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Bildung:Mehr Platz für Schüler

SPD-Fraktion fordert größere Klassenzimmer

Größere Klassenzimmer an Bayerns Schulen, mehr Geräte für Schüler und individuelle Förderung, um Corona-Lücken zu schließen. Das fordert die SPD-Landtagsfraktion, die sich am Mittwoch in ihrer Klausur mit den Schulen in Corona-Zeiten befasste. An vielen Schulen seien Klassenräume zu klein für die Anzahl der Kinder, die darin sitzen, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Simone Strohmayr. An Abstand sei nicht zu denken, "unter Pandemie-Bedingungen ein unhaltbarer Zustand". Sie bezieht sich auf die Antwort des Kultusministeriums auf ihre Anfrage. Demnach saßen im vergangenen Schuljahr in 840 Klassen an Realschulen und Gymnasien mehr als 31 Schüler. Insgesamt gab es an diesen Schularten 13 881 Klassen, in 6317 lernten zwischen 26 und 30 Kinder. Jedem Schüler stehen nach der Schulbauverordnung zwei Quadratmeter zu. Die durchschnittliche Größe vieler Klassenzimmer beläuft sich laut Strohmayr auf 60 Quadratmeter inklusive Lehrerpult und Tafelraum. Zu wenig, um in vollen Klassen Abstand zu halten. Schulen sollten alternative Räume suchen, fordert sie, also auf Aula, Pausenhof oder Container ausweichen, statt die Kinder "einzupferchen". Langfristig müssten Schulen mit größeren Klassen gebaut werden, dafür brauche es eine Reform der Schulbauverordnung.

Dagegen nennt man im Städtetag die vor drei Jahren beschlossene Flexibilisierung der Schulbauverordnung den "größten Fortschritt im Schulbau seit 30, 40 Jahren". Kommunen können seither auch etwas kleiner oder größer bauen als in der Verordnung vorgesehen, sofern sie moderne pädagogische Konzepte oder Inklusion in ihre Pläne einbeziehen, und bekommen trotzdem staatliche Zuschüsse. In München sind neu gebaute Klassenzimmer nun 72 Quadratmeter groß. Eine neue Reform der Bauverordnung sei derzeit nicht geplant, sagt ein Sprecher des Kultusministeriums. Zudem säßen seit Jahren in 90 Prozent der Grund- und Mittelschulklassen weniger als 25 Kinder. An Realschulen und Gymnasien entscheiden die Schulleiter, wie sie ihr Budget und damit die Klassen einteilen. Im landesweiten Schnitt sind es 25 Schüler pro Klasse.

© SZ vom 17.09.2020 / Angu

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