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Coronavirus-Newsblog für Bayern:Nach Corona-Panne starten Impfungen nun auch in Oberfranken

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Nach Panne starten Impfungen gegen Corona nun auch in Oberfranken

Montag, 28. Dezember, 08.08 Uhr: Nach einer Panne beim Impfstart in Oberfranken soll nun auch dort gegen Corona geimpft werden. Die herstellende Firma habe die Qualität der Impfdosen bestätigt und die Dosen freigegeben, teilte die Regierung von Oberfranken in der Nacht zu Montag mit. "Damit steht dem Impfstart in Oberfranken nichts mehr im Wege. Die Impfungen können beginnen."

Beim eigentlichen Impfstart am Sonntag hatte es in Oberfranken und in Schwaben Probleme mit der Kühlkette gegeben - der Impfstoff muss bei extremen Temperaturen um die minus 70 Grad tiefgekühlt werden. Während sich die Probleme in Schwaben bald darauf als marginal erwiesen und das Impfen begann, blieb es in Oberfranken zunächst unklar, wann die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik auch dort starten kann.

Innenminister: Corona-Regelungen größtenteils eingehalten

Sonntag, 27. Dezember, 19.57 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich angesichts der Einhaltung der Corona-Regeln über die Weihnachtstage zufrieden gezeigt. "Die Feiertage sind im Freistaat insgesamt sehr ruhig verlaufen", sagte Herrmann am Sonntag. "Insbesondere auch die in Bayern geltende Ausgangsperre nach 21 Uhr" sei "weitestgehend eingehalten" worden. Die Polizei habe bei Kontrollen und Einsätzen Verstöße wie das Nicht-Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder die Überschreitung der erlaubten Personenanzahl "konsequent geahndet".

Am häufigsten wurde nach Angaben des bayerischen Innenministeriums gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen: 2264 Anzeigen registrierte das Ministerium vom 16. bis zum 23. Dezember. Die Anzeigen richteten sich gegen Personen, die nach 21 Uhr auf der Straße waren. Nach dieser Uhrzeit dürfen die Menschen im Freistaat derzeit das Haus nicht mehr verlassen, außer in begründeten Einzelfällen wie in Notfällen oder zum Gassi-Gehen mit dem Hund.

Inzidenz von 542,9 - Coburg ist deutscher Corona-Hotspot

Sonntag, 27. Dezember, 15.43 Uhr: Zwar sinken die Inzidenzwerte in der stark von der Pandemie betroffenen Stadt Coburg kontinuierlich. Über die Weihnachtsfeiertage aber hat die oberfränkische Kommune zunächst den Landkreis Regen als bayerischen Corona-Hotspot überflügelt. Und nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag ist Coburg mit einem Wert von 542,9 derzeit sogar deutscher Corona-Hotspot, noch vor dem Kreis Altenburger Land, dessen Wert mit 538,1 angegeben wird. Verschärfen will die Stadt ihre Corona-Regeln aufgrund dieser Spitzenposition aber nicht.

Man habe zusammen mit anderen Gebietskörperschaften "bereits die bundesweit schärfsten Regeln", sagte ein Sprecher der Stadt im SZ-Gespräch. So dürfen die Coburger nur mit Mitgliedern des eigenen Hausstands Spaziergänge machen. Dies sei zuletzt auch weithin befolgt worden. Zuvor bereits hatte die Stadt die Coburger per Lautsprecherdurchsagen in den Straßen aufgefordert, möglichst zuhause zu bleiben und Kontakte zu reduzieren. Auch per Zeitungsannoncen und im Radio hatte man dafür geworben. Zwar sehe es angesichts des aktuellen Spitzenwerts nicht so aus, als hätte dies eine Wirkung gezeigt. Insgesamt aber sei die Stadtspitze zumindest mit der Tendenz der Zahlen nicht unzufrieden. "Der Sonntag ist der dritte Tag hintereinander, an dem der Wert gesunken ist", sagte der Stadtsprecher.

Auch sei das Infektionsgeschehen anders als an manchen anderen Orten zumindest teilweise gut lokalisierbar. So sind momentan zwei Coburger Seniorenheime der Klinikgruppe Regiomed mit insgesamt 100 Bewohnern stark vom Virus befallen. Rechne man diese Zahlen heraus, so sei der Inzidenzwert immer noch zu hoch, bei weitem aber kein Spitzenwert. In Coburg gilt die räumliche Nähe zu Südthüringen, wo die Werte extrem hoch waren vor einigen Wochen, als ein Grund für die hohen Zahlen. Nach Coburg pendeln viele Arbeitnehmer aus thüringischen Landkreisen ein. Die Situation im Coburger Regiomed-Krankenhaus bezeichnete ein Sprecher am Sonntag als "angespannt, aber nicht bedrohlich". In der Klinik seien noch drei von elf Covid-Intensivbetten frei. Das Krankenhaus nehme auch weiterhin Patienten aus den anliegenden Landkreisen auf, wo die Intensivabteilungen zum Teil abgemeldet wurden.

Kühl-Problem bei Impfstoff in Schwaben hat sich geklärt

Sonntag, 27. Dezember, 14.14 Uhr: Die Probleme mit der Kühlkette bei Impfstofflieferungen in Schwaben haben sich offenbar als nicht schwerwiegend herausgestellt. Die betroffenen Landkreise in Schwaben hätten nach Gesprächen mit der Regierung von Schwaben und dem Impfstoff-Hersteller Biontech das Signal erhalten, dass der betroffene Impfstoff problemlos verwendet und mit dem Impfen begonnen werden könne, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf dpa-Anfrage. In den Kühlboxen, in denen der Impfstoff transportiert worden war, hatte es Ungereimtheiten bei der Temperatur gegeben. Es waren Bedenken aufgekommen, ob die Kühlkette durchgehend eingehalten wurde.

Wieder etwas mehr freie Intensivbetten in Bayern

Sonntag, 27. Dezember, 14.05 Uhr: In Bayern hat sich die Lage auf den Intensivstationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder etwas entspannt. Derzeit seien im Freistaat 376 Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit frei, berichtete eine Ministeriumssprecherin am Sonntag. Vor sechs Tagen waren es rund 300. Das sei allerdings nur eine Momentaufnahme. Die Lage könne sich natürlich wieder ändern, hieß es. Insgesamt sind den Angaben zufolge derzeit in Bayern 2723 sogenannte ICU-Betten verfügbar. Am Sonntag waren 2347 Betten mit Patienten belegt - davon 798, die an Covid-19 erkrankt sind. ICU-Betten sind Intensivpflegebetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit. Die Behandlung in einem solchen Bett bedeutet zwar nicht zwingend, dass der Patient aktuell beatmet wird. Es kann aber jederzeit dazu kommen, dass sofort eine Beatmung notwendig wird.

In den Landkreisen Landshut, Aichach-Friedberg und Erlangen-Höchstadt war nach Angaben des DIV-Intensivregisters am Sonntag kein einziges Intensiv-Bett mehr frei. In etlichen Landkreisen standen nur ein oder zwei Betten zur Verfügung. Wenn in einem Landkreis keine Betten mehr frei sind, bedeutet dies nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Aber neue Intensivpatienten müssen dann zum Teil über weite Entfernungen in andere Krankenhäuser gebracht werden.

Auch Landkreis Augsburg muss Impfungen verschieben

Sonntag, 27. Dezember, 12.54 Uhr: Nach großen Teilen Oberfrankens haben die Behörden auch im Landkreis Augsburg den Impfstart gegen das Coronavirus aufschieben müssen. Auch dort sei die Kühlkette nicht nachvollziehbar gewesen, teilte der Landkreis mit. "Aus dem integrierten Kühlprotokoll geht hervor, dass die erfasste Temperatur während des Transportes zunächst drei Grad Celsius und später minus ein Grad Celsius betragen hat", erläuterte Augsburgs Landrat Martin Sailer (CSU). Möglicher Hintergrund sei eine Fehlfunktion der Kühlbox, aber auch eine Absenkung der erfassten Temperatur in der Box durch den ursprünglich noch tiefgekühlten Impfstoff. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte man uns aus medizinischer Sicht nicht bestätigen, dass die Impfdosen bedenkenlos verwendet werden können", sagte Sailer. Deshalb habe man sich entschlossen, die gelieferten Impfdosen vorerst nicht zu verwenden. Es solle nun in den kommenden Stunden geklärt werden, was genau passiert ist und ob der Impfstoff weiter verwendet werden könne.

Panne verhindert Impfstart in Oberfranken

Sonntag, 27. Dezember, 12.17 Uhr: Wegen Ungereimtheiten in der Kühlkette beim Transport des Impfstoffes musste der geplante Start der Corona-Impfung in acht oberfränkischen Landkreisen und den dazugehörigen kreisfreien Städten verschoben werden. Betroffen waren die Regionen Coburg, Lichtenfels, Kronach, Hof, Bayreuth, Wunsiedel, Forchheim und Kulmbach. Geimpft werden konnte in Oberfranken lediglich in der Stadt und dem Landkreis Bamberg. Zunächst hatten sechs Landräte mitgeteilt, dass wegen einer Abweichung von den Normwerten bei der Kühlung in den Transportboxen vorsichtshalber auf die Impfung verzichtet werden solle - darunter auch Deutschlands derzeitiger Top-Corona-Hotspot Coburg, wo am Sonntag laut Robert Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 543 mitgeteilt wurde. Später kamen auch Forchheim und Bayreuth dazu.

2440 Corona-Neuinfektionen in Bayern - Inzidenz bei 171

Sonntag, 27. Dezember, 11.36 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Sonntag 2440 Corona-Neuinfektionen für Bayern gemeldet. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, lag damit landesweit bei 171. Bei der Interpretation der Zahlen ist laut RKI aber zu beachten, dass über die Feiertage meist weniger Personen einen Arzt aufsuchten, dadurch würden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet würden. Zum anderen könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter Daten übermittelten. Seit Beginn der Pandemie haben sich laut RKI nachweislich 311 091 Menschen in Bayern mit dem Virus infiziert, 6213 sind daran gestorben und rund 236 100 gelten als genesen. Das Landesamt für Gesundheit meldete am ersten Weihnachtsfeiertag 35 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag.

Impfstart im Seniorenheim - weitere 205 000 Impfdosen bis Jahresende erwartet

Sonntag, 27. Dezember, 9.45 Uhr: Nach wochenlangen Vorbereitungen sind am Sonntag auch in Bayern die Corona-Impfungen gestartet. Mobile Impfteams rücken vor allem zu Pflege- und Seniorenheimen aus und versorgen dort die besonders gefährdeten Menschen. Bewohner und Mitarbeiter von Heimen sowie medizinisches Personal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen sind als erste an der Reihe.

Am Samstag waren die ersten 9750 Impfdosen im Freistaat angekommen, aus Sorge vor Sabotage oder Anschlägen unter Polizeischutz. Von den zentralen Lagerorten Erlangen und München aus wurde der Impfstoff regional auf die 99 Impfzentren verteilt. Für jede der 96 Kreisverwaltungsbehörden jeweils etwa 100 Dosen bereit, lediglich in München sind es 250.

Ministerpräsident Markus Söder warnte kurz vor dem Impfstart vor negativen Folgen durch Lieferengpässe. "Endloses Warten reduziert auch die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen", sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur. Leider sei noch nicht genügend Impfstoff vorhanden. "Die Bestellungen des Bundes reichen wohl, aber die Produktion dauert. Daher ist es wichtig, alle Kapazitäten zur Herstellung des Impfstoffes zu erhöhen."

Söder betonte, dass er darüber hinaus keine größeren Probleme erwarte. "Die Impflogistik steht, es braucht nur noch den Impfstoff. Der Bund beliefert die Länder und dann wird alles verimpft." Alle Seuchen hätten am Ende nur wirksam durch Impfungen bekämpft werden können. "Dazu müssen wir die Impfbereitschaft der Menschen noch deutlich erhöhen. Denn eine Impfpflicht wird es nicht geben", sagte Söder. "Je mehr geimpft wird und je mehr sich impfen lassen, desto schneller können wir den großen Schrecken von Corona reduzieren." Impfen sei ein wichtiger Schritt in die alltägliche Freiheit.

Bis zum Jahresende werden in Bayern weitere rund 205 000 Impfdosen in ultratiefgekühlten Thermoversandbehältern erwartet. Im neuen Jahr soll es mit regelmäßigen Lieferungen weitergehen, dem Vernehmen nach rund 100 000 Dosen pro Woche.

Da für einen wirksamen Schutz zwei Mal geimpft werden muss, wird jeweils die Hälfte der Impfstoffdosen zurückgestellt und in den zentralen Standorten zwischengelagert. Der Impfstoff, den die Firmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus entwickelt haben, muss dabei bei extremen Temperaturen um die Minus 70 Grad tiefgekühlt werden. In den örtlichen Impfzentren muss es dann schnell gehen: Dort werden die Fläschchen in normalen Medizinkühlschränken gelagert und müssen binnen drei bis fünf Tagen verbraucht werden.

Auch Söders zweiter Corona-Test negativ

Samstag, 26. Dezember, 16.20 Uhr: Auch der zweite Corona-Test bei Markus Söder hat keine Infektion des bayerischen Ministerpräsidenten erbracht. Der erneute Test sei ebenfalls negativ, twitterte Söder am Samstag. Er hoffe, dass alle "das Fest mit Herz und Vernunft gefeiert" hätten, ergänzte er.

Der CSU-Chef war kurzzeitig in Quarantäne gewesen, nachdem er Kontakt zu dem nachweislich mit Corona infizierten Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) gehabt hatte. Er war trotz eines ersten negativen Tests und einer Aufhebung der Quarantänepflicht durch das Gesundheitsamt im Homeoffice geblieben.

Erste Impfdosen in Bayern angekommen

Samstag, 26. Dezember, 10.20 Uhr: Die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs ist in Bayern angekommen. Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) nahmen die Impfdosen am Samstagmorgen in Erlangen in Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen Dosen sollten in München ankommen.

Von München und Erlangen aus wird der Impfstoff regional verteilt. Alle 99 Impfzentren in Bayern sollen damit versorgt werden. Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Senioren- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen. Neben Heimbewohnern gehören die Mitarbeiter der Heime und medizinisches Personal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen zu den ersten, die eine Impfung erhalten.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen: Polizei meldet zunächst wenig Verstöße

Samstag, 26. Dezember, 8.45 Uhr: Die Menschen in Bayern haben sich am ersten Weihnachtsfeiertag laut Polizei überwiegend an die Ausgangsbeschränkungen gehalten. "Es gab ein paar kleinere Feiern, aber nix Großes", sagte ein Sprecher des Präsidiums Oberbayern Süd am Samstagmorgen. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bedeuten, dass zwischen 21 und 5 Uhr der Aufenthalt im öffentlichen Raum wegen der Corona-Pandemie nur noch aus wenigen triftigen Gründen erlaubt ist. Das sind etwa Notfälle, der Weg zur Arbeit oder das Gassigehen mit dem Hund.

Im schwäbischen Oberstaufen feierten den Angaben zufolge am Freitagabend vier Menschen aus mehr als zwei Haushalten in einem Bauwagen mit reichlich Bier. Bei Nördlingen war eine 21-Jährige nach Mitternacht mit ihrem Wagen auf dem Heimweg von einer Familienfeier - sie erhielt eine Anzeige. Schwer betrunken und in Schlangenlinien war ein 41 Jahre alter Autofahrer in Illertissen unterwegs: Eine Kontrolle am Samstag gegen 2 Uhr ergab 1,5 Promille.

Wieder etwas mehr freie Intensivbetten in Bayern

Freitag, 25. Dezember, 16.12 Uhr: In Bayern hat sich die Lage auf den Intensivstationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder etwas entspannt. Derzeit seien im Freistaat 394 Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit frei, berichtete ein Ministeriumssprecher am Freitag. Vor sechs Tagen waren es rund 300. Das sei allerdings nur eine Momentaufnahme, betonte der Sprecher. Die Lage könne sich natürlich wieder ändern. Insgesamt sind den Angaben nach in Bayern 2725 sogenannte ICU-Betten verfügbar. Am 1. Weihnachtsfeiertag waren 2331 Betten mit Patienten belegt - davon 757, die an Covid-19 erkrankt sind. ICU-Betten sind Intensivpflegebetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit. Die Behandlung in einem solchen Bett bedeutet zwar nicht zwingend, dass der Patient aktuell beatmet wird. Es kann aber jederzeit dazu kommen, dass sofort eine Beatmung notwendig wird.

Im Landkreis Landshut war am Freitag kein einziges Intensiv-Bett mehr frei. In etlichen Landkreisen standen nur ein oder zwei Betten zur Verfügung. Wenn in einem Landkreis keine Betten mehr frei sind, bedeutet dies nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Aber neue Intensivpatienten müssen dann zum Teil über weite Entfernungen in andere Krankenhäuser gebracht werden.

Ausgangsbeschränkungen werden auch an Weihnachten eingehalten

Freitag, 25. Dezember, 11.36 Uhr: Die Menschen in Bayern haben sich auch an Heiligabend und in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag zum großen Teil an die geltenden Ausgangsbeschränkungen gehalten. Die Polizeipräsidien meldeten am Freitag nur wenige Verstöße. In München herrschte auf dem Mittleren Ring am Weihnachtsabend um halb neun reger Verkehr - offenbar, weil alle schnell heim wollten, um vor 21.00 Uhr zu Hause zu sein. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bedeuten in der Definition der bayerischen Staatsregierung, dass zwischen 21 und 5 Uhr der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur noch aus ganz wenigen triftigen Gründen erlaubt ist. Das sind etwa Notfälle, der Weg zur Arbeit oder das Gassigehen mit dem Hund. Auch für Weihnachtsgottesdienste gab es keine Ausnahmen.

Huml dankt Helfern im Kampf gegen die Corona-Pandemie

Freitag, 25. Dezember, 9.26 Uhr: Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat am 1. Weihnachtsfeiertag allen Helfern im Kampf gegen die Corona-Pandemie für ihren Einsatz in diesem Jahr gedankt. "Ohne das enorme Engagement zum Beispiel in den Krankenhäusern, den Pflegeeinrichtungen und der Gesundheitsverwaltung wäre die Lage weitaus schwieriger als jetzt", teilte Huml am Freitag mit. Ihr besonderer Dank gelte allen Pflegefachkräften und allen anderen Beschäftigten, die auch an Weihnachten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen "einen unschätzbar großen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten".

Huml lobte zudem die Menschen, die sich beim Pflegepool-Bayern registriert haben, um in Senioren- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern mitzuarbeiten. Freiwillige können sich über die Plattform www.pflegepool-bayern.de melden. Dort ist auch zu sehen, wo Bedarf an Helfern ist. Arbeitgeber bekommen einen finanziellen Ausgleich, wenn sie Mitarbeiter für einen Einsatz im Pflegepool freistellen.

Kardinal Marx verteidigt Präsenzgottesdienste

Donnerstag, 24. Dezember, 16.28 Uhr: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Entscheidung zu weihnachtlichen Präsenzgottesdiensten in der Corona-Pandemie verteidigt. "Wir haben uns das gut überlegt. Die Pfarrgemeinden bereiten seit Wochen die Gottesdienste intensiv vor und setzen die Auflagen mit großem Engagement um", sagte der Erzbischof von München und Freising dem "Münchner Merkur" vom Donnerstag. "Wir sind in einer anderen Situation als an Ostern, als wir nichts wussten über die Krankheit und auch noch keine überzeugenden Hygienekonzepte hatten."

Die katholischen Bischöfe in Bayern hatten sich bei der Staatsregierung vergeblich dafür eingesetzt, für Christmetten Ausnahmen von der Ausgangssperre ab 21 Uhr zu ermöglichen. "Es schien uns schwer zu vermitteln, warum um 19 Uhr ein Gottesdienst sein kann, ab 21 Uhr aber nicht mehr." Es sei auch darum gegangen den Ablauf des Heiligabends zeitlich zu entzerren und mehrere Gottesdienste auf den Abend zu verteilen. "Gerade bei uns hier in Oberbayern hat die Christmette eine sehr große Bedeutung", sagte Marx. "Durch das Licht mitten in der Nacht leuchtet ganz besonders die Hoffnung des Weihnachtsfestes auf. Aber wir können in dieser besonderen Situation damit leben, und wir werden in Freude auch unter diesen Bedingungen Weihnachten feiern."

600 000 kostenlose Schnelltests für Angehörige von Pflegebedürftigen

Donnerstag, 24. Dezember, 13.55 Uhr: In einer bayernweiten Aktion bieten Hilfsorganisationen an Heiligabend und den beiden Weihnachtsfeiertagen für Angehörige von Pflegebedürftigen kostenlose Corona-Schnelltests an. Das vom Gesundheitsministerium initiierte Angebot werde mit 600 000 Schnelltests unterstützt, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml bei einem Besuch mit Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) bei Einsatzkräften in Nürnberg an Heiligabend mit. "Gerade an den Weihnachtsfeiertagen brauchen viele Angehörige größtmögliche Sicherheit, nicht corona-infiziert zu sein", sagte Herrmann.

Vor allem pflegebedürftige Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen müssten vor einer Infektion geschützt werden, sagte Huml. "Unser Ziel ist aber auch, dass diese Menschen gerade an Weihnachten während des Lockdowns von ihren Angehörigen besucht werden können." Deshalb habe man sich für strenge Schutzmaßnahmen entschlossen, dazu zählten das Vorlegen eines negativen Tests und das Tragen einer FFP2-Maske. Herrmann verwies darauf, dass für die Weihnachtsaktion bayernweit rund 180 zusätzliche Teststellen betrieben werden. Das sei ein Glanzlicht an Mitmenschlichkeit und Solidarität. Viele Ehrenamtliche setzten sich für den Schutz der Allgemeinheit und opferten "ihr" Weihnachten.

Laut Infektionsschutzmaßnahmenverordnung müssen Besucher in Pflegeeinrichtungen Altenheimen und Seniorenresidenzen ein negatives Testergebnis vorlegen. Dabei darf die Testung bei einem Antigen-Schnelltest nicht länger als 48 Stunden und bei einem PCR-Test nicht länger als drei Tage zurück liegen. Vom 25. bis 27. Dezember gelten die Testergebnisse je 24 Stunden länger. Antigen-Schnelltests sind 72 Stunden und PCR-Tests vier Tage gültig.

Studie: Rund 3 Prozent der Münchner bisher mit Corona infiziert

Donnerstag, 24. Dezember, 7 Uhr: Einer großangelegten Antikörper-Studie zufolge haben sich in München bis November knapp 3,3 Prozent der Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Damit habe sich die Zahl derjenigen, die Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt haben, seit der ersten Welle fast verdoppelt, teilen die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München mit. Es ist die erste große Studie bundesweit, die Ergebnisse über die Infektionszahlen in der zweiten Welle liefert.

Zu Beginn der neuen Testrunde waren bei den Gesundheitsbehörden rund 1,5 Prozent der Münchner als Corona-positiv registriert gewesen. Damit lag die tatsächliche Zahl der Infizierten etwa zweimal so hoch. In der ersten Runde hatte der Anteil der damals in der Studie nachgewiesenen Infektionen viermal höher gelegen als bekannt. Dass die Dunkelziffer nun geringer sei, zeige auch, dass sich die Teststrategie in Bayern bewähre, sagt Studienleiter Michael Hoelscher.

Die Wissenschaftler hatten in einer ersten Runde der Untersuchung vom 5. April bis 10. Juni rund 5300 Menschen aus repräsentativ ausgewählten Haushalten untersucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten gut 1,7 Prozent der Menschen Antikörper entwickelt. Die Sterblichkeit der Infizierten in der ersten Runde lag nach einer neuen Berechnung bei 0,47 Prozent - und damit um ein Vielfaches über der von saisonalen Grippeinfektionen.

Waren die Forscher im Frühjahr noch persönlich in Teams in den Haushalten erschienen, um den Menschen Blut abzunehmen, schickten sie nun Anfang November den Testteilnehmern ein Kit zur Selbstblutabnahme per Fingerprick zu, mit der Bitte, einige Blutstropfen auf ein Filterpapier zu tupfen und dieses per Post zurückzuschicken. Bis zum 9. Dezember gingen gut 4250 Blutproben ein.

Pflegende Angehörige erhalten ab Januar kostenlose FFP2-Masken

Mittwoch, 23. Dezember, 22.03 Uhr: Pflegende Angehörige in Bayern bekommen Anfang Januar eine Million FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung gestellt. "Ergänzend zu unseren Unterstützungsleistungen für Pflegebedürftige, Besucherinnen und Besucher sowie das Personal in stationären Einrichtungen werden wir verstärkt auch die pflegenden Angehörigen in den Blick nehmen", sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München. Rund 76 Prozent der Pflegebedürftigen in Bayern würden derzeit zu Hause gepflegt, etwa 47 Prozent der rund 400 000 Pflegebedürftigen ausschließlich durch Angehörige. "Auch diese Menschen und ihre pflegebedürftigen Angehörigen müssen wir vor einer Infektion mit dem lebensgefährlichen Coronavirus schützen", sagte Holetschek. Deshalb verteile das Gesundheitsministerium die FFP2-Masken für pflegende Angehörige. Die Schutzmasken stammten aus dem bayerischen Pandemiezentrallager, das durch Ersatzbeschaffungen wieder entsprechend aufgefüllt werde.

Gegen Quarantäne verstoßen? Ermittlungen gegen Arzt aus Niederbayern

Mittwoch, 23. Dezember, 15.45 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ermittelt gegen einen Arzt aus Niederbayern, der gegen die Quarantäneauflagen verstoßen haben soll. Nach Polizeiangaben vom Mittwoch musste sich der Allgemeinmediziner aus dem Landkreis Regen auf Anweisung des Gesundheitsamtes bis 17. Dezember in häusliche Quarantäne begeben. Das Landratsamt erhielt demnach aber Hinweise, dass der Mann am 16. Dezember wieder Patienten in seiner Praxis behandelt haben soll.

Die Praxis sei daraufhin geschlossen worden, der Arzt sei in die Quarantäne zurückgekehrt. Bei der Durchsuchung der Praxis seien Beweismittel sichergestellt worden, die Ermittlungen dauerten an. Der Landkreis Regen ist von der Ausbreitung des Coronavirus besonders stark betroffen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit lag die Zahl der Infektionen je 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen am Mittwoch bei 589 und damit weit höher als im restlichen Bayern.

Innenminister Herrmann lehnt Gottesdienstverbot ab

Mittwoch, 23. Dezember, 14.27 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat ein Verbot von Präsenzgottesdiensten an Weihnachten auch vor 21 Uhr abgelehnt. "Gerade die gottesdienstlichen Feiern des Weihnachtsfestes gehören für viele Bürgerinnen und Bürger und auch für mich untrennbar zur Feier der Geburt Jesu dazu", sagte der CSU-Politiker am Mittwoch. "Meiner Erfahrung nach halten sich unsere großen Kirchen in Bayern sehr penibel an die strengen Corona-Schutzvorkehrungen." Sie achteten genauestens darauf, dass keine Infektionsgefahren durch den Gottesdienst entstehen. "Es gibt für mich überhaupt keinen Anlass, daran zu zweifeln. Es gibt klare Regeln wie die Maskenpflicht, den Mindestabstand und das Gesangsverbot." Außerdem sei die Gefahr durch Aerosole in den hohen Räumen der Kirchen nicht so groß. Unter anderem der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst hatte fordert, an Weihnachten keine Präsenzgottesdienste zuzulassen, um Ansteckungen zu vermeiden. Spätabendlichen Christmetten oder Mitternachtsmessen sind wegen der Ausgangsbeschränkungen ab 21 Uhr nicht erlaubt.

Impfstoff geht am zweiten Weihnachtstag an 99 bayerische Impfzentren

Mittwoch, 23. Dezember, 13.53 Uhr: Alle 99 Impfzentren in Bayern sollen noch am 26. Dezember mit den ersten Corona-Impfstoff-Dosen versorgt werden. Der Hersteller Biontech werde zwar am zweiten Weihnachtsfeiertag nur zwei der acht Verteilzentren in Bayern - München und Erlangen - anfahren und dort jeweils die Hälfte der 9750 Impfdosen abliefern. Von dort soll aber eine regionale Verteilung erfolgen, so dass in allen Landkreisen mit den Impfungen begonnen werden könne, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Marcus da Gloria Martins, am Mittwoch. Am Vortag hatten einige Landkreise in Bayern erklärt, mit dem Impfstart bis zum 29. Dezember warten zu wollen, da die Lieferung des Impfstoffes nicht rechtzeitig erfolge. Der Landkreis Würzburg nahm seine Information am Mittwoch wieder zurück. Die am 27. Dezember zur Verfügung stehenden Dosen würden aber allesamt für Impfungen des Personals am Universitätsklinikum Würzburg verwandt, um dort Personalausfälle zu vermeiden. In Senioreneinrichtungen werde mit dem Impfungen erst am 29. Dezember begonnen, teilte das Landratsamt mit.

Stadt zieht wegen Feuerwerksverbot vor Verwaltungsgerichtshof

Mittwoch, 23. Dezember, 12.33 Uhr: Die Stadt Augsburg will ein vollständiges Feuerwerksverbot für den Jahreswechsel vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München durchsetzen. Nachdem das Verwaltungsgericht in Augsburg das Verbot, an Silvester auf Privatgrundstücken zu böllern, mit einer Eilentscheidung gekippt hat, werde die Stadt nun den VGH anrufen, kündigte Augsburgs Ordnungsreferent Frank Pintsch am Mittwoch an. Nach Angaben einer VGH-Sprecherin wird voraussichtlich erst in der kommenden Woche entschieden.

Das Verwaltungsgericht in Augsburg hatte am Dienstag entschieden, dass das komplette Feuerwerksverbot nicht auf das Infektionsschutzgesetz beziehungsweise die bayerische Corona-Schutzverordnung gestützt werden könne. Auch in Nürnberg ist ein Feuerwerksverbot auf Privatflächen beschlossen worden. Die Stadt will nach Angaben eines Sprechers aber erst am Montag (28.Dezember) die entsprechende Verfügung erlassen. In diesem Fall rechnet die Stadt Nürnberg mit einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach.

Lehrerverband dringt wegen Corona auf schlankeren Lehrplan

Mittwoch, 23. Dezember, 12.17 Uhr: Der Lehrplan für Bayerns Schüler sollte nach Vorstellung der größten Lehrervereinigung im Freistaat coronabedingt verschlankt werden. "Ferner müssen unbedingt zeitnah weitere verbindliche Lehrplaninhalte, die Gegenstand der Abschlussprüfungen sind, gestrichen werden", forderte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) am Mittwoch in München. "Darüber hinaus muss den einzelnen Schulen, die von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besonders stark getroffen wurden, das Recht eingeräumt werden, in Eigenverantwortung alle Inhalte, die nicht behandelt wurden, auch nicht prüfen zu müssen."

Wie Abschlussprüfungen für den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, den Mittleren Schulabschlusses oder das Abitur ausgestaltet werden müssen, sollte rechtlich klar geregelt werden. Jede Schule sei von Corona unterschiedlich stark betroffen - es brauche daher verschiedene Konzepte. "Ein bloßer Aufschub, um Druck und Stress bei allen Beteiligten zu vermindern, reicht hier keinesfalls aus", so der BLLV.

Wegen der noch immer nicht absehbaren Folgen der Corona-Krise für das laufende Schuljahr hatte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag angekündigt, dass an den Realschulen und Gymnasien die Zahl der Prüfungen reduziert werden könne. Bei Bedarf sollte bei Leistungsnachweisen schulartbezogen flexibel nachjustiert werden.

Mit modularisierten individuellen Förderangeboten sollte laut BLLV versucht werden, die derzeitige Bildungsungerechtigkeit unter den Kindern wenigstens etwas aufzufangen. "Es darf nicht sein, dass den Schülerinnen und Schülern in den Folgeschuljahren Nachteile entstehen, die aus den durch Wechsel- und Distanzunterricht oder Quarantäne-Fehlzeiten verursachten Lernrückständen resultieren", sagte Verbandspräsidentin Simone Fleischmann.

Bedford-Strohm: Keine generelle Gottesdienst-Absage zu Weihnachten

Mittwoch, 23. Dezember, 9.48 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat sich gegen eine generelle Absage von Präsenz-Gottesdiensten an Weihnachten zum Schutz vor Corona-Infektionen ausgesprochen. "Nein, keine generelle Absageempfehlung", sagte Bedford-Strohm am Mittwoch in der Radiosendung Bayern 2-radioWelt des Bayerischen Rundfunks. "Das muss jetzt vor Ort entschieden werden", fügte er hinzu. "Es gibt nur einen schmalen Korridor", betonte Bedford-Strohm. Es gebe Menschen, für die ein Livestream-Gottesdienst eine ideale Alternative sei. Es gebe aber auch einsame Menschen, die einen Gottesdienst vor Ort benötigen, allerdings "nur unter den strengsten Hygieneauflagen". Es gebe gute Gründe, auch an diesem Weihnachtsfest die Möglichkeit offenzuhalten, in den Kirchen die Weihnachtsbotschaft zu hören.

"Die größte Kraft der Weihnachtsbotschaft liegt in der Hoffnung, die sie bis heute ausstrahlt", sagte Bedford-Strohm der Passauer Neuen Presse. "Das ist genau das, was wir im Moment so dringend brauchen", betonte er. "Dass wir mit dem Gefühl weiterleben, dass Gott uns begleitet, dass wir behütet sind und uns kein Virus der Welt von ihm trennen kann." Bedford-Strohm machte deutlich, dass auch in der Corona-Krise eine Sterbebegleitung notwendig sei. "Es muss gewährleistet werden, dass jeder beim Sterben begleitet wird. Seelsorger und die nächsten Angehörigen müssen Zugang haben, wenn Menschen sterben", sagte er der Zeitung.

Piazolo: Lernplattform Mebis wird ertüchtigt

Mittwoch, 23. Dezember, 8.18 Uhr: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist optimistisch, dass der Schulunterricht in Bayern technisch besser wird. "Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass wir einen guten Distanz-Unterricht hinbekommen", sagte der Minister der Augsburger Allgemeinen. Das umstrittene und zuletzt stark absturzgefährdete System Mebis solle in den bevorstehenden drei Ferienwochen weiter ertüchtigt werden, sagte Piazolo.

Zudem solle es nach den Ferien eine zeitliche Entzerrung bei der Nutzung geben, damit nicht alle gleichzeitig darauf zugreifen. Zudem solle es eine Erweiterung des Instrumenten-Kastens geben: "Wir wollen die ganze Bandbreite an digitalen und analogen Möglichkeiten nutzen", betonte der Minister. Er wies zudem darauf hin, dass nur ein Achtel aller Schulen in Bayern mit der Online-Lernplattform Mebis arbeite. Andere Hilfsmittel zum Distanzunterricht hätten einwandfrei gearbeitet.

Blutplasma für Covid-19-Patienten weiterhin benötigt

Mittwoch, 23. Dezember, 7.19 Uhr: Bayerns Unikliniken benötigen weiterhin Blutplasma-Spenden zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Im April hatten die Krankenhäuser erstmals um die Mithilfe von Menschen gebeten, die eine Infektion mit dem Coronavirus durchgestanden und eine Immunisierung entwickelt hatten. Antikörper aus deren Blut sollten jenen Covid-19-Kranken verabreicht werden, in deren Blut sich keine Antikörper gebildet hatten.

Einige Monate später sind Mediziner vorsichtig optimistisch, was die Wirkweise dieser Methode betrifft. An der Uniklinik Regensburg sind seit dem Frühjahr etwa 90 Menschen mit der Methode behandelt worden. Blutplasma-Spenden würden noch benötigt, teilweise mehr als während der ersten Corona-Welle, sagt Robert Offner, Leiter der Transfusionsmedizin an der Uniklinik Regensburg. "Der Bedarf ist allerdings schwankend, er hängt vom Schweregrad der aufgenommenen Covid-19-Patienten ab."

Die bayerischen Universitätskliniken helfen sich bei dringendem Plasmabedarf gegenseitig aus, wie der Oberarzt sagt. Die Transfusionsmedizin arbeite zurzeit mit etwa einem Dutzend Spendern, die regelmäßig spendeten, eng zusammen. Neue Spender, die nicht nur einmalig spenden wollten, seien weiterhin willkommen.

Weitere 500 000 FFP-2-Schutzmasken für Bayerns Lehrer

Dienstag, 22. Dezember, 19.15 Uhr: Bayern versorgt seine Lehrer im Kampf gegen das Coronavirus mit weiteren 500 000 Schutzmasken vom Standard FFP2. Das kündigte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag an. Darüber hinaus werde der Freistaat das bestehende Förderprogramm für mobile Luftreinigungsgeräte erweitern. Ob es nach den Weihnachtsferien in Bayerns Schulen mit Präsenzunterricht weitergehe, sei derzeit nicht absehbar. Aktuell sei davon auszugehen, dass zumindest für einen Teil der Schülerinnen und Schüler noch Distanzunterricht nötig sei, hieß es.

Corona-Testzentren stoßen vor Weihnachten an Kapazitätsgrenzen

Dienstag, 22. Dezember, 18.21 Uhr: Wegen großen Andrangs vor den Feiertagen stoßen mehrere Testzentren in Bayern nach Angaben der örtlichen Gesundheitsämter an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Behörden in München und Augsburg verwiesen die Einwohner deshalb für Corona-Tests an private Dienstleister und Hausärzte. In der Landeshauptstadt waren für das Testzentrum auf der Theresienwiese am Dienstag sämtliche Termine bis einschließlich 27. Dezember ausgebucht - obwohl die Kapazitäten seit Montag auf 2500 Tests pro Tag ausgeweitet wurden. Gleichzeitig wurden nach Angaben des Gesundheitsreferats in der vergangenen Woche rund 2000 reservierte Testtermine nicht genutzt. Die Behörde rief deshalb dazu auf, in diesem Fall die Termine wieder zu stornieren.

Auch im Testzentrum auf der Augsburger Messe waren schon am Montag bis zum 28. Dezember keine Termine mehr reservierbar - obwohl der Betreiber die Kapazitäten von 1200 auf 1500 Tests pro Tag erhöht hatte. Die Wartezeiten bei der Übermittlung der Testergebnisse würden dadurch aber nicht länger, sagte ein Sprecher der Stadt. Auch in ländlichen Regionen ist der Andrang bei Corona-Testzentren vor den Feiertagen groß. Eine Sprecherin des Landratsamts Haßberge in Unterfranken sagte am Dienstag, im Testzentrum in Wonfurt seien vor Weihnachten nur noch wenige freie Kapazitäten vorhanden. Im Allgäu meldeten die Testzentren in Kempten und Sonthofen mit 1118 Abstrichen am Montag einen neuen Tageshöchstwert, wie ein Sprecher des Landratsamts Oberallgäu sagte. Zuvor seien es meist nicht viel mehr als 600 pro Tag gewesen.

Markus Söder aus Quarantäne entlassen

Dienstag, 22. Dezember, 16.15 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) muss nun doch nicht in Quarantäne. "Nach Prüfung des zuständigen Gesundheitsamtes bin ich keine Kontaktperson 1", twitterte er am Nachmittag. "Aus Vorsicht bleibe ich aber trotzdem im Homeoffice." Söder hatte am Montagmorgen an einer Besprechung teilgenommen, bei der auch Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) zugegen war. Der erfuhr später davon, dass er, auch wenn er keine Symptome zeigte, positiv auf den Erreger getestet worden war. In solchen Fällen entscheidet das Gesundheitsamt, zu wem ein positiv Getesteter engeren Kontakt hatte - diese Personen müssen dann in Quarantäne. Das hängt zum Beispiel von der Größe des Raums oder der Nähe der Personen zueinander ab. Söder war am Montag in Quarantäne geschickt worden, die mindestens bis Silvester gedauert hätte. Offenbar kam das zuständige Gesundheitsamt dann später zu dem Schluss, dass dies doch nicht nötig sei.

Testpflicht für alle Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten

Dienstag, 22. Dezember, 15.09 Uhr: Wer immer über die Feiertage in einem ausländischen Corona-Risikogebiet war, muss sich bei der Rückkehr nach Bayern testen lassen. Das hat die Staatsregierung beschlossen. Von Mittwoch an werde es eine "Testpflicht für alle Urlaubs- und Familienrückkehrer aus Risikogebieten" geben, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit. Entweder man könne bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sei. Oder man lassen einen solchen vornehmen und lege ihn innerhalb von 72 Stunden dem Gesundheitsamt vor. "Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden", twitterte Söder.

Bisher gab es für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten nur eine Quarantäne-Pflicht. Diese bleibt bestehen. Sie müssen sich also weiter nach der Einreise in die eigene Wohnung oder eine geeignete Unterkunft begeben und sich dort für zehn Tage isolieren. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch einen negativen Test beendet werden. Gesundheitsämter und Polizei sollen verstärkt kontrollieren, dass Test- und Quarantänepflicht eingehalten werden. Ausnahmeregeln bestehen nach Angaben der Staatskanzlei nur für systemkritische Tätigkeiten bestimmter Berufsgruppen etwa in den Bereichen Pflege und öffentliche Sicherheit.

Am Montag hatte der Freistaat eine Testpflicht für alle Menschen eingeführt, die zuvor in Großbritannien, Nordirland und Südafrika waren. Sie wird nun generell auf Einreisende aus Risikogebieten ausgeweitet. Auf dem europäischen Festland gibt es aktuell nur noch in Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland, Norwegen und Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze) Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

SPD: Unterricht auch für die aktuelle Q11 ermöglichen

Dienstag, 22. Dezember, 14.24 Uhr: Die SPD-Landtagsfraktion warnt vor einem "Not-Abitur 2022". Nach den aktuellen Regelungen habe nur die aktuelle Abschlussklasse für das Abitur 2021 einen Anspruch auf Distanzunterricht, sagte die SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr. Andere Klassen könnten, müssten aber nicht digital beschult werden - für manche gebe es deswegen nur Distanzlernen, also Material zum Selbststudium. Sollte das Kultusministerium daher die digitalen Plattformen bis nach den Ferien im Januar "nicht endlich in Gang" bekomme, werde es genauso weitergehen wie bisher.

Das Ministerium handle zu kurzsichtig, beklagt die SPD. Minister Michael Piazolo (Freie Wähler) denke lediglich an den aktuellen Abschlussjahrgang, moniert Strohmayr, "aber wir müssen auch den nächsten Jahrgang im Blick behalten". Weil der Unterricht für die aktuell elfte Jahrgangsstufe - wenn überhaupt - nur zu Hause stattfinde, werde die Bildungsungerechtigkeit weiter verschärft. Wenn Lehrer den Stoff nicht digital vermitteln könnten, weil die Infrastruktur hake, seien die Schüler darauf angewiesen, dass die Eltern ihnen helfen. Dies aber könnten nicht alle Eltern leisten.

Corona-Krise treibt mehr Menschen in Hartz IV

Dienstag, 22. Dezember, 13.59 Uhr: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern ist in diesem Jahr stark gestiegen. Schon bis Februar wuchs die Zahl der Leistungsempfänger aufgrund der Rezession auf 265 000. Nach dem ersten Corona-Lockdown im Frühjahr sprang die Zahl dann bis Juni auf 301 000, im August lag sie bei gut 295 000 Leistungsempfängern. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Zum Vergleich: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Bayern hatte im August 2019 noch bei knapp 272 000 gelegen - das waren fast 23 000 Leistungsempfänger weniger als 2020. Zahlen für den Herbst 2020 lägen der Bundesagentur für Arbeit noch nicht vor und seien mit Blick auf die Novemberhilfen und den zweiten Lockdown auch schwer einzuschätzen, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Nürnberg.

Die größten Corona-Auswirkungen sieht die Bundesagentur jedoch bei den Arbeitslosen und Kurzarbeitern. Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen aktuell wieder an, sagte die Sprecherin der Regionaldirektion Bayern. Im Oktober wurde Kurzarbeit für 25 000 Mitarbeiter angezeigt, im November für 69 000. Im November waren in Bayern 270 700 Menschen arbeitslos, 71 500 mehr als im Vorjahr.

49 Bewohner und 15 Mitarbeiter eines Pflegeheims infiziert

Dienstag, 22. Dezember, 10.43 Uhr: In einem Würzburger Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt haben sich etwa ein Viertel der Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen seien mindestens 49 der gut 200 Frauen und Männer, sagte Einrichtungsleiter Robert Keppner. Auch mindestens 15 der gut 185 Mitarbeiter seien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine 85-Jährige starb mit oder an dem Virus.

Das Hans-Sponsel-Haus hat einen Neubau und einen Altbau. Betroffen sind Keppner zufolge nur die Menschen im Altbau. Im Frühjahr hingegen hatte es viele Infizierte im Neubau gegeben. Wie das Virus in das Haus gelangte, ist noch unklar. Derzeit gelte ein Besuchsverbot, infizierte Bewohner seien isoliert worden. Würzburg war im Frühjahr einer der ersten Corona-Hotspots in Bayern. Ausgerechnet in Altenheimen grassierte das neue Virus. Dutzende Menschen jenseits der 80 starben, unter anderem in der Senioreneinrichtung St. Nikolaus in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung.

Testpflicht für Einreisende aus Großbritannien, Nordirland und Südafrika

Montag, 21. Dezember, 19.09 Uhr: Wer aus Großbritannien, Nordirland oder Südafrika nach Bayern einreist, muss sich künftig auf das Coronavirus testen lassen. Das hat das Gesundheitsministerium am Montagabend bekannt gegeben. Die Testpflicht betrifft alle, die sich in den vergangenen zehn Tagen vor der Einreise in den betroffenen Ländern aufgehalten haben - oder bereits eingereist sind. Sie müssen den Test bei der Einreise und nach der Ankunft am Zielort nachweisen. Wer das nicht kann, muss sich binnen 48 Stunden testen lassen.

Grund für die neue Verordnung ist die mutierte Variante des Coronavirus, die in den betroffenen drei Ländern zuletzt gehäuft auftrat und sich offenbar schneller ausbreitet als die bekannte. Die Staatsregierung verschärft damit die geltenden Einreiseregeln für diese drei Herkunftsländer. Wer aus anderen Risikogebieten kommt, muss sich nicht testen lassen, sondern in der Regel nur in eine zehntägige häusliche Quarantäne begeben. Nach frühestens fünf Tagen kann man die Quarantäne mit einem negativen Test vorzeitig beenden.

Realschulen und Gymnasien: Weniger Klausuren möglich

Montag, 21. Dezember, 16.43 Uhr: Wegen der noch immer nicht absehbaren Folgen der Corona-Krise für das laufende Schuljahr kann an Bayerns Realschulen und Gymnasien die Zahl der Prüfungen reduziert werden. "Mir ist vor allem sehr wichtig, dass wir eine Ballung von Leistungsnachweisen verhindern. Deswegen schaffen wir faire und flexible Regelungen zur Reduzierung von Leistungsnachweisen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Es dürfe nicht sein, dass die Schüler wegen längerer Phasen von Wechsel- oder Distanzunterricht unter Druck geraten.

Konkret sieht die Neuregelung für Gymnasien und Realschulen vor, dass die Lehrer an den Schulen für sich entscheiden können, ob und wie sie die vorgeschriebene Zahl an sogenannten großen Leistungsnachweisen senken. "Die konkrete Entscheidung trifft das Lehrkräfteteam unter genauer Abwägung der Situation in der einzelnen Klasse", teilte das Ministerium mit. Bei den Leistungsnachweisen könne die Ausgangslage auch an einer Schule von Klasse zu Klasse sehr unterschiedlich sein.

Staatskanzlei-Chef Herrmann infiziert, Markus Söder in Quarantäne

Montag, 21. Dezember, 14.39 Uhr: Weil sich Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) mit dem Coronavirus infiziert hat, muss nun auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in häusliche Quarantäne. Herrmann, Corona-Koordinator der Staatsregierung, machte seinen positiven Corona-Test am frühen Montagnachmittag via Twitter publik. Dort schrieb er: "Es geht mir den Umständen entsprechend gut." Nur wenige Minuten später twitterte dann Söder, dass er sich "als Kontaktperson 1" nun ebenfalls in Quarantäne begeben werde. Seine Amtsgeschäfte werde er digital weiterführen, teilte der Ministerpräsident mit.

Nach Angaben der Staatskanzlei hatten beide am Morgen gemeinsam an einer Besprechung teilgenommen. Kurz danach sei Herrmann, der bisher keine Krankheitssymptome gezeigt habe, über sein positives Testergebnis unterrichtet worden, sagte eine Sprecherin. Der Staatskanzlei-Chef habe daraufhin Söder informiert. Selbst wenn sich der Regierungschef bei der Besprechung angesteckt haben sollte, habe keine Gefahr bestanden, dass er - etwa bei seinem Besuch des Münchner Corona-Impfzentrums am Vormittag - weitere Personen infiziere, sagte die Sprecherin. Denn Söder sei noch am Montagmorgen, vor der Besprechung, getestet worden, das Ergebnis sei negativ gewesen. Er gehe nun mindestens zehn Tage in Quarantäne. Wo und wie er sie verbringe, auch über die Weihnachstage, sei noch unklar.

Bayern schrumpft - auch wegen der Corona-Pandemie

Montag, 21. Dezember, 14.02 Uhr: Bayerns Bevölkerung schrumpft wegen der Corona-Pandemie: Die Zahl der Sterbefälle ist im zu Ende gehenden Jahr 2020 spürbar nach oben gegangen. Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch des Landesamts für Statistik hervor, das Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Fürth vorstellte. Deutliche Anstiege gebe es vor allem in den besonders von der Pandemie betroffenen Landkreisen. Von März bis Mai 2020 seien in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent mehr Menschen gestorben. Die zweite, stärkere Corona-Welle seit Oktober ist dabei noch gar nicht berücksichtigt, weil die statistischen Daten hierfür noch nicht ausgewertet sind.

Insgesamt ging die Zahl der Einwohner in Bayern im Jahr 2020 erstmals seit Jahren zurück. "Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 hatte der Freistaat 13 123 566 Einwohner und somit 1171 Personen weniger als zu Jahresbeginn", sagte Herrmann. Grund hierfür seien auch geringere Einwanderungszahlen, sowohl aus anderen deutschen Bundesländern als auch aus dem Ausland.

Nachts Zigaretten holen ist Verstoß gegen Ausgangssperre

Montag, 21. Dezember, 13.25 Uhr: Der nächtliche Gang zum Zigarettenautomaten könnte einen Mann und eine Frau aus dem oberpfälzischen Amberg ein Bußgeld von bis zu 500 Euro kosten. Am Wochenende trafen Polizeibeamte das Pärchen nach 21 Uhr auf der Straße an, wie die Polizei am Montag mitteilte. Nach eigenen Angaben wollten sie Zigaretten holen. Dies sei aber kein triftiger Grund, abends seine Wohnung zu verlassen, hieß es. Die beiden haben somit gegen die Ausgangssperre verstoßen.

Durch Zufall kam die Amberger Polizei am Samstag außerdem einem Mann auf die Spur, der gegen die aktuellen Kontaktbeschränkungen verstieß. Ein Beamter rief bei dem 42-Jährigen an, um mit ihm einen Termin für eine polizeiliche Vernehmung zu vereinbaren. Dabei hörte der Polizist im Hintergrund mehrere Menschen, die offenbar in Feierlaune waren.

Eine Streife schaute bei dem Mann vorbei und traf ihn in seiner Wohnung mit drei Freunden an, die alle verschiedenen Hausständen angehören. Zurzeit dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Auf die vier Feiernden kommen nun Bußgeldbescheide über jeweils bis zu 250 Euro zu.

Ministerpräsident Söder wehrt sich gegen Impfskeptiker

Montag, 21. Dezember, 12.48 Uhr: Angesichts des bevorstehenden Beginns der Corona-Schutzimpfungen kämpft Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür, dass möglichst viele Menschen diese auch wahrnehmen. "Die Impfskepsis ist wirklich schwierig", sagte er am Montag beim Besuch des Münchner Impfzentrums, das bereite ihm große Sorgen. "Impfen ist die beste Sicherheit, die es gibt." Ihm sei es "unverständlich, wie man sich dagegen wehren kann". Schon in der vergangenen Woche hatte Söder im Landtag geklagt, die vielen Falschbehauptungen über das Impfen brächten ihn "zum Verzweifeln". Er selber werde sich "unter notarieller Aufsicht" immunisieren lassen, kündigte er an - "um zu zeigen, dass das wirklich ein Impfstoff ist". Denn in sozialen Netzwerken finde sich diesbezüglich allerlei Anderslautendes. "Ich bitte jetzt noch mal, beim Impfen nicht mit allen möglichen Verschwörungstheorien zu kommen."

In Bayern soll nach den Weihnachtsfeiertagen mit den Impfungen begonnen werden - in derzeit 99 lokalen Zentren und mit mobilen Teams, die etwa in Altenheime kommen werden. Der Freistaat rechnet damit, jeden Tag etwa 33 000 Menschen eine Spritze verabreichen zu können - allerdings hängt das davon ab, wie viele Dosen Bayern zugeteilt bekommt, was wiederum vor allem eine Frage der Produktionskapazitäten ist. Eine Impfpflicht werde es nicht geben, betonte Söder erneut, "das bleibt auch so".

50 Passagiere aus Großbritannien übernachten auf Flughafen München

Montag, 21. Dezember, 11.51 Uhr: Etwa 50 Passagiere aus Großbritannien haben nach Angaben der Bundespolizei die Nacht zum Montag im Transitbereich des Münchner Flughafens verbracht. Grund dafür waren die seit diesem Montag geltenden Landeverbote für aus Großbritannien kommende Flugzeuge wegen einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus, die dort aufgetreten ist. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, mussten die betroffenen Passagiere ihr Testergebnis abwarten, bevor sie nach Deutschland einreisen durften. "Ein Großteil" der 50 Fluggäste habe aber bis zum Montagvormittag das Ergebnis erhalten und den Transitbereich verlassen können, betonte der Sprecher.

Inzidenzwerte von Hof und Coburg steigen rasant

Montag, 21. Dezember, 7.35 Uhr: Die beiden oberfränkischen Städte Hof und Coburg entwickeln sich zunehmend zu Bayerns schlimmsten Corona-Hotspots. In Hof stieg der Inzidenzwert auf 410,3, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen meldete. Am Vortag lag er noch bei 319,6. Für Coburg errechnete das RKI einen Inzidenzwert von 392, gut 70 Punkte mehr als am Sonntag. Dieser Wert beziffert die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen neu aufgetretenen Corona-Infektionen, umgerechnet auf 100 000 Einwohner.

Coburg hat die örtlichen Corona-Regeln bereits verschärft. Dort darf man seit Freitag nicht mehr mit jemand anderem zusammen im Freien Sport treiben oder spazieren gehen (es sei denn, man lebt zusammen in einer Wohnung). Behördengänge sind kein Ausnahmegrund mehr, die Ausgangsbeschränkung zu brechen. Zudem dürfen sich Menschen von außerhalb nur noch mit "triftigen Gründen" in Coburg aufhalten. Auch Hof hat Ende der vergangenen Woche bereits die Ausgangsbeschränkung im Stadtgebiet verschärft.

Den höchsten Inzidenzwert in Bayern weist nach wie vor der Landkreis Regen mit 547,7 auf, es folgen Hof und Coburg. Auch die drei größten bayerischen Städte bleiben Corona-Problemzonen - insbesondere Nürnberg. Dort lag der Inzidenzwert laut RKI am Montagmorgen bei 389,5. Für München errechnete es einen Wert von 294,4, für Augsburg von 251,2. In diesen drei Großstädten lag die Sieben-Tage-Inzidenz somit in etwa auf dem Niveau des Vortags. Auch der landesweite Inzidenzwert von Bayern blieb mit 216,8 in etwa gleich hoch.

Ergebnis des Mebis-Tests noch vor Weihnachten

Sonntag, 20. Dezember, 16.45 Uhr: Am Wochenende sind umfangreiche Tests mit der digitalen Lernplattform des Schulnetzwerks Mebis durchgeführt worden. Das Ergebnis erwartet das Kultusministerium Dienstag oder Mittwoch. Externe IT-Firmen hatten das System "umfassend" durchleuchtet, um den Fehler zu finden, der in den vergangenen Tagen immer wieder zu Problemen geführt hatte. Mitunter konnten Schüler und Lehrer länger nicht mit der Lernplattform arbeiten, weil sich zu viele gleichzeitig angemeldet hatten. Von einem Serverproblem gehe man aber nicht aus, sagte ein Ministeriumssprecher. Zuletzt war von einem Caching-Fehler die Rede. Finale Antworten erhofft sich das Haus von Kultusminister Michael Piazolo (FW) vom Belastungstest am Wochenende. Der Test sei der erste Schritt zu weiteren Maßnahmen, um die Erreichbarkeit der Plattform für den ab 11. Januar zu erwartenden Distanz- oder Wechselunterricht zu verbessern. Es ist davon auszugehen, dass dann die meisten der 1,7 Millionen Schüler in Bayern im Wechsel- oder Distanzunterricht lernen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte ein Ultimatum gestellt, nach den Ferien müsse der Distanzunterricht funktionieren. Auch den Lehrern geht die Geduld aus: Der Bayerische Philologenverband (BPV) forderte am Sonntag, dass die "technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, um Wechsel- und Distanzunterricht störungsfrei durchzuführen". Die Lehrer seien vorbereitet gewesen, hätten sich weitergebildet und auf eigene Kosten Geräte angeschafft, sagte BPV-Chef Michael Schwägerl. Nun müssten Technik und Gesundheitsschutz funktionieren. Schwägerl forderte "ausreichend FFP2-Masken, Luftreinigungsgeräte und eine Teststrategie".

Seniorenheim-Taskforce umfasst 200 Mitarbeiter

Sonntag, 20. Dezember, 14.15 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Pläne für eine "Spezialeinheit" zur Corona-Bekämpfung in Seniorenheimen konkretisiert. Von diesem Montag an solle die Taskforce die Bewohnerinnen und Bewohner in den rund 1500 stationären Alten- und Pflegeheimen und etwa 800 Behinderteneinrichtungen besser vor Ansteckungen schützen, sagte Söder der Bild am Sonntag. Demnach soll die Einheit aus mehr als 200 Mitarbeitern bestehen, die aus den Landesämtern für Pflege und Gesundheit sowie den Heimaufsichten vor Ort stammen. Sie sollen die Einrichtungen in der Vorbeugung unterstützen und beraten, wenn Bewohner erkrankt sind und die Umsetzung der Maßnahmen kontrollieren. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) sagte, die flexible Einheit werde bei einem ersten positiven Corona-Fall aktiviert, um in der jeweiligen Einrichtung ein größeres Ausbruchsgeschehen zu verhindern.

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