Bilanz ConSozial Rekordjahr für Sozialmesse

Mehr Gäste, mehr Aussteller, aber über die Zukunft wird diskutiert

Offenbar hatten die Programmgestalter der Messe ConSozial in Nürnberg in diesem Jahr den Nerv der Zeit getroffen. Unter dem Motto "Digitalisierung menschlich gestalten" zog die größte Sozialmesse im deutschsprachigen Raum mehr Besucher an als in den Jahren zuvor. Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) spricht in ihrer Bilanz sogar von einem "Rekordjahr der ConSozial" und nannte die nun feststehenden Zahlen. Demnach waren in diesem Jahr an den zwei Messetagen mehr als 6000 Fachbesucherinnen und -besucher zu verzeichnen, die Zahl der Aussteller liegt mittlerweile bei 250 und die Ausstellungsfläche wuchs weiter an auf nun 4500 Quadratmeter. Mindestens so wichtig sei indes auch der fachliche Austausch gewesen. "Wer in Nürnberg die Chance hatte, sich auf dem Kongress mit den innovativsten Köpfen auszutauschen, wird die Möglichkeiten der Menschen in einer digitalen Gesellschaft jetzt viel besser einschätzen können", lautet das Resümee der Ministerin Schreyer.

Vor einem Jahr fiel die Bilanz ihrer Amtsvorgängerin Emilia Müller fast wortgleich aus: "Wer in Nürnberg die Chance hatte, sich auf dem Kongress mit den innovativsten Köpfen auszutauschen, wird die Möglichkeiten einer inklusiven Gesellschaft jetzt völlig anders sehen." Unbemerkt von der Öffentlichkeit fand dann unter Müllers Federführung aber die Diskussion darüber statt, welchen Stellenwert die ConSozial nun eigentlich hat: Ist sie tatsächlich eine bundesdeutsche Messe? Ist sie lediglich eine süddeutsche Veranstaltung oder gar nur eine bayerische?

Trotz des in diesem Jahr erfreulich höheren Zuspruchs wird es erneut Diskussionen darüber geben, welches Gesicht die ConSozial in Zukunft haben soll. Denn klar ist: Für die Aussteller ist der Aufwand angesichts von nur zwei Messetagen enorm. Wieder kommt nun die Überlegung hoch, ob es nicht sinnvoller wäre, die ConSozial nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen - was weder beim Sozialministerium als Veranstalter noch bei den Mitgestaltern gut ankommt. Stattdessen gibt es im internen Kreis jetzt auch Gedankenspiele, die Messe um einen Tag zu verlängern. "Da ist noch Luft nach oben", hieß es. Aber auch hier ist mit lebhaften Diskussionen zu rechnen.