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Bündnis:Einsatz gegen soziale Spaltung gefordert

Im ersten Jahr der Pandemie hatte das Soziale Netz Bayern - ein Bündnis aus sozial oder auch gewerkschaftlich tätigen Organisationen - bereits davor gewarnt, dass in Bayern gesellschaftliche Verwerfungen größer zu werden drohen. Etliche Monate später fühlt sich das Bündnis bestätigt. "Wie unter einem Brennglas hat die Corona-Pandemie Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten sichtbar gemacht und verschärft", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Organisationen, zu denen zum Beispiel der DGB Bayern, die Lebenshilfe, die Diakonie, der Paritätische und die Caritas zählen. Zwar hätten viele Menschen dank Kurzarbeit ihren Arbeitsplatz behalten, bei niedrigen Löhnen reiche das Kurzarbeitergeld "aber kaum zum Leben".

Gut 20 Prozent der Beschäftigten im Freistaat, vor allem Frauen, seien in atypischen Arbeitsverhältnissen wie Minijobs tätig. Das bringe "oft ein erhöhtes Armutsrisiko mit sich". So auch für jene, die in Berufen arbeiten, die im Laufe der Pandemie als systemrelevant eingestuft wurden - etwa Verkäuferinnen im Lebensmittelhandel oder auch Pflegehilfskräfte. Sechs Forderungen an die politischen Parteien in Bayern sollen das soziale Auseinanderdriften zumindest eindämmen. Kurz vor der Bundestagswahl erhofft sich das Soziale Netz Bayern, mehr Gehör zu finden. Dazu gehört insbesondere die Forderung, der Armut entschiedener entgegenzutreten. Ein Jahr vor Corona bereits sei fast jeder oder jede Siebte "von Armut oder sozialer Ausgrenzung" bedroht gewesen. Zudem gelte es aber auch, an jene pflegenden Angehörigen zu denken, denen bedingt durch Corona die Unterstützungsmöglichkeiten weggebrochen seien.

© SZ vom 21.07.2021 / dm
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