Wälder in BayernMehrjährige Borkenkäferplage vorerst ausgestanden

Nicht schön, aber notwendig: So sieht eine nach Borkenkäferbefall bearbeitete Staatswaldfläche im Bayerischen Wald aus.
Nicht schön, aber notwendig: So sieht eine nach Borkenkäferbefall bearbeitete Staatswaldfläche im Bayerischen Wald aus. Armin Weigel/dpa

So wenig der recht kühle und feuchte Sommer dem Menschen gefallen hat: Den Fichtenwäldern in Bayern hat das gutgetan. Denn so konnte der Borkenkäfer nicht wie gewohnt zuschlagen.

Die Bayerischen Staatsforsten haben eine mehrjährige Borkenkäferplage in den Griff bekommen: Die von den Insekten angerichteten Schäden sind auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gesunken, wie das Unternehmen mitteilte. Bis Ende Oktober stellten die Förster rund 400 000 Festmeter sogenannten Schadholzes fest, vor einem Jahr waren es noch über eine Million Festmeter gewesen.

Borkenkäfer befallen hauptsächlich Fichten und können die Bäume innerhalb weniger Wochen zum Absterben bringen. Insbesondere in trockenen und warmen Jahren vermehren sich die Insekten stark, 2023 waren sogar gut 1,8 Millionen Festmeter Schadholz angefallen. Da Bäume unterschiedlich groß sind, berechnen Förster die von den Käfern angerichteten Schäden nicht in Stückzahlen, sondern nach der Holzmenge. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter.

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Staatsforsten-Vorstandsmitglied Rudolf Plochmann führte die positive Entwicklung auf drei Faktoren zurück: Mehr Wasser im Boden hat die Widerstandskraft der Bäume gestärkt, das Wetter war in diesem Sommer mit regelmäßigem Regen und eher kühlen Temperaturen für die Käfer ungünstig und die Staatsforsten entfernen nach Plochmanns Worten befallene Bäume systematisch aus dem Wald.

Im Winter sind die Käfer nicht aktiv, dennoch sollen die Förster in den kommenden Monaten intensiv auf die Suche nach „Käferbäumen“ gehen, um der ansonsten zu erwartenden Ausbreitung im Frühling vorzubeugen. „Unser Ziel ist es, mit einem möglichst ‚sauberen‘ Wald in die neue Käfersaison zu starten“, sagte Plochmann.

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