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Coronavirus-Newsblog für Bayern:Newsblog vom 29. März bis 5. April 2021

Archivhinweis: Coronavirus-Newsblog für Bayern

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Wenig Zuspruch für Corona-Demos in Bayern

Ostermontag, 5. April, 17.56 Uhr: Die für Ostermontag angekündigten Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen sind auf wenig Zuspruch gestoßen. Drei von vier angemeldeten Veranstaltungen in München wurden kurzfristig abgesagt, wie die Polizei mitteilte. Zu einer weiteren kamen nur etwas mehr als 200 Personen. Angemeldet waren bei dieser Demonstration 1000 Menschen. Laut Polizei verlief die Veranstaltung ruhig. Rund 400 Beamte waren im Einsatz, der Großteil davon auf der Theresienwiese, wo die Demonstration stattfand. Für den Abend war eine weitere Demonstration in Nürnberg mit maximal 250 Personen angemeldet.

Polizei löst zwei "Tuning-Treffen" auf

Ostermontag, 5. April, 14.33 Uhr: Die Polizei hat in Neu-Ulm zwei unangemeldete Treffen der "Tuning-Szene" aufgelöst. Nach einer Meldung über ein erstes Treffen auf einem Parkplatz stellte eine Streife etwa 100 Fahrzeuge und rund 200 Menschen fest, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei dem Treffen am späten Sonntagabend sei - bei heulenden Motoren - laut Musik abgespielt worden.

Beim Eintreffen der Polizei hätten die Teilnehmer in ihren Fahrzeugen, aber auch zu Fuß, die Flucht ergriffen. Mittels Verstärkung gelang es den Sicherheitskräften den Angaben zufolge allerdings, den Großteil der Wagen anzuhalten und zu kontrollieren. In mehreren von ihnen hätten sich mehr Personen befunden als nach den aktuell gültigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zulässig sind. Zudem seien Verstöße gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung angezeigt worden.

Wenige Stunden später wurde die Polizei über ein weiteres Treffen an einem Baggersee informiert. Dort hätten die Beamten 25 bis 30 Fahrzeuge festgestellt, hieß es. Die Teilnehmer hätten hier ebenfalls versucht zu entkommen, seien aber an der Flucht gehindert und kontrolliert worden.

Grüne warnen vor Teilnahme an Corona-Protesten

Ostermontag, 5. April, 12.20 Uhr: Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, hat vor der Teilnahme an Corona-Protestversammlungen gewarnt. Angesichts der Radikalisierung der Szene müsse sich "jede Demokratin und jeder Demokrat klar machen, mit wem er oder sie auf die Straße geht", sagte sie am Montag in München.

In ganz Bayern haben nach ihren Angaben "seit Mai 2020 mindestens 72 Corona-Protestversammlungen stattgefunden, an denen sich Rechtsextremisten oder Reichsbürger beteiligt haben oder die gleich ganz von ihnen angemeldet und geleitet wurden". Eine Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen belege, dass in der Coronaprotest-Szene "Aufrufe zu gewalttätigen Blockade- und Sabotageaktionen, zur Erstürmung staatlicher Einrichtungen und zu Angriffen auf Regierungsmitglieder im Umfeld der Demonstrationen kursieren". Verschwörungsmythen seien gefährlich. Es brauche deshalb ein Programm von Maßnahmen dagegen. Die bayerischen Sicherheitsbehörden hätten keinen ausreichenden Überblick über Straf- und Gewalttaten im Zusammenhang mit den Corona-Protesten, warnte Schulze. Auch die zahlreichen antisemitischen Vorfälle und die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten würden nicht jeweils einzeln registriert. "Hier müssen Erkenntnislücken schnell geschlossen, Verbindungen dringend aufgedeckt und Vorfälle systematisch erfasst und geahndet werden", forderte sie.

Stadt Hof hat höchste Corona-Inzidenz in Deutschland

Ostermontag, 5. April, 8.36 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für Bayern am Ostermontag 1553 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Stadt Hof liegt bei 469,2 - das ist die bundesweit höchste Inzidenz. Der thüringische Landkreis Greiz steht mit 429,2 an zweiter Stelle. Unter den zehn Kommunen mit den höchsten Inzidenzwerten sind noch zwei weitere bayerische Kreise: Auf Platz 5 liegt der Kreis Kronach mit 329,6, auf Platz 9 der Landkreis Hof mit 319,6. Bayernweit verzeichnet das RKI eine Sieben-Tage-Inzidenz von 132,7, elf weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Das RKI erklärte auf der offiziellen Webseite, sinkende Zahlen könnten auch daran liegen, dass an Ostern weniger Menschen einen Arzt aufsuchten und weniger getestet werde. Auch könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden ihre Fallzahlen an das RKI übermittelten.

Christen feiern Ostern unter Pandemie-Bedingungen

Sonntag, 4. April, 16.00 Uhr: Unter Corona-Bedingungen haben die Christen in Bayern das Osterfest gefeiert. Die Gottesdienste anlässlich der Feiern zur Auferstehung Jesu mussten sie allerdings mit Masken und unter Verzicht auf den gemeinsamen Gesang abhalten. Weil nur wenige Besucher in den Kirchen zugelassen waren, wurden viele Gottesdienste im Internet übertragen. Bayerns Bischöfe gingen in ihren Predigten zum wichtigsten Fest im Christentum auch auf die Corona-Krise ein.

Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx feierte am Samstagabend den Ostergottesdienst im Liebfrauendom. Angesichts der Pandemie seien die Menschen zur Konzentration auf das Wesentliche gezwungen, sagte er laut einer Mitteilung. Man müsse auf vieles verzichten. "Aber manches könnte auch gewonnen werden, etwa die Aufmerksamkeit für das eigentlich Wichtige im Leben: die Beziehungen, die Familie, das Miteinander, die Solidarität mit den Schwachen." Auch am Sonntag gab es eine Messe im Münchner Dom.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hob bei einem Gottesdienst am Samstagabend in Landshut den tröstenden Charakter der Osterbotschaft hervor. Mit der Auferstehung verliere der Tod seinen Schrecken. "Unsere Lieben haben uns nicht in die Dunkelheit hinein verlassen, sondern ins Licht. Und wir hoffen darauf, dass wir in diesem Licht einst wieder vereint sein werden."

Neuer Höchststand bei Krankschreibungen wegen psychischer Leiden im Corona-Jahr 2020

Samstag, 3. April, 14.00 Uhr: Im zurückliegenden Corona-Jahr 2020 haben die Krankschreibungen wegen psychischer Leiden in Bayern einen traurigen Rekord erreicht. Vor allem Frauen und Beschäftigte der Logistikbranche und des Gesundheitswesens fielen deutlich häufiger mit Depressionen, Ängsten oder Anpassungsstörungen bei der Arbeit aus. Dies hat eine Auswertung von mehr als 350 000 Versichertendaten der Krankenkasse DAK Bayern ergeben, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die DAK ist eine der größten Krankenkassen in Deutschland, die Daten sind auf die Allgemeinheit übertragbar.

Der Auswertung zufolge entstanden im vergangenen Jahr wegen psychischer Leiden 229 Fehltage je 100 erwerbstätigen DAK-Versicherten. Auf Frauen entfielen dabei etwa doppelt so viele Krankheitstage wie auf Männer. Sie verzeichneten zudem einen Anstieg um sechs Prozent, während die Entwicklung bei den Männern unverändert blieb.

Deutliche Unterschiede fallen auch bei der Betrachtung der Branchen auf: Im Gesundheitswesen gab es ein Plus von 19 Prozent, in der Logistikbranche gar von 29 Prozent. In der IT-Branche und in der Verwaltung gingen die psychisch bedingten Krankschreibungen hingegen zurück.

In den Daten zeigt sich auch eine Verschiebung hin zu langwierigeren Krankheitsverläufen - der Schnitt lag 2020 bei 39 Tagen. Im Langzeitvergleich zu 2010 nahmen die Ausfallzeiten wegen Seelenleiden im Freistaat um 62 Prozent zu, während die krankheitsbedingten Fehlzeiten insgesamt im gleichen Zeitraum um 17 Prozent stiegen.

Bayernweite Inzidenz sinkt leicht - Hof bei 395,0

Samstag, 3. April, 9.10 Uhr: Der Inzidenzwert in Bayern ist dem Robert Koch-Insitut (RKI) zufolge leicht gesunken: Am Samstag meldete es einen Wert von 137,2. Allerdings gilt noch immer der Hinweis, dass an Wochenende oder Feiertagen oft weniger neue Fälle an das RKI übermittelt werden als sonst. An der Spitze liegt in Bayern noch immer Hof, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt dort nun bei 395. Seit dem Karfreitag müssen deshalb Kinder ab sechs Jahren auch auf Spielplätzen im Freien Masken tragen. Am niedrigsten sind die Werte in Stadt und Landkreis Schweinfurt - die einzigen beiden Regionen, in denen die Inzidenz noch unter 50 liegt .69 Städte und Landkreise in Bayern überschreiten die kritische 100er-Marke.

In der Landeshauptstadt München ist der Wert am Karfreitag zum dritten Mal in Folge überschritten worden, weshalb vom Ostersonntag (0 Uhr) an wieder strengere Ausgangabeschränkungen und Regeln gelten. Dass der Wert an diesem Samstag wieder etwas gesunken ist und nun bei 98,8 liegt, ändert daran nichts.

Gut 12 000 Menschen zum Start bei Hausärzten gegen Corona geimpft

Karfreitag, 2. April, 13.12 Uhr: In bayerischen Hausarztpraxen haben sich zum Start der Kampagne am Mittwoch 12 263 Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen in München unter Berufung auf Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung mit. Daten für den Donnerstag lagen zunächst nicht vor.

Geimpft wurde das Mittel von Astra Zeneca. In 1635 Praxen wird seit Mittwoch Impfstoff geliefert. Jede hatte im Schnitt 20 Impfdosen erhalten. Nach Ostern sollen rund 8500 niedergelassene Ärzte Impfstoff von den Apotheken und vom Großhandel erhalten. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bezeichnete den Impf-Auftakt in Hausarztpraxen per Mitteilung als "sehr gut". Die Ärzte könnten ihren Patienten mögliche Ängste nehmen, sie persönlich beraten und die Nachsorge betreuen. Bayernweit wurden bislang rund 2,9 Millionen Impfungen verabreicht, davon etwa 1,57 Millionen Erst- und gut 716 000 Zweitimpfungen (Stand: 1. April).

Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 140,4

Karfreitag, 2. April, 8.36 Uhr: Ein Großteil der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern hat weiterhin den Inzidenzwert von 100 überschritten. Spitzenreiter am Karfreitag war der Landkreis Kulmbach mit 336,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche. Auch hier waren die Zahlen gestiegen. Im bundesweiten Vergleich der am stärksten betroffenen Städte und Landkreise bedeutete dies Platz acht. Den niedrigsten Wert im Freistaat hat weiter der Landkreis Schweinfurt mit 32,9. Bayernweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 140,4.

Söder in Osteransprache: "Nicht reisen, weniger Treffen und achtsam sein"

Karfreitag, 2. April, 7.47 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ruft die Menschen in Bayern zum Osterfest angesichts der Corona-Situation zum Verzicht auf. "Normalerweise ist Ostern das Fest, an dem man sich mit der Familie trifft, Freunde besucht, Reisen macht", wird Söder laut Redemanuskript in seiner Osteransprache sagen, die am Samstag ausgestrahlt werden sollte. Wegen Corona sehe die Lage völlig anders aus: "Also: Nicht reisen, weniger Treffen und achtsam sein und auf einander Acht geben." Die Langzeitfolgen von Corona könnten schwerwiegend sein. Wer aufpasse, könne schwere Folgen verhindern. Die Situation werde besser, weil täglich mengenmäßig eine Gruppe in der Größe einer Kleinstadt allein in Bayern geimpft werde.

Söder betont, es gebe nach Bewältigung der Corona-Krise auch viele andere wichtige Themen - etwa die Klimakrise. "Wir müssen darauf achten, dass wir genügend und sauberes Wasser haben. Wir müssen die erneuerbaren Energien voranbringen. Das werden wir in Bayern tun mit einer Pflicht von Fotovoltaik auf den Dächern - oder mit der Erneuerung der Windräder", heißt es in Auszügen eines vorab verbreiteten Redemanuskripts. Es gelte Wirtschaft und Nachhaltigkeit auf Dauer zu verbinden.

Corona-Infektionen in Bayern zu 72 Prozent durch britische Virusvariante

Donnerstag, 1. April, 19.03 Uhr: Die Varianten des Coronavirus breiten sich im Freistaat aus: Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) von Donnerstag liegt der Anteil der Varianten unter den positiven SARS-CoV-2-Befunden bei rund 73 Prozent, davon wiederum entfallen 72 Prozent auf die britische Virusvariante. Das LGL veröffentlicht ab sofort auf seiner Homepage eine Statistik zu den Virusmutationen in Bayern, aufgeschlüsselt nach den Landkreisen. Die Übersicht soll täglich aktualisiert werden. Das Amt bezeichnete das Vorkommen der Virusvarianten als besorgniserregend.

Holetschek kann sich Testpflicht für Schüler und Lehrer vorstellen

Donnerstag, 1. April, 12.53 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält eine Testpflicht für Schüler und Lehrer zur Gewährleistung des Präsenzunterricht an den Schulen für denkbar. Die Inzidenzzahlen stiegen, auch sehr viele Jüngere seien betroffen. "Diese Situation muss man natürlich auch nochmal neu beurteilen", sagte der Minister am Donnerstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Auf die Frage, ob er für eine Testpflicht sei, sagte Holetschek: "Ich kann mir das sehr gut vorstellen, wenn es möglich ist."

Bisher sei die Bereitschaft zum Testen von Schulkindern in Deutschland nicht sehr stark ausprägt. Es gelte jetzt, den rechtlichen Rahmen abzuklopfen. "Wir haben in Bayern sehr viele dieser Selbsttests und Antigen-Schnelltests bestellt, gekauft und an alle ausgeliefert, und wir werden ein sehr engmaschiges Testregime dort fahren", sagte Holetschek. In der Woche nach Ostern solle im Kabinett die Situation an den Schulen nochmals beleuchtet werden.

Maskenpflicht an Spielplätzen in Hof ab sechs Jahren

Donnerstag, 1. April, 11.49 Uhr: Maskenpflicht am Klettergerüst: Ab Karfreitag müssen Kinder ab sechs Jahren in Hof auf dem Spielplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bei dem schönen Wetter drängen immer mehr Menschen nach draußen, erklärte die Stadt in einer Pressemitteilung. Es bilden sich Grüppchen, obwohl die Infektionszahlen in der Region nach wie vor sehr hoch sind.

"Die Kinder sollen sich austoben und miteinander spielen können, aber dies muss unter sicheren Bedingungen stattfinden. Die neuen Virusmutationen sind weitaus ansteckender und gefährlicher", betonte Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD). Mit der Maskenpflicht wolle die Stadt verhindern, dass die Spielplätze bald wieder gesperrt werden müssen.

Unter-Sechsjährige sind von der Pflicht ausgenommen. Kinder zwischen sechs und 15 Jahren müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Für alle anderen gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske oder einer FFP2-Maske, auch am Nordufer des Untreusees und in weiten Teilen der Innenstadt. Die Stadt kündigte Kontrollen durch das Ordnungsamt und die Polizei an.

Die Region Hof an der Grenze zu Tschechien ist besonders von der Pandemie betroffen. Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstag für die Stadt mehr als 373 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Bayernweit lag die Inzidenz demnach bei 142.

VGH: Schuhläden dürfen öffnen - für tägliche Versorgung unverzichtbar

Donnerstag, 1. April, 10.25 Uhr: Schuhgeschäfte in Bayern dürfen auch in Gebieten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 100 öffnen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) habe am Mittwoch entschieden, dass Schuhgeschäfte zu den für die tägliche Versorgung unverzichtbaren Ladengeschäften gehörten, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Zur Begründung verwies der für das Infektionsschutzrecht zuständige 20. Senat darauf, dass Schuhgeschäfte für die Versorgung der Bevölkerung eine vergleichbar gewichtige Bedeutung hätten wie etwa Buchhandlungen, Geschäfte für Babybedarf, Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden oder Versicherungsbüros, die nach der geltenden Regelung ausdrücklich geöffnet sein dürfen. Gegen den Beschluss gibt es keine Rechtsmittel. Der Spiegel hatte zuvor über den Beschluss berichtet.

Rettungsdienst-Chef Aicher für Impfen auf Oktoberfestgelände

Donnerstag, 1. April, 9.35 Uhr: Der Chef der Aicher Ambulanz Union, Peter Aicher, rät zum Impfen auf dem Oktoberfestgelände. "Mein Vorschlag wäre, auf der Theresienwiese zu impfen", sagte Aicher der Abendzeitung. Nicht nur die Aicher Ambulanz Union, sondern auch andere Hilfsorganisationen könnten dort impfen. "Jede hätte ein Zelt, in dem sie impfen könnte. Wie auf dem Oktoberfest. Die Theresienwiese ist ja auf große Massen von Leuten ausgelegt und gut zu erreichen." Aichers Rettungsdienst hatte 2018 den Wiesn-Sanitätsdienst übernommen. Er betreibt derzeit eine Corona-Teststation auf der Theresienwiese und organisiert zudem mehrere Impfzentren, unter anderem in der Messe München.

Der Druck sei seit Monaten enorm, sagte Aicher. Anfangs habe es nur wenig Impfstoff gegeben. "Dazu kommt, dass es sehr schwer ist, Impfungen zu planen. Wenn zum Beispiel die Impfung mit Astrazeneca gestoppt oder verändert wird, müssen wir alle bereits vereinbarten Termine sehr kurzfristig umplanen." Zudem müssten die verschiedenen Impfstoffe unterschiedlich gelagert und transportiert werden.

Inzidenzwert in Bayern steigt deutlich

Donnerstag, 1. April, 8.03 Uhr: Der Inzidenzwert steigt weiter an. Nach den Daten, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag veröffentlicht hat, liegt er im gesamten Freistaat bei 142 nach 136,6 am Mittwoch. Der Inzidenzwert gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Die Stadt Ansbach, die lange Zeit den niedrigsten Wert im Freistaat hatte und unter der Inzidenz von 50 blieb, ist nun von 47,8 am Mittwoch auf 76,6 am Donnerstag gesprungen. Allerdings reichen in der Stadt mit ihren knapp 42 000 Einwohnern 14 Neuinfektionen, um den Inzidenzwert so sprunghaft nach oben zu treiben. Die niedrigste Inzidenz hat derzeit der Landkreis Schweinfurt mit 61,5. Insgesamt gelten aktuell 73 Landkreise und kreisfreie Städte als Hotspot - dort liegt der Inzidenzwert höher als 100.

Seit Mittwoch gehört auch die Stadt München wieder zu den bayerischen Hotspots. Der Wert stieg von 100,2 auf 102,7 am Gründonnerstag. Wird an drei aufeinanderfolgenden Tagen ein Wert über 100 gemessen, zieht das Beschränkungen und Verschärfungen der Regeln nach sich. Wegen des Feiertags am Freitag bleibt am Samstag aber zunächst alles so, wie es ist.

Die höchsten Inzidenzwerte werden nach wie vor in den Landkreisen im Osten Bayerns gemessen. Spitzenreiter bleibt die Stadt Hof (373,2) sowie die Landkreise Kulmbach (346,5) und Cham (334,4).

Herrmann kündigt verstärkte Corona-Kontrollen über Ostern an

Mittwoch, 31. März, 18.17 Uhr: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat davor gewarnt, schönes Osterwetter zu Ausflügen in beliebte Ausflugsregionen zu nutzen. Die Polizei werde "an Ostern sehr genau hinschauen" und Verstöße gegen die Corona-Vorgaben "konsequent sanktionieren". An den Tagen um Ostern seien noch einmal mehr Streifen unterwegs, auch unterstützt durch die Bayerische Bereitschaftspolizei, sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Das Coronavirus finde "genügend potentielle Opfer, die sich nicht an die Regeln zum Schutz vor der Pandemie halten".

Apotheker, Friseure, Feuerwehr: Hof lockert Impfreihenfolge weiter

Mittwoch, 31. März, 16.51 Uhr: Stadt und Landkreis Hof passen die Impfreihenfolge weiter an. Apotheker, Einsatzkräfte, Friseure, Mitarbeitende in der Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege können sich gegen das Coronavirus impfen lassen, teilten Stadt und Landkreis am Mittwoch mit. Einen Impftermin bekämen auch Personen, die in medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Praxen oder bei der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem sollen sich Angestellte impfen lassen können, die in Betrieben ihre Kollegen regelmäßig auf das Coronavirus testen. "Unser Ziel ist es, die Region so schnell wie möglich zu immunisieren. Deshalb möchten wir mit diesem nächsten Schritt einer weiteren Gruppe die Möglichkeit zum impfen geben", erklärte Landrat Oliver Bär in einer Pressemitteilung.

Schon vor zwei Wochen war Hof als erste Region in Bayern von der bundesweit vorgegebenen Impfreihenfolge abgewichen. Davon sollten vor allem chronisch Kranke, Patienten mit Vorerkrankungen, Lehrkräfte von Abschlussklassen und Mitarbeitende der Ganztagsbetreuung profitieren.

Eine Abweichung von der Impfreihenfolge ist für Corona-Hotspots in der Grenzregion möglich, um die weitere Ausbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Die Region Hof an der Grenze zu Tschechien ist besonders von der Pandemie betroffen. Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch für die Stadt 347 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, für den Landkreis 222,6. Bayernweit lag die Inzidenz demnach bei 136,6.

Polizei-Gewerkschaften rechnen mit "Stress-Wochenende" zu Ostern

Mittwoch, 31. März, 14.33 Uhr: Die Polizei-Gewerkschaften in Bayern rechnen wegen Corona-Demos und Ausflüglern mit einem "Stress-Wochenende" zu Ostern. "Das Osterwochenende war in den vergangenen Jahren schon bekannt für Demonstrationen, die erfreulicherweise meist friedlicher Natur waren", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Pytlik. "Nur dieses Mal gehen wir davon aus, dass es sich anders darstellen könnte."

Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Jürgen Köhnlein, sagte, gerade bei Aktionen gegen die Corona-Maßnahmen sei vieles auf "Konfrontation und Konflikte" ausgelegt. "Die Polizei wird dann zum Prellbock für die Kritik an der Politik", sagte Köhnlein dem Radiosender "BR5 aktuell". Viele Polizisten müssten sich deshalb "wieder einmal einem hohen und aus unserer Sicht unnötigen Infektionsrisiko aussetzen", sagte GdP-Landesvorsitzender Pytlik.

Zusätzliche Konflikte könne es an den Feiertagen wegen Regel-Verstößen von Ausflüglern geben, fürchten die Gewerkschaften. "Bei der Kontrolle der Abstandsregelungen wird nicht jeder Verständnis zeigen", sagte DPolG-Landeschef Köhnlein. "Wir können nur an alle Menschen appellieren, sich an die aktuellen Vorgaben zu halten."

Züge zwischen Bayern und Tschechien fahren ab April wieder

Mittwoch, 31. März, 13.18 Uhr: Nachdem die Deutsche Bahn wie auch die Länderbahn den Verkehr von Bayern nach Tschechien Mitte Februar wegen der Corona-Pandemie eingestellt hatte, sollen die Züge ab April wieder rollen. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Bereits ab dem 7. April startet der zur Länderbahn gehörige Alex (RE25) auf der Strecke zwischen München und Prag.

Ab dem 12. April fährt die Oberpfalzbahn mit der Verbindung Marktredwitz-Cheb-Hof wieder. Bei der Deutschen Bahn rollen die Züge einem Sprecher zufolge auch ab dem 12. April. Das gilt für die Strecken Hof-Cheb und Nürnberg-Cheb der DB Regio Bayern. Die Bundesregierung hatte im Februar die Regeln für die Einreise aus mehreren EU-Staaten erneut verschärft und auch ein Beförderungsverbot nach Tschechien erteilt. Grund dafür waren die hohen Inzidenzwerte im Nachbarland.

Luisenburg-Festspiele werden auf Juli verschoben

Mittwoch, 31. März, 13.14 Uhr: Die international bekannten Luisenburg-Festspiele im oberfränkischen Wunsiedel werden auf Juli verschoben. "Wie gehen auf Nummer sicher und halten an unserem Programm fest, indem wir später damit beginnen", erklärte Harald Benz, kaufmännischer Theaterleiter der Luisenburg-Festspiele am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Die aktuelle Entwicklung der Pandemie lasse einen Spielbetrieb ab dem 18. Mai nicht zu.

Die Festspiele sollen nun am 2. Juli mit der Premiere des Musicals "Der Name der Rose" nach dem Roman von Umberto Eco eröffnet werden, teilten die Veranstalter mit. Alle Vorstellungen, die eigentlich vor dem Datum hätten stattfinden sollen, würden auf einen neuen Termin verlegt. Die Schulvorstellungen von "Pinocchio" werden gestrichen, sonst soll sich an dem Programm nichts ändern. "Wir wollen und wir werden spielen", betonte die künstlerische Theaterleiterin Birgit Simmler.

"Niemand kann heute sagen, wie die Lage im Juli oder August sein wird. Aber die Kunst wird, anders als im letzten Jahr, in den Startlöchern stehen, um unter einem freien Himmel in frischer Luft Theater zu machen." Die Luisenburg-Festspiele auf der Freilichtbühne im Fichtelgebirge finden üblicherweise zwischen Ende Mai und Anfang September statt. In der Regel kommen mehr als 100 000 Besucher.

Impfstopp bei Astra Zeneca sorgt für Verunsicherung bei Polizei

Mittwoch, 31. März, 11.20 Uhr: Der vorläufige Impfstopp bei Astra Zeneca für unter 60-Jährige schlägt bei der bayerischen Polizei hohe Wellen. "Klar, das sorgt für große Verunsicherung. Gerade in den nächsten Tagen waren große Impfdurchgänge angesetzt", sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jürgen Köhnlein, am Mittwoch. Ohne die neuen Regelungen zu Astra Zeneca hätten bis Mitte April alle impfwilligen Beamten ihre erste Spritze erhalten haben sollen.

Wie es nun mit den Impfungen der Polizeikräfte weitergeht, blieb zunächst offen. Köhnlein berichtete von sehr breitgefächerten ersten Reaktionen seiner Kollegen: "Von absoluter Freiwilligkeit zur Zweitimpfung auch mit dem aktuellen Wissen bis hin zu Zurückhaltung ist alles dabei." Am Vortag waren die Impfungen mit dem Präparat von Astra Zeneca für unter 60-Jährige vorläufig ausgesetzt worden.

Holetschek: Impfstart in Praxen vor Ostern "wichtiges Signal

Mittwoch, 31. März, 11.10 Uhr: In Bayern haben schon am Mittwoch Corona-Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten begonnen - und damit früher, als von der Bundesregierung geplant. "Wir haben alles dafür getan, um noch vor Ostern mit den Impfungen bei den Hausärzten durchzustarten. Das ist ein wichtiges Signal", betonte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), der zum Impfstart eine Arztpraxis in München besuchte.

Trotz der Unwägbarkeiten um den Impfstoff Astra Zeneca begannen demnach 1635 Praxen mit dem Impfen. Jede Praxis habe im Schnitt 20 Impfdosen erhalten, erklärte Holetschek in einer Pressemitteilung. "Es ist zwar nur eine kleine Menge, aber damit können wir schon jetzt in den nächsten Gang schalten." Nach Ostern sollen rund 8500 Praxen Impfstoff von den Apotheken und vom Großhandel erhalten. "Wir werden zunächst denjenigen Patientinnen und Patienten ein Impfangebot machen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen zu den vulnerablen Gruppen gehören", teilte Wolfgang Ritter vom Vorstand des Bayerischen Hausärzteverbandes mit. "Aber jeder, der sich impfen lassen will, wird diesen Schutz zeitnah bekommen."

Bereitschaftspolizei soll Alpen-Ausflugsverkehr über Ostern kontrollieren

Mittwoch, 31. März, 10.35 Uhr: Die Polizei will ihre Kontrollen im Alpen-Ausflugsverkehr über die Osterfeiertage verstärken. Nach dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd kündigte am Mittwoch auch das Präsidium in Kempten eine stärkere Überwachung in beliebten Ausflugsregionen mit Hilfe der Bereitschaftspolizei an. Im Fokus stehen demnach besonders Falschparker und Wildcamper, aber auch Motorradfahrer sollen kontrolliert werden.

Auch im südlichen Oberbayern will die Polizei Ausflugsverkehr und Besucherströme an den Feiertagen mit verstärkten Kontrollen in geordneten Bahnen halten. Schon am vergangenen Wochenende hätten die Beamten damit begonnen, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Besonders in den Gemeinden Samerberg und Brannenburg im Inntal seien dabei mehrere Falschparker mit Bußgeldern belegt worden. Wo über Ostern viele Besucher unterwegs seien, lasse sich aber schwer voraussagen, betonte der Sprecher. "Das hängt immer sehr vom Wetter ab."

Inzidenzwert in Bayern geht leicht zurück auf 136,6

Mittwoch, 31. März, 9.03 Uhr: Der Inzidenzwert im Freistaat ist erneut leicht gesunken. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge liegt dieser am Mittwoch bei 136,6. Am Montag lag der Wert, der angibt, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben, bei 138,3, am Dienstag schon bei 140,5. Der rückläufige Trend in Bayern deckt sich mit den Entwicklungen auf Bundesebene: Dort liegt die Inzidenz laut RKI bei 132,3 - und damit ebenfalls etwas unter dem Niveau des Vortags, das noch bei 135,2 lag. Besonders betroffen vom Coronavirus sind im Freistaat die Stadt Hof (347,0), der Landkreis Ostallgäu (320,9) und der Landkreis Kulmbach (310,2). Auch die Landeshauptstadt München hat am Mittwoch die Inzidenzmarke von 100 gerissen und gilt damit als Hotspot. Wird der Wert drei Tage in Folge überschritten, treten weitere Beschränkungen in Kraft.

Großer Andrang in bayerischen Testzentren vor Osterfeiertagen

Mittwoch, 31. März, 7.28 Uhr: In vielen kommunalen Testzentren Bayerns ist die Nachfrage nach Corona-Tests vor den Osterfeiertagen groß. In Münchens Station auf der Theresienwiese waren schon am Dienstag keine Termine mehr für eine PCR-Testung vor dem Wochenende verfügbar. Wegen der erhöhten Nachfrage habe man die Testkapazität bis zum Ende der Osterferien um 20 Prozent auf 1800 PCR-Tests pro Werktag gesteigert, sagte ein Sprecher des Münchner Gesundheitsreferats. Am Wochenende seien es rund 600 Tests täglich. Auch Augsburgs Gesundheitsreferent Reiner Erben teilte mit, dass an der Messe dafür keine Termine mehr zur Verfügung stünden: "Der Andrang in den Testzentren ist vor Ostern hoch."

In Nürnberg sei wegen des großen Bedarfs eine zusätzliche Testlinie an einer der vom Bayerischen Roten Kreuz betriebenen Teststationen eingerichtet worden, sagte die Geschäftsführerin des Kreisverbands Nürnberg-Stadt, Brigitte Lischka. "Die Auslastung ist sehr gut. In Stoßzeiten kann es zu Wartezeiten kommen." Gerade morgens sei der Andrang groß. Auch in Regensburg ist die Nachfrage nach Corona-Tests nach Angaben einer Stadt-Sprecherin groß. Täglich würden zwischen 800 und 1200 Menschen in den kommunalen Zentren getestet. Termine für Schnelltests vor dem Osterwochenende waren dort am Dienstag aber noch reservierbar.

Mehrere Kommunen verwiesen wegen des großen Andrangs bei den Testzentren auf Schnelltests in privaten Testzentren und in vielen bayerischen Apotheken. Nach Angaben des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) bieten inzwischen mehr als 800 Betriebe im Freistaat Antigen-Schnelltests an. Diese stünden auch ausreichend zur Verfügung, sagte eine BAV-Sprecherin. Lieferschwierigkeiten seien nicht bekannt.

Holetschek: Astra Zeneca in Bayern nun auch für 60- bis 69-Jährige

Mittwoch, 31. März, 6.55 Uhr: In Bayern sollen sich nun auch 60- bis 69-Jährige mit dem Mittel von Astra Zeneca gegen Corona impfen lassen können. Der Freistaat folgt damit einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom Dienstagabend. "Wir setzen das um", sagte Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hatte zuvor beschlossen, dass von Mittwoch an in der Regeln nur noch Personen ab 60 mit Astra Zeneca geimpft werden sollen. Zugleich wurde den Ländern freigestellt, bereits jetzt alle 60- bis 69-Jährigen mit Astra Zeneca impfen zu lassen. Diese wären ansonsten erst in Prioritätsgruppe drei an der Reihe. "Dies gibt die Möglichkeit, diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden 3. Welle nun schneller zu impfen", heißt es in dem GMK-Beschlusspapier. Die Umsetzung dieser teilweisen Aufgabe der Priorisierung erleichtere vor allem auch die Abwicklung in den Hausarztpraxen, sagte Holetschek.

Grundsätzlich hatten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Holetschek schon zuvor angekündigt, die Impfreihenfolge schrittweise ändern zu wollen. Es sei wichtig, "aus der starren Impfempfehlung herauszukommen", hatte Söder schon am Dienstagmittag gesagt. Bereits vor Bekanntwerden des teilweisen Impfstopps für die unter 60-Jährigen hatte er erklärt: "Irgendwann wird man bei Astra Zeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben."

Corona lässt Bayerns Wirtschaft um 5,5 Prozent schrumpfen

Dienstag, 30. März, 17.55 Uhr: Nun ist es offiziell: Die Corona-Pandemie hat Bayern die schwerste Wirtschaftskrise seit 1945 eingebracht. Das Bruttoinlandsprodukt des Freistaats ist im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent geschrumpft, so stark wie noch nie seit 1945. Das teilte das Statistische Landesamt am Dienstag in München mit. "Dieser Rückgang stand in engem Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie", schrieb die Behörde in ihrer Mitteilung.

Damit wurde Bayern von der Krise härter getroffen als Deutschland insgesamt - im Bundesdurchschnitt war die Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent gesunken. Hauptgrund dafür ist die große Bedeutung der besonders schwer getroffenen Industrie in Bayern, deren Wirtschaftsleistung sogar um 11,6 Prozent sank. In den Dienstleistungsbranche gab es laut Landesamt einen Rückgang um 4,6 Prozent. Gewachsen ist im vergangenen Jahr lediglich das Baugewerbe mit einem Plus von 3 Prozent.

Falscher Arzt soll in Karlsfeld rund 50 Menschen geimpft haben

Dienstag, 30. März, 15.50 Uhr: Ein Mann soll ohne Zulassung als Arzt nicht nur in Rosenheim, sondern auch in Karlsfeld im Landkreis Dachau im dortigen Corona-Impfzentrum tätig gewesen sein. In Karlsfeld soll er bis zu 50 Menschen geimpft haben, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd und die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mitteilten.

Im Rosenheimer Impfzentrum soll er an mehr als 1300 Impfungen mitgewirkt haben, indem er Menschen aufklärte. Die Verabreichung des Impfstoffs soll er aber an medizinisches Fachpersonal delegiert haben. Derzeit werde ermittelt, ob der Mann sich noch anderweitig als Arzt ausgab und tätig war, insbesondere in weiteren Impfzentren.

Es bestehe der Verdacht, dass der 49-Jährige aus dem Landkreis München keine Zulassung als Arzt hat und sich seine Einstellung mittels einer gefälschten Approbationsurkunde erschlich, hieß es weiter. Für seine Tätigkeit in den Impfzentren bekam er Entgelt.

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Ihm drohen laut Polizei und Staatsanwaltschaft bis zu 15 Jahre Haft. Derzeit prüfen die Ermittler eine mögliche Urkundenfälschung, darüber hinaus werde der Vorwurf des Betrugs und der Körperverletzung abgeklärt. Der Verdacht der Körperverletzung bestehe, da der Beschuldigte nicht über die erforderliche Qualifikation als Arzt verfügte und damit bereits die Mitwirkung an einer Impfung oder die Injektionen juristisch unter den Tatbestand der Körperverletzung falle. Das gelte auch, wenn die Geimpften dabei keinen Schaden davontrugen. Bei den Geimpften sei es nicht zu gesundheitlichen Komplikationen gekommen, die nicht typische Nebenwirkungen einer Corona-Impfung waren.

Söder schlägt vor, Impfreihenfolge bei Astra Zeneca aufzulösen

Dienstag, 30. März, 15.02 Uhr: In München und Berlin werden bis auf Weiteres keine Menschen unter 60 mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astra Zeneca geimpft. In beiden Städten ist von einer Vorsichtsmaßnahme die Rede, entsprechende Termine in Impfzentren werden abgesagt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts der Turbulenzen um den Impfstoff des Herstellers Astra Zeneca vorgeschlagen, die Impfreihenfolge für das Vakzin komplett aufzulösen. "Irgendwann wird man bei Astra Zeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben", sagte Söder am Dienstag in München. Astra Zeneca funktioniere nicht so, wie die meisten gehofft hätten, sagte Söder. "Bei Astra Zeneca ist ja jeden Tag irgendein neues Problem zu erwarten. Und das spürt man auch ehrlicherweise in der Wahrnehmung draußen", betonte er.

Staatsregierung: Keine Großstädte für Öffnungs-Modellprojekt

Dienstag, 30. März, 14.20 Uhr: Die größten bayerischen Städte, allen voran München, kommen nach Angaben der Staatsregierung nicht als Modellregionen für Corona-Lockerungen infrage. Die Auswahl werde unter den großen Städten und kreisfreien Städten getroffen, die sich beworben hätten und die zwischen 11 000 und 100 000 Einwohner hätten, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag in München. In dieser Größenordnung gebe es Innenstädte, bei denen man bestimmte Dinge erproben könne. Andererseits seien dies dann Kommunen ohne eine "große Magnetfunktion", wie sie die Großstädte hätten.

In den Modellregionen sollen vorsichtige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen ermöglicht werden - unter strikten Auflagen wie einer umfassenden Teststrategie und strengen Hygienekonzepten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte eine Sondersitzung des Kabinetts für Mittwoch kommender Woche an. Dort solle unter anderem über das weitere Vorgehen bei den Modellregionen entschieden werden.

Spielwarenmesse 2021 wegen Corona-Unsicherheit abgesagt

Dienstag, 30. März, 13.44 Uhr: Die zunächst von Jahresbeginn auf den Sommer verschobene Nürnberger Spielwarenmesse, weltweit wichtigster Treffpunkt der Branche, wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Die Veranstalter hätten sich darauf geeinigt, die Veranstaltung in diesem Jahr wegen der Unwägbarkeiten der Corona-Krise nicht durchzuführen, teilte die Spielwarenmesse eG am Dienstag mit. Die Veranstalter hatten versucht, die Großveranstaltung mit einer Verlegung in den Sommer zu retten. "Aufgrund der großen Unsicherheit, die nach wie vor von der Corona-Pandemie auf nationaler und internationaler Ebene ausgeht, wird der Termin gecancelt und der Fokus nun auf die Spielwarenmesse 2022 gelegt", hieß es am Dienstag. Die nächste Spielwarenmesse soll somit vom 2. bis zum 6. Februar 2022 in Nürnberg stattfinden und durch einen digitalen Schwerpunkt ergänzt werden.

Söder: Schulen machen größte Sorge

Dienstag, 30. März, 12.52 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht die Entwicklung in den Schulen in der Corona-Pandemie nach eigenen Worten derzeit mit "höchster Sorge". Dabei sei auch die spürbare Zurückhaltung der Eltern bei der Einwilligung für die Tests problematisch, sagte Söder am Dienstag in München. In Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche bleibe es deshalb für Lehrer wie Schüler für die Teilnahme am Unterricht in den Klassenräumen bei einer Testpflicht. "Sonst läuft uns das pandemische Geschehen in der Schule davon."

Auch bei den Kindern und Jugendlichen steige die Gefahr von schwereren Krankheitsverläufen, sagte Söder. Der Schutz vor einer Ansteckung sei deshalb der oberste Maßstab. "Die Bildungsqualität der Schülerinnen und Schüler zu halten, ist das eine, aber ihre Gesundheit ist mindestens genauso viel wert." Der auch bundesweit zu beobachtende "Flickenteppich" mit einem Mix aus Präsenz-, Wechsel- und Distanzunterricht sorge für große Verwirrung in der Bevölkerung.

Die Staatsregierung werde sich bis kommende Woche das Thema Schule und vor allem die Tests an den Schulen noch einmal ganz genau anschauen, kündigte Söder nach einer Videoschalte unter anderem mit Vertretern von Hausärzten und Kommunen zur weiteren Impfstrategie an. Probleme bei der Verteilung der grundlegend in ausreichender Menge vorhandenen Schnelltests an die Schulen und Kindertagesstätten müssten ebenfalls dringend gelöst werden.

Söder: 20 Prozent der Bayern bis Anfang Mai geimpft

Dienstag, 30. März, 12.29 Uhr: Bis Anfang Mai sollen nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 20 Prozent der bayerischen Bevölkerung eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Derzeit würden täglich rund 40 000 Impfdosen im Freistaat verabreicht. Um das Ziel zu erreichen, will Bayern sowohl die Notreserven weitgehend auflösen und bald schon rund um die Uhr impfen. "Es gibt keine Osterruhe fürs Impfen", sagte Söder.

Neben den Impfzentren, wo bis zu 70 000 Impfungen täglich möglich seien, würden von Mittwoch an auch die niedergelassenen Ärzte mitimpfen, sagte Söder am Dienstag in München nach einer Videoschalte unter anderem mit Vertretern von Hausärzten und Kommunen zur weiteren Impfstrategie. Begonnen werde zunächst mit 1635 Praxen und 33 000 Dosen.

Ende April, Anfang Mai soll bereits die bayerische Wirtschaft integriert werden. Bereits im April soll mit etwa zehn Modellprojekten das Impfen bei größeren Arbeitgebern durch deren Betriebsärzte beginnen. Dazu werde wie in den ostbayerischen Grenzregionen zu Tschechien die Impfreihenfolge geändert.

Söder fordert strikten Anti-Corona-Kurs überall in Deutschland

Dienstag, 30. März, 12.28 Uhr: Angesichts schnell steigender Infektionszahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Bund und Länder zu einheitlichen, strikten Anti-Corona-Maßnahmen aufgerufen. Konkret forderte der CSU-Chef unter anderem, dass in Hotspots dringend die vereinbarte Notbremse auch mit Ausgangsbeschränkungen gerade über Ostern gelten müsse. Das Verschieben oder Erhöhen der Schwelle für die Notbremse bringe nichts, sondern hole jeden ein, sagte Söder am Dienstag in München. Er sei sich nicht sicher, ob jeder wirklich den Ernst der Lage verstanden habe.

Söder mahnte, es sei jetzt nicht die Zeit für Streit zwischen Bund und Ländern sowie für Eifersüchteleien um Kompetenzen. Es gehe nun allein um den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung. Bund und Länder müssten dabei "aus einem Geist heraus handeln".

Grenzkontrollen: Ende für Tirol, Verlängerung für Tschechien

Dienstag, 30. März, 11.32 Uhr: Deutschland verlängert die in der Corona-Krise eingeführten stationären Grenzkontrollen zu Tschechien um weitere 14 Tage und beendet die Kontrollen zum österreichischen Bundesland Tirol. Das teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit. In Tschechien seien die Infektionszahlen gerade in Gebieten nahe der Grenze zu Deutschland nach wie vor viel zu hoch, sagte Seehofer.

Tschechien hat hohe Infektionszahlen und gilt als Hochinzidenzgebiet. Zwar wurde das Land am Sonntag aus der höheren Kategorie Virusvariantengebiet heruntergestuft. Dennoch bleibt die Testpflicht bei der Einreise bestehen. Auch die verschärfte 14-tägige Quarantäne bleibt zunächst. Der Grund: Diese Bestimmungen gelten für Reisende, die sich innerhalb der vergangenen zehn Tag in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben. Erst nach Ostern entfallen diese Folgeerscheinungen der inzwischen beendeten Einstufung in die höchste Risikokategorie.

Auch weite Teile Tirols waren bis zum Wochenende Virusvariantengebiet, dort kursierten also besonders ansteckende Varianten des Coronavirus. Das auch bei deutschen Touristen beliebte Bundesland ist inzwischen wieder einfaches Risikogebiet. Die Einreisesperre für bestimmte Personengruppen fällt damit nach Angaben der Bundespolizei in Bayern weg, auch das Beförderungsverbot für Bus- und Bahnunternehmen.

Die Testpflicht und die verschärfte 14-tägige Quarantäne bleiben aber wie bei Tschechien auch für einen großen Teil der Tiroler bei Einreise nach Deutschland zunächst bestehen und entfallen erst nach Ostern - ein Effekt der früheren Einstufung in die höchste Risikokategorie.

Hausärzteverband bittet, auf Aufforderung zum Impfen zu warten

Dienstag, 30. März, 10.55 Uhr: Zum Start der Corona-Impfungen in den Praxen hat der bayerische Hausärzteverband die Patienten darum gebeten, sich bis zu einer Aufforderung seitens der Mediziner zu gedulden. "Warten Sie bitte, bis sich Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bei Ihnen meldet!", teilte der Verband am Dienstag in München mit. Da am Anfang nur wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, würden zunächst nur Patienten aus den Risikogruppen ein Impfangebot bekommen. "Aber jeder, der sich impfen lassen will, wird diesen Schutz bekommen - nur nicht alle in den ersten Tagen."

Von diesem Mittwoch an werden den Angaben zufolge knapp 1500 Hausarzt- und fast 200 Facharztpraxen in Bayern im Regelbetrieb gegen Corona impfen. Für den Impfstart vor Ostern stünden den teilnehmenden 1635 Praxen insgesamt 33 600 Dosen von Astra Zeneca zur Verfügung, also rund 20 Dosen pro Praxis. Nach Ostern würden alle Praxen in Bayern vorwiegend mit dem Impfstoff von Biontech beliefert, hieß es.

Staatsregierung diskutiert über Corona-Impfungen

Dienstag, 30. März, 9.00 Uhr: Wie können Impfungen gegen das Coronavirus schneller möglich werden? Darüber will die bayerische Staatsregierung am Dienstagvormittag mit Vertretern von Landkreistag, Städtetag, der Vereinigung der Bayerischer Wirtschaft und Hausärzten in einer Videoschalte beraten. Über die Ergebnisse des Impfgipfels werden Ministerpräsident Markus Söder und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) im Anschluss informieren.

Politik und Experten wollen ein klares Impfmanagement für die kommenden Monate entwickeln. Dabei soll auch das Zusammenspiel der Impfzentren und der rund 8000 Hausarztpraxen in Bayern definiert werden. Die ersten Hausärzte sollen ab 31. März Spritzen gegen das Coronavirus verabreichen, flächendeckend wird das Impfen aber wohl erst nach Ostern anlaufen.

Söder hatte vergangene Woche angedeutet, dass es auch zu Änderungen der Impfreihenfolge kommen könnte, etwa bei der Impfung durch Betriebsärzte in Unternehmen. In Ostbayern werde dies bereits in Hotspots entlang der Grenze zum besonders betroffenen Tschechien praktiziert. "Das möchten wir Stück für Stück ausweiten", hatte Söder angekündigt.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Bayern weiter

Dienstag, 30. März, 7.33 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist auf 140,5 gestiegen. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen hervor. Einzig die Stadt Ansbach liegt bayernweit wieder unter der Marke 50 mit 47,8 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Inzwischen liegen 72 bayerische Kreise und Städte über der Marke von 100, nur noch 24 befinden sich darunter.

Für die Landeshauptstadt München gab das RKI einen Wert von 97,4 an, der Landkreis München liegt mittlerweile bei 103. Den höchsten Wert hat wieder der Landkreis Cham mit einer Inzidenz von 332. Die Gesundheitsämter in Bayern meldeten dem Institut binnen eines Tages 1242 Neuinfektionen und 46 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion.

Umfrage: Bürger in Bayern wollen schnellere Impfung beim Hausarzt

Dienstag, 30. März, 6.56 Uhr: Die bayerischen Bürger wünschen sich eine "schnellere und stärkere Einbindung der Hausärzte in die Impfkampagne". Bei einer repräsentativen Umfrage des GMS-Instituts für den Fernsehsender Sat.1-Bayern sagten 93 Prozent der Befragten, das würde etwas oder viel bringen. Für 85 Prozent der Befragten würde ein Ausbau der Impfstoffproduktion in Deutschland helfen, für 63 Prozent ein "Abbau bzw. Verzicht auf starre bürokratische Regelungen für die Impfung".

Tatsächlich werden die Hausärzte in Bayern erst nach Ostern flächendeckend gegen das Coronavirus impfen können. Vom 7. April an würden etwa 8500 Haus- und Fachärzte mit dem Impfen beginnen, kündigte ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) vor dem Impfgipfel am Dienstag in München an. Die Staatsregierung will mit Vertretern von Landkreistag, Städtetag, der Vereinigung bayerischer Wirtschaft und Hausärzten beraten, wie die Impfungen noch schneller möglich werden können.

Die ersten Impfungen sollen schon am 31. März verabreicht werden, betonte ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums auf Nachfrage. Nach Informationen der KVB soll der Impfstart in rund 1700 Praxen anlaufen. Den Ärzten stünden dafür 33 600 Impfdosen des Herstellers Astra Zeneca zur Verfügung. Nach den ersten Impfungen am 31. März und 1. April werde es über die Ostertage keine Impftermine in den Praxen geben. Von diesem Dienstag an können aber auch alle anderen Praxen Impfstoff bestellen, erklärte der KVB-Sprecher. Über ihre Apotheken sollen sie dann Mitte kommender Woche Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer erhalten. "In den ersten Wochen wird nur eine sehr begrenzte Menge an Impfstoff verfügbar sein, den die Praxen angelehnt an die Prioritätsvorgaben des Bundes verimpfen werden."

Wer vom Hausarzt geimpft wurde, soll seine Anmeldung für einen Impftermin in dem Online-Portal "BayIMCO" anschließend selbst löschen.

Musiker wollen Öffnung für Kultur-Einrichtungen erreichen

Montag, 29. März, 16.54 Uhr: Mehr als 20 Musikerinnen und Musiker wollen mit einem Eilantrag die Öffnung der Bayerischen Staatsoper und der Philharmonie in München erreichen. Der Antrag sei am Montag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gestellt worden, sagte eine Sprecherin der Initiative "Aufstehen für die Kunst".

Antragsteller sind unter anderem die Sopranistin Marlies Petersen, der Bass Christof Fischesser und der Tenor Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, alle drei erst kürzlich zu hören im Livestream der neuinszenierten Oper "Rosenkavalier" an der Staatsoper. Die Künstler richten sich gegen die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Das darin geregelte pauschale Konzert- und Aufführungsverbot sowie die generellen Schließungen von Theatern, Opern und Konzerthäusern verstoßen ihrer Ansicht nach gegen die im Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Initiative "Aufstehen für die Kunst" bereits eine Popularklage erhoben. Unterstützer sind unter anderem die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und der Bariton Christian Gerhaher. Ihrer Ansicht nach wird die Kultur etwa gegenüber dem Einzelhandel oder den Kirchen zu Unrecht benachteiligt. Auch Friseure seien geöffnet worden. Dabei sei das Risiko in Theatern angesichts der guten Belüftungssysteme und Hygienekonzepte minimal.

Allgäu fordert "Modellprojekt Tourismus" zur Öffnung mit Testkonzept

Montag, 29. März, 15.32 Uhr: Ferienwohnungen, Unterkünfte auf Bauernhöfen und Campingplätze mit einem umfangreichen Testkonzept öffnen: Diese Möglichkeit fordert die Allgäu GmbH von der bayerischen Staatsregierung im Rahmen eines "Modellprojekts Tourismus". Neben Modellstädten nach Tübinger Vorbild müsse auch dem "klein- und familienstrukturierten Tourismus eine Chance" gegeben werden, schrieb die Aufsichtsratschefin der Allgäu GmbH, die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker am Montag in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU).

Vorbild bei dem Modellprojekt soll demnach die Nordische Ski-WM in Oberstdorf sein. Die Strategie dort mit mehr als 23 000 Corona-Tests sei "in vollem Umfang aufgegangen", so Zinnecker. Alle Allgäuer Landräte und Oberbürgermeister würden den Antrag auf ein "Modellprojekt Tourismus" unterstützen.

Das Modellprojekt soll demnach unabhängig von den Inzidenzen in den Allgäuer Städten und Landkreisen stattfinden. Die Werte lagen dort am Montag nach Angaben des Robert Koch-Instituts zwischen 123,2 (Landkreis Lindau) und 315,9 (Landkreis Ostallgäu) Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

20 Menschen feiern Heiratsantrag am Starnberger See

Montag, 29. März, 12:35 Uhr: In Corona-Zeiten kann auch die Feier eines Heiratsantrages Anzeigen nach sich ziehen: Den Antrag haben 20 Menschen am Starnberger See gefeiert und dabei gegen die Abstandsregeln verstoßen. Die Feiernden hätten sich auf einem Steg in der Gemeinde Münsing (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) versammelt und dabei weder Masken getragen noch den Mindestabstand beachtet, teilte die Polizei am Montag mit. Eine Zeugin hatte die Privatfeier am Sonntagabend beobachtet und die Polizei gerufen. Die Beamten zeigten die Anwesenden nach dem Infektionsschutzgesetz an. Über die Bußgelder müsse nun das Landratsamt entscheiden.

Herrmann informiert über Sterblichkeit in Bayern

Montag, 29. März, 11:45 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die Sterbezahlen in Bayern phasenweise deutlich in die Höhe getrieben. Während über die gesamten ersten elf Monate im Jahr 2020 insgesamt keine signifikante Erhöhung der Sterbefälle im Freistaat zu erkennen gewesen sei, habe es eklatante Ausschläge in der Gruppe der alten Menschen sowie in regionalen Hotspots gegeben - zeitlich jeweils auf dem Scheitel der Corona-Wellen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Fürth unter Berufung auf eine Sonderauswertung des Landesamtes für Statistik.

So seien etwa im April 2020 - als die erste Corona-Welle voll zugeschlagen hatte - die Sterbezahlen bayernweit um 21 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 gewesen. Im November 2020 - zu Beginn der zweiten Corona-Welle - lag die Sterbefallzahl um zwölf Prozent, im Dezember 2020 sogar um 35 Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre. Besonders stark sei die Gruppe der über 80-Jährigen betroffen gewesen - da lag der Wert in der Hochphase der zweiten Welle um fast die Hälfte über dem Durchschnitt der Vorjahre. Aus der Altersgruppe der unter 60-Jährigen seien im vergangenen Jahr sogar etwas weniger Menschen gestorben als im Mittel der Vorjahre.

Epidemiologin erwartet mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren

Montag, 29. März, 8.10 Uhr: Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, erwartet bei wachsenden Corona-Zahlen mehr schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen. "Das Problem ist, dass bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird", sagte Grill der Deutschen Presse-Agentur. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante sei sowohl deutlich ansteckender als auch gefährlicher, "da sie wohl mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht".

Bei Hochaltrigen gehe die Zahl neuer Todesfälle zurück, erläuterte die Präsidentin der Gesellschaft mit Sitz in Ulm, die auch Professorin für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist. "Das deutet darauf hin, dass es zunehmend gelingt, die besonders vulnerablen Gruppen durch Impfung zu schützen." Aber auch bei den 60- bis 69-Jährigen sei das Sterberisiko der Infizierten noch bei etwa vier Prozent. Das bedeute, dass eine stark steigende Fallzahl auch zu mehr Erkrankten und schwer Erkrankten führen werde, so Grill. "Nur eben dann in den jüngeren Altersgruppen."

Inzidenzwert in Bayern steigt auf 138,3

Montag, 29. März, 7.56 Uhr: Der Inzidenzwert im Freistaat ist abermals gestiegen. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge liegt dieser am Montag bei 138,3. Am Sonntag war der Wert, der angibt, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben, bei 135,8. Als Hotspots gelten 69 Städte und Landkreise, das ist einer weniger als am Sonntag. Dort liegt die Inzidenz höher als 100. Die höchsten Werte kommen aus dem Landkreis Cham (331,3) und der Stadt Hof (325,2). Auch der Ort mit der niedrigsten Inzidenz in ganz Bayern, die Stadt Ansbach, hat inzwischen mit 50,2 die 50-er-Marke wieder überschritten. In München liegt der Wert bei 97,3.

Söder kann sich im Corona-Kampf mehr Kompetenz beim Bund vorstellen

Sonntag, 28. März, 23.40 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat im Kampf gegen das Coronavirus für mehr Kompetenzen in Bundeshand geworben. Er habe schon immer gesagt: "Ich hätte mir mehr Kompetenzen des Bundes über das Infektionsschutzgesetz vorstellen können, das die Länder auch zu klaren Regeln zwingt. Ich bin da sehr dafür und offen", sagte der CSU-Chef in den ARD-Tagesthemen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntagabend im Interview bei Anne Will angedeutet, dass der Bund tätig werden könnte.

Söder machte in der ARD auch seinen Unmut über die Corona-Politik in anderen Bundesländern deutlich. Er kritisierte, dass derzeit in einigen Bundesländern viele der Maßnahmen, die man schon beschlossen habe, nicht umgesetzt würden. Viele wendeten die beschlossene Notbremse nicht an oder täten sich schwer in der Umsetzung. Er habe "kein gutes Gefühl dabei".

Söder appellierte an die anderen Länder, eine nächtliche Ausgangssperre einzuführen - vor allem über die Osterfeiertage. Dies sei rechtlich bundesweit nicht durchsetzbar, sagte Söder. Aber: "Wenn die Kanzlerin die Initiative ergreifen würde, eine Initiative auf nationaler Ebene, Recht zu ändern und klare Vorgaben zu machen, hätte sie meine Unterstützung."

Einer neuen Ministerpräsidentenkonferenz erteilte Söder eine Absage. "Es bringt nichts, sich beispielsweise auf einer neuen Konferenz zusammenzusetzen und zu lamentieren, sich auszutauschen und am Ende dann doch wieder das zu tun, was jeder für richtig hält". Wenn eine solche Konferenz Sinn ergeben solle, müsse es einen "einen einheitlichen Geist geben".

"Wir brauchen jetzt weniger Flickenteppich, als vielmehr eine entschlossene Entscheidung", sagte Söder. Er sei "für konsequente und klare Maßnahmen anstatt für ein ständiges Hin und Her".

FDP-Politiker fordern, in einem Modellversuch eine ganze Region zu impfen

Sonntag, 28. März, 15.05 Uhr: Mehrere Landtagsabgeordnete der FDP fordern einen Modellversuch, bei dem unabhängig von den derzeit gültigen Prioritätsstufen alle Impfwilligen in einer stark von Corona betroffenen Region durchgeimpft werden. Denkbar sei ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt im Corona-Hotspot Ostbayern, schlugen Alexander Muthmann, Christoph Skutella und Sebastian Körber am Sonntag in einem Schreiben an Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) vor. Die drei Abgeordneten vertreten die besonders belasteten Regierungsbezirke Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken im Bayerischen Landtag. Sie wollen erreichen, dass auf dem geplanten bayerischen Corona-Impfgipfel in der kommenden Woche ein solches Modellprojekt beschlossen wird. Das Durchimpfen sollte nach ihren Vorstellungen in einem Zeitraum von zwei Wochen passieren. Der Modellversuch könne darüber Aufschluss geben, wie sich die Durchimpfung der Bevölkerung auf die Inzidenz in der Region im Vergleich zu allen anderen Regionen in der Nachbarschaft auswirke, teilten die Politiker mit. Auch könne damit herausgefunden werden, wie sich das Infektionsgeschehen in Kindergärten und Schulen entwickele, wenn Schüler noch nicht geimpft seien, aber alle Erwachsenen in ihrem Umfeld. Von den Erfahrungen in der Praxis könnten anschließend alle Teile Bayerns profitieren.

Nach Neueinstufung durch RKI: Grenzkontrollen gehen zunächst weiter

Sonntag, 28. März, 11.27 Uhr: Die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Tirol sind am Sonntagmorgen trotz veränderter Risikoeinstufung durch das Robert Koch-Institut weitergegangen. Es gebe aktuell keine Veränderung zum Samstag, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Vormittag. Das RKI hatte am Freitag bekanntgeben, mit Wirkung zum Sonntag 0 Uhr Tschechien und Tirol nicht mehr als Virusvariantengebiete einzustufen sondern nur noch als Hochinzidenz- beziehungsweise "normales" Risikogebiet. Die Einstufung als Virusvariantengebiet ist Basis verschärfter Einreisebestimmungen.

Am Grenzübergang Kiefersfelden zu Österreich lief der Verkehr am Sonntagvormittag ohne größere Behinderungen. Auch von anderen Grenzübergängen waren keine größeren Probleme bekannt. Vom zuständigen Bundesinnenministerium hatte es zuletzt geheißen: "Die Entscheidungsprozesse zu den aus der veränderten Einstufung resultierenden Maßnahmen laufen noch."

Was die Regeln nach der bayerischen Quarantäneverordnung angeht, die unter anderem verschärfte Test-, Anmelde- und Quarantänepflichten für Virusvariantengebiete vorsieht, entfaltet die veränderte Einstufung beim RKI ohnehin erst langsam ihre Wirkung. Hier reicht es, sich in den zehn Tagen vor Einreise in seinem solchen Gebiet aufgehalten zu haben. Das gilt auch dann, wenn es inzwischen nicht mehr so eingestuft ist.

© SZ.de/dpa/epd/sonn/infu/sbeh/lfr/amm
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