Entschärfung eines Blindgängers in ChamAufregende Geburt: Wenn die Klinik unter der Entbindung evakuiert wird

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Emilia (links) und Erik kamen in Roding statt in Cham zur Welt - denn während ihrer Geburt musste in Cham eine Fliegerbombe entschärft werden.
Emilia (links) und Erik kamen in Roding statt in Cham zur Welt - denn während ihrer Geburt musste in Cham eine Fliegerbombe entschärft werden. (Foto: Jasmin Maier)

Als in Cham eine Fliegerbombe entdeckt wird, liegen zwei Frauen in den Wehen. Wie Hunderte andere Menschen müssen sie das Krankenhaus verlassen - Geburt hin oder her. So haben Christina Schönberger und Manuela Müller diese außergewöhnliche Nacht erlebt.

Von Elena Zengel

So hatten sich Christina Schönberger und Manuela Müller die Geburt ihrer Kinder wohl nicht vorgestellt. Am vergangenen Mittwoch lagen beide in den Wehen im Krankenhaus in Cham, die Entbindung stand kurz bevor. Doch eine Fliegerbombe, die kurz zuvor gefunden wurde, sorgte für Aufregung an diesem ohnehin schon aufregenden Abend.

In einer WhatsApp-Gruppe hörte Schönberger zum ersten Mal von der 250-Kilogramm-Bombe, die Bauarbeiter am Abend fanden. Zu dem Zeitpunkt dachte sie noch, das sei vielleicht ein Witz. Als ihre Hebamme sie und die anderen werdenden Mütter dann gegen 20 Uhr in den Kreißsaal des Chamer Klinikums rief, wurde ihr klar, dass es Realität und kein Witz war.

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Die Bombe sollte so schnell wie möglich entschärft werden - und dafür mussten 2500 Menschen im Umkreis ihre Wohnungen verlassen. Das betraf unter anderem die Bewohner eines Altenheims und die Patienten des Chamer Krankenhauses. Auch Christina Schönberger und Manuela Müller mussten raus aus der Klinik.

Schönberger war überrumpelt: „Ich war so weit mit meinen Wehen, dass mir in dem Moment alles egal war.“ Auch Manuela Müller kann sich wegen der Schmerzen an wenige Details aus der Nacht erinnern. Sie weiß nur, dass sie etwas überfordert war mit der Situation. Sie hatte die Wahl, entweder in ein Regensburger Krankenhaus oder in ein Klinikum nach Roding im Landkreis Cham zu wechseln. „Das Krankenhauspersonal hat uns die Entscheidung eigentlich leicht gemacht und weil wir bei unserer Hebamme und den Ärzten bleiben konnten, sind wir nach Roding gefahren.“

Ein Krankenwagen brachte gegen 21.15 Uhr erst Christina Schöneberger und um 23 Uhr Manuela Müller ins fast 20 Minuten entfernte Roding. Der Transport sei einwandfrei organisiert gewesen, betonten beide Mütter, die Hebammen waren dabei. „Alle in der Klinik sind sehr ruhig geblieben“, erinnert sich Schöneberger. Ihr Sohn Erik kam kurz vor Mitternacht in Roding zur Welt. Manuela Müllers Tochter Emilia wurde am Donnerstagmorgen um 3.10 Uhr geboren.

Gegen 5.30 Uhr schlossen die Sprengmeister die Entschärfung der Bombe ab, sodass die frisch gebackenen Mütter noch am gleichen Morgen zurück ins Krankenhaus Cham ziehen konnten.

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