Coronavirus-Newsblog für Bayern:Newsblog vom 6. bis zum 20. September 2021

Archivhinweis: Coronavirus-Newsblog für Bayern

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Auf und Ab bei Inzidenzwert geht weiter

Montag, 20. September, 6.26 Uhr: Die Corona-Inzidenz ist im Freistaat zu Wochenbeginn wieder leicht gestiegen. Der Wert beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) nun 87,1, am Sonntag lag er bei 86,0. Die höchsten Corona-Inzidenzen melden die Kreise Traunstein und Berchtesgadener Land mit 218,0 und 198,3. Den niedrigsten Wert weist der Kreis Neustadt an der Waldnaab aus. Er liegt bei 8,5 Neuerkrankten pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Die Krankenhausampel steht weiterhin auf Grün.

Schulleiter wütend: Pooltests ab Montag unrealistisch

Sonntag, 19. September, 18.18 Uhr: Eigentlich sollten ab diesem Montag die sogenannten Pooltests in Grund- und Förderschulen starten, doch die Schulleiter stehen wegen zusätzlicher Bürokratie auf den Barrikaden. Die Einführung der Tests "mit diesem Zeitdruck ohne soliden verifizierten Verwaltungsvorlauf ist unrealistisch", schrieb die Vorsitzende des bayerischen Schulleitungsverbandes, Cäcilia Mischko, am Sonntag in einem Brief an Kultusminister Michael Piazolo.

"Die Schulleitungen müssen sich in einer vollkommen unrealistischen und unnötigen Terminsetzung in einen medizinischen Bereich einarbeiten", heißt es von dem Verband, der die Interessen von Grund-, Mittel- und Förderschulleitern vertritt. Eltern müssten in die Tests einwilligen, viele stünden ihnen aber skeptisch gegenüber. Das Kultusministerium hatte angekündigt, dass die Pooltests für noch mehr Sicherheit sorgen sollen. Allerdings hatte ein Sprecher bereits am Freitag erklärt, dass es wohl nicht überall mit der Einführung ab Montag klappe.

Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Weitere Lockerungen für Kulturbranche

Sonntag, 19. September, 12.15 Uhr: Für die Kulturbranche in Bayern gibt es in der Corona-Pandemie weitere Lockerungen. So dürfen kulturelle Einrichtungen nun selbst entscheiden, ob sie Gäste im Abstand von 1,5 Meter platzieren - dann ohne Maskenpflicht für die Besucher - oder ob auf Mindestabstände verzichtet wird - dann jedoch mit Maskenpflicht. Das geht aus dem neuen Rahmenkonzept hervor, dass das Kunstministerium am Sonntag vorstellte.

Bei kulturellen Veranstaltungen gilt ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regel, Besucher müssen also geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Bei mehr als 1000 Besuchern gilt die Regel draußen und drinnen unabhängig davon, wie hoch die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ist. Draußen gilt auch bei größeren Veranstaltungen nun keine Maskenpflicht mehr. Mitwirkende müssen keine Maske tragen, wenn diese die künstlerische Darbietung behindert. Zudem kann aus künstlerischen Erwägungen auch auf den Mindestabstand bei den Mitwirkenden verzichtet werden. Kontakte werden zwar weiter erfasst, aber nicht mehr bezogen auf den Sitzplatz. Nun reichen die Kontaktdaten des Kartenkäufers aus.

SPD legt Beschwerde gegen Ermittlungsende in Maskenaffäre ein

Sonntag, 19. September, 10.46 Uhr: SPD-Landtagsfraktionschef Florian von Brunn hat Beschwerde gegen die ergebnislos eingestellten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München I im Maskenskandal eingelegt. "Ich finde die Einstellung des Emix-Ermittlungsverfahrens hier in Bayern kurz vor der Bundestagswahl sehr fragwürdig. Ich habe deswegen dagegen jetzt Beschwerde eingelegt und werde die Akten genauestens prüfen", sagte er am Sonntag in München. Von Brunn bemängelte, dass die Staatsanwaltschaft den Vorgang nicht ordentlich geprüft habe, sondern "sich völlig auf die Aussagen der Söder-Regierung verlässt".

Die Staatsanwaltschaft München I hatte Ende August ihre Ermittlungen gegen Mitarbeiter des bayerischen Gesundheitsministeriums wegen des Kaufs teurer und angeblich mangelhafter Schutzmasken eingestellt. Das "Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt" sei "mangels Vorliegens strafbaren Handelns" eingestellt worden, teilte die Behörde mit.

Zuvor waren dort mehrere Anzeigen gegen namentlich nicht genannte Mitarbeiter des bayerischen Gesundheitsministeriums eingegangen. Ihnen wurde vorgeworfen, im März 2020 eine Million überteuerte FFP2-Masken für 8,90 Euro pro Stück von dem Schweizer Unternehmen Emix gekauft und mangelhafte Ware akzeptiert zu haben. Der Vorwurf lautete auf (Haushalts-)Untreue. Auch von Brunn hatte Ende Februar 2021 Strafanzeige gestellt. "Der Vorwurf strafbaren Handelns hat sich durch die Ermittlungen nicht bestätigt", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Abschluss des Vertrages mit Emix sei zu einer Zeit erfolgt, als sich die pandemische Lage in Deutschland dramatisch zugespitzt habe. Der mit Emix vereinbarte hohe Kaufpreis sei damals das Resultat einer weltweit sehr großen Nachfrage nach FFP2-Masken und einem sehr knappen Angebot gewesen. Das Ministerium habe damals auch kein Alternativangebot eines anderen Anbieters gehabt. Der Vertragsabschluss sei also "nicht pflichtwidrig".

Testnachweispflicht für bayerisches Kita-Personal

Sonntag, 19. September, 8.33 Uhr: Von Montag an müssen ungeimpfte Beschäftigte in Kindertagesstätten in Bayern nachweisen, dass sie negativ auf Corona getestet sind. Daran erinnerte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Samstag. So solle die Sicherheit für Kinder, Eltern und die Mitarbeiter erhöht werden, teilte das Ministerium mit. Die Beschäftigten müssen sich ab kommender Woche dreimal pro Woche testen. Ohne Nachweis dürfen sie nicht in die Einrichtung. Die Regel hatte das Kabinett vergangene Woche beschlossen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt die Pflicht auch für Mitarbeiter von außen, also zum Beispiel Reinigungskräfte oder Musiklehrer. Der Freistaat stellt den Kitas Selbsttests bereit. So könnten sich auch geimpfte oder genesene Beschäftigte freiwillig testen.

Eltern müssen sich nicht testen lassen, wenn sie ihre Kinder bringen und abholen oder kurz mit den Erziehern reden wollen. Für Kinder soll es sogenannte Lollitests geben, zudem bekommen Eltern Berechtigungsscheine für kostenlose Selbsttests - verpflichtend ist das allerdings nicht. Masken müssen Erwachsene weiter tragen. Trautner sagte, derzeit seien sehr wenige Kitas wegen Corona geschlossen.

Inzidenz sinkt auch am Sonntag leicht

Sonntag, 19. September, 7.32 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist auch am Sonntag leicht gesunken. Der Wert beträgt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 86,0, am Vortag lag er bei 86,3. Die Krankenhausampel steht weiterhin auf Grün. Die höchste Corona-Inzidenz meldet der Kreis Traunstein mit 216,9 - dieser ist auch bundesweit Spitzenreiter.

Inzidenzwert am Samstag bei 86,3 - Krankenhausampel weiter auf Grün

Samstag, 18. September, 15.00 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist leicht gesunken. Der Wert betrug am Samstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 86,3, am Vortag lag er noch bei 86,7. Die bayerische Krankenhausampel steht nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiterhin auf Grün.

Neue Pooltests starten nicht überall zum Wochenanfang

Freitag, 17. September, 15.42 Uhr: Die Umstellung der Coronatests in den bayerischen Grund- und Förderschulen wird noch nicht zu Beginn der kommenden Woche überall möglich sein. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums in München am Freitag sagte, könne es aus unterschiedlichen Gründen zu Verzögerungen kommen. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur werden nicht alle Schulen am Montag mit den sogenannten Lollitests beginnen.

Das Ministerium hatte angekündigt, dass diese Tests "ab dem 20. September an Grund- und Förderschulen für noch mehr Sicherheit sorgen" würden. Der bayernweite Projektstart für die neuen Pooltests bleibe wie geplant nächste Woche, sagte der Sprecher - ergänzte aber: "Das bedeutet auch, dass es nicht ab Montag mit der neuen Testung losgehen muss."

Es könne sein, dass Einverständniserklärungen der Eltern fehlten, Lieferschwierigkeiten auftreten oder noch nicht alle Daten im System eingegeben werden konnten, nannte er Beispiele für Verzögerungen. In diesen Fällen würden noch für eine kurze Übergangszeit die bisherigen Selbsttests weiter verwendet. Bei den neuen PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden und die als genauer gelten als die bisherigen Schnelltests, sollen die Kinder an zwei Tupfern lutschen. Zunächst werden dann die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Lehrerverbände hatten das Projekt in dieser Woche kritisiert, weil es zu kurzfristig von den Schulen eingeführt werden müsse. "Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck", sagte die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann.

Erst wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs habe das Ministerium über die neuen Pooltests die Lehrer informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit einem unrealistischen Zeitplan habe sich erneut gezeigt, "wie weit entfernt das Kultusministerium von der schulischen Realität ist".

Massenhaft Nachmeldungen: Münchner Inzidenz springt um 42 Prozent

Freitag, 17. September, 12.38 Uhr: Eine Welle an Nachmeldungen hat die Corona-Inzidenz in München sprunghaft steigen lassen. Innerhalb eines Tages stieg sie nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts vom Freitagmorgen um 42 Prozent auf 88,2. Das ist der höchsten Stand seit Mai.

Die Stadt hatte bereits am Donnerstag vorgewarnt, dass es "aufgrund des zuletzt stark angestiegenen Meldeaufkommens" zu Verzögerungen bei der Datenerfassung und daher mehr Nachmeldungen kommen werde.

Die Zahlen beziehen sich auf den vom RKI am Freitagmorgen gemeldeten Stand. Sie können sich nachträglich ändern. Die Inzidenz hat in Bayern an Bedeutung für Corona-Maßnahmen verloren. Stattdessen ist die Auslastung der Krankenhäuser zur entscheidenden Größe geworden.

Corona-Quarantäne in Bayern wird verkürzt

Freitag, 17. September, 10.47 Uhr: Bayern verkürzt die Corona-Quarantänezeiten. Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen nun zehn Tage in Isolation oder können sich nach fünf Tagen mit einem PCR- oder nach sieben Tagen mit einem Antigen-Schnelltest freitesten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München sagte. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist keine Quarantäne vorgeschrieben.

Auch die Kontaktnachverfolgung wird neu geregelt. Die Ämter sollen künftig bei der Suche nach Kontaktpersonen priorisieren. Situationen mit einem hohen Übertragungsrisiko, wie etwa Feiern, werden zuerst behandelt. Auch Fälle, bei denen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf involviert sind wie in Altersheimen, sollen schneller bearbeitet werden.

"In Situationen mit geringem Übertragungsrisiko und ohne Gefährdung von Risikogruppen können die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen-Nachverfolgung nachrangig behandeln", heißt es in der Mitteilung. Die Änderungen, die auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) beruhen, sind seit Donnerstag in Kraft.

Holetschek: Sorgen über ungenaue Krankenhaus-Ampel unbegründet

Freitag, 17. September, 10.02 Uhr: Nach Berichten über eine ungenaue Berechnung der Krankenhausampel hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Zweifel am Corona-Sicherheitskonzept zurückgewiesen. "Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Experten wie der Statistikprofessor Helmut Küchenhoff von der LMU München hatten jüngst erklärt, dass die der Ampel zugrunde gelegten Werte wie die 7-Tage-Fallzahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern und die Anzahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten ungenau berechnet werden und die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig liegen. Ursache soll der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen sein, mit denen die Kenngrößen berechnet werden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es aber keinen Grund zur Sorge: "Hospitalisierungsinzidenz und Bayerische Krankenhausampel sind heute angesichts von Millionen erfolgreicher Impfungen notwendige und richtige Parameter zur Beurteilung der Pandemie in Deutschland und in Bayern", sagte ein Sprecher. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, bei der Ampel auf Klarheit und Nachvollziehbarkeit zu setzen.

Bei der Überprüfung der Pandemie werde die weiter ansteigende Impfquote, die Belastung der Krankenhäuser und die 7-Tage-Inzidenz verschiedener Altersgruppen jeden Tag zur Einschätzung der Lage einbezogen, hieß es weiter. Die Krankenhausampel orientiere sich - so der Sprecher - "nominal nachvollziehbaren Werten fest - im Fokus die 7-Tage-Hospitalisierungsrate Bayern und die Auslastung der Intensiv-Versorgungskapazitäten".

Weiter: "Sie (die Krankenhausampel) steht heute auf Grün, aber sie steht zusammen mit allen anderen verfügbaren Parametern unter unserer täglichen Beobachtung und basiert auf der notwendig engen, zeitnahen und verlässlichen Zusammenarbeit unserer Gesundheitsämter, unserer Krankenhäuser, des LGL und des RKI (Robert Koch-Instituts) in Berlin." Bayern sei mit dieser Systematik sehr gut aufgestellt.

Seit Anfang September ist die Farbe der Krankenhaus-Ampel dafür ausschlaggebend, ob die Maßnahmen in Bayern gegen Corona verschärft werden müssen. Sie springt auf Gelb, sobald innerhalb von sieben Tagen mehr als 1200 Corona-Patienten neu in bayerische Kliniken aufgenommen werden müssen. Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen.

Inzidenz steigt auf 86,7

Freitag, 17. September, 7.22 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist am Freitag auf 86,7 gestiegen. Am Donnerstag hatte sie laut Robert-Koch-Institut bei 84,3 gelegen. Die Krankenhausampel steht weiterhin auf Grün. Die höchsten Corona-Inzidenzen melden die Kreise Traunstein und Berchtesgadener Land mit 218,0 und 217,3 - sie bleiben auch bundesweit Spitzenreiter. Der Landkreis Hof weist den niedrigsten Wert im Freistaat auf: Dort haben sich in den vergangenen sieben Tagen 12,7 von 100 000 Menschen infiziert.

Corona erhöht OP-Risiken

Donnerstag, 16. September, 14.42 Uhr: Wer vor einer Operation steht, sollte sich nach Möglichkeit gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies empfiehlt Natascha C. Nüssler, Chefärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der München Klinik Neuperlach in einer Mitteilung des kommunalen Krankenhauses. "Covid-19 ist ein erheblicher Risikofaktor nach Operationen - der beste Schutz ist die Impfung", sagt Nüssler.

So weist eine Studie eines großen, internationalen Forschungskollektivs darauf hin, dass die Komplikations- und Sterblichkeitsrate im Fall einer Sars-CoV-2-Infektion nach Operationen deutlich erhöht sei. Innerhalb von 30 Tagen nach elektiven, also planbaren, Eingriffen mit einer Covid-19-Erkrankung steige die Sterblichkeitsrate der Patienten auf 18,9 Prozent. Normalerweise liege diese bei deutlich unter acht Prozent. Nach Notfalloperationen verstarben Patienten mit Covid-19 laut der Studie auch häufiger (25,6 Prozent) als Patienten, die sich nicht mit dem Virus angesteckt hatten. Menschen, die schon infiziert sind, hätten zudem bis zu sechs Wochen nach der Infektion bei einer Operation ebenfalls ein erhöhtes Risiko, zu sterben oder Komplikationen zu erleiden.

Diese Erkenntnisse nimmt die München Klinik zum Anlass, um auf die Vorteile der Impfung gegen Corona hinzuweisen. "Nicht alle Operationen lassen sich verschieben und viele Menschen wissen heute noch nicht, dass sie schon morgen operiert werden müssen", sagt Nüssler. Glücklicherweise lasse sich der Risikofaktor einer Covid-19-Erkrankung frühzeitig ausschalten. "Ich rate daher allen Menschen, bei denen keine medizinischen Gründe dagegensprechen, zur Covid-19-Impfung, auch wenn noch keine Operation absehbar im Terminkalender steht", so die Chirurgin. Wer schon eine Operation benötigt, aber noch nicht geimpft ist und warten kann, dem empfehle sie, sich erst impfen zu lassen und im Anschluss den Eingriff zu planen.

In der München Klinik werden nach eigenen Angaben zurzeit so viele Intensivpatienten versorgt wie in der zweiten Welle im vergangenen November. Damals lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 200, diesen Donnerstag liegt sie bei 62,1. Auf den Intensivstationen lägen heute "ausschließlich ungeimpfte Patienten", sagt Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie in Schwabing. Die um ein Vielfaches ansteckendere und vorherrschende Delta-Variante sei ein entscheidender Faktor. "Der Druck in München ist schon jetzt hoch", warnt der Chef der München Klinik, Axel Fischer.

Richter bestätigen bayerische 3-G-Regelung

Donnerstag, 16. September, 10.49 Uhr: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die 3-G-Regelung im Freistaat für voraussichtlich rechtmäßig erklärt. Die Richter weisen damit einen gegen die Vorschrift gerichteten Eilantrag aus dem Raum München zurück. Angesichts der anhaltenden Pandemie seien die Eingriffe in die Freiheitsrechte der Betroffenen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geeignet, erforderlich und angemessen, erklärten die Richter in einer Mitteilung. Insbesondere sei die Regelung ein milderes Mittel gegenüber einer vollständigen Schließung oder einer stärkeren Beschränkung der grundrechtlichen Freiheiten. Die Antragstellerin sah ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, ihre allgemeine Handlungsfreiheit und den allgemeinen Gleichbehandlungssatz durch die Maßgabe verletzt, dass in bestimmten Innenräumen nur Genesene, Geimpfte oder negaiv Getestete Zugang haben. Darum hatte sie in einem Normenkontrolleilverfahren die vorläufige Außervollzugsetzung dieser Regelung beantragt.

Drei bayerische Orte mit den höchsten Inzidenzen

Donnerstag, 16. September, 6.49 Uhr: Die Kreise Berchtesgadener Land (221,0), Traunstein (219,7) sowie die Stadt Rosenheim (202,9) weisen am Donnerstag die höchsten Inzidenzen bundesweit auf. Im gesamten Freistaat liegt der Wert bei 84,3, höher als am Vortag, als er laut Robert-Koch-Institut bei 81,7 lag. Der Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften ist bei den Inzidenzzahlen beträchtlich: Sie liegt bei den Ungeimpften bayernweit bei 188,19, bei den vollständig Geimpften hingegen nur bei 17,06. Die wichtige Krankenhausampel, die die Auslastung der Kliniken mit Coronapatienten anzeigt, steht weiterhin auf Grün. Die geringsten Inzidenzen melden die Landkreise Hof und Tirschenreuth mit 19,0 und 19,5.

Demonstration gegen Impfaktion eskaliert

Mittwoch, 15. September, 19.01 Uhr: Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es am Mittwoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule versammelt. Sie seien "das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen". Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden.

Dissens über Lohnfortzahlung

Mittwoch, 15. September, 18.40 Uhr: Die Staatsregierung ist sich weiterhin uneinig, ob Ungeimpfte, die wegen des Verdachts einer Corona-Infektion in Quarantäne müssen und deshalb nicht arbeiten können, auch künftig eine Lohnentschädigung erhalten sollen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte sich bereits in der vergangenen Woche im Grundsatz dafür ausgesprochen, die Entschädigung zu streichen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist dagegen und spricht von "Impfzwang durch die Hintertür". Er fordert die "Lohnfortzahlung für alle, "wenn wir schon die pandemische Lage von nationaler Tragweite haben".

Nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) werden die drohenden Einkommenseinbußen für Ungeimpfte durch Quarantäneauflagen die Impfbereitschaft steigern. Er glaube, dass sowohl die nicht mehr kostenlosen Corona-Tests als auch die neuen Quarantäneregeln "dem einen oder anderen noch mal ein zusätzliches Argument geben", in der Frage neu zu überlegen, sagte der CSU-Parteichef am Mittwoch im Münchner Presseclub. Hinzu komme ja weiterhin die wissenschaftlich-medizinische Begründung und die emanzipatorische Frage, wie viele Freiheiten Geimpfte bekämen. "Nämlich alle", sagte Söder.

Einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zufolge wurden seit Beginn der Corona-Pandemie bayernweit 82,97 Millionen Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt. Andere Bundesländer, etwa Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, haben bereits beschlossen, dass der Lohn von ungeimpften Arbeitnehmern bei einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht mehr vom Staat weitergezahlt wird. Allerdings gibt es hierzu noch keine einheitliche Regelung und auch keinen Stichtag. In der kommenden Woche wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über ein gemeinsames Vorgehen sprechen. Im Gespräch ist dabei eine Änderung ab dem 1. Oktober.

Söder sieht trotz Corona keine Probleme für nächsten Fasching

Mittwoch, 15. September, 14.41 Uhr: Trotz der andauernden Corona-Krise rechnet CSU-Chef Markus Söder nicht mit Problemen für die kommende Faschingszeit. "Wir gehen davon aus, dass es stattfinden wird", sagte der bayerische Ministerpräsident am Mittwoch im Presseclub in München. Auflagen wie 3G - also: geimpft, getest oder genesen - seien auch dann sicher zu beachten, auch der allgemeine Impfstatus. Er sei aber "sehr optimistisch", dass die Zahl der Geimpften steige. In diesem und vergangenem Jahr konnte der Fasching nicht in der sonst üblichen Form mit Prunksitzungen und Festumzügen stattfinden.

Ärger bei Lehrerverbänden: Lollitests zu kurzfristig

Mittwoch, 15. September, 14.30 Uhr: Die Ruhe währte nur kurz: Unmittelbar nach Beginn des neuen Schuljahrs haben sich Lehrervertreter am Mittwoch zornig zu Wort gemeldet. Grund für den Unmut ist einmal mehr das Vorgehen des Kultusministeriums - speziell die Vorgaben zu den kurzfristig einzuführenden Lollitests an Grund- und Förderschulen sowie die Organisation von Impfangeboten.

"Das Schuljahr beginnt, wie das alte geendet hat: Hektik, Stress und großer Druck. Musste das so sein?", so die Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, in München. Erst am Freitag habe das Ministerium die Schulen über die neuen PCR-Pooltests informiert, bemängelte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Mit den kindgerechten Lollitests zum Lutschen soll es bereits am nächsten Montag flächendeckend losgehen. "Das ist Wahnsinn", so Landesvize Florian Kohl. Binnen weniger Tage sollten die Eltern informiert, Einverständniserklärungen eingeholt, Elternabende abgehalten, Zugänge zu einer digitalen Schnittstelle erstellt und die Logistik geklärt sein. "Das ist schlicht unmöglich", betonte Kohl. Fleischmann kritisierte zudem, dass die Schulleitungen obendrein noch Impfangebote direkt an den Schulen zu organisieren hätten. Die Verbände forderten, den Zeitdruck rauszunehmen und Schulen von nicht-pädagogischen Aufgaben zu entlasten.

Durch Corona weniger Krebserkrankungen entdeckt

Mittwoch, 15. September, 8.42 Uhr: Im Corona-Jahr 2020 ist in Bayern sowohl die Zahl der neu entdeckten Krebserkrankungen als auch die Zahl der Krebstherapien zurückgegangen. Experten zufolge hätten viele Menschen in der Pandemie die Vorsorge vernachlässigt und seien nicht zu Untersuchungen gegangen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag in München. "Das kann gefährlich sein."

"Zwischen Januar und September 2020 ist die Zahl der diagnostizierten Krebsneuerkrankungen um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Zudem wurden vier Prozent weniger Therapien vorgenommen", erläuterte der Minister. "Schaut man auf die einzelnen Monate, zeigt sich ein alarmierendes Bild. Im April 2020 ging die Zahl der registrierten Neuerkrankungen um 18 Prozent, im Mai um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück." Der Rückgang betraf vor allem Neuerkrankungen und Operationen in einem frühen Stadium, bei dem die Heilungschancen besonders hoch sind. Holetschek appellierte deshalb eindringlich, Vorsorgen zu Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs wahrzunehmen.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 81,7

Mittwoch, 15. September, 7.12 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist laut Robert-Koch-Institut am Mittwoch auf 81,7 gesunken. Am Dienstag hatte sie bei 85,8 gelegen. Die Sieben-Tage-Fallzahl im Freistaat liegt bei 10 734. Deutlich weniger Landkreise und kreisfreie Städte als am Vortag weisen einen Wert von mehr als 100 aus - 21 sind es am Mittwoch, am Vortag waren es 28. Der Landkreis Traunstein hat die Stadt Rosenheim an der Spitze der Liste abgelöst, dort liegt die Inzidenz nun bei 220,3 - das ist auch die zweithöchste Inzidenz in ganz Deutschland. Höher liegt sie nur noch in Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz mit 232,6. Die Stadt Rosenheim weist mit 199,7 nun einen Wert knapp unter der 200er-Marke aus.

AfD klagt gegen "2G"-Auflage bei Veranstaltung des Innenministers

Dienstag, 14. September, 16.53 Uhr: Die AfD im bayerischen Landtag will sich juristisch gegen den Ausschluss von Ungeimpften bei einer öffentlichen Veranstaltung des Innenministeriums wehren. Geplant sei, noch diese Woche die Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen, teilte ein Sprecher der Fraktion am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit.

Hintergrund für die Klagedrohung ist die Auflage für die Fachtagung "Going dark - Signals Intelligence im IT-Zeitalter" zur Cyberkriminalität am 4. Oktober 2021 in München. Teilnehmen dürfen laut einem Schreiben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nur Personen, die die "2G-Bedingungen" erfüllen, also nur Geimpfte oder von einer Infektion Genesene. "Dass der Staatsminister hier ohne rechtliche Grundlage ungeimpfte Personen von öffentlichen Veranstaltungen des Freistaats ausschließen lässt, offenbart, was die wahren Absichten der aus CSU und Freien Wähler gebildeten Staatsregierung sind", sagte Fraktionschef Ingo Hahn. Es sei zu befürchten, dass dies erst der Anfang sei. "Die Regierung wird wohl nach und nach versuchen, Ungeimpfte aus jedem Bereich des öffentlichen Lebens auszuschließen." Hahn und weitere Mitglieder der AfD-Fraktion kritisieren, dass ein Corona-Test für die Teilnahme nicht ausreichend sei. Diese Vorgabe missachte das geltende Recht und stehe den Äußerungen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entgegen.

Söder hatte bei der Vorstellung der geltenden Corona-Verordnung erklärt, "2G" sei auch in Bayern "theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen". Das Innenministerium wies darauf hin, dass es sich bei der Fachtagung um eine rein dienstliche Veranstaltung handele, die sich an einen nicht-öffentlichen, geladenen Personenkreis richte. Jeder Veranstalter entscheide anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls selbst über die einzuhaltenden Infektionsschutzmaßnahmen. Im Interesse des Infektionsschutzes habe sich Minister Herrmann in diesem Fall in Ausübung seines Hausrechts für die Anwendung der sogenannten "2G"-Regel entschieden, um trotz der relativ großen Anzahl an Interessenten eine Präsenzveranstaltung zu ermöglichen.

Testpflicht für ungeimpfte Kita-Beschäftigte

Dienstag, 14. September, 13.45 Uhr: In Bayern müssen Beschäftigte in Kitas, die nicht geimpft oder genesen sind, künftig drei Mal wöchentlich einen negativen Testnachweis erbringen. Das hat das bayerische Kabinett in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Die Testnachweispflicht gilt ab kommenden Montag, dem 20. September. Damit wolle man die Sicherheit noch weiter erhöhen, teilten Familienministerin Carolina Trautner und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mit.

Das Corona-Infektionsgeschehen an den Kitas ist nach Angaben Trautners derzeit gering. Lediglich 139 von 10 200 Kitas seien von Schließungen betroffen - nur 7 seien ganz geschlossen.

Söder: Nachholbedarf bei der Anschaffung von Luftfiltern in Schulen

Dienstag, 14. September, 12.42 Uhr: Zu Beginn des neuen Schuljahres hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Nachholbedarf bei der Beschaffung von Luftreinigern für Klassenzimmer eingeräumt. Der Wunsch sei nach wie vor, viele Luftreiniger anzuschaffen. "Da gibt es tatsächlich noch bei einigen Nachholbedarf", sagte Söder am Dienstag beim Besuch eines Gymnasiums in München.

Söder und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) versicherten den Schülern bei ihrem Besuch einen "Präsenzunterricht mit Sicherheitsmaßnahmen". Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehöre "das Testen", "die Maske" sowie "flächendeckende Impfungen". Ziel sei es, so viele Schüler wie möglich zur Impfung zu bewegen. Nach Angaben von Söder seien in Bayern knapp 33 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen erst- und 25 Prozent vollständig geimpft. Um diese Zahlen zu steigern, sollen für Schüler ab zwölf Jahren Anreize mit Impfangeboten in Schulen gemacht werden. Impfen sei der einzige Weg aus der Pandemie, betonte Söder.

Knapp 1300 Impfungen bei Aktionen des Bayerischen Fußball-Verbandes

Dienstag, 14. September, 11.52 Uhr: Mit den vom Bayerischen Fußball-Verband unterstützten Impfaktionen sind bislang knapp 1300 Menschen erreicht worden. Mit gemeinsamen Angeboten vor Ort in den bayerischen Fußballclubs wollen Verband und Vereine die Impfkampagne der bayerischen Staatsregierung unterstützen. Insgesamt 41 bayerische Vereine von der A-Klasse bis zur Bundesliga haben laut Verbandsmitteilung vom Dienstag bislang an Spieltagen oder vor dem Training mobile Impfaktionen auf ihrem Vereinsgelände organisiert und die Termine über www.bfv.de/impfenhilft publik gemacht.

Bayern will Corona-Lollitests in Kitas einführen

Dienstag, 14.September, 9.32 Uhr: Mit sogenannten Lollitests soll in Bayern die Corona-Sicherheit in Kitas weiter verbessert werden. Nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag übernimmt der Freistaat ab sofort auch die Kosten für solche Pool-Tests auf PCR-Basis - PCR-Tests gelten als zuverlässiger als Antigen-Schnell- oder Selbsttests. Die Kommunen können demnach künftig in Abstimmung mit den Kita-Trägern und mit den Eltern vor Ort entscheiden, welches Testverfahren sie in den einzelnen Kitas anwenden: ob sie die neuen Lollitests verwenden wollen oder ob sie beim bisherigen Verfahren bleiben - also mit Berechtigungsscheinen für kostenlose Selbsttest-Kits, die an die Eltern ausgegeben werden. Bei den Lollitests lutscht jedes Kind an zwei Tupfern. Der eine wird als Poolprobe aller Kinder im Labor zunächst untersucht. Der zweite Tupfer (mit Personalisierung) wird zurückgestellt, damit der dann ausgewertet werden kann, wenn die Poolprobe aller Kinder positiv sein sollte. In diesem Fall wird dann das betreffende Kind mit Hilfe des zweiten Tupfers ermittelt. Man biete den Kindern, Eltern und Lehrern die größtmögliche Sicherheit, sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Sie bat lediglich um etwas Geduld, bis es mit den Lollitests losgeht. Eine zentrale, flächendeckende Steuerung der PCR-Pool-Tests gebe es allerdings nicht - das sei aus logistischen Gründen nicht umsetzbar.

Kabinett widmet sich Schulstart in Bayern und Corona-Krise

Dienstag, 13. September, 8.58 Uhr: Sechs Wochen hatten Kinder und Jugendliche in Bayern Sommerferien - nun kehrt der Alltag zurück. Etwa 1,64 Millionen Jungen und Mädchen gehen wieder in die Schule, darunter 121 000 Erstklässler. Um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden, setzt der Freistaat auf Maskenpflicht und Corona-Tests an den Schulen. Auch im bayerischen Kabinett, das von zehn Uhr an tagt, steht der Schulstart im Mittelpunkt. Dabei dürfte es unter anderem um die Frage gehen, wie Schülern, die älter als zwölf Jahre sind, in den kommenden Wochen Impfangebote gemacht werden können und wie bei Jüngeren die Infektionsgefahr möglichst gering gehalten werden soll.

Die Delta-Variante des Virus hatte sich in den vergangenen Wochen insbesondere unter den jüngeren Menschen, die nicht geimpft sind, massiv verbreitet. In anderen Bundesländern waren nach dem dortigen Ferienende auch immer wieder Schulen von Corona-Fällen betroffen.

"Dr. Kasperl" von der Puppenkiste wieder im Corona-Einsatz

Dienstag, 14. September, 8.37 Uhr: Das bayerische Kultusministerium schickt ein zweites Mal den Kasperl der Augsburger Puppenkiste zur Coronatest-Aufklärung der Grundschüler los. In einem neuen Video der berühmten Marionettenbühne wird der sogenannte Pooltest erklärt, der in den nächsten Tagen die bisherigen Selbsttests der Erst- bis Viertklässler sowie der Kinder an Förderschulen ablösen soll.

Bereits im Frühjahr hatte "Dr. Kasperl" den Schülerinnen und Schülern in einem Film die Anwendung der Schnelltests erläutert. Nun kommt zum Start des neuen Schuljahres am Dienstag die Fortsetzung "Coronatest Episode zwei". Kasperl tritt dabei als Lehrer einer Erdmännchen-Klasse auf.

So klärt der Puppenkisten-Star auf, warum die Pooltests eben Pooltests heißen. "Weil die Tupfer im Röhrle so beinandhocke wie in 'nem Planschbecke", sagt der Kasperl zu seinen Schülern auf Schwäbisch. In der kommenden Woche sollen diese auch Lollitests genannten Tests die bisherigen ablösen. Jedes Kind lutscht dafür dann an zwei Tupfern. Zunächst werden dann im Labor die Proben von allen in einem größeren Röhrchen gesammelt - also als Pool - untersucht. Findet sich ein Hinweis auf eine Infektion in der Klasse, werden die zweiten Proben der Kinder einzeln analysiert.

Inzidenz sinkt leicht auf 85,8

Dienstag, 14. September, 6.23 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern ist leicht gesunken. Am Dienstag liegt er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 85,8, am Montag hatte er bei 86,4 gelegen. Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-19-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. 28 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 aus, drei sogar über 200: die Stadt Rosenheim (239,0) sowie die Kreise Berchtesgadener Land (229,5) und Traunstein (207,9).

Zum Schulanfang am Dienstag werden die Kinder und Jugendlichen noch nicht viel von Erleichterungen in der Pandemie merken: Sie müssen im Schulhaus nach wie vor Masken tragen, zunächst bis zum 1. Oktober, wie es in einem Brief von Kultusminister Michael Piazolo heißt. Auch getestet wird weiterhin drei Mal pro Woche - es sei denn, die über 12-Jährigen sind bereits geimpft.

90 Prozent der Intensivpatienten nicht gegen Covid-19 geimpft

Montag, 13. September, 18.57 Uhr: Auf den Intensivstationen sind nach Angaben der bayerischen Krankenhausgesellschaft mehr als 90 Prozent der Erkrankten nicht gegen Covid-19 geimpft. Sogenannte Impfdurchbrüche gebe es fast nur bei sehr alten Erkrankten mit einem geschwächten Immunsystem, teilte Geschäftsführer Roland Engehausen am Montag in München mit. Auf den Intensivstationen lägen inzwischen jüngere Patientinnen und Patienten aus jener Gruppe, in der erst knapp zwei Drittel geimpft seien. Das zeige, dass nur die Impfung die Pandemie beherrschbar mache und die Krankenhäuser vor Überlastung schützen könne.

Spritze plus Riesenrad: Mit Attraktionen in die Impf-Aktionswoche

Montag, 13. September, 16.30 Uhr: Wem nicht wegen der Corona-Impfung etwas schwummrig wird, den dreht es danach vielleicht auf dem Riesenrad: Zum Auftakt der deutschlandweiten Aktionswoche "HierWirdGeimpft" konnten sich Menschen auch an einem Riesenrad in München überzeugen lassen. Bei "Impf'n'Ride" bekam der Impfling mitsamt seiner Angehörigen am Montag anschließend eine Gratisrunde auf dem Riesenrad im Werksviertel geschenkt.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hofft, mit solchen Aktionen "den einen oder anderen, der vielleicht noch zögert", zu überzeugen. "So leicht wie jetzt war es noch nie, sich impfen zu lassen", sagte er bei der Aktion, bei der auch Fernsehkoch Alexander Herrmann als "Impf-Testimonial" dabei war. Das Riesenrad ist eine von Hunderten Aktionen in Bayern diese Woche, mit der die Impfquote steigen soll - unter anderen in Einkaufszentren und in Gaststätten. In Bayern sind derzeit rund 60 Prozent vollständig geimpft - damit liegt der Freistaat im Bundesvergleich hinter vielen anderen Bundesländern.

Bayern-Inzidenz nun über dem Bundesdurchschnitt

Montag, 13. September, 7.09 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist zu Wochenbeginn gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Montag bei 86,4. am Sonntag hatte sie bei 84,2 gelegen. Der Wert in der gesamten Bundesrepublik liegt bei 81,9. Laut RKI sind in Bayern 1194 neue Fälle gemeldet worden. 31 der 96 Landreise und kreisfreien Städte melden nun einen Wert von 100,0 (Ingolstadt) oder darüber. Den höchsten Wert weist weiterhin die Stadt Rosenheim mit 246,9 aus, 211,6 meldet der Kreis Berchtesgadener Land. Die Stadt München hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 64,4.

Aiwanger gegen Streichung von Lohnausgleich für Ungeimpfte

Sonntag, 12. September, 18.34 Uhr: Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hält nichts von Überlegungen, Ungeimpften in Quarantäne künftig keinen Ausgleich für Lohnausfall mehr zu zahlen. "Das ist die Einführung des Impfzwangs durch die Hintertür", sagte Aiwanger mit Blick auf entsprechende Pläne mehrerer Landesregierungen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte sich am Donnerstagabend in der Sendung "Maybrit Illner" im ZDF dafür ausgesprochen, dass Ungeimpfte keinen Anspruch mehr auf Entschädigung haben sollen, wenn sie in Quarantäne müssen. "Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird", sagte er. In Bayern seien das insgesamt bislang schon 83 Millionen Euro gewesen.

In Rheinland-Pfalz haben Ungeimpfte von 1. Oktober an keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung, wenn sie auf behördliche Anweisung hin in Quarantäne müssen. Auch Baden-Württemberg hat diesen Schritt angekündigt. In Mecklenburg-Vorpommern werden entsprechende Pläne geprüft, die dortige Staatskanzlei bevorzugt eine bundesweite Regelung. Aiwanger sagte am Sonntag: "Wenn die CSU in Bayern jetzt ebenfalls die Zahlung von Lohnersatz für Ungeimpfte streichen will, werden wir uns dem energisch widersetzen." Bayerns Wirtschaftsminister und Holetschek waren erst am Freitag über Aiwangers Vorschlag aneinandergeraten, Langzeitarbeitslose für soziale Dienste wie die Pflege zu verpflichten. Holetschek sagte, der Vorschlag zeuge von "völliger Unkenntnis" der Situation in der Pflege.

Inzidenz steigt weiter leicht an - 84,2 am Sonntag

Sonntag, 12. September, 08.13 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern steigt auch am Sonntag weiter. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts liegt dieser bei 84,2 und damit über dem Bundesdurchschnitt (80,2). Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-19-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. Die Stadt Rosenheim bleibt über der 200er-Marke (217,0), der Kreis Berchtesgadener Land weist mit 205,0 den zweithöchsten Wert in Bayern auf.

Inzidenz steigt auf 83,1

Samstag, 11. September, 13.41 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern steigt weiter. Am Samstag liegt er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 83,1, nachdem er unter der Woche deutlich unter 80 war. Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-19-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. Die Sieben-Tage-Inzidenz unter den Ungeimpften liegt bei 175,79, im Vergleich zu 15,33 unter den vollständig Geimpften im Freistaat.

Die Stadt Rosenheim liegt mit einem Wert von 209,1 erneut über der 200er-Marke. Der Kreis Berchtesgadener Land weist mit 185,3 den zweithöchsten Wert in Bayern auf. 28 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte haben nun einen Wert über 100. Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Kronach mit 12,1. Direkt dahinter kommt der Landkreis Regen mit einem gleichbleibenden Wert von 18,1. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München liegt bei 60,7 und ist damit im Vergleich zum Freitag leicht angestiegen.

Brief an Staatsregierung - Schausteller fordern wieder Volksfeste

Freitag, 10. September, 15.45 Uhr: Dass die Volksfeste in Bayern trotz neuer Corona-Regeln weiterhin generell verboten bleiben, ruft die Schausteller auf den Plan. "Unsere Hauptsorge sind die Weihnachtsmärkte", sagte der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands, Lorenz Kalb, in Nürnberg. Die Einnahmen am Ende des Jahres seien für die Betriebe notwendig, um über die Winterpause zu kommen. "Deshalb brauchen wir unsere Weihnachtsmärkte - und zwar in normalem Stil." Die neuen Anti-Corona-Regeln lassen unter Einhaltung der 3-G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) unter anderem Sportveranstaltungen und Kulturevents mit bis zu 25 000 Personen zu, bei Messen bis zu 50 000. Ab Oktober sollen außerdem Diskotheken wieder öffnen dürfen.

Volksfeste bleiben aber verboten. Als Begründung heißt es aus dem Gesundheitsministerium dass "diese häufig überregionales Publikum anziehen und dadurch die Infektionsrisiken steigern". Außerdem führe der auf Volksfesten übliche Ausschank von Alkohol erfahrungsgemäß dazu, dass Hygienevorgaben nicht konsequent eingehalten würden.

Beim Schaustellerverband stößt das auf großes Unverständnis. "Volksfeste sind in erster Linie Familienfeste. Doch jetzt werden wir nur noch mit Saufgelagen verglichen. Dabei wird in jedem Biergarten getrunken", sagte Kalb. Der Süddeutsche Schaustellerverband und der Deutsche Schaustellerbund, dessen Vizepräsident Kalb ist, wenden sich deshalb an die Staatsregierung. In Briefen fordern sie, die Haltung zu Volksfesten zu überdenken und die Weihnachtsmärkte in gewohnter Form zu zulassen. Eine Aussage dazu ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums zurzeit nicht möglich. Die Corona-Regeln seien bis zum 1. Oktober gültig, teilte eine Sprecherin mit. "Welche Maßnahmen danach gelten werden, ist eine politische Entscheidung, die vom dann vorherrschenden pandemischen Geschehen abhängig ist."

Schwangere Lehrerinnen dürfen nicht in Präsenzunterricht

Freitag, 10. September, 12.21 Uhr: Schwangere Lehrerinnen dürfen in Bayern in der Corona-Pandemie keinen Präsenzunterricht halten. "Für schwangere Lehrkräfte, deren Anteil im vergangenen Schuljahr bei rund zwei Prozent lag, gilt, dass sie aufgrund eines betrieblichen Beschäftigungsverbots nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden können", erklärte der Sprecher des Kultusministeriums, Günther Schuster. Sie könnten aber "unterrichtliche und außerunterrichtliche Aufgaben von zu Hause aus" übernehmen.

Um Unterricht angesichts von Lehrermangel zu garantieren, stellt Bayern laut Ministerium zum jetzigen Schuljahr knapp 5000 Menschen auf Planstellen ein, davon rund 1250 Lehrkräfte zusätzlich. Zudem gebe es rund 800 Stellen für Team-Lehrkräfte, die an den Schulen Präsenzunterricht machen und dabei von den Stammlehrkräften, die nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden können, unterstützt werden. Vor allem Grund- und Mittelschulen klagen seit Langem über extremen Lehrermangel. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sprach sich am Freitag für eine Corona-Impfung von Schwangeren und Stillenden aus.

Holetschek plant Ende von Lohnfortzahlung für Ungeimpfte

Freitag, 10. September, 9.19 Uhr: Ungeimpfte sollen aus Sicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung haben, wenn sie in Corona-Quarantäne müssen. "Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird", sagte er. In Bayern seien das insgesamt bislang schon 83 Millionen Euro gewesen. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei das derzeit rechtlich schon möglich, betonte er. Wenn jemand sich nicht gegen eine Corona-Infektion impfen lassen wolle, dürfe das "nicht zulasten der Gesellschaft gehen", sagte Holetschek. "Wir müssen einfach auch konsequent sein."

Nicht nur in Bayern wird darüber diskutiert, Ungeimpften Verdienstausfälle nicht mehr vom Staat aus auszugleichen, die wegen angeordneter Quarantäne entstehen. Baden-Württemberg hatte dies bereits angekündigt - und laut Gesundheitsministerium sei davon auszugehen, dass bis 15. September jeder eine Impfmöglichkeit gehabt haben werde. In Rheinland-Pfalz soll dies zum 1. Oktober umgesetzt werden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Inzidenz steigt auf 81,3

Freitag, 10. September, 7.10 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern steigt. Am Freitag liegt er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 81,3, nachdem er unter der Woche deutlich unter 80 war. Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-19-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. Die Stadt Rosenheim ist wieder über die 200er-Marke gerutscht und liegt nun bei 206,0. Der Kreis Berchtesgadener Land weist mit 174,0 den zweithöchsten Wert in Bayern auf. 25 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte haben nun einen Wert über 100. Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Regen mit 18,1. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München liegt bei 58,3.

Aiwanger: Bayern soll sich bei Abstimmung über Impfauskunft enthalten

Donnerstag, 9. September, 16.07 Uhr: Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger fordert, dass sich Bayern bei der Bundesratsabstimmung am Freitag über das Gesetz zur Impfauskunft enthält. Er selbst lehne das Gesetz ab und werde nicht zustimmen, sagte der Freie-Wähler-Chef der Münchner Abendzeitung. "Für mich ist das eine Impfpflicht durch die Hintertüre, weil es bedeutet, dass eine Pflegekraft oder Erzieherin eventuell nicht eingestellt wird, wenn sie nicht geimpft ist."

Aiwanger, der selbst bisher nicht geimpft ist, will lieber eine 3G-Lösung. Wenn sich eine Erzieherin jeden Tag testen lasse, erfülle sie auch die Sicherheitsvorkehrungen, um mit Kindern umzugehen. "Und im Pflegebereich haben wir ohnehin Personalknappheit. Wenn ich dann die zehn Prozent, die sich nicht impfen lassen wollen, nicht mehr einsetze, oder nur noch Geimpfte einstelle, wird der Pflegenotstand noch größer. Dann sterben alte Menschen nicht an einer Corona-Infektion, sondern dehydrieren, weil es kein Betreuungspersonal mehr gibt."

Der Bundestag hatte am Dienstag beschlossen, dass Arbeitgeber von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Der Bundesrat muss an diesem Freitag noch zustimmen.

Lehrerverbandschef hofft auf Impfungen auch für jüngere Kinder

Donnerstag, 9. September, 11.04 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hofft auf eine Impfempfehlung auch für jüngere Kinder. "Wir würden uns sehr wünschen, dass es bald auch einen zugelassenen, empfohlenen Impfstoff für die Kinder unter 12 geben wird", sagte er der Passauer Neuen Presse. Eine höhere Impfquote unter Schülern würde die Sicherheit an Schulen enorm erhöhen und die Chance bieten, schneller zur Normalität ohne Einschränken zurückzukehren.

Gleichzeitig betonte Meidinger, eine solche allgemeine Impfempfehlung sei Sache der dafür zuständigen Experten, also der Ständigen Impfkommission (Stiko). Diese empfiehlt seit Juni auch die Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Für jüngere Kinder ist noch kein Impfstoff zugelassen.

Staatsregierung ruft Urlaubsrückkehrer zu Corona-Test auf

Donnerstag, 9. September, 7.01 Uhr: Die bayerische Staatsregierung ruft Urlaubsrückkehrer zum Ferienende zu einem Corona-Test auf. "Gerade nach der Rückkehr aus dem Urlaub gilt: Die Tests sind unsere Augen im Kampf gegen das unsichtbare Virus. Nur durch breites Testen können wir Infektionen erkennen und die Infektionsketten so früh wie möglich unterbrechen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) laut Mitteilung. "Lassen Sie sich und Ihre Familie deshalb jetzt noch einmal testen, bevor Sie nach den Ferien wieder in Ihren Beruf zurückkehren und Ihre Kinder zur Schule oder in die Kita schicken."

Im vergangenen Jahr seien gerade auch durch Reiserückkehrer am Ende des Sommers und der Sommerferien wieder verstärkt Infektionen in Bayern und Deutschland aufgetreten. Die Testzentren sind laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf eine erhöhte Nachfrage vorbereitet. Holetschek verknüpfte den Aufruf auch mit einem Appell zur Corona-Impfung.

Von den während der Sommerferien gelockerten Corona-Vorgaben werden Bayerns Schüler am kommenden Dienstag, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, erst einmal nicht viel spüren. Mit umfassenden Hygienevorgaben starten die mehr als 6000 Schulen im Freistaat ins neue Schuljahr. Im Klassenzimmer gilt dann erst einmal wieder eine generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen der Schulen. Auch am Platz im Klassenzimmer dürfen Kinder und Jugendliche diese nicht absetzen, sofern sie nicht mindestens eineinhalb Meter vom Sitznachbarn entfernt sind - selbst wenn sie geimpft sind. An Grundschulen reicht eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung aus, ab der fünften Klasse ist eine medizinische Maske gefordert. Auch die bereits aus dem vergangenen Schuljahr bekannten Schnelltests bleiben - dreimal pro Woche.

Inzidenz bleibt bei 77,5

Mittwoch, 8. September, 7.13 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern liegt am Mittwoch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 77,5 - genau wie am Vortag. Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-19-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. Die Stadt Rosenheim ist wieder über die 200er-Marke gerutscht und liegt nun bei 206,0. Die Stadt Augsburg weist mit 162,6 den zweithöchsten Wert in Bayern auf. 19 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte haben nun einen Wert über 100. Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Tirschenreuth mit 8,4. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München liegt bei 51,8.

16- bis 19-Jährige in Bayern am häufigsten mit Corona infiziert

Dienstag, 7. September, 18.30 Uhr: Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren stecken sich in Bayern derzeit am häufigsten mit dem Coronavirus an. In der Altersklasse liege die Inzidenz derzeit bei 193, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Bei den 20- bis 34-Jährigen liege die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner bei 132 und bei den 12- bis 15-Jährigen bei 131.

Die landesweite Sieben-Tages-Inzidenz im Freistaat steige weiter an und liege derzeit bei 77,5. "Wir haben nach wie vor einen kontinuierlichen Anstieg bei den Neuinfektionen. Allerdings jetzt verhaltener als dies noch vor zwei oder drei Wochen der Fall war", sagte Herrmann. Bei den Kommunen sind laut Robert Koch-Institut - Stand Dienstag - die Stadt und der Landkreis Rosenheim mit Inzidenzen von 191,9 bzw. 159,3 Spitzenreiter bei den Neuansteckungen. Die wenigsten pro 100 000 Einwohner gibt es im Landkreis Bayreuth (3,9) und im Landkreis Tirschenreuth (7,0).

Für politische Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie sind die Inzidenzwerte inzwischen jedoch weniger relevant. "Wir nehmen natürlich seit unserer neuen Verordnung jetzt stärker die Hospitalisierungszahlen in den Blick", so Herrmann. Diese seien mit einer Belegung von 183 Betten allerdings noch im grünen Bereich.

Auf Gelb würde die Ampel springen, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 1200 Corona-Patienten neu in bayerische Kliniken aufgenommen werden müssten. Auf Rot würde die Ampel schalten, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen würden.

Quarantäne-Regeln in Kitas gelockert

Dienstag, 7. September, 12:30 Uhr: Bayernweit ist derzeit wegen der Corona-Pandemie nur eine einzige Kindertagesstätte komplett geschlossen. "Wir haben im Moment bei 10 200 Kitas in Bayern 45 Einrichtungen, die von einer Schließung betroffen sind. Nur eine einzige ist vollständig geschlossen, alle anderen haben nur Gruppen, die in Quarantäne geschickt wurden", sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Trautner betonte, dass die Quarantäneregeln wie in den Schulen gelockert würden. Auch hier solle pauschal keine ganze Gruppe mehr in Quarantäne geschickt werden, wenn eine Person positiv getestet wurde. Die Gesundheitsämter würden dann zunächst eine individuelle Risikobewertung durchführen, welche Faktoren wie die Belüftungssituation, die Räumlichkeiten, das Betreuungskonzept berücksichtigten. Zudem werde geschaut, ob enge Kontaktpersonen definiert werden könnten. Nach dem fünften Tag könnten sich die Verdachtsfälle dann wieder freitesten, sagte Trautner. Beschäftigte, die vollständig geimpft seien, müssten nicht in Quarantäne. Kinder, die nicht getestet werden sollen, müssten 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Luftfilter-Förderung nur für 23 000 Klassen beantragt

Dienstag, 7. September, 12.18 Uhr: Zum Schulstart werden wohl zahlreiche Klassenräume in Bayern nicht mit Luftfiltern ausgestattet sein. Wie viele das sind, ist zwar unklar, aber bis Ende August waren beim bayerischen Kultusministerium nach Angaben eines Sprechers erst für rund 23 000 Klassenräume Fördergelder beantragt worden - von insgesamt rund 75 000. Allerdings gebe es auch Schulen, die die Luftfilter ohne Fördergelder beschafft hätten, betonte ein Ministeriumssprecher. Die Zahl der tatsächlich mit einem Filter ausgestatteten Klassen dürfe darum höher sein. Wie hoch, wisse er aber nicht.

"Die beantragte Summe erhöht sich jedoch täglich", sagte der Sprecher außerdem. Nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) waren nur zwei Wochen vor Beginn des Schuljahrs aber erst zehn Prozent der Gelder aus dem jüngsten, im Sommer aufgelegten Förderprogramm abgerufen worden. Das Kultusministerium betonte allerdings, dass früher ausgezahlte Fördergelder dagegen schon zu 100 Prozent abgerufen worden seien.

"Das ist uns schlicht zu wenig. Hier wurde furchtbar viel Zeit verschenkt", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, Henrike Paede zu den Zahlen aus dem Ministerium. "Viele Schulträger wollen nicht investieren, weil sie nicht wussten, ob mit entsprechender Ausstattung auch wirklich mehr Präsenzunterricht stattfinden kann. Dazu hat die Politik leider nie eine Ansage gemacht." Auch für die Präsidentin des bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Simone Fleischmann, ist diese Situation untragbar. Denn die Schulen, die es sich leisten konnten, auch ohne Fördergelder Luftfilter anzuschaffen, seien diejenigen, die finanziell gut ausgestattet sind. "Und nicht diejenigen aus einem schwierigeren sozio-ökonomischen Umfeld, in denen die Schüler besonders dringend auf Präsenzunterricht angewiesen sind."

Der Landeselternverband Bayerischer Realschulen forderte "bis spätestens Ende 2021 ein Raumluftreinigungsgerät und Plexiglastrennwände in jedem Klassenraum" und schrieb einen "Brandbrief" an Kultusminister Michael Piazolo. "Unsere Kinder sind die Leidtragenden, weil Sachaufwandsträger sich vor Kosten scheuen, deren Ausgabe die Gesundheit unserer Kinder sichern sollen und die Erhaltung des Bayerischen Bildungsstandards gewährleisten", heißt es darin.

Inzidenz nahezu gleichbleibend

Dienstag, 7. September, 7.13 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern ist am Dienstag auf 77,5 gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lag er am Montag bei 77,4. Die Krankenhausampel, die nun mehr Relevanz im Freistaat hat und die Belastung durch Covid-Patienten in den Kliniken zeigt, bleibt auf Grün. 1032 neue Fälle gibt es den Angaben zufolge im Freistaat.

Die Stadt Rosenheim ist unter die 200er-Marke gerutscht und liegt nun bei 191,9. Der Landkreis Rosenheim weist mit 159,3 einen deutlich höheren Wert als in den vergangenen Tagen auf. 19 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte haben nun einen Wert über 100. Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Bayreuth mit 3,9. Die Inzidenz in der Landeshauptstadt München liegt bei 56,4.

Söder verteidigt gelockerte Quarantäne-Regeln an Bayerns Schulen

Montag, 6. September, 15.27 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigt die in Bayern bereits geltenden Lockerungen bei den Quarantäne-Regeln an Schulen bei nachgewiesenen Corona-Infektionen. "Es ist falsch, ganze Klassen 14 Tage in Quarantäne zu schicken, maximal fünf, maximal das Umfeld", sagte der CSU-Chef am Montag in seiner Rede beim politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. Bei bestimmten Maßnahmen könne die Quarantäne sogar ganz entfallen, etwa wenn es in der betroffenen Klasse Luftreiniger gebe und alle Schüler eine Woche lang täglich getestet würden."Ich will keinen Lockdown für Wirtschaft und Gesellschaft. Ich will aber auch keinen Lockdown in der Schule durch die Hintertür. Liebe Freunde, jetzt müssen wir uns Mühe geben", sagte Söder. Bayern habe mit seiner neusten Corona-Verordnung "einen Standard gesetzt".

Söder appellierte erneut an eine hohe Impfbereitschaft und verwies auf die Vorteile für Geimpfte - sowohl zum eigenen Gesundheitsschutz als auch für den Kampf gegen die Pandemie. So müssten etwa geimpfte Schüler nicht mehr getestet werden. "Wir wollen keinen Impfzwang, ich sage das ausdrücklich. Keinen durch die Hintertür, durch die Vordertür oder durch die Drehtür. Völlig wurscht." Wer sich aber nicht impfen lassen wolle, der müsse auch die Entscheidung tragen.

Inzidenz steigt zu Wochenbeginn

Montag, 6. September, 7.15 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern ist auf 77,4 gestiegen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Montag gibt es 918 neue Fälle im Freistaat. Die Stadt Rosenheim liegt weiterhin über der 200er-Marke und weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 206,0 aus. Danach folgen die Städte Augsburg (162,9) und Kaufbeuren (161,2). Den niedrigsten Wert meldet der Landkreis Bayreuth mit 7,7. Die Landeshauptstadt München weist am Freitag einen Wert von 62,4 aus. Die Corona-Ampel, die die Belastug der bayerischen Krankenhäuser durch Covid-Patienten anzeigt, steht auf Grün.

Krankenhausampel grün, Inzidenz hoch

Sonntag, 5. September, 8.15 Uhr: Sie Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt weiter stetig an: 75,9 meldet das Robert-Koch-Institut am Sonntag. Der Wert ist weiterhin ein Indikator, wie sehr sich Infektionen mit dem Coronavirus ausbreiten, Auswirkungen auf Maßnahmen und somit den Alltag der meisten Menschen hat er nicht mehr. Darüber entscheidet seit Freitag die Krankenhausampel in Bayern, sie gibt an, wie es um die Bettenbelegung in Kliniken steht - und da ist die Lage vergleichsweise entspannt, die Ampel steht auf Grün. Der jeweils tagesaktuelle Wert findet sich auf der Seite des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Dort wird seit einigen Tagen auch eine Unterscheidung beim Inzidenzwert gemacht - in Geimpfte und Ungeimpfte. Demnach liegt der Wert beim ungeimpften Teil der Bevölkerung derzeit bei 158,75, bei Menschen mit vollständiger Corona-Impfung hingegen nur bei 11,27. Was das aussagt? Dass es zwar auch trotz Impfung noch zu einer Ansteckung mit dem Virus kommen kann - allerdings deutlich seltener. Und, das wiederum macht sich bei der Krankehausampel bemerkbar, deutlich seltener landen vollständig Geimpfte mit Corona-Infektion im Krankenhaus.

Geimpfte Schüler müssen für den Unterricht nicht mehr getestet werden

Freitag, 3. September, 17.40 Uhr: Geimpfte Kinder und Jugendliche müssen nicht mehr zum Corona-Test in der Schule. "Wer vollständig geimpft ist, muss sich nicht mehr in der Schule testen lassen und in der Regel auch nicht mehr in Quarantäne bei engem Kontakt mit infizierten Mitschülern oder Freunden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit Ärztevertretern in München.

Er rief alle über Zwölfjährigen zur Impfung vor dem Ferienende auf. "Es gibt noch genug Zeit, um erstgeimpft in die erste Schulwoche zu starten. Damit kann auch das Ansteckungsrisiko für die Mitschülerinnen und Mitschüler gesenkt werden."

Die Infektionszahlen unter Kindern würden derzeit steigen, so Holetschek laut Mitteilung. Ende August lagen die Inzidenzen in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei rund 130 und bei der Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen bei rund 192. Derzeit seien in Bayern 29,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erst- und 21,9 Prozent zweitgeimpft.

Markus Beier, der Landesvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, sagte: "Leider steigen aktuell die Infektionszahlen und die Krankenhauseinweisungen bei Ungeimpften und auch bei jungen Menschen wieder deutlich an. Auch Kinder und Jugendliche können am besten durch eine Impfung geschützt werden."

Dominik Ewald, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, betonte, dass Kinder weniger schwer an Corona erkrankten und auch selten ins Krankenhaus kämen. "Alle Daten deuten darauf hin, dass die zugelassenen Impfstoffe auch für die Jugendlichen unbedenklich sind."

© SZ/dpa/Reuters/vewo/sonn/infu/gal
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