Nationalsozialismus in Bayern "Coburg war die erste Nazi-Stadt"

Coburg als Frontstadt des Nationalsozialismus wurde von den Parteigängern Hitlers regelrecht vermarktet. Zahlreiche Ansichtskarten kündeten vom NS-Mythos Coburg.

(Foto: Städtische Sammlungen Coburg/Sammlung Herold)

1929 hatte die NSDAP bereits die absolute Mehrheit in Coburg, 1931 stellte sie den Bürgermeister. Ein Gespräch mit den Historikern Eva Karl und Gert Melville über die Stadt als Hitlers Versuchslabor.

Interview von Olaf Przybilla

Seit anderthalb Jahren arbeitet die Historikerin Eva Karl die NS-Geschichte Coburgs auf. Die Stadt war die erste in Deutschland, in der eine Mehrheit der Stadträte der NSDAP angehörte. Das war 1929, vier Jahre also, bevor die Nazis an die Macht kamen. Eine umfassende Darstellung dieser NS-Vergangenheit Coburgs fehlt bislang. Gert Melville, Seniorprofessor an der TU Dresden, ist Vorsitzender der Historikerkommission in Coburg, die das heikle Thema in der Stadt angefasst und Eva Karl für dessen Aufarbeitung ausgewählt hat.

SZ: Herr ...

Lesen Sie mit SZ Plus auch:
Geschichte In stumpfen Schlaf verfallen

Nationalsozialismus

In stumpfen Schlaf verfallen

Warum blieb die Weiße Rose isoliert? Warum verhielten die Deutschen sich angesichts schlimmster Verbrechen so apathisch? Der Historiker Götz Aly gibt neue Antworten auf alte Fragen.   Von Götz Aly