachtsfällen bietet die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) einen Hausbesuchsdienst an. Damit solle vermieden werden, dass das Virus Sars-CoV-2 in den Praxen der Haus- und Fachärzte verbreitet werde, teilte die KVB mit. Bei einem Verdacht komme der Arzt mit einem Fahrzeug, das die nötige Schutzausrüstung an Bord habe. Die Mediziner hätten sich freiwillig zu dem Dienst gemeldet, sagte ein KVB-Sprecher.

Der Arzt nehme die Probe für den Virus-Test dann zu Hause. Nach der Analyse im Labor werde der Betroffene über das Ergebnis und mögliche weitere Maßnahmen informiert. Von Freitag bis Mittwoch seien so bereits rund 250 Tests durchgeführt worden. Bis zu 160 Fahrzeuge seien in Spitzenzeiten im Einsatz. Patienten mit Verdacht auf eine Infektion sollten sich an die Rufnummer 116117 wenden und nicht ohne Rücksprache in Praxen gehen.

Münchner Immobilienmesse verschoben

Donnerstag, 5. März, 11.55 Uhr: In der Landeshauptstadt ist wegen des Coronavirus eine weitere Messe verschoben worden: Die Münchner Immobilienmesse finde nicht, wie geplant, vom 20. bis zum 22. März statt, sondern vom 24. bis zum 26. April, teilten die Veranstalter mit. Obwohl sie "auf eng begrenzter, regionaler Ebene erfolgt und damit nicht in die Risikogruppe der internationalen Großveranstaltungen fällt", habe man sich entschlossen, der Empfehlung des Münchner Gesundheitsamts in München zu folgen und sie "vorsorglich" erst Ende April zu veranstalten.

Zwölf weitere Patienten in Bayern

Donnerstag, 5. März, 10.50 Uhr: Bis Donnerstagvormittag ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Bayern auf 68 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurden zwölf weitere Fälle gemeldet. Damit haben sich binnen einer Woche 54 Menschen im Freistaat mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Rechnet man die bereits als gesund entlassenen Patienten hinzu, kommt man auf insgesamt 68 Fälle. Vier der neuen 12 Fälle wurden aus München gemeldet, jeweils zwei aus Würzburg sowie den Landkreisen Miesbach und Neu-Ulm, je ein Fall aus den Landkreis Aichach-Friedberg und Erlangen-Höchstadt.

Schulen in Unterhaching, Würzburg und Vilshofen bleiben zu

Donnerstag, 5. März, 2.30 Uhr: In Würzburg und Unterhaching sind in der Nacht zum Donnerstag drei weitere Fälle des Coronavirus bestätigt und deshalb Schulen zunächst geschlossen worden. In Unterhaching sei ein Kind, das das Lise-Meitner-Gymnasium besuche, nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Landratsamt München mit. Das Gesundheitsamt und die Schulleitung hätten daher entschieden, die Schule am Donnerstag und Freitag zu schließen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten demnach zu Hause bleiben. In Würzburg wurden zwei junge Erwachsene positiv auf das Virus getestet. In dem Zusammenhang bleibt die Leonhard Frank-Schule im Stadtteil Heuchelhof geschlossen, das teilte die Stadt Würzburg mit. Es handelt sich "um eine vorbeugende Maßnahme". Wie die Mainpost berichtet, hatte die Familie eines Schülers in den letzten Faschingstagen Kontakt zu einem der beiden Infizierten. Die Stadt prüft nun, ob sich die Familie angesteckt hat. Auch im niederbayerischen Vilshofen wurde die Grundschule Ritter-Tuschl nach Angaben der Stadt bis Freitag geschlossen.

Coronavirus erreicht den Kommunalwahlkampf

Mittwoch, 4. März, 18.21 Uhr: Das neuartige Coronavirus hat die ersten Auswirkungen auf den Wahlkampf im Landkreis Dachau. Der SPD-Landratskandidat Hubert Böck aus Markt Indersdorf muss bis auf weiteres alle Auftritte in der Öffentlichkeit absagen. Er hatte am Sonntag verdächtige Symptome gezeigt und war daraufhin am Montag auf das Virus getestet worden. Der Test ist zwar negativ, zu Hause bleiben muss Böck trotzdem wie alle anderen Verdachtsfälle. Er ist noch bis Donnerstag, 12. März in Quarantäne - gewählt wird drei Tage später, am Sonntag, 15. März. Genauso ergeht es derzeit auch Michael Hillebrand, dem CSU-Bürgermeisterkandidaten in Au im Landkreis Freising, dem aktuell größten Coronavirus-Krisenherd in Bayern.

Bayerisches Rotes Kreuz ruft "Alarmstufe 1" aus

Mittwoch, 4. März, 17.45 Uhr: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat am am Mittwochnachmittag "Alarmstufe 1" ausgerufen. Grund seien "die derzeit nicht absehbaren Lageentwicklungen rund um das Coronavirus" sowie die fortschreitende "Knappheit relevanter Materialien der persönlichen Schutzausrüstung". Dabei geht es etwa um Atemschutzmasken, Schutzkittel oder Desinfektionsmittel. "Der Eigenschutz unserer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden hat höchste Priorität", sagte BRK-Präsident Theo Zellner.

Insgesamt gibt es drei Alarmstufen, wobei Stufe eins die niedrigste ist, bei der es zu einer "Überprüfung der Alarmsicherheit einzelner Einheiten, des Materials und der Erreichbarkeiten" komme. Die Alarmstufe gelte für alle Einheiten des Katastrophenschutzes der bayerischen Hilfsorganisationen, neben dem BRK sind auch der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter und die Malteser gemeint. Angesprochen sind dabei die Schnelleinsatzgruppen, die für die Betreuung, den Transport und die medizinische Behandlung einer größeren Zahl von Menschen zuständig sind. Alarmstufe eins bedeutet zudem, dass gewährleistet sein soll, dass ein Krisenstab innerhalb von zwei Stunden zusammenkommen kann. Bevor die erste Alarmstufe ausgelöst wird, gehöre es beim BRK laut Sprecher Sohrab Taheri-Sohi außerdem zum Standard, die aktuelle internationale Lage zu betrachten. Demzufolge spiele auch die Entscheidung der türkischen Regierung eine Rolle, die Grenzen in Richtung Europa für Flüchtlinge zu öffnen. Dies könnte dazu führen, dass diese demnächst vermehrt nach Bayern kommen und hier versorgt werden müssten. Maßgeblich für die Entscheidung sei jedoch die aktuelle Knappheit der Schutzmaterialien gewesen.

Wann Großveranstaltungen abgesagt werden sollen

Mittwoch, 4. März, 17.21 Uhr: Das Starkbierfest in Rosenheim steht kurz vor der Absage, sein Pendant auf dem Münchner Nockherberg hingegen (noch) nicht: Der Umgang mit Großveranstaltungen angesichts der raschen Ausbreitung des Coronavirus mag als widersprüchlich erscheinen. Doch es könne gute Gründe dafür geben, sagt Andreas Zapf, Chef des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Zuständig seien die örtlichen Behörden, die sich mit den Veranstaltern besprechen. Entscheidend sei für sie ein bundesweit gültiger Kriterienkatalog: Wie viele Teilnehmer kommen und woher? Wie lange und wie eng sitzen oder stehen sie zusammen? Und wo - in einem kleinen Saal oder einem großen, gut durchlüfteten Raum? Diese Kriterien müssten bewertet und abgewogen werden, sagt Zapf. "Das Primat der Gesundheit steht über allem, aber wir dürfen nicht in Panik und Hysterie verfallen und jegliche Veranstaltung verbieten." Laut LGL sind in Bayern bislang alle Absagen durch den Veranstalter erfolgt und nicht durch eine Behörde angeordnet worden. Genauso wie die (Teil-)Schließungen von Firmengebäuden - diese hätten die Unternehmen von sich aus veranlasst.

Ministerium meldet fünf weitere Covid-19-Fälle

Mittwoch, 4. März, 15.25 Uhr: Und schon wieder neue Fälle in Bayern: Das Gesundheitsministerium meldet fünf bestätigte Infektionen in den Landkreisen Lindau am Bodensee, Augsburg, Erding und Passau sowie aus der Stadt Nürnberg. Damit gibt es in Bayern derzeit 42 Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) stehen mehrere hundert Menschen im Freistaat zu Hause unter Quarantäne, weil sie engeren Kontakt zu einem der Infizierten hatten.

Bayern bestellt eine Million Schutzmasken

Mittwoch, 4. März, 14.23 Uhr: Nach den vielen Klagen, insbesondere von Ärzten, sie seien unzureichend ausgestattet, um den neuen Coronavirus-Verdachtsfällen zu begegnen, setzen die Behörden auf eine baldige Verbesserung. Der Freistaat habe nun eine Million Schutzmasken bestellt, sagte Andreas Zapf, der Leiter des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), am Mittwoch. Er sei optimistisch, dass diese bald geliefert würden - man habe eine entsprechende Herstellerfirma gefunden. "Wir haben uns intensiv darum bemüht und hoffen, dass sich die Situation in den nächsten Tagen entspannt", sagte Zapf. Dann könne man auch bewerten, wie man die Versorgung mit Schutzausrüstung in Zukunft sicherstelle. Zugleich betonte der LGL-Chef, dass dafür auch die Ärzte selber verantwortlich seien.

Vier neue Infektionen bestätigt

Mittwoch, 4. März, 12.37 Uhr: In Bayern haben sich weitere vier Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das Gesundheitsministerium am Mittwochmittag. Zwei neue Fälle seien aus dem Landkreis München gemeldet worden, ein weiterer aus dem oberbayerischen Landkreis Freising und einer aus der Stadt Nürnberg. Das Virus hat in Bayern nun insgesamt 51 Menschen infiziert.

Elf weitere Fälle in Bayern

Mittwoch, 4. März, 10.37 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern steigt sprunghaft an: Das Gesundheitsministerium bestätigte am Mittwochvormittag elf weitere Fälle. Damit haben seit knapp einer Woche 33 Menschen in Bayern die neuartige Lungenkrankheit Covid-19. Rechnet man die 14 bereits als gesund entlassenen Patienten hinzu, kommt man auf 47 Fälle im Freistaat. Vor allem im Landkreis Freising ist die Lage ernst: Dort wohnen sechs der elf neuen Patienten. Zwei neue Fälle wurden aus München gemeldet und je ein neuer Fall aus den Landkreisen Augsburg, Ostallgäu und Lindau.

Zwei Kindergärten im Landkreis Passau geschlossen

Mittwoch, 4. März, 10.37 Uhr: Weil sich ein Bewohner der Stadt mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hat, hat Vilshofen an der Donau (Landkreis Passau) vorsorglich zwei Kindergärten geschlossen. Derzeit werde ermittelt, ob es mögliche Kontakte des Mannes in die Kindertagesstätten St. Benedikt in Alkofen und St. Raphael in Vilshofen gebe, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Einen konkreten Verdachtsfall gebe es nicht, trotzdem habe man in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt beschlossen, zumindest bis einschließlich Donnerstag beide Einrichtungen zu schließen.

Millionenverluste nach Absage der Handwerksmesse

Mittwoch, 4. März, 8.25 Uhr: Dass die Internationale Handwerksmesse (IHM) dieses Jahr nicht stattfindet, bringt für viele Firmen hohe Einbußen mit sich. Nicht nur für ausstellende Handwerker, die nun womöglich auf den Kosten ihrer Messestände sitzen bleiben und denen eine gute Möglichkeit entgeht, neue Aufträge abzuschließen. Sondern auch für den Handel und die Gastronomie in München. Schließlich waren zur IHM mehr als 100 000 Besucher in München erwartet worden. Er schätze die Verluste infolge der Absage insgesamt auf einen zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag, sagte Franz Xaver Peteranderl, der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Christian Schottenhamel vom Hotel- und Gaststättenverband in München klagt über erhebliche Ausfälle in seiner Branche: "Es gibt leider viele Stornierungen und Absagen." Er hoffe nun auf finanzielle Hilfen des Staates.

Maschinenbauer DMG Mori will Betrieb wiederaufnehmen

Dienstag, 3. März, 16.28 Uhr: Nach der Erkrankung eines Mitarbeiters durch das neuartige Coronavirus will der Konzern DMG Mori seinen Standort Pfronten am Donnerstag wieder öffnen. Am Mittwoch sollten die 1600 Beschäftigten des Maschinenbauers in der Allgäuer Gemeinde aber noch einmal zu Hause bleiben, berichtete ein Firmensprecher. Ursprünglich war die Betriebsschließung nur für Montag und Dienstag geplant.

Ein 36 Jahre alter Mitarbeiter war Ende der vergangenen Woche positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, in der Folge auch seine Partnerin. Alle Beschäftigten, die direkt mit dem Erkrankten in Kontakt waren, seien zwischenzeitlich getestet worden, berichtete Knüttel. Die Ergebnisse sollten bis Mittwoch vorliegen. Zudem lasse DMG Mori den Standort professionell reinigen. Den durch die dreitägige Schließung verursachten Produktionsrückstand will das Unternehmen "kurzfristig wieder aufzuholen, um alle Liefertermine für Kunden einzuhalten".

Erste Infektion in Niederbayern

Dienstag, 3. März, 14.58 Uhr: Das Coronavirus hat nun auch Niederbayern erreicht. Am Dienstagnachmittag meldete das Gesundheitsministerium den aktuell 22. Fall in Bayern: Im Landkreis Passau habe sich eine weitere Person infiziert. Damit sind im Freistaat bislang insgesamt 36 Fälle aufgetreten.

München sieht "keinerlei Grund", die Kommunalwahl zu verschieben

Dienstag, 3. März, 14.35 Uhr: Eine Verschiebung der Kommunalwahl ist für die Stadt München derzeit kein Thema. Dafür gebe es "keinerlei Grund", und es zeichne sich auch keiner ab, teilte das für die Wahl zuständige Kreisverwaltungsreferat mit. Sollte sich das ändern, müsste zudem der Freistaat eine solche Verschiebung beschließen. Eine Kommune wie die Stadt München könne den Termin nicht eigenständig ändern.

"Wählen gehen ist wie im Supermarkt einkaufen oder U-Bahn fahren - eine Selbstverständlichkeit. Und auch vom theoretischen Ansteckungsrisiko her gesehen ist es vergleichbar", sagte Münchens Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. Er verstehe die Sorgen, die sich nun manche machten. "Was die Kommunalwahl angeht, sind sie aber wirklich unbegründet." In den Wahllokalen gebe es beispielsweise genügend Möglichkeiten, sich die Hände zu waschen. Auch dürfe jeder einen eigenen Stift mitbringen. Bei der Kommunalwahl in knapp zwei Wochen, am 15. März, werden in München 755 Wahllokale geöffnet sein; die Stimmen der Briefwähler werden in den Hallen der Messe in Riem ausgezählt. Etwa 14000 Wahlhelfer werden dann im Einsatz sein.

"Pro Sieben Sat 1"-Chefs in Quarantäne

Dienstag, 3. März, 12.19 Uhr: Der Chef von Pro Sieben Sat 1, Max Conze, und sein Finanzvorstand Rainer Beaujean müssen nach einem Coronavirus-Fall im Konzern von zu Hause aus arbeiten und haben die geplante Bilanz-Pressekonferenz in Unterföhring abgesagt. Sie werden die Zahlen am Donnerstag per Webcast im Internet präsentieren, wie eine Sprecherin sagte. Ein Mitarbeiter in Düsseldorf habe sich mit dem Virus infiziert. Seine Kontaktpersonen und deren Kontakte in Unterföhring - insgesamt etwa 200 Menschen - arbeiteten deshalb seit einer Woche vorsorglich im Homeoffice, darunter auch Conze und Beaujean, wie nun bekannt wurde. Die Quarantäne laufe Ende dieser Woche aus.

Auch andere große Münchner Unternehmen spüren zunehmend die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs. Bei BMW bleiben derzeit etwa 150 Mitarbeiter des Forschungs- und Innovationszentrums zu Hause, weil sich ein Kollege infiziert hat. Auch beim Dax-Konzern Wirecard, der seine Zentrale im Münchner Vorort Aschheim hat, ist ein Beschäftigter positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Zudem sei ein Mitarbeiter eines externen Dienstleisters erkrankt, teilte der Finanzdienstleister mit. 20 Mitarbeiter, die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit den Infizierten hatten, blieben bis auf Weiteres zu Hause.

Bereits drei Messen in München abgesagt

Dienstag, 3. März, 9.35 Uhr: Die Ausbreitung des Coronavirus beeinträchtigt zunehmend das Geschäft der Münchner Messe. So wurde am Montagabend auf Drängen der Behörden nicht nur die Internationale Handwerksmesse (IHM) gestrichen. Auch die High End, eine Messe für Hersteller, Verkäufer und Käufer hochwertiger Audiogeräte, ist bereits abgesagt worden, auch wenn sie erst Mitte Mai hätte stattfinden sollen. An diesem Dienstag hätte zudem die Command Control beginnen sollen, ein Treffen der Cybersecurity-Branche. Die Messe München blies die Veranstaltung vergangene Woche ab - "in Verantwortung für die Gesundheit von Ausstellern und Besuchern", wie sie schrieb.

Die IHM, die vom 11. bis zum 15. März stattfinden sollte, ist eine der wichtigsten Messen in München, veranstaltet wird sie von der Gesellschaft für Handwerksmessen. Die Absage sei angesichts von 1000 Ausstellern und mehr als 100 000 erwarteten Besuchern "unumgänglich", sagte deren Geschäftsführer Dieter Dohr. "Das Messeziel eines vielfältigen persönlichen Austausches zur Pflege und zum Aufbau von Geschäftsbeziehungen ist unter den gegebenen Umständen nicht mehr risikofrei umsetzbar." Deshalb folge man der "dringenden Empfehlung" des Krisenstabs der Staatsregierung und verzichte in diesem Jahr auf die IHM.

In den vergangenen Jahren hat die Messe München GmbH, die nahezu komplett im Besitz des Freistaats Bayern und der Stadt München ist, ihr internationales Geschäft massiv ausgebaut, nicht zuletzt in Asien. Auch dort trifft sie nun die Coronavirus-Welle hart. So wurden in China bislang folgende Veranstaltungen der Messe München gestrichen oder verschoben: die ISPO in Peking, die Electronica China, die Productronica China, die Laser World of Photonics China sowie die Vision China und die IE Expo in Shanghai.

Sechs neue Fälle bekannt geworden

Montag, 2. März, 20.44 Uhr: Das Gesundheitsministerium meldet sechs neue Fälle mit dem neuartigen Coronaviurs Sars-CoV-2. Betroffen seien fünf Menschen aus dem Landkreis Freising und ein Mensch aus München. Damit steigt die Zahl der aktuellen Infektionen in Bayern auf 21. Rechnet man die 14 bereits als gesund entlassenen Patienten dazu, verzeichnet Bayern bislang 35 Infektionen.

Internationale Handwerksmesse wegen Coronavirus abgesagt

Montag, 2. März, 19.27 Uhr: Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München wird wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Montagabend in München mit. Die IHM ist mit 1000 Ausstellern aus 60 Ländern und mehr als 100 000 Besuchern die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland.

Staatsregierung empfiehlt Absage der Handwerksmesse

Montag, 2. März, 18.36 Uhr: Die bayerische Staatsregierung empfiehlt wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus die Absage der internationalen Handwerksmesse (IHM). Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Montag auf Anfrage. Der bayerische Coronavirus-Krisenstab empfehle, große internationale Messen bis auf Weiteres abzusagen oder zu verschieben. "Das gilt auch für die Internationale Handwerksmesse München." Die Messe mit Ausstellern aus mehr als 60 Ländern ist die wichtigste Leistungsschau des Handwerks in Deutschland, alljährlich kommen etwa 100 000 Besucher. Der diesjährige Start ist bislang für die kommende Woche geplant.

Sozialverband VdK bläst Großdemo in München ab

Montag, 2. März, 15.50 Uhr: Der Sozialverband VdK Bayern hat seine für den 28. März 2020 geplante Großdemonstration "Soziales Klima retten!" in München abgesagt. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagte seine Landesvorsitzende Ulrike Mascher. Man wolle aber niemanden wegen des Coronavirus gefährden. "An erster Stelle stehen die Gesundheit und der Schutz aller Demonstrationsteilnehmer, unter denen viele Ältere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen sind." Nach Angaben des Verbands hatten sich bereits Tausende VdK-Mitglieder aus Bayern und vielen Teilen Deutschlands angemeldet. Er will die Protestveranstaltung später nachholen.

Zwei neue Fälle im Landkreis Bayreuth

Montag, 2. März, 14.55 Uhr: In Bayern haben sich zwei weitere Verdachtsfälle als Coronavirus-Infektionen bestätigt. Beide Patienten kommen aus dem Landkreis Bayreuth, wie das Gesundheitsministerium am Nachmittag mitteilte, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Damit ist die Zahl der aktuellen Fälle im Freistaat auf 15 gestiegen.

Stadt München schaltet Coronavirus-Hotline frei

Montag, 2. März, 14.50 Uhr: Auch die Stadt München hat nun eine eigene Telefon-Hotline zum Coronavirus-Ausbruch eingerichtet. Sie ist seit Montagmittag unter der Nummer 089/233-44740 zu erreichen, wie das städtische Gesundheitsreferat mitteilt. Demnach ist die Hotline werktags von 8 bis 18 Uhr besetzt, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Zu Fragen rund um das neuartige Virus Sars-CoV-2 und die von ihm ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 hat das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bereits Ende Januar eine spezielle Hotline geschaltet: unter der Nummer 09131/6808-5101 (8 bis 22 Uhr). Ähnliche Angebote gibt es zudem von diversen Krankenkassen.

BMW schickt 150 Mitarbeiter vorsorglich nach Hause

Mittwoch, 2. März, 13.45 Uhr: Ein BMW-Mitarbeiter in München ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei nicht auf Reisen gewesen und habe im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FIZ) gearbeitet, sagte eine BMW-Sprecherin. Alle rund 150 Mitarbeiter im FIZ, die mit ihm Kontakt hatten, seien jetzt für zwei Wochen zu Hause in Quarantäne, die Großraumbüros würden desinfiziert. Der operative Betrieb laufe ohne Einschränkungen weiter. Der betroffene Mitarbeiter sei am Sonntag zum Arzt gegangen und inzwischen im Krankenhaus. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, sagte die Sprecherin.

Auch bei "Pro Sieben Sat 1" arbeiten vorerst etwa 200 Mitarbeiter nicht mehr in der Unternehmenszentrale in Unterföhring, sondern im Homeoffice. Die Maßnahme sei rein vorsorglich, es bestehe kein begründeter Verdacht, sagte eine Firmensprecherin am Montag. Grund sei, dass ein Kollege in Düsseldorf positiv auf das Coronavirus getestet worden ist und dass Mitarbeiter, die mit ihm in Kontakt waren, zwischen den Standorten hin und her reisten. Etwa die Hälfte der betroffenen 200 Mitarbeiter sei negativ auf den Erreger getestet worden; alle weiteren Ergebnisse würden bis Mittwoch erwartet. Ebenfalls wegen eines Coronavirus-Falls in Nordrhein-Westfalen hat Vodafone sieben Mitarbeiter aus der Zentrale in Unterföhring vorsorglich nach Hause geschickt.

Fünf weitere Coronavirus-Fälle im Freistaat

Montag, 2. März, 10.35 Uhr: In Bayern sind binnen weniger Tage bereits 13 neue Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden. Das Gesundheitsministerium meldete am Montagvormittag fünf weitere Fälle. Zwei dieser fünf Patienten stammen aus München, einer aus Schwabach in Mittelfranken. Zudem wurden je ein weiterer Fall aus den Landkreisen Freising und Ostallgäu gemeldet - bei beiden handele es sich um Kontaktpersonen der jeweiligen Coronavirus-Patienten in diesen Landkreisen, die am Sonntag bekannt wurden, schreibt das Ministerium in einer Mitteilung. Weitere Details gab es nicht bekannt. Aktuell gibt es somit 13 bestätigte Coronavirus-Fälle im Freistaat, zusätzlich zu den 14 bereits als geheilt entlassenen Patienten, deren Infektionen auf Kontakte bei der Firma Webasto bei München zurückzuführen waren.

Kita bei Freising bleibt vorsorglich geschlossen

Montag, 2. März, 7.32 Uhr: In Zolling (Landkreis Freising) bleibt eine Kita für mindestens eine Woche geschlossen. Wie das Landratsamt Freising mitteilte, wurde der Ehemann einer der Erzieherinnen der Kita positiv auf den neuartigen Coronavirus getestet. Ob die Frau, die in der vergangenen Woche noch in der Kita gearbeitet hatte, selbst infiziert ist, war zunächst unklar. Die Meldung des positiven Befundes bei dem Mann war am späten Samstagabend beim Gesundheitsamt Freising eingegangen. Nach Angaben des Landkreises hatte sich der Mann in der vergangenen Woche im Raum Köln aufgehalten und dabei "engen Kontakt zu einer Person aus dem Kreis Heinsberg gehabt". Das sei die wahrscheinliche Quelle der Infektion, hieß es.

Bayerns Coronavirus-Krisenstab hat zum ersten Mal beraten

Sonntag, 1. März, 20.23 Uhr: Mittlerweile schließt nun auch die Staatsregierung nicht mehr aus, "dass manche Großveranstaltungen wie zum Beispiel Messen abgesagt oder verschoben werden". Dies ist das Ergebnis des Corona-Krisenstabs, der am Sonntag unter der Leitung von Gesundheitsministerin Melanie Huml und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) das erste Mal zusammentrat. "Dabei sind wir natürlich in engem Kontakt mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut in Berlin", sagte die Ministerin.

Schulen öffnen nach den Ferien wieder

Sonntag, 1. März, 16.43 Uhr: Zum Schulbeginn werden Bayerns Schulen am Montag auf jeden Fall den Unterricht wieder aufnehmen. Dies bestätigte am Sonntag ein Sprecher des Kultusministeriums auf Nachfrage. Zwar befürchtet auch die Staatsregierung, dass sich unter den aus den Faschingsferien zurückgekehrten Italienurlaubern etliche mit dem Corona-Virus infiziert haben könnten, doch bislang setzen die Ministerien noch auf die Vernunft der Urlaubsrückkehrer. Diese wurden zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Für Bayerns Schüler heißt das: Diejenigen, die in den vergangenen beiden Wochen in einem der ausgewiesenen Risikogebiete waren, sollten vorläufig zu Hause bleiben. Darüber sei jedoch unbedingt die Schule zu informieren, machte der Sprecher des Kultusministeriums deutlich. "In diesem Fall gilt die Nichtteilnahme am Unterricht als entschuldigt."

Allgäuer Firma schließt - 1600 Mitarbeiter sollen daheim bleiben

Sonntag, 1. März, 14.10 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten steigt auch in Bayern weiter. Seit vergangenem Donnerstag sind in Bayern zu den bisher 14 bestätigten Coronavirus-Fällen mindestens acht neue hinzugekommen, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Aktuell sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) in Bayern derzeit 19 Infizierte gemeldet. Bei den drei am späten Samstagnachmittag bestätigten Coronavirus-Fällen aus Oberbayern handelt es sich um Personen aus München sowie aus den Landkreisen Ebersberg und Rosenheim. Die drei anderen neuen Fälle vom Sonntag wurden aus den Landkreisen Freising, Starnberg und Ostallgäu gemeldet. Dazu kommt die Ehefrau des Mannes aus Nürnberg, der während einer Geschäftsreise nach Baden-Württemberg positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden war.Bei einem der Fälle handelt es sich den Angaben zufolge um einen Mitarbeiter des Unternehmens DMG Mori in Pfronten. Das Unternehmen informierte die Mitarbeiter darüber, dass am Montag und Dienstag alle Tochterunternehmen des Maschinenherstellers an dem Standort im Ostallgäu geschlossen bleiben. Rund 1600 Mitarbeiter seien davon betroffen, erklärte Unternehmenssprecher Stephan Knüttel.

Rückblick

Die Meldungen im Rückblick: Januar und Februar, März, April, Mai und Juni.

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AfD kündigt Klage gegen Maskenpflicht für Abgeordnete im Landtag

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:Maskenpflicht im Landtag: AfD verliert und provoziert

Die Fraktion scheitert mit einem Eilantrag vor Gericht, ein Abgeordneter tritt daraufhin mit Gasmaske ans Rednerpult. Die Regierung lockert weitere Corona-Regeln. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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