Verkehrspolitik:CSU und FW fordern Änderungen am Nordzulauf

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Die Staatsregierung soll sich beim Bund für einen anderen Trassenverlauf in Richtung Brennerbasistunnel einsetzen.

Die Landtagsfraktionen von CSU und Freien Wahlern fordern Änderungen an den Plänen der Deutschen Bahn für den umstrittenen Brenner-Nordzulauf zwischen München und Kiefersfelden. Zwischen Grafing und Ostermünchen solle statt der bevorzugten Trasse der Bahn eine Variante verwirklicht werden, die sich stärker an den bestehenden Gleisen orientiert und anhand von Vorschlägen aus der Region entwickelt wurde. Nördlich von Rosenheim solle der Inn unter- statt überquert werden, was die DB als zu aufwendig verworfen hat. Unterirdische Lösungen fordern die Abgeordneten auch für weitere Abschnitte etwa bei Riedering und Rohrdorf sowie für die Verknüpfung mit den existierenden Gleisen im südlichen Inntal. Adressat des Antrags ist die Staatsregierung, die sich beim Bund für diese Forderungen einsetzen soll.

"Wir wollen dass der Bund als Auftraggeber die Bahn hier in die Pflicht nimmt, die beste und verträglichste Lösung für die Bürger vor Ort zu bevorzugen. Denn der Brenner-Basistunnel ist das Fundament der Verkehrswende im Alpenraum", sagt der Verkehrssprecher der CSU-Fraktion, Jürgen Baumgärtner. Kritiker wie Ates Gürpinar, der für die Linke im Bundestag sitzt, halten die Forderungen von CSU und FW eher für Wahlkampf. Das Verhalten der CSU sei "verlogen", sagt Gürpinar. Schließlich habe die Partei bis vor Kurzem zwölf Jahre lang den Bundesverkehrsminister gestellt. Sie sei mitverantwortlich für die Planungen, gebe aber nun den Anwalt der Anwohner. Denn das Projekt, das Teil einer Bahn-Magistrale von Skandinavien bis ans Mittelmeer sein und eine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ermöglichen soll, stößt in der Region auf heftige Ablehnung. Allein der ohnehin zu fast zwei Dritteln unterirdisch geplante Abschnitt durch den Kreis Rosenheim war von der Bahn 2021 auf sieben Milliarden Euro geschätzt worden.

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