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Coronavirus:Bayern will Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen untersagen

Erstes Stadionkonzert von Andreas Gabalier

Großveranstaltungen wie das Konzert von Andreas Gabalier im ausverkauften Münchner Olympiastadion 2016 soll es in Bayern bis vorerst Karfreitag nicht mehr geben.

(Foto: dpa)

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag verbieten.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt, wie Florian Streibl, der Fraktionschef der Freien Wähler, der SZ bestätigte. Zuvor hatte die Augsburger Allgemeine berichtet.

Insgesamt gibt es in Bayern 256 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Zu den bayerischen Großveranstaltungen, die jetzt betroffen sein dürften, zählen nicht nur Fußballspiele der bayerischen Profiklubs, sondern ebenfalls viele traditionelle Frühlingsfeste. Auch der Festakt zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau könnte abgesagt werden. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, sagte bereits am Montagmittag: "Die Tendenz geht eher in Richtung Absage." Man wolle die Gesundheit der Gäste, darunter 90 hochbetagte Überlebende und Befreier, keinesfalls riskieren. Möglich sei als Alternative, die Feiern in kleinerem Rahmen abzuhalten und auf deren mediale Übertragung zu setzen. Eine Verschiebung ins nächste Jahr sei im Fall einer Absage wahrscheinlich.

Die Münchner Kammerspiele, das Residenz-, Volks- und Gärtnerplatztheater verfügen über weniger als 1000 Plätze. Dort ging man bislang davon aus, dass der Spielbetrieb wie bisher weitergehen kann. Unklar allerdings ist, ob auch die Oper und das Deutsche Theater - beide bieten mehr als 1000 Besuchern Platz - wie ursprünglich gedacht ihr Programm fortführen können.

© SZ/dpa/saul/aner
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