Coronavirus-Newsblog für Bayern: Bayerische Herbstwelle deutet sich an

Coronavirus - Mehrere Corona-Kennzahlen steigen an

Die Corona-Inzidenz steigt wieder an.

(Foto: dpa)

Inzidenzen steigen schneller als im deutschen Durchschnitt

In Bayern deutet sich eine Corona-Herbstwelle an. Seit knapp zwei Wochen zeigen die Inzidenzen wieder deutlich nach oben, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Am Samstag meldete die Behörde für den Freistaat einen Wert von 367,6. Das waren knapp 63 Prozent mehr als zwei Wochen zuvor. Damit steigen die Inzidenzen in Bayern derzeit deutlich schneller als in Deutschland, wo der Zuwachs binnen 14 Tagen nur knapp 34 Prozent betrug.

Die aktuell höchsten Inzidenzen in Bayern gibt es laut RKI derzeit im Landkreis Eichstätt mit 961,6 und Stadt und Landkreis Rosenheim mit 861,3 beziehungsweise 858,1. Das sind auch deutschlandweit die höchsten Zahlen. In beiden Fällen liegt ein Zusammenhang mit Volksfesten nahe - in Eichstätt hatte das Fest vom 2. bis 11. September gedauert, das Herbstfest in Rosenheim lief vom 27. August bis zum 11. September. Und auch in Passau, Kelheim und Freising, den Landkreisen mit den nächsthöheren Inzidenzen in Bayern, gab es im September Volksfeste. Das Oktoberfest in München, das immerhin als größtes Volksfest der Welt gilt, zeigt bisher nur in geringerem Maß Einfluß auf die Zahlen in der Landeshauptstadt. Mit 311,2 liegt die Inzidenz hier sogar noch unter dem bayernweiten Durchschnitt - allerdings stieg sie binnen Wochenfrist um gut 52 Prozent. Das ist schneller als im Freistaat insgesamt, aber weit von den teils drastischen Anstiegen entfernt, die bei manch anderem Volksfest zu beobachten waren.

Eine Entwarnung vor der auch von Experten befürchteten Wiesn-Welle bedeutet das allerdings noch nicht: Erfahrungswerte von anderen Volksfesten zeigen, dass sich dort aufgetretene Infektionswellen meist erst nach gut eineinhalb Wochen deutlich in den Inzidenzzahlen abzeichneten. Das Oktoberfest läuft allerdings erst seit gut einer Woche.

Holetschek: Keine Maskenpflicht an Bayerns Schulen

Donnerstag, 8. September, 10.15 Uhr: In Bayern soll es zum Schulstart kommende Woche keine Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler geben. Das teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag auf Twitter mit. "Ein wichtiger Corona-Hinweis an alle Schülerinnen und Schüler sowie an ihre Eltern: An den Schulen in #Bayern gibt es zum #Schulstart keine Maskenpflicht", schrieb der Politiker in dem sozialen Netzwerk.

Zuvor gab es unter Familien und den Verantwortlichen an den Schulen Unklarheit ob der Corona-Regeln. "Wir wissen quasi nichts", hatte zum Beispiel Walter Baier, Schulleiter des Gymnasiums Bruckmühl und Chef der Direktorenvereinigung, der SZ gesagt. Das neue Schuljahr im Freistaat beginnt am Dienstag.

Bayern fordert Nachschärfungen beim Infektionsschutzgesetz

Dienstag, 9. August, 7.50 Uhr: Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden. "Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf", sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. Im Zentrum des Bundeskonzeptes steht das Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken. Bundesweit soll weiter eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fliegern gelten. Neu hinzu kommt eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Länder sollen zudem selbst entscheiden, ob sie in öffentlich zugänglichen Innenräumen FFP2-Masken vorschreiben.

Konkreten Klärungsbedarf sieht Bayerns Gesundheitsminister etwa beim Abwassermonitoring und der sogenannten RKI-Surveillance, "bei denen leider völlig unklar ist, welche Werte und Daten wir als Alarmsignal verwenden können". Sprechen müsse man auch über die vorgesehenen Ausnahmen von Maskenpflichten für frisch Geimpfte und Genesene, sagte Holetschek. Diese seien fachlich nicht zu rechtfertigen, da auch frisch Geimpfte und Genesene Infektionen übertragen könnten. Auch über die Kontrolle der Maskenpflicht herrscht Holetschek zufolge noch Unklarheit.

Bayern bestellt zusätzlichen Grippe-Impfstoff

Sonntag, 7. August, 8.38 Uhr: Um sich für die kommende Grippesaison zu wappnen, holt der Freistaat 100 000 zusätzliche Impfdosen. Fachleute gingen davon aus, dass im Herbst und Winter eine Corona- und eine Influenza-Welle zusammentreffen könnten, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in München: "Wir müssen mit einem komplexen Infektionsgeschehen rechnen." Nach Angaben des Ministeriums sollen die bayerischen Apotheken den zusätzlichen Impfstoff an die Ärzte im Freistaat verteilen, sobald sich abzeichnet, dass sich reguläre Impfstoff-Bestellungen verspäten - frühestens aber Mitte Oktober.

Holetschek betonte, dass die Grippe-Impfung beim gleichen Arztbesuch verabreicht werden könne wie eine Auffrischimpfung gegen Corona. Vor allem chronisch Kranke, Schwangere und über 60-Jährige sollten sich gegen die Grippe impfen lassen. Bayern empfehle aber allen Menschen die Impfung gegen Influenza. "Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto besser - denn in diesem Jahr ist eine Impfung besonders wichtig", sagte Holetschek. Dazu solle man sich bei seinem behandelnden Arzt beraten lassen.

Corona treibt den Krankenstand in die Höhe

Freitag, 5. August, 15.15 Uhr: So viele Beschäftigte in Bayern wie noch nie haben sich im ersten Halbjahr 2022 seit Beginn der Corona-Pandemie krankgemeldet. Der Krankenstand habe von Januar bis Juni bei 4,1 Prozent und damit um 0,7 Prozentpunkte höher gelegen als im ersten Halbjahr 2021, teilte die Krankenkasse DAK am Freitag mit.

Fast jeder fünfte Fehltag (18,4 Prozent) sei auf eine Atemwegserkrankung zurückzuführen gewesen. Corona habe für 84 Fehltage je 100 Versicherten gesorgt, heißt es, wegen Husten und Schnupfen seien es 137 Tage gewesen. Eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als es wegen Corona knapp 13 und wegen Husten und Schnupfen 40 Fehltage waren. Unterm Strich seien auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte in Bayern 745 Fehltage gekommen - 136 Tage mehr als im ersten Halbjahr 2021.

Bayern weist damit den höchsten Anteil an Corona-Krankschreibungen in den westlichen Bundesländern auf. Der Bundesdurchschnitt lag im ersten Halbjahr 2022 bei 64 Fehltagen. "Parallel zu der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen im März 2022 konnte sich eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle entwickeln", sagte Sophie Schwab, Landeschefin der DAK-Gesundheit.

Corona-Inzidenz und Krankenhauseinweisungen in Bayern sinken

Freitag, 5. August, 10.30 Uhr: Die Corona-Zahlen in Bayern sinken auf mehreren Ebenen. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenzen seit rund zwei Wochen eine deutliche Abwärtstendenz zeigen, macht sich dies inzwischen auch auf den Normal- und Intensivstationen bemerkbar, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. So meldet das RKI für den Freistaat eine Inzidenz von 484. Vor zwei Wochen hatte sie mit 958,3 noch fast doppelt so hoch - wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte, weil nur positive PCR-Tests in die Statistik eingehen.

Doch auch mehrere Indikatoren für die Situation in Krankenhäusern weisen derzeit deutlich nach unten: So sind die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gemeldete Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Corona binnen sieben Tagen auf 1056 gesunken. Vor zwei Wochen hatte der Wert, der auch Normalstationen mit einschließt, noch knapp unter 1500 gelegen. Das war höher als auf dem Höhepunkt der Delta-Welle, die die Intensivstationen überlastet hatte.

Auch die Zahl der Corona-Patienten auf bayerischen Intensivstationen sinkt inzwischen wieder. Das bundesweite Intensivregister meldete am Freitagmorgen einen Wert von 216. Ende Juli hatte der Wert noch vorübergehend bei mehr als 280 gelegen. Von Entspannung kann auf den Intensivstationen jedoch nicht gesprochen werden - hier dürfte sich allerdings auch der Personalmangel bemerkbar machen. Stand Freitag meldeten 72 bayerische Intensivstationen eingeschränkten Betrieb, in 54 war er teilweise eingeschränkt. Regulären Betrieb meldeten 49 Intensivstationen. Noch Ende Juli hatten die Zahlen allerdings ein gutes Stück schlechter ausgesehen: Damals meldeten 87 Intensivstationen eingeschränkten Betrieb.

"Nicht zu Ende gedacht": Holetschek kritisiert neues Infektionsschutzgesetz

Donnerstag, 4. August, 9.20 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sieht noch viele offene Fragen beim geplanten neuen Infektionsschutzgesetz. Es sei wie "so oft" bei einem Bundesgesetz, "es kommt ein Gesetz und es wird nicht zu Ende gedacht", kritisierte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD Morgenmagazin. "Welche Parameter gelten wann? Wie funktionieren Kontrollen, zum Beispiel, wenn die FFP2-Maske nicht gilt?"

Zum Schutz vor einer neuen Coronawelle soll nach Plänen der Bundesregierung in Geschäften und Behörden von Oktober an wieder eine Maskenpflicht möglich sein. Die Entscheidung darüber sollen die Bundesländer selbst treffen. Holetschek verlangte einheitlichere Kriterien. "Wir wollen alle keinen Lockdown, und wir wollen keine Schulschließungen mehr." Er hätte sich jedoch gewünscht, dass das Paket insgesamt angeschaut werde. Außerdem müsse die einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesetzt werden.

Die neuen Regelungen sollen nach den bisherigen Plänen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten. Als nächstes wird sich das Bundeskabinett mit den Vorschlägen der zuständigen Minister befassen. Dann ist der Bundestag am Zug.

Piazolo: "Die Maxime lautet Präsenzunterricht"

Dienstag, 26. Juli, 14.56 Uhr: Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) lehnt das erneute Schließen von Schulen als Antwort auf eine möglicherweise bevorstehende Corona-Herbstwelle ab. "Schule nicht nur als Lernort, sondern als sozialer Ort, ist zu wichtig, als dass wir uns nochmals auf flächendeckende Schulschließungen einlassen sollten. Die Maxime lautet Präsenzunterricht", sagte Piazolo der Mediengruppe Bayern, zu der Titel wie "Donaukurier" oder "Passauer Neue Presse" gehören (Mittwochausgabe).

Zudem müssten Corona-Maßnahmen in der Schule mit den Einschränkungen außerhalb im Gleichklang stehen. "Wir können nicht auf einer Wiesn mit beinahe sechs Millionen Besuchern ohne Maßnahmen feiern, während an den Schulen strenge Regeln gelten", sagte er mit Blick auf das Münchner Oktoberfest. "Das würden die Menschen zu Recht nicht mehr nachvollziehen, da braucht es eine Konsistenz der Maßnahmen", sagte Piazolo. Der Minister betonte, die Energieversorgung der Schulgebäude müsse absolut sichergestellt werden. Der Präsenzunterricht müsse in beleuchteten und geheizten Klassenzimmern stattfinden können. "Es sollen keine Schüler im Dunkeln sitzen und frieren müssen - bei allen Anstrengungen, die das womöglich kosten wird", betonte er.

Mehr Patienten mit Corona in bayerischen Krankenhäusern als bei Delta

Montag, 25. Juli, 16.11 Uhr: In bayerische Krankenhäuser kommen derzeit mehr Patienten mit Corona als auf dem Höhepunkt der letzten größeren Infektionswellen. Sogar der Wert vom Höhepunkt der Delta-Welle wird übertroffen, wie aus Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorgeht. Stand Montag lag die Zahl der Hospitalisierungen binnen sieben Tagen bei 1356. Das sind gut 100 mehr als auf dem Delta-Höhepunkt. Am Samstag hatte der Wert mit 1494 sogar noch höher gelegen - übers Wochenende sinkt er häufig.

Hauptsächlich geht es dabei allerdings um Patienten auf Normalstationen. Die Zahl der Fälle auf Intensivstationen steigt zwar derzeit steil an, mit laut Intensivregister 262 (Stand Montag) liegt sie aber noch weit unter den mehr als 1000 auf dem Höhepunkt der Delta-Welle, während der die Intensivstationen in Bayern überlastet waren. Im bayerischen Gesundheitsministerium beobachtet man die Entwicklung: Der Anstieg binde auch auf den Normalstationen verstärkt Personal. "Überdies kommt es beim Klinikpersonal laut Rückmeldungen aus der Praxis aktuell zu erheblichen krankheits- und isolationsbedingten Ausfällen, deren Intensität in jüngster Vergangenheit zugenommen hat."

Zudem warnt das Ministerium auch allgemein: "Omikron ist zwar weniger gefährlich als Delta, aber trotzdem sterben nach wie vor Menschen an oder mit Corona. Deswegen ist die Lage nicht zu unterschätzen und die Vorsicht gerade mit Blick auf den Herbst weiterhin geboten."

Holetschek: Impfbeauftragte für Alten- und Pflegeeinrichtungen

Sonntag, 24. Juli, 10.52 Uhr: Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek (CSU) will die Corona-Auffrischungsimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen vorantreiben. "Impfbeauftragte in den Impfzentren sollen die Alten- und Pflegeeinrichtungen zukünftig eng betreuen und sich gezielt um die erste oder zweite Auffrischungsimpfung der Bewohnerinnen und Bewohner kümmern", sagte er am Samstag laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Durch die Impfbeauftragten sollen die Einrichtungen unterstützt und entlastet werden.

Bisher sei die Quote bei den Auffrischungsimpfungen in den Einrichtungen noch nicht zufriedenstellend, so Holetschek. Gerade Risikogruppen seien jedoch durch eine zweite Auffrischungsimpfung gut vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die zweite Auffrischungsimpfung unter anderem für Menschen ab 70 Jahren und für Bewohner in Pflegeeinrichtungen.

Die Impfzentren seien deshalb gebeten worden, Impfbeauftragte für Alten- und Pflegeheime zu ernennen, die als feste Ansprechpartner für die Einrichtungen dienen sollen, so der Gesundheitsminister. Ab Mitte August sollen die Impfbeauftragten in Absprache mit den Verbänden in allen Einrichtungen der Pflege ihre Arbeit aufnehmen und beispielsweise eine Beratungswoche anbieten. Ziel sei es, dass die Impfbeauftragten vor Ort in die Einrichtungen gehen, mit den Bewohnern sprechen, unbegründete Ängste nehmen und bei Bedarf über mobile Impfteams auch Impfungen organisieren, kündigte Holetschek an.

Corona-Inzidenz in Wunsiedel über 3000

Donnerstag, 21. Juli, 8.58 Uhr: Erstmals seit Mitte April ist die vom Robert Koch-Institut gemeldete Corona-Inzidenz in einem bayerischen Landkreis wieder über 3000 gestiegen. Der Wert für den oberfränkischen Landkreis betrug am Donnerstagmorgen (Stand 3.06 Uhr) 3169,2. Das war auch die bundesweit höchste Inzidenz. Umgerechnet bedeute dies, dass für mehr als drei Prozent der Bevölkerung in den vergangenen sieben Tagen eine Infektion gemeldet wurde. Die nächsthöheren Inzidenzen in Bayern lagen bei 1808 in den Landkreisen Hof und 1743 in Kulmbach.

Bayernweiter Durchschnitt bei der Sieben-Tage-Inzidenz war 952,9. Das ist aktuell der dritthöchste Wert aller Bundesländer hinter dem Saarland und Hessen. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen aber in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Zu den Gründen für die trotz dieser Einschränkungen hohen Werte in Wunsiedel war zunächst nichts bekannt. Die beim RKI einsehbaren Werte zeigten allerdings keine offensichtlichen Hinweise auf Verzerrungen. Anders beim Landkreis mit der offiziell niedrigsten Inzidenz in Bayern: Günzburg mit 130,4. Hier wurden seit fünf Tagen keine neuen Fälle mehr gemeldet, was eine Verzerrung der Werte nahelegt. Die zweitniedrigste Inzidenz gab es in Weißenburg-Gunzenhausen mit 434,2. Die Zahlen in manchen Landkreisen steigen seit einiger Zeit stark an. In Wunsiedel hat sich die Inzidenz binnen einer Woche verdreifacht. Bayernweit stieg sie um etwa ein Viertel.

Laut Divi-Intensivregister sind die Intensivstationen in Bayern gut ausgelastet. Von insgesamt 2986 Intensivbetten sind aktuell nur 290 frei. Allerdings liegt der Anteil der Covid-Intensivpatienten nur bei 7,4 Prozent.

Kabinett verlängert Corona-Verordnung bis zum 20. August

Dienstag, 19. Juli, 14.58 Uhr: Das bayerische Kabinett hat an diesem Dienstag die aktuelle Corona-Verordnung bis zum 20. August verlängert. Weiterhin gilt damit: im ÖPNV Maskenpflicht, wobei die Fahrgäste entscheiden, ob sie eine OP- oder eine FFP2-Maske tragen wollen. Gleiches gilt in Einrichtungen, die vulnerable Personengruppen betreuen oder behandeln, wie Arztpraxen oder Krankenhäusern. Auch für diejenigen, die vulnerable Einrichtungen betreten wollen - eben Kliniken und Pflegeeinrichtungen - ändert sich nichts: Sie müssen einen Test vorlegen. In Justizvollzugsanstalten brauchen Besucher und nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte ebenfalls einen tagesaktuellen Test. "Die Sommerwelle rollt weiter", sagte Staatskanzleiminister Florian Herrmann (CSU) nach der Sitzung, die Lage in den Krankenhäusern sei aber "beherrschbar stabil".

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag im Freistaat bei 890,5, sie stieg zuletzt wieder deutlich. Belastbar ist die Inzidenz an sich inzwischen aber kaum noch - weil längst nicht alle Infizierten einen statistiktauglichen PCR-Test machen. Auch hat sich die Politik wegen der milderen Verläufe jetziger Corona-Varianten von den bloßen Infektionszahlen als Richtschnur für mögliche Maßnahmen verabschiedet. Belastbarer für die Bewertung der Lage ist der Zulauf in den Kliniken. Binnen einer Woche gab es in Bayern in absoluten Zahlen 1118 Hospitalisierungen von Patienten, Tendenz steigend seit Anfang Juni und fast 30 Prozent mehr als in der Vorwoche; wobei hier kein Unterschied gemacht wird, ob Menschen wegen Corona ins Krankenhaus kommen oder das Virus erst bei der Einlieferung aus anderem Grund festgestellt wird. Auf den Intensivstationen sind derzeit 205 Betten mit Corona-Patienten belegt. Eine rote Alarmstufe ist in der bayerischen Warnampel bei 600 vorgesehen, auf dem Höhepunkt der Delta-Welle vergangenen Winter, als sogar Patienten aus Bayern in andere Bundesländer ausgeflogen werden mussten, waren es mehr als 1000. Allerdings ist auch der jetzige, niedrig erscheinende Wert seit Wochen wieder steigend. Und zuletzt machte den Kliniken vor allem der Krankenstand und damit Personalausfall in der Belegschaft durch Corona-Infektionen zu schaffen.

Herrmann rügte, dass es auf Bundesebene "nach wie vor keine Bewegung" gebe, was ein neues Infektionsschutzgesetz für den Herbst anbelangt. Dieser nationale Rahmen wäre Grundlage für Maßnahmen in den Bundesländern. Hier hatte zuletzt auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) Druck gemacht. Er goutierte zwar jüngste Pläne von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine erneute Maskenpflicht im Herbst. "Ich begrüße es, dass der Justizminister die Wirksamkeit der Maske, vor allem auch in Innenräumen, endlich auch als 'unstreitig' bezeichnet", sagte Holetschek. "Zu dieser Erkenntnis zu kommen, hat lange genug gedauert."

Buschmann hatte zuvor gesagt, eine Form der Maskenpflicht werde in dem Konzept der Bundesregierung für den Corona-Herbst "sicher eine Rolle spielen". Über die Rechtsgrundlage für die kommenden Monate herrscht weiter Dissens. Holetschek forderte die Ampel-Koalition in Berlin auf, nun auch zügig einen Entwurf für ein aktuelles Infektionsschutzgesetz zu liefern. "Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Länder alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen schnell, effektiv und rechtssicher treffen können. Man müsse "weg von diesem Schlafwagenkurs".

Bisher keine Bußgeld-Bescheide für Impfverweigerer

Sonntag, 17. Juli, 14.43 Uhr: Im Gesundheitswesen in Bayern sind bis zum 1. Juli zwischen 56 000 und 57 000 ungeimpfte Beschäftigte identifiziert worden. Sie hätten keinen oder nur einen zweifelhaften Impfnachweis vorgelegt, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage mit. Dabei handele es sich nicht nur um Pflegekräfte, sondern auch um Berufe etwa an der Pforte oder im Servicebereich. Bußgeldbescheide im Zusammenhang mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht seien bis zum Stichtag noch keine erlassen worden, heißt es aus dem Ministerium.

Der Freistaat setze auf ein gestuftes Verfahren mit Augenmaß, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Deutschen Presse-Agentur. Die Versorgungssicherheit der Menschen müsse gewährleistet sein. Kliniken berichteten von teils massiven Personalausfällen, weil Beschäftigte entweder selbst mit Corona infiziert seien oder sich um erkrankte Angehörige kümmern müssten. "Andererseits sind nicht wenige Beschäftigte in Jahr drei der Pandemie einfach erschöpft und fallen aus."

Zudem sei die Impfquote bei Beschäftigten in der Pflege und in den Krankenhäusern deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung ohnehin bewusst", sagte Holetschek der Bild am Sonntag. Er hatte deshalb Anfang Juli gefordert, die einrichtungsbezogene Impfpflicht zum 30. September vorzeitig auszusetzen, damit sich die Personalsituation nicht weiter verschärft.

Auch andere Bundesländer haben die Impfpflicht für Pflege- und Gesundheitspersonal, die seit Mitte März gilt, noch nicht konsequent durchgesetzt. In zwölf von 16 Bundesländern wurden der Bild am Sonntag zufolge mehr als 190 000 ungeimpfte Beschäftigte identifiziert, aber nur 70 Betretungsverbote in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg ausgesprochen.

Intensivstationen wieder stärker unter Druck

Samstag, 9. Juli, 14.55 Uhr: Mit steigenden Corona-Inzidenzen werden wieder mehr Betroffene auf den bayerischen Intensivstationen behandelt. Diese berichten wieder vermehrt von Einschränkungen im Betrieb, wie aus Zahlen des Intensivregisters hervorgeht. Stand Freitagnachmittag meldeten 73 Intensivstationen aus dem Freistaat einen eingeschränkten Betrieb, 42 berichteten von teilweisen Einschränkungen und nur noch 60 von regulärem Betrieb. Vor gut einem Monat war das Verhältnis zwischen eingeschränktem und regulärem Betrieb noch umgekehrt.

Auch bei der Zahl der auf bayerischen Intensivstationen behandelten Corona-Patienten zeigt sich seit Mitte Juni ein Anstieg. Noch fällt er allerdings relativ gering aus: Stand Freitagnachmittag waren es 142. In den ersten Omikron-Wellen im Frühjahr hatte diese Zahl teils über 400 gelegen. Damals hatten allerdings auch die Inzidenzen bei gut dem Dreifachen der aktuellen Werte gelegen.

Seit einiger Zeit steigen die Inzidenten wieder quer durch alle Altersgruppen, zuletzt besonders stark bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter. Den wöchentlich beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichten Zahlen zufolge waren stand Donnerstag die Gruppen zwischen 12 und 15 sowie zwischen 16 und 19 mit Inzidenzen von 985 und 922 am stärksten betroffen.

Kaum noch gefälschte Impfpässe seit Lockerung der Corona-Maßnahmen

Montag, 4. Juli, 7.55 Uhr: Mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen ist auch die Zahl der entdeckten gefälschten Impfpässe und Genesenenausweise deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2022 registrierte das bayerische Landeskriminalamt rund 1850 Anzeigen von sogenannten Urkundsdelikten mit Bezug zur Corona-Impfthematik, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "Im Januar 2022 wurden noch Fallzahlen im hohen dreistelligen Bereich bekannt. Aktuell haben sich die Anzeigenvorgänge auf einen niedrigen dreistelligen Bereich reduziert", erläuterte ein Sprecher.

Seit Frühjahr 2021 hatten die Beamten insgesamt mehr als 5500 Mal gefälschte Aufkleber, Etiketten und Stempel in den Impfausweisen, gefälschte Zertifikate oder Genesenennachweise verzeichnet. "In der Gesamtschau ist seit Lockerung der Corona-Maßnahmen ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zu beobachten", resümierte der Sprecher nun.

Seit dem 23. August 2021 durften Erwachsene nach einem Beschluss von Bund und Ländern zahlreiche Orte des öffentlichen Lebens in aller Regel nur noch mit einem Impf- oder Genesenennachweis oder mit einem frischen negativen Testzertifikat besuchen. Die bundesweiten Maßnahmen liefen mit einer Übergangsfrist Anfang April 2022 aus. Auch in Bayern entfielen am 3. April die meisten Beschränkungen der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Seither gibt es keine Zugangsbeschränkungen mehr.

Bayern wird die Teststellen selbst informieren

Freitag, 1. Juli, 16.28 Uhr: Nach der Verwirrung über kostenlose Corona-Testmöglichkeiten für Besuche in Kliniken und Pflegeheimen brauchen die Besucher in Bayern keine Bescheinigung der Einrichtung mehr. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München sagte am Freitag, dass eine unterschriebene Selbsterklärung des Besuchers ausreichend sei. Das Bundesgesundheitsministerium hatte in dieser Woche die kostenlosen Bürgertests für alle abgeschafft und festgelegt, dass nur noch manche Gruppen wie Besucher von Altenheimen und Krankenhäusern die Gratis-Tests erhielten. Dafür werde ein Nachweis der Berechtigung wie beispielsweise eine Bestätigung durch das Heim gebraucht, hieß es. Bereits in den vergangenen Tagen hatten manche Pflegeheime deswegen solche Bestätigungen ausgefüllt. An Teststationen erfuhren die Kunden, dass nur noch mit einem Formular des Heims der Test kostenlos bleibe. Andere Teststationen vergaben auch vorläufig keine Termine mehr, weil die Vorgaben zunächst geprüft werden müssten. Der Freistaat habe die Verwirrung um die neuen Nachweispflichten für Bürgertestungen wahrgenommen und bereits in Richtung Berlin kommuniziert, "dass schnellstmöglich eine Klarstellung erfolgen muss", sagte der Sprecher. Bayern werde die Teststellen nun selbst informieren, dass keine Bestätigung des Heims oder der Klinik nötig sei. "Ein Nachweis der jeweiligen Einrichtung oder des Krankenhauses ist damit derzeit keine zwingende Voraussetzung, um eine kostenlose Bürgertestung als Besucher, Bewohner oder Patient zu erhalten", betonte der Sprecher.

Ein Durcheinander wird vor allem an Wochenenden befürchtet

Freitag, 1. Juli, 13.13 Uhr: Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) befürchtet ein Chaos mit Besuchen von Patienten wegen der neuen Corona-Testverordnung. Nach den neuen Vorgaben können Besucher in Krankenhäusern und Pflegeheimen zwar in den Teststationen weiterhin einen kostenlosen Bürgertest erhalten, sie müssen die Berechtigung aber mit einer Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung nachweisen. Solche Dokumente könnten die Krankenhäuser aber gar nicht im großen Stil ausstellen. "Es ist weder Personal noch Logistik dafür vorhanden", sagte BKG-Sprecher Eduard Fuchshuber am Freitag. "Das wird am Wochenende zum Chaos führen, glaube ich."

Die neue Testverordnung war am Mittwoch verkündet worden und am Donnerstag in Kraft getreten. Nur noch bestimmte Gruppen bekommen nun kostenlose Tests. Andere Gruppen, wie beispielsweise Besucher von Veranstaltungen in Hallen oder Menschen mit roter Corona-Warn-App, können für drei Euro Zuzahlung Tests erhalten. Der Nachweis für die Berechtigung muss dann beispielsweise mittels der gekauften Konzert-Karte erbracht werden. Von den Nicht-Berechtigten verlangen die Betreiber der Test-Zentren den vollen Preis - dies sind je nach Anbieter etwa zwischen zehn und 15 Euro.

Viele Stellen hatten kritisiert, dass das Bundesgesundheitsministerium erst zur Wochenmitte die neuen Regeln im Detail bekanntgegeben hat - und diese dann binnen kürzester Zeit umzusetzen waren. Dies bemängeln auch die Kliniken. "Das ist den Krankenhäusern über Nacht aufoktroyiert worden", sagte Fuchshuber. "Es ist ein großes Ärgernis, wie das gemacht wurde." Die Kliniken hätten andere Dinge zu tun, als Besucher-Zettel auszustellen. Fuchshuber glaubt, dass es eine große Herausforderung wird, wenn am Wochenende viele Freunde und Verwandte von Patientinnen und Patienten an die Klinikpforten kommen und nach Bescheinigungen fragen.

Holetschek plädiert für kostenlose Bürgertests für Besucher in Pflegeheimen

Mittwoch, 22. Juni, 13.50 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, an kostenlosen Bürgertests für Besucher in Krankenhäusern und Pflegeheimen festzuhalten. In einer Pandemie sei der Schutz des Lebens das zentrale Thema und nicht die Frage der Finanzierung von Ausgaben, sagte er am Mittwoch vor der Gesundheitsministerkonferenz in Magdeburg. "Ich möchte nicht, dass zum Beispiel Besucher von Alten- und Pflegeheimen sagen, ich besuche meine Oma nicht, weil ich mir den Test nicht mehr leiste. Das kann's nicht sein." Holetschek plädierte dafür, den berechtigten Personenkreis für die kostenlosen Bürgertests insgesamt "eher weiter als enger" zu fassen. Die Details müssten auf der Konferenz besprochen werden.

Der Zugang zu kostenlosen Corona-Bürgertests soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingeschränkt werden. Gratis-Schnelltests für alle Bürger sind bisher nur bis Ende Juni fix. Außerdem sind Finanzierungsfragen zu klären.

Corona-Zahlen in Bayern steigen wieder

Freitag, 10. Juni, 9.25 Uhr: Die vom Robert-Koch-Institut gemeldete Corona-Inzidenz für Bayern ist wieder über 300 gestiegen. Am Freitagmorgen (Stand 3.10 Uhr) wurde sie mit 308,5 angegeben. Am Donnerstag hatte sie noch bei 275,4 gelegen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort. Noch am 30. Mai hatte das RKI einen Wert von 190 gemeldet. Zuletzt über 300 hatte die Inzidenz am 24. Mai gelegen. Die Entwicklung der vergangenen Wochen kann allerdings teilweise durch Feiertage verzerrt sein. Deutschlandweit stieg die Inzidenz auf 318,7.

Experten gehen zudem seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In seinem Wochenbericht am Donnerstag hat das RKI vor einer möglichen erneuten Zunahme der Corona-Ansteckungen in Deutschland gewarnt. Erwartet wird, dass sich die Subvarianten namens BA.4 und B.5 stärker verbreiten, "so dass es auch insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen kann", heißt es darin. Saisonale Effekte - die das Virus eigentlich ein Stück weit ausbremsen - könnten die Verbreitung dieser Varianten nicht kompensieren, wenn Verhaltensregeln nicht mehr beachtet werden.

Holetschek kritisiert Bund wegen Regelung zum Impfstatus

Donnerstag, 9. Juni, 17.25 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie informiere die Bürger schlecht über gesetzliche Regelungen zum Corona-Impfstatus. Der Bund vergesse, "die Bevölkerung an entscheidenden Stellen rechtzeitig zu informieren und mitzunehmen", sagte Holetschek am Donnerstag in München. Dadurch drohe "im Herbst ein selbstverschuldetes Corona-Chaos, das die Menschen verunsichert und belastet".

Holetschek bezog sich auf eine Regelung im Infektionsschutzgesetz. Demnach gelten ab 1. Oktober nur noch Nachweise über drei Impfungen oder zwei Impfungen und ein Genesenennachweis als vollständiger Impfschutz. Bis zum 30. September sind lediglich zwei Nachweise vonnöten. Vielen Menschen, die bislang etwa nur zweimal geimpft sind, sei nicht bekannt, dass sie ab Oktober nicht mehr als vollständig geimpft gelten.

Die Statusänderung könne weitreichende Auswirkungen haben - etwa auf Beschäftigte, die in einer Einrichtung mit Impfpflicht arbeiten, gab der Minister zu bedenken. Spätestens wenn wieder Beschränkungen nach den 2G- oder 3G-Regelungen eingeführt würden, sei jeder davon betroffen. Dies sei jedoch "kaum bekannt, da der Bund es bisher nicht geschafft hat, die Menschen ordentlich aufzuklären", sagte Holetschek. Er kündigte an, dass Bayern eine eigene Impfkampagne starten werde.

Impfzentren haben bislang 1,3 Millionen Corona-Impfdosen entsorgt

Mittwoch, 8. Juni, 13.24 Uhr: Die bayerischen Corona-Impfzentren haben bislang gut 1,3 Millionen Dosen Impfstoff weggeworfen. Hauptgrund war der Ablauf der Haltbarkeit, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Zu Dosen, die etwa von Haus- und Betriebsärzten entsorgt wurden, liegen demnach keine Daten vor. Um eine Vernichtung zu vermeiden, seien die Impfzentren unter anderem angewiesen worden, die Vakzine untereinander umzuverteilen. Bislang geschah das laut Ministerium mit gut einer halben Million Dosen. Bereits im Sommer vergangenen Jahres, als die Impfzahlen deutlich fielen, hätten die Impfzentren im Freistaat auch vom Ablauf bedrohte Dosen für mögliche Impfstoffspenden an den Bund zurückgegeben.

Die bayerischen Impfzentren bleiben nach einer Entscheidung der Staatsregierung vom Februar mindestens bis Ende des Jahres geöffnet. Als vorrangig gilt laut Gesundheitsministerium mittlerweile jedoch das Impfangebot von Ärzten und Apotheken. Mit den Zentren solle sichergestellt werden, dass auch bei rasch steigender Nachfrage Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen hat sich verstärkt

Donnerstag, 02. Juni, 10 Uhr: Die Corona-Pandemie, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung beeinträchtigen die Gesundheit der Kinder in Bayern. Vor allem die Pandemie habe spürbare Folgen gehabt und werde sich mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch in Zukunft noch auswirken, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bei der Vorstellung des aktuellen Kindergesundheitsberichts der Staatsregierung. So habe sich der Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie verstärkt, ergänzte die auf Kinder spezialisierte Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin Renate Oberhoffer-Fritz von der Technischen Universität München. "Das hat man in diesem Maß nicht voraussehen können." Dagegen müsse man gemeinsam etwas tun. In Bayern leben rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche.

Regional große Unterschiede bei der Corona-Inzidenz

Dienstag, 31. Mai, 14 Uhr: Die gemeldeten Corona-Infektionen in Bayern gehen weiterhin stark zurück. Die Inzidenz liege inzwischen bei 214, in der Vorwoche habe der Wert noch bei 333 gelegen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) unter Berufung auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). "Die Entspannung setzt sich weiter fort." Auch bei den Hospitalisierungszahlen gingen die Werte konstant nach unten.

Innerhalb Bayerns gehen die Zahlen aber weit auseinander. Der Landkreis Miesbach verzeichnete eine Inzidenz von 444,2, die Stadt Memmingen nur 54,1. "Das sind aktuell sehr erfreuliche Entwicklungen", sagte Herrmann. Gleichwohl sei eine gute Vorbereitung auf den Herbst und mögliche Veränderungen, etwa neue Virusvarianten, weiter wichtig. Seit Monaten sinkt die Inzidenz in Bayern. Ihren Höhepunkt hatte sie Ende März mit 2199,9 erreicht. Allerdings werden inzwischen auch deutlich weniger Tests durchgeführt. Daher sind alle Zahlen mit großer Vorsicht zu interpretieren.

Erleichterungen bei Maskenpflicht in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern

Mittwoch, 25. Mai, 14 Uhr: Laut Mitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums fällt in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen vulnerablen Bereichen die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Ab dem 28. Mai 2022 müssen dort nur noch medizinische Gesichtsmasken (OP-Maske) getragen werden. Damit folgt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dem Beschluss des Ministerrats vom Dienstag. Der hatte beschlossen, die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen um weitere vier Wochen bis einschließlich 25. Juni 2022 zu verlängern und entsprechend anzupassen. Erleichterungen gelten für alle Bereiche, in denen es eine Maskenpflicht gibt - mit Ausnahme der Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs Bayerns. Dort gilt zum Schutz vor Corona-Infektionen für Fahrgäste weiter eine FFP2-Maskenpflicht.

Gesundheitsministers Klaus Holetschek erläuterte laut Pressemitteilung: "In U-Bahnen oder Bussen kann die Infektionsgefahr deutlich höher als in anderen Bereichen sein. Hier kommt es auf engem Raum zu Kontakten mit vielen verschiedenen, an jeder Station wechselnden Fahrgästen."

Holetschek: Fünf-Punkte-Plan gegen mögliche Corona-Welle im Herbst

Freitag, 20. Mai, 8.34 Uhr: Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) den Freistaat für eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst wappnen. Dazu zählen ein Ausbau von Corona-Früherkennung und -Monitoring, das weitere Vorantreiben von Impfungen, das Weiterführen eines Testkonzepts, die Stärkung der Klinik- und Pflegekapazitäten und schließlich eine dauerhafte Stärkung der Gesundheitsämter. "Im Falle einer neuen Pandemie-Welle muss es den bestmöglichen Schutz geben", betonte Holetschek am Freitag anlässlich der Vorstellung seines Corona-Konzepts. Bayern setze auf einen Dreiklang von Freiheit, Eigenverantwortung und Solidarität.

Konkret plant Holetschek, dass unter Leitung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein effizientes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Das Projekt zur Sequenzierung von Coronavirus-Varianten soll ausgeweitet werden, ebenso das Netz ausgewählter Arztpraxen, die die Verbreitung von Atemwegsinfektionen beobachten. Und auch das Abwassermonitoring zum Corona-Nachweis soll ausgebaut werden. "Mit diesen drei Modulen haben wir ein breit aufgestelltes System zur Prognose des Infektionsgeschehens."

Die Impfzentren sollen beibehalten werden und bei Bedarf rasch hochgefahren werden können. Rechtzeitig vor dem Herbst wolle man auch nochmals für die Impfung werben. Das Pandemiezentrallager zur Versorgung mit Schutzausrüstung und medizinischen Geräten soll weiter aufrechterhalten bleiben.

Vom Bund fordert Holetschek, dass die Corona-Testverordnung "sinnvoll" verlängert wird. Zudem solle der Bund kostenfreie Bürgertests "zumindest für unsere Jüngsten und Ältesten über den Juni hinaus weiterhin ermöglichen". Der Minister will außerdem die Arbeit der den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellten Contact-Tracing-Kräfte bis mindestens Mitte 2023 verlängern.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusCorona
:Für wen die vierte Impfung nützlich ist

Wer sollte sich zum vierten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen? Wie viel bringt der Doppelbooster? Und sollte man damit auf die neuen, an Omikron angepassten Impfstoffe warten? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB