Blattmacher-Schülerzeitungswettbewerb Lies mich!

Eine überraschende oder geheimnisvolle Titelseite gehört zu einer gelungenen Schülerzeitung wie die Texte. Dabei beweisen die jungen Redakteure immer wieder viel Kreativität. Eine Auswahl der besten Sieger-Cover 2017/18

Von Anna Günther

Auf innere Werte zu achten, nicht auf Äußeres, wird den meisten Kindern gepredigt. Moralisch ist das richtig. Im Medienalltag gelten andere Regeln: Das Cover ist wichtiges Lockmittel zu den Texten im Inneren. Es soll Leser dazu bringen, am Kiosk zuzugreifen - und die Konkurrenz zu ignorieren. Schülerzeitungen haben selten Konkurrenz, aber auch diese Redaktionen müssen ihre Leser locken. Die Juroren im Schülerzeitungswettbewerb Blattmacher von SZ und Kultusministerium beurteilen jedes Jahr Hunderte Magazine und schauen dabei auf Texte, Handwerkliches wie Quellennachweise, aber auch auf Titelbild und Gesamtgestaltung. Fotos ziehen in Geschichten hinein, fangen das Auge und wecken die Neugier. Gutes Layout lenkt das Auge. Wie gelungen das einige Redaktionen im vergangenen Jahr umgesetzt haben, zeigt diese Auswahl aus prämierten Heften.

Die Redaktion der Mindelheimer Maria-Ward-Realschule fragte Lara Witt, ob sie das Jubiläumscover von Die Idee malen will. "Das ist schon eine Ehre, ich fand das ziemlich nett", sagt Witt, 17. Nur musste sie auch für die Abschlussprüfung lernen. Das Ergebnis: Inspiration zu den Siebzigerjahren fand sie rasch im Netz und in Erzählungen ihrer Mutter. Dann kam das Lernen dazwischen und es lief wie oft in Redaktionen: Sie malte kurz vor knapp. Die Redaktion war sofort zufrieden - das ist in großen Redaktionen nicht unbedingt die Regel. Sina Gleichmann, 16, entwarf zwei Titelbilder. Die Bildungslücke der Realschule Bad Kissingen ist von zwei Seiten zu lesen, eine Hälfte dreht sich ums digitale, die andere ums analoge Leben. Gleichmann zeichnete ein Mädchen als Cyborg und eines "im Hier und Jetzt". Für Gleichmann ist Malen ein Ausdruck ihrer Kreativität, für Fatma Kosine die liebste Art sich auszudrücken. Die 18-Jährige besucht eine Integrationsklasse der Berufsschule Schwandorf. Sie ist schüchtern, überlässt palavern anderen. Das Heft W.I.R - Weil International Rockt haben junge Flüchtlinge gestaltet. "Das Mädchen auf dem Bild ist ganz alleine. Vielleicht vermisst es seine Familie. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut", schreibt sie dazu. Kosine lebt mit Eltern und Schwester in Bayern, die Verwandten in Syrien.

Dass schlichte Designs wirken, zeigt der Titel des Augustinus-Gymnasiums in Weiden, das mit einem Origami-Einhorn die Tier-Ausgabe des Augustinchen eröffnet. Die Redaktion der hilde der Kemnather Realschule bleibt auf dem Titel wie im Heft puristisch und doch wuchtig mit Schrift und Farbe. Viel Schwarz bringen etwa Zeichnungen der Sechstklässler zur Geltung. Der Titel des Insider der Fos/Bos Ingolstadt zieht Betrachter mit Sichtachsen in Fotos und damit in die Ausgabe hinein.

Zum 14. Mal suchen Kultusministerium und SZ die besten drei Print-Zeitungen aus Grund-, Mittel-, Förder- und Realschulen sowie aus Gymnasien und Beruflichen Schulen. Die Sieger bekommen Geldpreise und eine journalistische Förderung. Ausgezeichnet werden auch drei Online-Ausgaben. Bis Mittwoch, 26. Juni 2019 (Poststempel), können Redaktionen Exemplare einschicken. Die besten fahren Mitte Juli 2019 zur Siegerehrung nach München. Weitere Infos dazu: www.sz.de/blattmacher.