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Coronavirus-Newsblog für Bayern:In Hotspots gilt Maskenpflicht am Arbeitsplatz

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Söder fordert "allgemeine Maskenpflicht national"

Montag, 19. Oktober, 10.21 Uhr: CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. "Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, sagte Söder, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Immer mehr Politiker fordern eine Mitsprache des Bundes.

CSU-Vorstand berät aktuelle Corona-Lage

Montag, 19. Oktober, 9.32 Uhr: Erstmals seit dem großen Internet-Parteitag der CSU kommt an diesem Montag um 10 Uhr der Parteivorstand zu einer Sitzung zusammen - zumindest per Videoschalte. Dominierendes Thema ist die Corona-Lage in Bayern und Deutschland. Es ist davon auszugehen, dass die CSU-Spitze nicht nur die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz in der vergangenen Woche erneut diskutiert, der Fokus von Parteichef Markus Söder dürfte auch auf Weichenstellungen für die kommenden Wochen liegen. Nach der Kabinettssitzung am Donnerstag hatte Söder erklärt, dass weitere Verschärfungen notwendig werden könnten, sollten die Fallzahlen nicht bald eingedämmt werden.

In Corona-Hotspots gilt Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Sonntag, 18. Oktober, 18.57 Uhr: Die am Sonntag abgeänderte und vom Gesundheitsministerium im Netz veröffentlichte siebte Infektionsschutzverordnung enthält für Corona-Hotspots eine Änderung zur Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Dort heißt es: Die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung bestehe "auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen". Gleiches gelte für den Arbeitsplatz, zum Beispiel Schreibtische im Büro oder Standplätze in einer Fertigungshalle, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern "nicht zuverlässig eingehalten werden kann". Dies betrifft Landkreise und kreisfreie Städte, die einen Wert von mehr als 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern in sieben Tagen aufweisen. Deren Zahl lag am Sonntag bei 52 - mehr als die Hälfte aller Kreise. Hygienemaßnahmen, die bis dato womöglich freiwillig von Firmen befolgt wurden, sind also verpflichtend. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte auf Anfrage der SZ am Sonntag diesen Zusatz.

Staatsregierung ändert Verordnung zur Sperrstunde

Sonntag, 18. Oktober, 16.38 Uhr: Wegen der Verwirrung um die Corona-Sperrstunde in Gegenden mit hohen Infektionszahlen hat die Staatsregierung nach nur 48 Stunden erneut ihre entsprechende Verordnung geändert. Am Sonntagnachmittag veröffentlichte das Gesundheitsministerium einen neuen Text. Damit wird von Montag an in allen Kommunen mit einem Inzidenzwert von 35 oder mehr "der Betrieb von gastronomischen Einrichtungen (...) in der Zeit von 23 bis 6 Uhr untersagt (Sperrstunde)", so die genaue Formulierung. Ein Sprecher der Staatskanzlei sprach am Nachmittag von einer Präzisierung, "damit es keine missverständlichen Interpretationsspielräume gibt".

Im bisherigen Text der Verordnung, die am Freitag veröffentlicht worden war, wurde nicht der Betrieb untersagt, sondern die "Abgabe von Speisen und Getränken". Experten verstanden dies nicht als Sperrstunde, sondern als Ausschankschluss - und zumindest anfangs sah das auch das Gesundheitsministerium so. Gäste hätten also länger als bis 23 Uhr sitzen bleiben können, aber nichts mehr bestellen dürfen. Am späten Samstagabend ruderte das Ministerium dann zurück und sprach doch von einer Sperrstunde, so wie sie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet hatte und wie sie nun in der Verordnung explizit festgeschrieben wird.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einem Inzidenzwert von mehr als 50 gilt die Sperrstunde sogar schon von 22 Uhr an. Weiterhin möglich bleibt in jedem Fall der Verkauf von Speisen und alkoholfreien Getränken zum Mitnehmen oder deren Auslieferung.

Mehr als die Hälfte der Kommunen über dem Frühwarnwert

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Sonntag, 18. Oktober, 15.54 Uhr: 24 bayerische Städte und Landkreise verzeichnen nach der Corona-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag einen Wert von mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Hinzu kommen 28 weitere Städte und Kreise, die den Frühwarnwert von mehr als 35 Neuinfektionen überschritten haben.

Am Vortag hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 20 Regionen mit einem Wert von mehr als als 50 und 20 Regionen mit einem Wert von mehr als 35 aufgeführt. Beim Überschreiten dieser Schwellen gelten seit Samstag verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wie ein ausgeweitetes Gebot für das Tragen von Masken, Sperrstunden sowie ein Verbot für den Verkauf von Alkohol zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Orten. Insgesamt gibt es 71 Kreise und 25 kreisfreie Städte in Bayern.

Corona-Sperrstunde: Zwei Kehrtwenden binnen zwei Tagen

Samstag, 17. Oktober, 21.45 Uhr: Bei den neuen, strengeren Corona-Regeln für die Gastronomie weiß die Staatsregierung offenkundig nicht, was sie will oder wie ihre eigenen Beschlüsse zu verstehen sind. Binnen zwei Tagen hat sie bei den Vorschriften für Wirte in Corona-Hotspots zwei Kehrtwenden vollzogen. Seit Samstagabend spricht sie nun doch wieder davon, dass für Gaststätten eine frühere Sperrstunde gelte. "Ab einem Inzidenzwert von 35 wird in den Gaststätten von 23 Uhr bis 6 Uhr der Betrieb geschlossen", teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Abend mit. Nur fünf Stunden zuvor hatte er jedoch auf Anfrage gesagt, dass ein Wirt sein Restaurant um 23 Uhr nicht zusperren müsse - er dürfe ab da nur keine Getränke mehr ausschenken oder Speisen reichen, die Gäste dürften also noch weiter sitzen bleiben. Auch Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wurde am Samstag in einer Mitteilung mit den Worten zitiert, von 23 Uhr an dürfe in der Gastronomie "nichts mehr verkauft werden".

Wenn nun doch eine klare Corona-Sperrstunde um 23 Uhr gelten sollte, dann wäre das wieder die Linie, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag vorgegeben hatte. Da sprach er nach der Kabinettssitzung von einer "Sperrstunde", die man in die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aufnehmen werde. Deren Text wurde in der Nacht zum Samstag veröffentlicht; darin ist von einer Sperrstunde aber nicht die Rede, vielmehr vom Verbot der "Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle".

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einem Inzidenzwert von mehr als 50 gilt als Corona-Sperrzeit sogar 22 Uhr. Davon nicht tangiert sei in jedem Fall der Verkauf von Essen zum Mitnehmen, so das Ministerium.

Corona-Sperrstunde wird zu Corona-Ausschankschluss

Samstag, 17. Oktober, 16. 49 Uhr: Die Staatsregierung hat die Corona-Sperrstunde für Hotspot-Gebiete abgemildert, sie ist nun quasi zu einem Corona-Ausschankschluss geworden. So gilt laut der in der Nacht veröffentlichten Verordnung für Gebiete mit hohen Inzidenzwerten, dass Wirte von 23 Uhr an keine Speisen und Getränke mehr abgeben dürfen. "Somit können zuvor bestellte Speisen und Getränke noch konsumiert werden", stellte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Nachmittag klar. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einem Inzidenzwert von mehr als 50 gilt das sogar schon eine Stunde früher, also von 22 Uhr an. Zum jeweiligen Zeitpunkt müssen Wirte also ihre Küche zusperren und den Zapfhahn abdrehen, ihre Gäste aber nicht hinauswerfen.

Als sich das Kabinett am Donnerstag auf die Neuregelung geeinigt hatte, hatte die Staatskanzlei noch von einer "Sperrstunde" zu dieser Zeit gesprochen. Im endgültigen Verordnungstext, an dem bis zum späten Freitagabend geschrieben wurde, ist davon nun keine Rede mehr. Diese Neuformulierung dürfe aber "nicht dazu missbraucht werden, in einer 'letzten Runde' kurz vor 23 Uhr beziehungsweise 22 Uhr möglichst viele Getränke auf Vorrat zu bestellen", sagte der Ministeriumssprecher. Die Regelung hat insofern Verwirrung ausgelöst, als zum Beispiel die Stadt München - in Reaktion auf die neue Verordnung - am Samstagvormittag noch eine "Sperrstunde" für 22 Uhr verkündet hatte.

Zahl der Kommunen über dem Warnwert steigt deutlich

Samstag, 17. Oktober, 15.35 Uhr: 20 Städte und Landkreise im Freistaat haben nach den jüngsten Daten vom Samstag inzwischen den kritischen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen überschritten. 22 weitere haben den Frühwarnwert von mehr als 35 erreicht, wie aus der Statistik des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht. Angeführt wird die Liste vom Landkreis Berchtesgadener Land mit einem Wert von 149,16, gefolgt von der Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 105,28. Bayernweit registrierte das LGL fast 1400 Neuerkrankungen und zehn weitere Todesfälle seit dem Freitag.

Die schärferen Regeln für Corona-Hotspots greifen im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt ab heute, wenn die Kommune bereits gestern den entsprechenden Inzidenzwert überschritten hat. Für alle, die erst seit heute auf der Liste stehen, gelten die neuen Regeln ab morgen. Die Liste veröffentlicht das Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite.

Polizei will Einhaltung der Maskenpflicht stärker kontrollieren

Samstag, 17. Oktober, 14.00 Uhr: Vor allem in Bussen und Bahnen sowie auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen wird die Polizei in Bayern verstärkt das vorgeschriebene Tragen einer Mund-Nasen-Maske kontrollieren. "Wir müssen alles unternehmen, um die sprunghafte Ausbreitung des hochgefährlichen Virus einzudämmen und gleichzeitig einen Lockdown zu verhindern", begründete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Samstag das Vorgehen. Gerade das Tragen einer Alltagsmaske helfe. "Leider sind nicht alle vernünftig genug, das zu kapieren."

Deshalb werde es die Polizei bayernweit auch nicht bei mahnenden Worten belassen, kündigte Herrmann an. Stattdessen würden die Beamten konsequent ein Verwarnungsgeld verhängen oder sogar Anzeige beim Gesundheitsamt erstatten. "Dann drohen saftige Geldbußen von mindestens 250 Euro." Bislang stellten bayerische Polizisten rund 25 000 Verstöße gegen die Maskenpflicht fest.

Staatsregierung veröffentlicht in der Nacht neue Verordnung

Samstag, 17. Oktober, 10.02 Uhr: Nächtliche Verwirrung um die neuen Regeln für Corona-Hotspots - nun ist aber klar: Anders als von der Staatsregierung angekündigt greifen sie nun doch sofort. Das heißt: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten, deren Inzidenzwert mehr als 35 beträgt, gelten die frühere Sperrstunde oder die strengeren Kontaktbeschränkungen bereits von diesem Samstag an. Und zwar unabhängig davon, welche Vorschriften die jeweiligen Kommunen bisher für sich erlassen haben. In der Nacht hat die Staatsregierung eine neue Corona-Verordnung veröffentlicht. Und darin ist nun festgelegt, dass für Hotspots die neuen, schärferen Regeln automatisch greifen, sobald die Werte von 35 beziehungsweise 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche überschritten werden.

Das Kabinett hatte die neuen Vorgaben für Kommunen am Donnerstag beschlossen. Anschließend hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet, dass sie in die Verordnung aufgenommen werden, dass sie aber nicht automatisch greifen, sondern dass die jeweilige Kommune erst eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen muss. Das ist nun hinfällig. Denn am Freitag wurde offenbar auf Drängen der Staatskanzlei das Vorgehen verschärft und in der Verordnung festgeschrieben, dass all diese Regeln gelten, wenn die Inzidenzwerte in den Kreisen oder kreisfreien Städten am Vortag überschritten wurden. Eine entsprechende Liste, wen das betrifft, veröffentlicht das Gesundheitsministerium nun täglich um 15 Uhr im Internet. Aktuell stehen darauf 16 Kommunen, die den 35er-Wert überschreiten, und weitere 16, die über der Marke von 50 liegen. Insgesamt also ein Drittel aller kreisfreien Städte und Landkreise in Bayern.

In vielen Kommunen dürfte das Vorgehen Verwirrung und Unmut auslösen. Denn sie hatten, wie beispielsweise die Landeshauptstadt München oder der Landkreis Freising, noch am Freitag verkündet, dass vorerst weiter die eigenen, lokalen Verfügungen gelten - die vielerorts weit weniger streng sind. Und dass man diese erst im Laufe des Wochenendes respektive am Montag an die Richtlinien des Freistaats anpassen werde. Das ist nun über Nacht hinfällig geworden, auch dort gelten nun schon heute die vom Freistaat vorgeschriebenen Sperrstunden oder Kontaktbeschränkungen.

Im Einzelnen gilt bei einem Inzidenzwert von 35 bis 50: Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auf öffentlichen Plätzen, die die Behörden vor Ort festlegen müssen, und auch im Unterricht ab der fünften Klasse. Es dürfen sich nur noch Mitglieder zweier Haushalte oder zehn Personen treffen - im privaten wie im öffentlichen Raum, auch in der Gastronomie und auch zu Feiern. Von 23 bis sechs Uhr früh dürfen Wirte nichts mehr ausschenken oder Essen verkaufen, es gilt in dieser Zeit auch ein generelles Verbot, Alkohol zu verkaufen oder auf "stark frequentierten öffentlichen Plätzen" zu sich zu nehmen.

Bei einem Inzidenzwert von mehr als 50: Die Maskenpflicht gilt dann zusätzlich auch im Grundschulunterricht. Es dürfen sich nur noch Mitglieder zweier Haushalte oder fünf Personen treffen - im privaten wie im öffentlichen Raum, auch in der Gastronomie und auch zu Feiern. Die oben beschriebenen Vorschriften für die Gastronomie sowie den Alkoholkonsum und -verkauf greifen bereits ab 22 Uhr.

Keine Teilnehmer-Begrenzung für Gottesdienste im Freien mehr

Freitag, 16. Oktober, 19.54 Uhr: Für Gottesdienste unter freiem Himmel gibt es in Bayern künftig keine Personenobergrenze mehr. Die bisherige Höchstzahl von 200 Teilnehmern gelte ab Samstag nicht mehr, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Dies sei für die Gläubigen und die Kirchen gerade mit Blick auf Allerheiligen und Weihnachten eine wichtige Botschaft. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. "Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher", sagte Herrmann.

Die Kirchen nahmen die Entscheidung mit Erleichterung auf. "Gerade in diesem Jahr ist Weihnachten ganz besonders wichtig, alle sollen teilnehmen können", sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, der dpa. "Wir sind gegenwärtig eine verwundete Gesellschaft. (...) Es ist ungewiss, wann wir uns wieder berühren können. Deswegen sehen sich die Menschen nach Heilung. Weihnachten ist ein Fest, das sinnlich ist, wo Lichter eine Rolle spielen." Die Kirchen vor Ort würden nun entscheiden, wie genau Weihnachtsgottesdienste im Freien ablaufen können: auf Wiesen, Sportplätzen oder vor Kirchen. In den Kirchen werden ebenfalls Gottesdienste stattfinden.

Auch die katholische Kirche zeigte sich zufrieden. "Zusammenzukommen und gemeinsam Gottesdienst zu feiern, ist ein Herzstück der Kirche", erklärte die Erzdiözese München und Freising. "Selbstverständlich sind Regelungen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie notwendig sind - etwa das Tragen von Alltagsmasken und das Einhalten von Abständen - weiterhin auch während Gottesdiensten und anderen Feierlichkeiten im Freien erforderlich."

Inzidenzwert im Berchtesgadener Land steigt auf 134,05

Freitag, 16. Oktober, 16.15 Uhr: Mit dem Berchtesgadener Land hat der Freistaat einen neuen Landkreis als traurigen Spitzenreiter im Hinblick auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Das Landratsamt meldete am Freitag 134,05 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tage. Der Landkreis liegt an der österreichischen Grenze, unweit von der Gemeinde Kuchl, die am Vortag komplett unter Quarantäne gestellt worden war.

Am Freitag lagen nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) 15 Städte und Landkreise über dem wichtigen Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Darunter sind die Städte München, Augsburg, Schweinfurt, Memmingen, Tirschenreuth, Weiden und Rosenheim sowie neben dem Berchtesgadener Land die Landkreise Ebersberg, Fürstenfeldbruck, Mühldorf am Inn, Neuburg-Schrobenhausen, Regen, Rottal-Inn und Schweinfurt betroffen. Auch der Landkreis Regen überschritt die Hundertermarke mit einem Wert von 102,05.

Piazolo: Trotz Corona sollen Schulen flächendeckend offen bleiben

Freitag, 16. Oktober, 15.34 Uhr: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo sieht derzeit trotz der teils stark steigenden Corona-Zahlen in Bayern keine akute Gefahr für flächendeckende Schulschließungen. "Wir wollen in diesem Schuljahr die Schulen offen halten. Wir haben einen guten Hygieneplan, um den Präsenzunterricht sicherzustellen", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Hierüber bestehe in der gesamten Schulfamilie große Einigkeit. Piazolo reagierte damit auf die teils große Verunsicherung, die in der Frage bei Eltern, Lehrern und auch Schulleitern besteht.Zuvor hatte der Evangelische Pressedienst unter Bezugnahme auf den Bayerischen Rundfunk berichtet, Piazolo würde Schulschließungen nicht ausschließen. Auch die SZ berichtete darüber. Dies wurde jedoch nun vom Kultusministerium korrigiert.

Nürnberg verschärft Corona-Regeln

Freitag, 16. Oktober, 14.45 Uhr: Die Stadt Nürnberg hat den kritischen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 am Freitag überschritten. Am Nachmittag lag dieser laut Internetportal der Stadt bei 51,9. Im gesamten Kern der Nürnberger Innenstadt - von Burg, über Hauptmarkt bis zur Fußgängerzone - soll von Samstag an eine Maskenpflicht herrschen, teilte der Stadtrechtsdirektor Olaf Kuch mit. Für Touristen und Einwohner der Stadt, die einen entsprechenden Plan nicht kennen, werde man die betroffenen Straße und Plätze auch beschildern.

Die Infektionszahlen in der Stadt waren in den vergangenen Tagen kontinuierlich gestiegen. Von Donnerstag auf Freitag hatten sie dann einen Sprung gemacht, so dass am Freitagvormittag beinahe bereits der Grenzwert 50 erreicht war. "Wir wissen alle, dass der Wert in den kommenden Tagen über 50 steigen wird", sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Bereits am Nachmittag trat dies dann ein.

Um den steigenden Zahlen auf Verwaltungsebene Herr zu werden, sollen der Stadt von Montag an 20 Aushilfskräfte der Bundeswehr zur Seite stehen. Überdies werde man sich bemühen, Ruheständler zu überreden, anfallende Arbeiten vor allem im Gesundheitsamt zu übernehmen. Bei den übrigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie orientiere man sich exakt an den Vorgaben der Staatsregierung, die diese in ihrer "Ampelregelung" vom Donnerstag festgelegt hatte. Vor allem gibt es von Samstag an eine Sperrstunde um 22 Uhr. Bei privaten Treffen sind nur noch fünf Personen erlaubt. An bestimmten Schulen will die Stadt einen gestaffelten Unterrichtsbeginn einrichten.

Laut Gesundheitsreferentin Britta Walthelm (Grüne) gehe die Tendenz der Infektionen in Nürnberg "klar nach oben". An einem bestimmten Hotspot liege das Infektionsgeschehen nicht. Private Feiern seien als Infektionsherd ebenso festgestellt worden wie Schulen, Kitas und Firmen. Schwerwiegendster Einzelfall ist ein Pflegeheim im Nürnberger Stadtteil Langwasser.

Maskenpflicht auch im Hort - mehr Corona-positive Schüler

Freitag, 16. Oktober, 14.32 Uhr: Kinder im Hort und in der Mittagsbetreuung in Bayern müssen bei hohen Corona-Zahlen nun auch eine Maske tragen. "Da in unseren Horten meist Kinder aus unterschiedlichen Klassen, oft sogar aus unterschiedlichen Schulen, zusammenkommen, führen wir auch in den Horten eine Maskenpflicht ein. Damit vermeiden wir auch weiterhin, dass dort, wo es zu einer Infektion kommt, diese innerhalb der Einrichtungen weitergetragen wird", sagte Bayerns Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Freitag.

Dabei gilt: Bei einem Überschreiten des Warnwerts von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, also in der roten Phase, müssen die Kinder auch in den Gruppenräumen und in Mehrzweckräumen eine Maske tragen. Liegen die Zahlen darunter - also in der sogenannten gelben oder grünen Phase -, müssen sie diese nicht in den Betreuungsräumen tragen. Die Pflicht gilt auch für Betreuer. In Grundschulen müssen Kinder schon jetzt eine Maske aufhaben, bis sie im Klassenzimmer sind. Dort dürfen sie sie abnehmen. Sollten die Infektionszahlen aber über dem Grenzwert liegen, droht den Kindern auch im Unterricht eine Maskenpflicht.

Die Zahl der Schüler und Lehrer in Quarantäne nimmt derweil stetig zu. Etwa 19 000 Schüler (von rund 1,65 Millionen in Bayern) und 1705 Lehrer (von 155 000) waren Stand Freitag isoliert. Das geht aus Zahlen des Kultusministeriums hervor. Rund 800 Schüler sind an Corona erkrankt - in der Vorwoche waren es noch etwa 330. Bei den Lehrern sind 93 erkrankt, in der Vorwoche waren es 62. Von den Kitas waren Stand Donnerstag 121 (von bayernweit rund 9800) geschlossen - davon 36 vollständig und 85 teilweise, teilte das Sozialministerium mit.

Landesversammlung des Bayerischen Jagdverbandes abgesagt

Freitag, 16. Oktober, 14.19 Uhr: Einen Tag vor der geplanten Landesversammlung des Bayerischen Jagdverbandes in Nürnberg hat die Stadt ihre Genehmigung zurückgezogen. Angesichts steigender Corona-Zahlen wäre es "unverantwortlich", eine Veranstaltung mit 400 Teilnehmern stattfinden zu lassen, sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Noch tags zuvor hatte der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (FW) das Treffen des Lobbyverbandes - darunter mehrere CSU-Abgeordnete und Aiwanger selbst - für "vertretbar" erklärt, da es entsprechende Hygienevorschriften gebe. Auch die Stadt Nürnberg hatte trotz kontinuierlich ansteigender Infektionszahlen die Genehmigung der Veranstaltung in den Tagen zuvor zunächst nicht zurückgezogen.

Eine Sprecherin des Jagdverbandes bestätigte, dass es keinen neuerlichen Antrag für eine kleinere Veranstaltung am Samstag geben werde und die Landesversammlung der Jäger vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Damit fällt auch die Wahl eines neuen Verbandspräsidenten aus, die bei dem Treffen in Nürnberg hatte stattfinden sollen.

In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Freitag, 16. Oktober, 11.12 Uhr: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern an diesem Freitag aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, "wir belassen es dabei", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitagvormittag.

Freie Wähler sagen Parteitag ab

Freitag, 16. Oktober, 10.35 Uhr: Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in ganz Bayern sagen die im Freistaat mit der CSU regierenden Freien Wähler ihren Landesparteitag am 24. Oktober in Landshut ab. Das teilte ein Sprecher der Partei der Deutschen Presse-Agentur mit. In den vergangenen Tagen hätten sich die Vorzeichen massiv verschlechtert, weshalb die Entscheidung zur Absage aus Sicherheitsaspekten getroffen worden sei, hieß es. Das Konzept hatte vorgesehen, dass die einigen Hundert Delegierten aufgeteilt auf zwei Hallen an der Landesversammlung teilnehmen können. Da neben der Grundsatzrede von Parteichef Hubert Aiwanger unter anderem Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung standen, wäre eine Online-Veranstaltung rechtlich nicht möglich gewesen. Nun hoffe die Partei, den Parteitag im kommenden Jahr nachholen zu können, sobald es die Pandemie zulasse, sagte der Sprecher.

Söder geht auf Distanz zum Beherbergungsverbot

Freitag, 16. Oktober, 9.12 Uhr: Die Einschränkungen für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen seien im Kampf gegen die Seuche "in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen", sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Das liege auch daran, dass Gerichte die Verbote teilweise kassieren. Söder sagte mit Blick auf Bayern: "Auch bei uns wird das so sein, dass wir das Stück für Stück auslaufen lassen" - Voraussetzung sei aber, dass die Menschen sich an die neuen, strengeren Kontaktbeschränkungen hielten.

Am Donnerstag hatte die bayerische Regierung beschlossen, dass das Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots bis auf Weiteres in Kraft bleiben soll. Es solle aber bis nach den Herbstferien regelmäßig überprüft werden. Formal läuft die entsprechende Verordnung allerdings bereits an diesem Freitagabend aus - da Gesundheitsministerium müsste sie also heute noch verlängern. Ob es das auch tut, ist noch unklar.

Monika Hohlmeier an Covid-19 erkrankt

Donnerstag, 15. Oktober, 18.57 Uhr: Die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier ist an Covid-19 erkrankt. Sie habe milde Symptome und habe sich am Wochenende umgehend in Quarantäne begeben, sagte die 58-Jährige dem Münchner Merkur. "Mir geht's - toi, toi, toi - bis heute gut." Sie habe Kopfschmerzen und sei matt, die Quarantäne halte sie "eisern" ein. Parteikreise bestätigten die Erkrankung am Donnerstag. Hohlmeier - Tochter des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß - sagte der Zeitung, sie habe ihr positives Ergebnis überraschend am Samstag nach einem wöchentlichen Routinetests bekommen. Das EU-Parlament und alle Kontaktpersonen habe sie informiert.

Der Fraktionschef der Konservativen im Europa-Parlament, Manfred Weber, hat sich ebenfalls in Quarantäne begeben. Er sei darüber informiert worden, dass er mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person in Kontakt gewesen sei, schrieb der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament am Donnerstag auf Twitter. Er sei nun in Selbstisolation und warte auf ein erstes Testergebnis. "Passt alle auf euch auf." Er sei nach Angaben Hohlmeiers und aus der CSU-Europagruppe keine ihrer Kontaktpersonen.

Freistaat schreibt Corona-Hotspots scharfe Regeln vor

Donnerstag, 15. Oktober, 14.17 Uhr: Bayern verschärft die Corona-Regeln deutlich. Künftig soll die Maskenpflicht viel öfter greifen, die Gastronomie wird bei steigenden Infektionszahlen eingeschränkt. Das teilte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Sitzung seines Kabinetts am Donnerstag mit. Liegt der Inzidenzwert in einer Kommune bei mehr als 35, so ist sie verpflichtet, eine Sperrstunde ab 23 Uhr zu verhängen und parallel dazu ein nächtliches Verbot, Alkohol zu verkaufen und auf öffentlichen Plätzen zu konsumieren. Private Feiern und Kontakte werden in diesen Kommunen generell auf zehn Teilnehmer oder die Mitglieder zweier Haushalte beschränkt - das gilt auch für Feiern in gastronomischen Betrieben. Und die Maskenpflicht soll dann ab der fünften Klasse auch im Unterricht gelten, in Vorlesungen, auf stark frequentierten Plätzen, in Firmenkantinen und -aufzügen und in öffentlichen Ämtern - sowie bei Kulturveranstaltungen künftig auch wieder am Platz.

Steigt die Zahl der Infektionen in einer Woche auf mehr als 50 pro 100 000 Einwohner, so muss der jeweilige Landkreis oder die kreisfreie Stadt die Sperrstunde und das Alkoholverkaufs- und -konsumverbot auf 22 Uhr vorziehen und private Feiern und Kontakte auf fünf Teilnehmer oder Mitglieder zweier Haushalte beschränken. Die Maskenpflicht gilt dort dann auch im Grundschul-Unterricht und in Horten. In Bayern liegen nach den Berechnungen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit 13 Landkreise und kreisfreie Städte bei einem Wert von mehr als 50, laut Robert-Koch-Institut sind es elf. 15 weitere liegen über der Marke von 35. Insgesamt hat also mehr als ein Viertel der 96 Kreise und kreisfreien Städte bei der Sieben-Tage-Inzidenz den Warnwert von 35 überschritten.

Wann genau in einer betroffenen Gegend die neuen Regeln greifen, das hängt davon ab, wann das jeweilige Gesundheitsamt eine entsprechende Allgemeinverfügung erlässt. Nur diese ist rechtlich verpflichtend. Es gibt also keinen Automatismus, dass die Verschärfungen gültig werden, sobald eine Kommune den Warn- oder Grenzwert bei der Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet.

"Dies gilt nicht für ewig, sondern wir machen das jetzt mal für die nächsten vier Wochen, und dann überprüfen wir", sagte Söder zu den Regelungen, die formal allerdings erst einmal nur bis zum 25. Oktober gelten. Mit ihnen geht die Staatsregierung deutlich über das hinaus, was das Bund-Länder-Treffen am Vortag in Berlin ergeben hatte. Zu dessen Ergebnissen sagte Söder: "Das war nicht der große Ruck, aber es war ein wichtiger Schritt." Er habe sich aber "mehr gewünscht", was bundesweit einheitliche Regelungen für die Einschränkungen in der Corona-Krise bedeutet. Und er gehe davon aus, dass auch noch weitere folgen dürften.

Das auch in der Regierungskoalition umstrittene Beherbergungsverbot in Bayern bleibt erst einmal in Kraft, es gilt derzeit für Menschen aus zehn Kommunen in anderen Bundesländern. Söder deutete allerdings an, dass es nach den Herbstferien auslaufen könnte. Zum einen müsse man sich nun den Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs in Baden-Württemberg ansehen, der die entsprechende Regel im Nachbarland am Donnerstagvormittag gekippt hatte, sagte Söder. Zudem wolle er sehen, ob und wie die anderen Bundesländer die Beschlüsse von Berlin umsetzten - "das könnte dazu führen, dass es sich selbst überflüssig macht", sagte Söder. In jedem Fall sei dies "keine gute Zeit, kreuz und quer durchs Land zu reisen".

Corona-Ausbruch an Putenschlachthof im Landkreis Mühldorf am Inn

Donnerstag, 15. Oktober, 11.37 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Putenschlachthof sind die Infektionszahlen im Landkreis Mühldorf am Inn nach oben geschnellt. Die Zahlen waren wochenlang mit nur wenig Neuinfektionen auf einem niedrigen Niveau gewesen, wie das Landratsamt mitteilte. Am Mittwoch waren 39 Mitarbeiter des Ampfinger Schlachthofes positiv auf Corona getestet worden. Der Putenschlachthof geriet zuletzt wegen vorgeworfener Tierschutz-Verstöße beim Transport der Tiere in die Kritik.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen für Mühldorf am Inn einen Wert von 73,4 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell berät der Landrat, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Der Landkreis hat angekündigt, weitere Einschränkungen einzuführen. Auch in den benachbarten Landkreisen sind die Zahlen über dem Warnwert: Der angrenzende Landkreis Rottal-Inn weist laut RKI einen Wert von 81,5 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche auf. Rosenheim meldet für den Landkreis einen Wert von 54 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Corona-Ausbruch bei Eishockeyteam in Weiden

Donnerstag, 15. Oktober, 9.39 Uhr: Ein Corona-Ausbruch beim Weidener Eishockeyteam Blue Devils treibt die Infektionszahlen in der Stadt nach oben. "Wir haben mittlerweile 15 bestätigte Fälle in der 1. Mannschaft", erklärte Geschäftsführer Franz Vodermeier am Mittwoch. Auch in den Nachwuchsmannschaften U20 und U17 gibt es demnach erste Fälle. Einzelne Testergebnisse stünden allerdings noch aus, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bislang verliefen die Erkrankungen mild, hieß es vom Verein. Die Mannschaften seien derzeit in einer 14-tägigen Quarantäne.

Das Infektionsgeschehen beim Verein hat auch Auswirkungen auf die Fallzahlen der Stadt. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut für Weiden einen Wert von 72,5 Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Noch am Mittwoch hatte diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI unter der Schwelle von 50 Fällen gelegen.

1000 Schüler und Lehrer eines Schweinfurter Gymnasiums müssen zum Corona-Test

Donnerstag, 15. Oktober, 7.52 Uhr: Nach einem Dutzend Corona-Fällen am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt sollen nun alle Schüler, Lehrer und das Schulpersonal auf das Virus getestet werden. Am Donnerstag und Freitag sollen rund 1000 Tests vor Ort an einer mobilen Teststrecke auf das Coronavirus stattfinden, wie die Stadt am Mittwochabend mitteilte. Die Stadt Schweinfurt habe die Reihentestung in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Schulleitung per Allgemeinverfügung kurzfristig angeordnet.

Grund waren die steigenden Infektionszahlen an der Schule. Innerhalb kurzer Zeit seien zwölf Schüler in sechs Klassen über vier Jahrgangsstufen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden. Diese Schüler sowie deren direkte Kontaktpersonen seien bereits in häuslicher Isolation. Es gehe nun darum, die Infektionsketten zu durchbrechen. Am Montag bleibt die Schule geschlossen.

Wer sich nicht testen lasse, dürfe das Gebäude auch in dem Zeitraum vom 20. bis 23. Oktober nicht betreten, außer bei Vorlage eines nicht länger als 48 Stunden zurückliegenden negativen Testergebnisses. Auch sonst steigen in der unterfränkischen Stadt die Infektionszahlen. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen am Mittwoch bei 63,6.

Weiden und zwei Landkreise jetzt über der 50er-Marke

Donnerstag, 15. Oktober, 7.32 Uhr: In Bayern steigt die Zahl der Kommunen, die den kritischen Wert von Corona-Neuinfektionen überschreiten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) des Bundes meldete in der Nacht, dass nun auch die Stadt Weiden mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 72,5 über dem Wert von 50 liegt - ebenso wie die Landkreise Mühldorf (73,4) und Rosenheim (54,0) in Oberbayern. In der Auflistung des RKI der Corona-Hotspots nicht enthalten ist der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, der nach eigener Berechnung vom Mittwochabend die 50er-Marke aber ebenfalls bereits überschritten hat. Er meldet 52,3 Infektionen binnen der vergangenen sieben Tage, umgerechnet auf 100 000 Einwohner.

Corona-Ampel entscheidet über zulässige Teilnehmerzahl im Landtag

Mittwoch, 14. Oktober, 19.31 Uhr: Ein neues Ampelsystem abhängig von den Corona-Infektionen regelt künftig die zulässigen Teilnehmerzahlen für die Sitzungen des Bayerischen Landtags. Darauf hat sich der Ältestenrat des Parlaments am Mittwoch in München geeinigt. "Eine solche Ampel, die sich auf die Inzidenz-Warnwerte für München und Bayern bezieht, macht uns flexibel und stellt keinen Automatismus dar. Die letztendliche Entscheidung, wie viele Abgeordnete kommen, legen wir gemeinsam fraktionsübergreifend fest", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Konkret sieht die Regelung vor, dass die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen mit Vertretern des Landtagsamtes und der Landtagspräsidentin in einer wöchentlichen Sitzung am Montag entscheiden, ob der Bayerische Landtag in der jeweiligen Woche in Vollbesetzung oder in reduzierter Form tagen wird. Eine Vollsitzung mit alle Abgeordneten ist demnach nur möglich, wenn es in München weniger als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen gibt und gleichzeitig die Inzidenz bayernweit bei unter 35 liegt. So soll das Risiko einer Infektion und eine Verbreitung des Coronavirus vermindert und eine Quarantäne des Parlaments vermieden werden.

Zudem sollen die Abgeordneten an zwei Tagen in der Woche einen freiwilligen Corona-Schnelltest im Landtag bei einem Arzt ablegen dürfen. Nur im Falle eines positiven Tests wird das Ergebnis an das Gesundheitsamt und auch an die Landtagspräsidentin übermittelt. Aktuell nehmen etwas mehr als die Hälfte der 205 Abgeordneten an der Plenarsitzung teil. Der Plenarsaal ist zudem bereits mit durchsichtigen Trennscheiben ausgestattet, um das Risiko einer Ausbreitung des Virus so gering wie möglich zu halten.

Landkreis München verschärft Corona-Regeln

Mittwoch, 14. Oktober, 19.12 Uhr: Auch Bayerns größter Landkreis, der Kreis München, verschärft nun seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus: Von Freitag an dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch höchstens fünf Personen treffen oder Menschen aus zwei Haushalten, wie das Landratsamt mitteilte. Das gilt auch für Gaststätten. Bei Veranstaltungen oder Feiern sind im Inneren nur noch maximal 50 Gäste zugelassen, im Freien sind es bis zu 100, bei privaten Feiern zu Hause maximal 25. Es gibt in Lokalen allerdings kein Alkoholverbot ab 22 Uhr wie in München, und auch keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 37,95. Eine Maskenpflicht gilt aber für Schüler und Lehrer an allen Schulen ab der 5. Klasse nun auch wieder im Unterricht.

Behörden ermitteln nach illegaler "Oktoberfest"-Party

Mittwoch, 14. Oktober, 17.24 Uhr: Nach einer illegalen Party mit bis zu 150 Gästen im niederbayerischen Bodenkirchen sind bereits 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handele sich dabei um Frauen und Männer zwischen 25 und 32 Jahren, teilte das Landratsamt Landshut mit. Das Gesundheitsamt versuche, weitere Partygäste aufzuspüren und Infektionsketten zu unterbrechen. Zu der als "Oktoberfest" deklarierten Party in der Maschinenhalle eines Bauernhofes hatten drei Geschwister eingeladen. Zu Bier vom Fass und Musik einer Live-Band feierten und tanzten am 3. Oktober mindestens 120, womöglich gar 150 Menschen, hieß es.

Das Gesundheitsamt erfuhr nach eigenen Angaben erst an diesem Dienstag von dem Fest, konnte aber binnen eines Tages bereits 20 Infektionen bestätigen. "Bekannt ist derzeit, dass sich unter anderem eine Hausärztin aus der Region mit dem Covid-19-Virus infiziert hat - sie war von Teilnehmern an der nicht genehmigten Party in Bodenkirchen für Corona-Tests aufgesucht worden." Das Landratsamt hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die drei Veranstalter der Feier eingeleitet, die der Behörde zufolge zunächst Druck auf die Gäste ausgeübt hatten, um so einen "Mantel des Schweigens" auszubreiten. Die Verantwortlichen rufen nun alle Beteiligten auf, sich unbedingt an das Gesundheitsamt zu wenden. Dies gelte auch für Teilnehmer, die aus dem Landkreis Mühldorf angereist waren.

Landräte sagen ihre Vollversammlung ab

Mittwoch, 14. Oktober, 17.02 Uhr: Wegen der Corona-Krise hat der Bayerische Landkreistag kurzfristig die große Sitzung der Landräte aus dem Freistaat abgesagt. Die 71 Kommunalpolitiker wollten sich an diesem Donnerstag und Freitag in Deggendorf treffen. Wegen der sprunghaft gestiegenen Corona-Fallzahlen dort sei die Absage der Landrätetagung leider unumgänglich, hieß es. Nach den offiziellen Zahlen des Freistaats hatte der niederbayerische Kreis am Mittwoch einen Wert von knapp 33 Fällen binnen sieben Tagen auf 100 000 Einwohner. Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (CSU), der auch Präsident des Landkreistags ist, begründete die Absage damit, dass die Landräte in der derzeitigen Situation als Vorbilder vorangehen müssten. Für den Austausch mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wollen sie nun am Freitag eine Internet-Konferenz als Ersatz nutzen.

Gebirgsschützen beten um Verschonung von Corona-Plage

Mittwoch, 14. Oktober, 16.55 Uhr: Die Gebirgsschützen in Bayern suchen in der Corona-Krise Hilfe bei der Gottesmutter Maria. Mit einem Bittgang zum Gnadenbild in der Wallfahrtskapelle Birkenstein im Landkreis Miesbach bat eine Delegation um Verschonung von der Corona-Plage, wie der Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien mitteilte. Der Pilgergruppe, die am vergangenen Samstag vom Elbacher Leitzachtal aus betend zur Wallfahrtskapelle zog, gehörte auch Landeshauptmann Martin Haberfellner an. Mit einem eigens für den Anlass verfassten Gebet erbaten die Gebirgsschützen die Fürsprache der Gottesmutter. Die "Patrona Bavariae" ist auch Schutzfrau der Gebirgsschützen.

Ebersberg überschreitet die 50er-Marke

Mittwoch, 14. Oktober, 15.28 Uhr: Die Zahl der bayerischen Kommunen, die bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz den kritischen Wert von 50 überschreiten, wächst. Seit Mittwoch gehört auch der Landkreis Ebersberg östlich von München dazu. Für ihn meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 52,2 Infektionen pro 100 000 Einwohnern binnen der vergangenen sieben Tage. Am Dienstag war der Wert noch bei 46,6 gelegen. Damit liegen nun elf der 96 Landkreise und kreisfreien Städte über der Marke von 50 und sind damit angehalten, durch Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen.

Nach den am Nachmittag vom LGL veröffentlichten Zahlen bewegen sich auch mehrere Städte auf diese Marke zu. In Ingolstadt, Neu-Ulm und Nürnberg liegt sie bei etwas mehr als 40. Für den Landkreis München, den größten im Freistaat, meldete das LGL einen Wert von 37,95. Die Landeshauptstadt München liegt laut LGL mit 52,15 weiter über dem kritischen Wert.

Grüne setzen auf Millionen von Schnelltests

Mittwoch, 14. Oktober, 11.38 Uhr: Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzen die Landtags-Grünen in den kommenden Monaten auf massenhafte Corona-Schnelltests. "Das Virus verbreitet sich derzeit über alle sozialen Schichten und Altersklassen hinweg", heißt es im Grundsatzbeschluss der Fraktion mit dem Titel "Mit dem Virus leben". Schließungen von Kitas und Schulen sowie Überlastungen von Kliniken insbesondere aufgrund erkrankten Personals seien mit allen Mitteln zu verhindern. Aus Sicht der Grünen könnten die neuen Antigenschnelltests hier eine entscheidende Rolle spielen: "Sie ermöglichen den gezielten Einsatz von Testungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsrisiko und der Schutzbedürftigkeit. Priorität haben müssen Einrichtungen, in denen Menschen mit einem sehr hohen Risiko leben, und die Aufrechterhaltung der systemrelevanten Versorgung." Gleichwohl setzen auch die Grünen weiterhin auf eine konsequente Umsetzung von Maskenpflicht sowie Abstands- und Hygieneregeln.

Für Schulen und Kitas sieht das Papier der Grünen etwa vor, allen Mitarbeitern, Kindern und Schülern wöchentlich kostenfreie Corona-Antigenschnelltests zur Verfügung zu stellen. Diese sollen von mobilen Teams direkt in den Schulen abgenommen werden. Gleiches gilt für alle Menschen, die mit Pflegeeinrichtungen Kontakt haben, die im Gesundheitswesen oder auch in Gemeinschaftsunterkünften jeglicher Art arbeiten. Auch Firmen, in denen etwa Abstandsvorgaben schwer umsetzbar sind, sollen die Schnelltests vermehrt einsetzen.

Im Gegenzug setzen die Grünen auf Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen - etwa die Abschaffung des Beherbergungsverbots für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten ohne negativen Corona-Test. Im Falle von notwendigen Quarantäne- oder Isolationsmaßnahmen setzen die Grünen auf eine Begrenzung auf "das Nötige", wie es im Papier heißt. "Wir fordern kürzere Isolationszeiten bis maximal zehn Tage für Kontaktpersonen der Kategorie 1, wenn sie symptomfrei sind und zwei negative Corona-Testergebnisse im Abstand von fünf bis sieben Tagen nachweisen." Auch Schüler sollen auf diese Art bei Verdachtsfällen freigetestet werden.

Freistaat verlängert Sonderprogramm für mehr Schulbusse

Mittwoch, 14. Oktober, 7.31 Uhr: Zum Schutz vor Corona-Ansteckungen finanziert die Staatsregierung bis zum Beginn der Weihnachtsferien zusätzliche Schulbusse. Zur 100-prozentigen Abdeckung der Kosten für die Schulträger stünden 15 Millionen Euro zur Verfügung, teilte das zuständige Bau- und Verkehrsministerium mit. "Mit den Verstärkerbussen können Kommunen das Platzangebot im Schülerverkehr erhöhen und wir unsere Schülerinnen und Schüler vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen", sagte Ministerin Kerstin Schreyer (CSU). Das sei vor allem in der kalten Jahreszeit sinnvoll, in der weniger Leute mit dem Rad führen und die Fahrgastzahlen im ÖPNV anstiegen. Seit September greift der Freistaat den Kommunen, die für die Finanzierung der Schulbusse eigentlich zuständig sind, unter die Arme, um auf dem Schulweg Ansteckungsrisiken zu reduzieren. Rund 350 sogenannte Verstärkerbusse sind seither im Einsatz.

Die Landtags-Grünen hatten vergangene Woche gefordert, diese Zusatzförderung sogar bis zum Ende der Pandemie zu verlängern. "Für wirksamen Infektionsschutz und einen dauerhaft gewährleisteten Regelschulbetrieb brauchen wir gerade in der kalten Jahreszeit Abstand auch in Schulbussen", hatte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Markus Büchler, gesagt. Die finanzielle Unterstützung des Freistaats für die Kommunen wäre eigentlich Ende Oktober ausgelaufen.

Forchheims Oberbürgermeister lehnt Teilnahme an Corona-Studie ab

Dienstag, 13. Oktober, 21.15 Uhr: Aus Sorge vor zu hohen Infektionszahlen nimmt eine städtische Kita in Forchheim nun doch nicht an einer landesweiten Corona-Studie teil. Wenn symptomfreie Kinder bei "anlasslosen Testungen" positiv getestet würden, müssten sie in Quarantäne, befürchtet SPD-Oberbürgermeister Uwe Kirschstein in einem Schreiben an die Eltern. Sollte Forchheim dadurch den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschreiten, könne dies "sogar zur erheblichen Einschränkung für alle" führen.

Die flächendeckende Langzeitstudie "COVID Kids Bavaria" soll die Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern klären helfen. Sechs Universitätskinderkliniken begleiten bis Januar 2021 die Öffnung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wissenschaftlich. An 138 Krippen, Kindergärten und Grundschulen in ganz Bayern werden dafür stichprobenartig Kinder auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus und Symptome getestet. Auch die Forchheimer Kita sollte daran teilnehmen. Am 8. Oktober zog Kirschstein die Zusage aber wieder zurück. "Als Oberbürgermeister sehe ich es als meine Pflicht an, mögliche Folgen unserer Entscheidungen im Blick zu haben und bestmöglich vorhersagen zu wollen", begründete er in dem Schreiben, das er am Sonntag auf seiner Internetseite und auf Facebook veröffentlichte. Seine Entscheidung löste im Netz große Diskussionen aus.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auch in Augsburg

Dienstag, 13. Oktober, 19.44 Uhr: Die Stadt Augsburg hat in der Corona-Pandemie nach eigenen Angaben die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Vom 14. bis zum 20. Oktober gelten daher verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Dazu gehören unter anderem eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen der Innenstadt und in Kinos oder Theatern auch am Sitzplatz sowie ein Verbot des Verkaufs von Alkohol zum Mitnehmen ab 21 Uhr an bestimmten Tagen und Orten. Die Gastronomie muss ab sofort jeden Tag um 23 Uhr schließen.

Mit Ausnahme von Familienmitgliedern dürfen sich nun maximal fünf Personen in privaten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken treffen. Bei Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagen oder Vereinssitzungen sind bei entsprechendem Schutzkonzept maximal 25 Teilnehmende in geschlossenen Räumen oder bis zu 50 Teilnehmende unter freiem Himmel erlaubt. Mit mehr als 30 Neuinfektionen sei die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag auf 58,05 gestiegen (Stand 18.00 Uhr), begründete die Stadt die Vorgaben. Am Morgen hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit den Wert noch mit 48,89 angegeben (Stand 8.00 Uhr).

Skisaison mit Maskenpflicht im Lift

Dienstag, 13. Oktober, 17.19 Uhr: Als erstes Skigebiet Deutschlands will die Zugspitze am 13. November in die Saison starten - unter strikten Corona-Auflagen. Auf den Erfahrungen im Sommerbetrieb gründend seien die Maßnahmen für den Winter erarbeitet worden, teilte die Bayerische Zugspitzbahn am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen mit. Zum Liftfahren - egal ob in der Seilbahn, im Sessel- oder im Schlepplift - müssen alle außer Kinder bis sechs Jahre Masken tragen. Auf den Pisten dürfen die Wintersportler dann ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterwegs sein. Sie müssen allerdings stets mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Gästen einhalten.

Erster Schnee ist auf Deutschlands höchstem Berg (2962 Meter) schon gefallen. Skifahrer und Snowboarder werden ihre ersten Schwünge teils auch auf Schnee vom Vorjahr ziehen: Die Zugspitzbahn hatte zum Ende der vergangenen Saison Schneedepots angelegt, die nun als Unterlage dienen. In den nächsten Tagen und Wochen werde der Altschnee auf dem Gletscher verteilt, sagte eine Sprecherin.

Die meisten Skigebiete, darunter auch das niedriger gelegene Skigebiet Classic in Garmisch-Partenkirchen, wollen den Betrieb im Dezember noch vor Weihnachten aufnehmen - je nachdem, wann genügend Schnee liegt. Die Hygienemaßnahmen sehen überall ähnlich aus: Maske, Abstand - und möglichst bargeldloses Bezahlen. Die Liftbetreiber zeigen sich optimistisch, dass die Saison damit wie geplant laufen kann. Das Skigebiet Alpen Plus mit Brauneck, Sudelfeld und Spitzingsee verkauft bereits seit September Saisonskipässe.

Auflagen im Landkreis Berchtesgadener Land

Dienstag, 13. Oktober, 16.04 Uhr: Wegen vieler neuer Coronavirus-Fälle müssen die Schüler ab Klasse 5 von Mittwoch an im Landkreis Berchtesgadener Land wieder eine Maske im Unterricht tragen. Zudem müsse ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet sein, teilte das Landratsamt am Dienstag in Bad Reichenhall mit. "Ist dies nicht möglich, sind Klassen zu teilen und im Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht zu beschulen." Für den Landkreis meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 08.00 Uhr) 65,14 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Das liegt über dem bundesweiten Warnwert von 50. Der Behörde zufolge dürfen zu Feiern maximal 25 Menschen kommen, wenn sie in geschlossenen Räumen stattfinden. Besuche in Pflegeeinrichtungen sind auf eine Person täglich beschränkt. In Kindertagesstätten müssen feste Gruppen gebildet werden. Für Lokale gilt nun eine Sperrzeit von 23.00 bis 6.00 Uhr, in der keine Speisen oder Getränke zum Verzehr vor Ort abgegeben werden dürfen.

Auch Stadt und Landkreis Schweinfurt überschreiten Warnstufe

Dienstag, 13. Oktober, 14.42 Uhr: Stadt und Landkreis Schweinfurt haben in der Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Für die Stadt meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 08.00 Uhr) einen Wert von 54,28; für den Landkreis 51,11. Auch der Landkreis Rottal-Inn liegt mittlerweile mit 52,67 über der bundesweit wichtigen Warnstufe. Corona-Brennpunkte sind zudem weiter die Landkreise Regen (86,55) und Fürstenfeldbruck (66,12) sowie die Städte München (53,70), Memmingen (58,96) und Rosenheim (72,38). Augsburg liegt mit 48,89 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen noch knapp unter der kritischen Marke. Für den Landkreis Berchtesgadener Land weist das LGL einen Inzidenzwert von 65,14 aus. Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter bayernweit 74 036 Corona-Fälle registriert.

Nürnberger Oberbürgermeister in Quarantäne

Dienstag, 13. Oktober, 14.42 Uhr: Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) befindet sich wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus in Quarantäne. Das Stadtoberhaupt von Bayerns zweitgrößter Stadt habe eine Veranstaltung besucht, auf der eine Person anwesend gewesen sei, die später positiv getestet worden sei, teilte die Stadt am Dienstag mit. Das erste Testergebnis von König sei negativ gewesen. Trotzdem werde er bis Freitag zuhause in Quarantäne bleiben und erst Samstag wieder Termine wahrnehmen. Es ist bereits das zweite Mal, dass König während der Corona-Pandemie in Quarantäne muss. König war im März bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kontakt mit einer Person gekommen, die positiv auf das Virus getestet wurde. Er hatte sich damals aber nicht angesteckt.

Söder warnt vor zweitem Lockdown

Dienstag, 13. Oktober, 12.12 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat der bayerische Ministerpräsident erneut ein bundesweit einheitliches und energisches Vorgehen der Politik gefordert. "Wir müssen jetzt in diesen Wochen die Weichen stellen, sonst besteht die Gefahr, dass es außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Chef nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts. Die kommenden vier Wochen seien bei der Bekämpfung der Pandemie entscheidend. "Wir wollen keinen zweiten Lockdown", sagte Söder. "Ein zweiter Lockdown rückt dann näher, wenn es keinen Ruck gibt."

Mit Blick auf das Treffen aller Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten forderte Söder ein Corona-Regelwerk für ganz Deutschland. Er wünsche sich "Einheitlichkeit, Verbindlichkeit, Verständlichkeit". Ausdrücklich unterstützte er das Vorgehen der Landeshauptstadt München, den Ausschank von Alkohol ab 22 Uhr zu verbieten. Das sei ein "sinnvoller und notwendiger Weg" - seine Münchner Parteifreunde aus der CSU hatten diese Maßnahme hingegen scharf kritisiert. Ähnliche Vorgaben wünsche er sich auch vom Treffen der Länderchefs am Mittwoch, sagte Söder. "Vielleicht gelingt uns dann morgen doch einmal der große Wurf." Bereits für den Donnerstag habe er erneut eine Sitzung der bayerischen Regierung anberaumt, um entsprechende Vorgaben dann für Bayern umsetzen zu können.

Auch warb Söder erneut für eine erweiterte Maskenpflicht, weil sie andere, schlimmere Einschränkungen verhindern könne: "Die Maske ist ein Instrument der Freiheit." Eine solche Pflicht könnte künftig etwa auf öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäude, oder auch in Fahrstühlen gelten. Bei den umstrittenen Beherbergungsverboten für Menschen aus Corona-Hotspots deutete er an, dass er auf diese Einschränkung auch wieder verzichten könne. "Das Beherbergungsverbot ist nicht das entscheidende." Wichtiger seien "Maske, weniger Alkohol, weniger Party".

Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, unterstützte Söder: Er könne sich dessen Forderungen nur anschließen, sagte er nach der Kabinettssitzung, an der er auch teilgenommen hatte. Die Leopoldina habe bereits vor einiger Zeit "wirksame Regeln für Herbst und Winter" gefordert, das erhoffe er sich nun vom Treffen der Regierungschefs. Die Situation sei "dramatisch", da dürfe es keinen "Kakofonie" geben, da brauche es einen "Wohlklang".

Kabinett diskutiert mit Leopoldina-Präsident über Corona-Krise

Dienstag, 13. Oktober, 8.59 Uhr: Unter dem Eindruck der sich auch im Freistaat wieder verschärfenden Corona-Pandemie kommt am Dienstagmorgen in München das Kabinett zusammen. Dabei wird es nicht nur um eine aktuelle Bewertung der Situationen in Bayern wie in ganz Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern gehen, sondern auch vorbereitend um die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch in Berlin. An der Sitzung in der Staatskanzlei nehmen auch der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Gerald Haug, und der "Dreierrat Grundrechtsschutz" der Staatsregierung teil. Die Leopoldina gehört zu den wichtigsten Beratern der Regierung in der Pandemie, ihr Wort und ihre Empfehlungen haben großen Einfluss auf aktuelle wie möglicherweise künftige Pläne im Umgang mit dem Virus.

Bundesweit gehen derzeit insbesondere in den Großstädten die Infektionszahlen wieder deutlich nach oben. Bislang wird mit lokalen Maßnahmen wie vorgezogenen Sperrstunden und Auflagen für die Treffen von Menschen darauf reagiert. Neben der Landeshauptstadt München haben in Bayern auch die Landkreise Fürstenfeldbruck, Regen und Berchtesgadener Land sowie die Städte Memmingen und Rosenheim den als kritisch geltenden Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Die Ergebnisse der Sitzung werden Haug und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) um 12 Uhr in einer Pressekonferenz vorstllen. Diese wird hier im Livestream zu sehen sein.

Drei Viertel der Bayern mit Krisenmanagement zufrieden

Dienstag, 13. Oktober, 7.07 Uhr: Wegen der Corona-Krise fürchtet eine große Mehrheit der Bayern offenbar langfristige Schäden für Wirtschaft und Wohlstand in ganz Deutschland. Nur elf Prozent gaben in einer Umfrage des Hamburger Instituts "GMS" im Auftrag von "17:30 SAT.1 Bayern" an, dass sie glauben, dass die Schäden in fünf Jahren wieder behoben sind. 47 Prozent erklärten, die Schädigung werde dauerhaft sein, 37 Prozent rechnen mit einer Dauer von fünf bis zehn Jahren.

Auf die Frage: "Sind Sie mit dem Krisenmanagement und den Maßnahmen der Staatsregierung alles in allem grundsätzlich einverstanden, auch wenn es hier und da einmal Fehler und Pannen gegeben hat, oder sind Sie damit nicht einverstanden?", erklärten 76 Prozent ihre Zustimmung, nur 21 Prozent gaben an, nicht damit einverstanden zu sein. Zugleich gaben 78 Prozent an, sie fänden den bayerischen Umgang besser als in anderen Ländern, 14 Prozent sehen ihn als "gleich gut" an und nur fünf Prozent sehen Bayerns Krisenpolitik "schlechter". Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnen 85 Prozent als guten Regierungschef.

Auch der Landkreis Berchtesgadener Land liegt nun über der 50er-Marke

Montag, 12. Oktober, 17.25 Uhr: In Bayern hat ein weiterer Landkreis den kritischen Schwellenwert überschritten: Der Landkreis Berchtesgadener Land meldete am Montagnachmittag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 57,6. Grund dafür seien 45 neue Covid-19-Fälle, die seit Freitag bestätigt wurden. Deren Gesamtzahl ist somit sprunghaft angestiegen. So bezifferte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Sieben-Tage-Inzidenz im Berchtesgadener Land am Montagmittag noch auf 30,2, das Robert-Koch-Institut des Bundes nur auf 18,9. Dieser Inzidenzwert beschreibt die Zahl der neu bestätigten Corona-Infektionen binnen der vergangenen Woche pro 100 000 Einwohner. Übersteigt er die Marke von 50, müssen Kommunen weitergehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens vornehmen. Das bereitet nun auch der Landkreis Berchtesgadener Land vor. Die entsprechenden Beschlüsse will er am Dienstag bekanntgeben.

Damit übersteigen nun sechs Landkreise und kreisfreien Städte die Marke von 50: Neben den Kreisen Berchtesgadener Land, Regen und Fürstenfeldbruck sind das die Städte Memmingen, Rosenheim und München.

Augsburg reagiert auf "explosionsartige" Zunahme der Infektionen

Montag, 12. Oktober, 15.59 Uhr: Nach einem starken Anstieg der Zahl der Corona-Infektionen hat Augsburg weitergehende Beschränkungen für das öffentliche Leben erlassen. Am Wochenende hätten sich die Zahlen "explosionsartig" vermehrt, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU). Mit 49,3 lag die schwäbische Stadt nur noch knapp unterhalb dem wichtigen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Weber rechnete damit, dass spätestens am Mittwoch die 50er-Marke gerissen wird.

Ab sofort gilt damit, dass sich in Bayerns drittgrößter Stadt maximal noch zehn Menschen privat treffen dürfen, an größeren Familienfeiern und Veranstaltungen dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 50 Personen teilnehmen. Außerdem gibt es eine Beschränkung beim Alkoholverkauf und -konsum an bestimmten Orten und Tagen. Zum Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten FC Augsburg und Spitzenreiter RB Leipzig werden an diesem Samstag keine Zuschauer in der Augsburger Fußballarena zugelassen. Am 26. September hatten noch 6000 Zuschauer im Stadion den 2:0-Heimsieg des FC Augsburg über Borussia Dortmund gesehen. Auch die Begegnung am kommenden Wochenende wäre mit der bislang in Augsburg erlaubten Maximalzahl von 6000 Tickets bereits ausverkauft gewesen.

Sollte die Stadt Augsburg wie erwartet den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 überschreiten, werden die Vorschriften noch einmal verschärft. Dann soll es beispielsweise in der 300 000 Einwohner großen Stadt für eine Woche auch eine Maskenpflicht auf bevölkerten Straßen und Plätzen sowie im Theater und in Kinos geben. Zudem ist geplant, dass sich dann nur noch fünf Menschen privat miteinander treffen dürfen; bei Veranstaltungen in Räumen nur noch 25. Ähnliche Regelungen hat am Montag die Landeshauptstadt München erlassen. Sie gelten von Mittwoch an für zwei Wochen.

Gesundheitsamt schließt das Gymnasium Schrobenhausen

Montag, 12. Oktober, 11.20 Uhr: Wegen eines Corona-Ausbruchs wird das Gymnasium Schrobenhausen für eine Woche komplett geschlossen. Bis zum Freitag bekommen alle Schülerinnen und Schüler sogenannten Distanzunterricht, bleiben also zu Hause und werden aus der Ferne unterrichtet, wie das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen mitteilte. Zwar sind an Bayerns Schulen derzeit einige Tausend Schüler und auch ganze Klassen in Quarantäne; dass aber eine Einrichtung als ganze geschlossen wird, ist selten. Bekannt ist dem Kultusministerium aktuell nur ein zweiter Fall: eine Berufsfachschule in Nürnberg, die seit einigen Tage zu ist.

Im Schrobenhauser Gymnasium war laut Landratsamt in der vergangenen Woche ein Schüler der Q11 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei Tests in der Folge ergab sich, dass sich auch drei Mitschüler und eine Lehrkraft den Erreger eingefangen hatten. Daraufhin wurden 21 weitere Lehrer als Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt - und nun hat das Gesundheitsamt verfügt, die Schule mindestens für eine Woche zu schließen.

Stadt Augsburg knapp vor 50er-Warnstufe

Montag, 12. Oktober, 10.45 Uhr: Bayerns drittgrößte Stadt liegt nur noch knapp unterhalb dem wichtigen Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Wie die Stadt Augsburg mitteilte, stieg durch 93 neue Corona-Fälle am Wochenende dieser Sieben-Tage-Wert auf 49,3. Am Nachmittag will die Stadt bekanntgeben, welche lokalen Schutzmaßnahmen nun zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden sollen. Am Wochenende hatte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit den Wert für die schwäbische 300 000-Einwohner-Stadt noch mit weniger als 21 angegeben.

Inzidenzwert in München liegt bei 50,6

Montag, 12. Oktober, 6.45 Uhr: Die Stadt München hat in der Corona-Pandemie erneut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,6 (Datenstand: 12.Oktober, 0 Uhr). Seit Beginn der Corona-Krise haben die Gesundheitsämter laut RKI in der Landeshauptstadt München 12 592 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet. München hatte bereits den Corona-Warnwert überschritten und in der Folge verschärfte Corona-Regeln umgesetzt. Die Zahl der Neuinfektionen war zwischenzeitlich wieder gesunken.

Am Montagmittag gab die Stadt weitreichende neue Einschränkungen bekannt: So gilt von Mittwoch an eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone der Altstadt, ein Alkohol-Ausschankverbot ab 22 Uhr in der Gastronomie oder auch eine stärkere Kontaktbeschränkung.

Weiter hohe Infektionszahlen in Bayerns Corona-Brennpunkten

Montag, 12. Oktober, 6:33 Uhr: Die Infektionswerte in den Corona-Brennpunkten in Bayern sind weiter gestiegen. Die Städte Memmingen und Rosenheim sowie die Landkreise Fürstenfeldbruck und Regen lagen laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin auch am Sonntag (Stand: 0 Uhr) über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. In Rosenheim meldete das Institut 70,8 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Im Landkreis Fürstenfeldbruck lag dieser Wert bei 64,3, in der kreisfreien Stadt Memmingen bei 56,7, im Landkreis Regen bei 60,7.

Hohe Coronazahlen: Im Landkreis Regen droht Distanzunterricht

Sonntag, 11. Oktober, 20.05 Uhr: Schüler im Landkreis Regen müssen ab Dienstag wegen der hohen Zahl an Coronainfektionen möglicherweise wieder von zu Hause aus lernen. Könnten Schulen den geforderten Abstand von 1,5 Metern zwischen den Kindern nicht einhalten, müssten sie die Klassen teilen, heißt es in der Allgemeinverfügung, die das Landratsamt am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Die Folge sei ein Wechsel aus Distanz- und Präsenzunterricht. Bereits ab Montag gelten im ganzen Landkreis weitere Einschränkungen etwa bei privaten Treffen. Außerdem dürfen der Behörde zufolge Gaststätten zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr keine Speisen oder Getränke zum Verzehr vor Ort abgeben. Das Landratsamt reagiert damit auf die vielen Coronainfektionen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) (Stand: Sonntag, 00.00 Uhr) hatten sich im Landkreis binnen sieben Tagen 60,7 Menschen pro 100 000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Der negative Trend scheine sich angesichts ausstehender Testergebnisse weiter zu verfestigen, sagte Behördensprecher Heiko Langer. Die Allgemeinverfügung gelte zunächst für eine Woche. "Wir wissen, dass wir den Bürgern viel zumuten", sagte Landrätin Rita Röhrl (SPD).

Im coronageplagten Rosenheim gelten strenge Kontaktregeln

Sonntag, 11. Oktober, 18.00 Uhr: Ursprünglich hatte die Stadt Rosenheim am Samstag die Passanten in ihrer Fußgängerzone zur Attraktivität der Innenstadt befragen lassen wollen. Allerdings war es der Stadtverwaltung am Wochenende dann doch lieber, nicht allzu viele Menschen an einem Ort zu haben, nicht einmal in der eigenen Einkaufsmeile. Denn Rosenheim ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 70,8 schon zum wiederholten Mal zu einem der Corona-Hotspots in Bayern geworden. Im schwäbischen Memmingen lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Sonntag bei 56,7 und damit ebenfalls über dem als kritisch definierten Wert 50. Für den Landkreis Regen meldete das Robert-Koch-Institut am Sonntag einen Inzidenzwert von 60,7, für den Kreis Fürstenfeldbruck von 64,3.

Spitzenreiter Rosenheim hatte den kritischen Wert schon Ende der vergangenen Woche überschritten und von Samstag an für zunächst eine Woche eine Reihe von zusätzlichen Einschränkungen verfügt. Unter anderem dürfen weder im Freien noch in Privaträumen mehr als fünf Menschen spontan zusammenkommen. Private Feiern mit einem konkreten Anlass bleiben sowohl in Privaträumen als auch in Lokalen auf 25 Menschen beschränkt, im Freien liegt die maximale Teilnehmerzahl bei 50. Für den umliegenden Landkreis Rosenheim mit seinen 260 000 Einwohnern gelten ähnliche Regeln als Empfehlungen. Die Stadt Memmingen zeigte sich noch abwartend, am Sonntag waren weiterhin nur die etwas geringeren Einschränkungen in Kraft, die einige Tage zuvor beim Erreichen des Inzidenz-Warnwerts von 35 verhängt worden waren. Ähnliche Regeln galten für Regen und Fürstenfeldbruck.

Für die Region Rosenheim ist die Rolle des bayerischen Corona-Spitzenreiters nichts Neues, Stadt und Landkreis waren unter den allerersten Zentren der Pandemie in Deutschland. Im April lag die Sieben-Tage-Inzidenz dort zeitweise bei fast 128. Von der aktuellen Welle sind nach Rathausangaben bisher vor allem etwas jüngere Menschen zwischen 15 und 59 Jahren betroffen. Diese Altersgruppe gilt nicht als absolute Risikogruppe. Zugleich warnt OB Andreas März aber vor "teilweise nicht mehr nachvollziehbaren" Infektionsketten.

Partys trotz Corona - Polizei löst mehrere Feiern auf

Sonntag, 11. Oktober, 14.40 Uhr: Wegen der Coronapandemie gelten für Partys strenge Regeln - trotzdem haben sich am Wochenende in Bayern nicht alle daran gehalten. In München, Schliersee und Neusäß löste die Polizei drei Feiern auf. In München hatte ein Anrufer der Polizei von einer illegalen Party auf dem Schlachthof-Gelände berichtet. Als die Beamte am frühen Sonntagmorgen anrückten, entdeckten sie etwa 30 Leute, die in einem leerstehenden Gebäude feierten - ohne Abstand und Mundschutz. In Schliersee beendete die Polizei in der Nacht zum Sonntag den Geburtstag eines 30-Jährigen. Der Mann habe mit rund 50 Gästen in einer Lagerhalle gefeiert, ohne das erforderliche Hygienekonzept. So habe es keine Gästeliste oder Desinfektionsspender gegeben, teilte die Polizei mit. Die Sitzgarnituren seien ohne den erforderlichen Abstand aufgestellt gewesen und die Gäste hätten auch nicht wie vorgeschrieben Mund-Nase-Bedeckungen getragen. Die Gäste seien sehr kooperativ gewesen. Für den Gastgeber hat die Party Folgen - er wird laut Polizei nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Am Freitag wurde die Polizei im schwäbischen Neusäß zum wiederholten Mal in eine Bar gerufen. Nachbarn hätten sich über überlaute Musik und Gegröle von Gästen beschwert, teilte das Polizeipräsidium mit. Außerdem trugen laut Polizei im Schankraum nur wenige Leute einen Mund-Nasenschutz. Als sie aufgefordert wurden, eine Maske aufzusetzen, hätten sich einige geweigert. Mehrere Gäste und die Wirtin müssen nach Auskunft der Polizei mit einer Anzeige rechnen. Die Musikbox sei sichergestellt worden.

© SZ.de/vewo/kast/amm/ojo/dpa/kbl/sekr

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