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Bildung:Kritik und Fragen an Kultusminister Piazolo

Die Schüler der Abschlussklassen haben Gewissheit, nun fordern Studenten, Lehrer und Schulleiter Antworten von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Und zwar am liebsten noch vor Ostern. Die Prüfungen zum ersten Staatsexamen wurden wegen der Ausgangsbeschränkung vor zwei Wochen sehr kurzfristig abgesagt - "ausgesetzt" heißt es auf der Homepage des Ministeriums. Viele Lehramtsstudenten kritisieren nun, dass sie noch immer nicht wissen, wann und ob ihre Abschlussprüfungen stattfinden werden. Am Donnerstag forderten auch die Jugendvertretungen der Lehrerverbände Antworten für Studenten, Lehramtsanwärter und Referendare. Von den Prüfungen hängt ab, ob im Herbst neue Referendare und junge Lehrer an den Schulen arbeiten.

Das interessiert auch die Schulleiter brennend, die im Mai ihre Personalplanung für das kommende Schuljahr abgeben müssen. Walter Baier, der Chef der Direktorenvereinigung Gymnasien, fordert im aktuellen Rundbrief ebenso Antworten vom Minister. Die Fragen dürften Schulleiter aller Schularten umtreiben: Was passiert, wenn nach den Ferien die Schulen nicht wie geplant öffnen? Dürfen die Abschlussklassen in die Schule kommen, um Stoff durchzunehmen und die Prüfungen zu schreiben? Das hält Baier "unter verschärften Hygienebedingungen" für machbar. Ungeklärt ist auch, ob für den Sommer geplante Schülerfahrten abgesagt werden müssen. Baier rät dazu, um Unterrichtszeit aufzuholen. Das Ministerium gibt sich zurückhaltend: Studenten und Referendare werde man "zeitnah" informieren und beobachte mit dem Katastrophenstab die Entwicklungen. Auf "mögliche neue Erfordernisse" sei man eingestellt.

© SZ vom 03.04.2020 / angu

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