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Bund Naturschutz:Kleine Schlachthöfe sollen gefördert werden

Der Bund Naturschutz (BN) verlangt ein Förderprogramm für kleine Schlachthöfe in Bayern. Der Skandal um die Schlachtbedingungen bei der Fleischfabrik Tönnies habe den Blick der Öffentlichkeit "auf das mehr als unrühmliche Ende der Tiere in den großen Schlachtstätten gezogen", sagte der BN-Chef Richard Mergner in Fürth. Sollte es Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ernst sein mit seinem Bekenntnis zu einer kleinteiligen Land- und Lebensmittelwirtschaft, dann brauche es so ein Förderprogramm. Als Beispiel für einen vorbildlichen Fleischbetrieb verwies Mergner auf den Metzgerschlachthof in Fürth. In dem Betrieb werden etwa 60 000 Schweine und 3800 Rinder im Jahr geschlachtet. Das seien gerade mal 0,5 Prozent der Rinder und ein Prozent der Schweine, die insgesamt pro Jahr in Bayern geschlachtet werden. Der Fürther Schlachthof beziehe die Schweine und Rinder ausschließlich aus der Region um die Stadt und werde von einer Genossenschaft geführt, der 105 Metzger, Landwirte und Viehhändler angehören. Der Geschäftsführer des Schlachthofs, Konrad Ammon, betonte ebenfalls, dass es ein Förderprogramm brauche, wenn die handwerkliche Fleischverarbeitung in Bayern eine Zukunft haben solle. Er forderte eine verringerte Gebühr für die Fleischbeschau für Betriebe, die weniger als tausend Schweine pro Woche schlachten. Der BN beklagte auch, dass die Zahl der kommunalen Schlachthöfe massiv gesunken sei. 1969 habe es bayernweit 86 kommunale Schlachthöfe gegeben, inzwischen seien es nicht einmal mehr zehn.

© SZ vom 11.08.2020 / cws

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