Burghausen Millionenschaden durch Verpuffung bei Linde

Schwerer Betriebsunfall beim Industriegase-Spezialisten Linde: Eine Verpuffung auf dem Werksgelände im oberbayerischen Burghausen hat einen Millionenschaden angerichtet, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Bei dem Unglück in einer Anlage zur Verdichtung von Wasserstoff erlitt ein 37 Jahre alter Mitarbeiter einen Schock. Im Gebäude selbst befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks am späten Dienstagnachmittag keine Menschen. Messungen der Feuerwehr ergaben keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers trat zwar eine geringe Menge Wasserstoff aus, der sich aber mit Sauerstoff vermischte. Eine Gefährdung der Bevölkerung habe nicht bestanden.

Das zwölf mal acht Meter große Gebäude wurde weitgehend zerstört und ist einsturzgefährdet. Gebrannt habe es nicht. Die Feuerwehr Burghausen und eine benachbarte Werksfeuerwehr waren im Einsatz. Zur Unglücksursache gab es vorerst weder von der Polizei noch von Linde Angaben. Experten des Landeskriminalamtes nahmen Ermittlungen auf. Linde mit Firmensitz in München ist auf Industriegase spezialisiert. In Burghausen wird Wasserstoff hergestellt. Mehrere Betriebe im Industriepark beziehen ihn über Leitungen. Um ihn für kleine Bezieher in Flaschen abzufüllen, muss Wasserstoff verdichtet werden. In der zum Unglückszeitpunkt ausgeschalteten Verdichtungsanlage ereignete sich nach den Angaben von Linde die Verpuffung. Die eigentliche Erzeugungsanlage für Wasserstoff sei nicht betroffen. Wasserstoff ist das häufigste chemische Element im Universum. Er ist Bestandteil beinahe aller organischen Verbindungen.