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Bildungspolitik der CSU:Entlastung

Klar ist, dass die Schüler der Unter- und Mittelstufe entlastet werden müssen. Wie genau das aussehen könnte, muss noch diskutiert werden. "Wir wünschen uns, dass alle Abiturfächer also Deutsch, Mathe und die Fremdsprachen in allen Jahrgangsstufen vier Stunden pro Woche unterrichtet werden", sagt Schmidt. Im G 8 werden diese Fächer in manchen Jahrgangsstufen nur dreistündig unterrichtet, was wegen der Stofffülle zu Stress sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern führt. Damit die Zusatzstunden nicht zur Zusatzbelastung werden, denken die Philologen darüber nach, "ob tatsächlich alle Fächer in allen Jahrgangsstufen unterrichtet werden müssen".

G 8 und G 9 Ein überfälliger Schritt
Neunjähriges Gymnasium

Ein überfälliger Schritt

Ministerpräsident Seehofer und Kultusminister Spaenle scheinen in Sachen G 8 mit ihrem Latein am Ende zu sein. Die Sehnsucht nach dem G 9 ist bei Eltern und Schülern so groß - Zeit, den bayerischen Kindern endlich mehr Zeit zum Lernen zuzugestehen.   Ein Kommentar von Tina Baier

Der Weg

Die Oppositionsparteien stehen mit offenen Armen da und wären bereit, von ihren eigenen, bislang kompromisslos verteidigten Konzepten ein Stück abzurücken, um zu einer fraktionsübergreifenden Lösung zu kommen. "Ich bin da total schmerzfrei", sagt Martin Güll, Bildungssprecher der SPD. "Es muss für die Schüler passen." Thomas Gehring, Bildungssprecher der Grünen, sagt: "Wir sind gesprächsbereit. Auch die Freien Wähler seien zur Zusammenarbeit bereit", sagt Bildungsexperte Michael Piazolo. Es dürfe aber nicht "alles von oben dekretiert werden". Sogar in der CSU schwebt manchem nun eine ganz große Koalition für eine weitere Schulreform vor. Die Philologen wollen außerdem die Expertise von Fachleuten an den Universitäten einholen.

Das Ziel

Die meisten sind sich einig, dass die gewonnene Zeit genutzt werden muss, um Inhalte wieder zu vertiefen. Julian Nida-Rümelin, Philosoph mit SPD-Parteibuch, formuliert es so: "Wir müssen weg vom Beschleunigen, Standardisieren und Vereinfachen und Hin zu Vertiefung, Entschleunigung und Konzentration auf das Wesentliche".

Der Widerstand

Die Landtags-CSU hat viele Prügel einstecken müssen für die übereilte Einführung des G 8 durch den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Stoiber ist längst weg, die Probleme blieben und die CSU hielt Kurs. Nun will sie auch dabei bleiben, es wird Mühe kosten, sie in Richtung G 9 zurückzuführen. Der CSU-Abgeordnete Thomas Goppel, früher selbst Wissenschaftsminister, sagt es klipp und klar. "Ich bin die ewige Wechselei leid." Beim G 8 sei man auf einem "ganz guten Weg". "Zwei Drittel aller Gymnasiasten kommen gut damit zurecht, ein Drittel nicht." Den Ärger über das G 8 sieht er vor allem durch "Theater der Eltern, die ihren Ehrgeiz nicht befriedigt sehen", und "unzufriedene Lehrer" befeuert. Auch Fraktionschef Thomas Kreuzer stellt am Freitag klar: "Es gibt keine Rückkehr zum G 9."

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