Süddeutsche Zeitung

Brandanschlag in Bad Wörishofen:Rocker unter Verdacht

Lesezeit: 1 min

In der Praxis einer Heilerin in Bad Wörishofen wird ein Feuer gelegt, danach werden zwei Männer mit schwersten Brandverletzungen in einer Tankstelle abgelegt. Nun führt die Spur zu den "Black-Jackets" - offenbar sind die Männer Mitglieder der Rockerbande.

Von Stefan Mayr

Das Rätsel um die zwei Männer, die an einer Tankstelle im Allgäu mit lebensgefährlichen Brandverletzungen aufgefunden wurden, steht kurz vor der Auflösung. Offenbar sind die Männer Mitglied der Rockerbande "Black Jackets". Die Staatsanwaltschaft Memmingen will jetzt einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Beteiligung an einer schweren Brandstiftung beantragen.

Auch der dritte Mann, der im Zusammenhang mit diesem Fall im Kreis Recklinghausen festgenommene wurde, gehört einem nordrhein-westfälischen Chapter der Rocker-Gruppierung an. Gegen ihn liegt bereits ein Haftbefehl vor. Er soll noch in dieser Woche in ein bayerisches Gefängnis transportiert und dort auch verhört werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeipräsidiums in Kempten stehen die drei Männer unter dem dringenden Verdacht, in jener Mainacht in der Praxis einer Heilerin in Bad Wörishofen ein Feuer gelegt zu haben. Dabei kam es zu einer Verpuffung, bei der sich zwei Männer schwere Verletzungen zugezogen haben.

Der dritte Täter fuhr seine Komplizen offenbar zu der Tankstelle im vier Kilometer entfernten Türkheim, legte sie dort ab und brauste davon. Mithilfe der Überwachungskamera der Tankstelle wurde das Auto schließlich ausfindig gemacht - und der Verdächtige wenige Tage später gefasst. Die Verletzten sind 22 und 36 Jahre alt und kommen ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen. Sie sind noch im Krankenhaus und nicht vernehmungsfähig.

Über die Hintergründe der Brandstiftung macht die Polizei noch keine Angaben. Die Rockerbande "Black Jackets" hat auch im Raum Ulm/Neu-Ulm ein Chapter mit etwa 100 Mitgliedern. Deren Mitglieder bezeichnet ein Polizei-Sprecher als "multikriminell". Zuvor hatte es eine Gruppe in Lindau gegeben, die sich inzwischen aber aufgelöst hat.

Bei dem Feuer entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro. Die Betreiberin der Praxis war bereits 2011 schriftlich bedroht worden. Die Polizei prüft, ob diese Schreiben mit der Rockerbande zu tun haben. Dies gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1695056
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 13.06.2013
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.