Kiel (dpa/lby) - Nach dem nächsten Schritt im Reifeprozess seiner jungen Mannschaft bezeichnete sich Cristian Fiél als „glücklicher Trainer“. Sein 1. FC Nürnberg pirscht sich in der 2. Fußball-Bundesliga an die Aufstiegsplätze heran. Am Sonntag meisterten die Franken die große Auswärtsprüfung bei Holstein Kiel mit einem erstaunlich reifen 2:0 (0:0). Außenverteidiger Tim Handwerker (68. Minute) und Toptalent Can Uzun (77.) lösten im Holstein-Stadion einen euphorischen Jubel bei den mitgereisten Anhängern aus.
Mit 18 Punkten rückten die Nürnberger bis auf einen Zähler an den Tabellenvierten Kiel heran. Und nach der Pokal-Prüfung gegen Hansa Rostock am Mittwoch kommt drei Tage später der FC Schalke 04 zum nächsten großen Punktspiel ins Max-Morlock-Stadion.
„Wenn man in Kiel 2:0 gewinnt, kann man auch mal zufrieden sein und sich freuen. Wir haben es gut gemacht“, sagte Fiél bei Sky. Zugleich warnte er vor voreiliger Träumerei im Frankenland: „Ich weiß, dass sich die Menschen wünschen, am besten morgen wieder in der Bundesliga zu spielen.“ Man täte jedoch gut daran, erstmal weiter „Punkte zu sammeln“, um auch in der kommenden Spielzeit wieder in der 2. Liga spielen zu dürfen.
Der Zu-Null-Erfolg in Kiel war umso bemerkenswerter, weil Fiél die Abwehrreihe gleich auf drei von vier Position umbauen musste. Doch das neue Quartett vor Torwart Christian Mathenia ließ nur ganz wenig zu. „Wir haben es gut verteidigt“, lobte Fiél. Glück hatten die Gäste freilich auch bei einem Lattenschuss von Lewis Holtby (23.). Handwerker hatte zuvor die beste Nürnberger Abschlusschance in der ersten Hälfte. Er scheiterte am Torwart.
Nach der Pause agierte der „Club“ immer souveräner und führte auch seine Angriffe noch zielstrebiger aus. Auf Vorlage des agilen Außenstürmers Kanji Okunuki erzielte Handwerker mit einem abgefälschten Schuss sein zweites Saisontor. Der immer noch 17-jährige Uzun legte dann nach einem wichtigen Ballgewinn und Zuspiel von Lukas Schleimer mit seinem fünften Saisontreffer das entscheidende 2:0 nach. Im Offensivspiel habe man gezeigt, „wo wir hinwollen“, sagte Fiél zum ansehnlichen Fußball seiner Mannschaft. Die Kieler Angriffsbemühungen verpufften bis hinein in die lange Nachspielzeit.
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