Um auf dem langem Weg zur klimaneutralen Produktion wenigstens ein Stück voranzukommen, will der Chemiepark Gendorf im oberbayerischen Burgkirchen zusammen mit dem Eon-Konzern in den kommenden Jahren ein riesiges Biomasse-Heizkraftwerk bauen. Dieses soll mit Frischholzresten aus der regionalen Forstwirtschaft vor allem heißen Dampf für industrielle Prozesse und zusätzlich eine Menge an Strom erzeugen, die rein rechnerisch für 40 000 Haushalte reichen würde. "Eine klimaneutrale, stabile und wirtschaftliche Versorgung mit Dampf ist auf absehbare Zeit nur mit Biomasse möglich", hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung vom Geschäftsleiter des Chemiepark-Betreibers InfraServ, Christoph von Reden.
Die Industrie im bayerischen Chemiedreieck rund um Burghausen und Burgkirchen verbraucht gewaltige Mengen Energie und kämpft unter wachsendem Druck um eine CO₂-freie Zukunft. Das Gendorfer Biomasse-Kraftwerk soll ein Gasturbinen-Kraftwerk auf dem Areal mindestens zur Hälfte ersetzen, entsprechend würde sich auch der CO₂-Ausstoß des Chemieparks um etwa 96 000 Tonnen pro Jahr annähernd halbieren.