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Brenner-Nordzulauf:Total verplant

Bahntrasse zum Ausbau Brennertunnel: Bahngleise in Haar

Der Güterverkehr? Rollt nicht wie er soll.

(Foto: Claus Schunk)

Bahn und Politik lassen sich Zeit, zu viel Zeit. Deutschland schickt sich an, seine Liste missglückter Infrastrukturprojekte zu verlängern.

Kommentar von Markus Balser

Das große Ziel dieses Riesenprojekts ist schon seit Jahren klar: Der neue Brennerbasistunnel soll die überstrapazierten Straßen über die Alpen entlasten. Er soll es erleichtern, Güter auf die Schiene zu verlagern, und so Umwelt, Klima und Anwohnern helfen. Die Planung begann schon 1999, Italiener arbeiten seit 2007, Österreicher seit 2009 am Tunnel durch die Alpen. Nur, wie sollen immer mehr Güterzüge auf deutscher Seite überhaupt zum Tunnel kommen? Das blieb viel zu lange ungeklärt.

Mehr als 20 Jahre nach dem Start des Projekts hat sich die Bahn nun für eine Neubautrasse ausgesprochen. Doch erreicht ist nur ein Zwischenziel. Ob diese Option wirklich realisiert wird, ist offen. Ausgewählt wurde, vor der Bundestagswahl wenig überraschend, die teuerste Option mit vielen Tunneln und dem geringsten Widerstand. Die Entscheidung, ob sie das bezahlen will, wird erst die nächste Bundesregierung treffen.

Die Verzögerungen des Jahrhundertprojekts sind mehr als peinlich. Sie sind ein schlechtes Zeugnis für die deutsche Verkehrspolitik. Selbst wenn alles glattgeht, werden Bau und Planung noch viele Jahre dauern. Erst 2040 soll die Strecke nach Angaben vom Dienstag in Betrieb gehen - zehn Jahre später als der Tunnel selbst.

Nicht die berechtigten Sorgen der Anwohner sind daran schuld, sondern der viel zu späte Start in die Planung. Die Liste missglückter Infrastrukturprojekte in Deutschland droht um eines länger zu werden.

© SZ/kus
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