Bibertal bei Neu-UIm Bürgermeister brutal verprügelt

Vor seiner Haustüre ist der Bürgermeister im schwäbischen Bibertal zusammengeschlagen worden. Während Robert Strobel schwer verletzt im Krankenhaus liegt, sucht die Polizei nach Täter und Motiv. Wie der mutmaßliche Täter aussieht, ist wohl bekannt: Denn der Mann hat vermutlich erst kürzlich bei Strobel geklingelt.

Von Nadja Boxheimer

Robert Strobel, der Bürgermeister von Bibertal, wurde vor seinem Haus hinterrücks angegriffen.

(Foto: Gemeinde Bibertal)

Es war gegen 20.20 Uhr am Mittwochabend, als der Bürgermeister der Gemeinde Bibertal im Landkreis Günzburg, Robert Strobel, nichts ahnend von einem Termin nach Hause in den Ortsteil Kissendorf kam. Er stellte sein Auto in der Einfahrt vor der Garage ab und wollte gerade Richtung Haustüre gehen, als er von hinten angesprochen wurde. Ob er hier auch wirklich den Bürgermeister vor sich habe, soll ein Unbekannter gefragt haben.

Der 45-jährige CSU-Politiker drehte sich um und erhielt aus dem Nichts mehrere schwere Faustschläge ins Gesicht. Strobel ging zu Boden und wurde kurz bewusstlos. Rettungsdienst und Notarzt versorgten ihn an Ort und Stelle, danach musste er aufgrund seiner Gesichtsverletzungen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Der Täter flüchtete unerkannt.

Strobels Stellvertreter Lorenz Dirr steckt der Schreck noch immer in den Gliedern. "Selbstverständlich ist uns angesichts dieser Aktion alles andere als wohl", gibt der Dritte Bürgermeister von Bibertal zu. Schließlich vermute man, dass der Angriff mit Strobels politischer Tätigkeit als Rathauschef zusammenhänge.

Am Freitagmorgen hatte Dirr kurz Kontakt mit seinem CSU-Kollegen, der aufgrund seiner schweren Verletzungen ins Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm verlegt wurde. "Es geht ihm natürlich nicht so gut. Er hat eine Jochbeinfraktur, die Nase ist mehrere Male gebrochen und der Oberkiefer wohl ebenso", erzählt Dirr. Noch im Laufe des Tages sollte Strobel operiert werden. Auch nach dem Eingriff wird er wohl erstmal im Krankenhaus bleiben müssen.

Gleich nachdem die Tat am Mittwochabend bekannt wurde, leitete die Polizeiinspektion Günzburg eine Fahndung nach dem unbekannten Täter ein, die allerdings gegen 23 Uhr ohne Ergebnisse eingestellt werden musste. Die Kriminalpolizei Neu-Ulm hat nun die Ermittlungen zu diesem Körperverletzungsdelikt aufgenommen.

Der attackierte Kommunalpolitiker kannte den Täter wohl nicht, konnte aber eine Personenbeschreibung geben. Vermutlich handelt es sich beim Angreifer um denselben Mann, der Mittwochmittag schon einmal bei Strobels Familie an der Haustür geklingelt hatte. Als die Tochter des Bürgermeisters ihm jedoch mitteilte, dass ihr Vater nicht zu Hause sei, ging er wieder.

Gesucht wird ein etwa 1,85 Meter großer Mann zwischen 20 und 30 Jahren mit kurzen, dunklen Haaren. Er trug eine Jeans, einen grünen Kapuzenpulli und eine dunkle Lederjacke. "Noch ist uns das Tatmotiv unbekannt, es gibt lediglich Überlegungen", betont Polizei-Pressesprecher Christian Owsinski, aus ermittlungstechnischen Gründen will er nichts Genaueres sagen.

Die ersten Hinweise aus der Bevölkerung seien schon eingegangen und überprüft worden, eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter gewesen, sagt Owsinski weiter. Eine Nachbarschaftsbefragung soll nun neue Erkenntnisse bringen.

Ob der Angriff möglicherweise in Verbindung zu einem ähnlichen Vorfall im Oktober 2011 im Bibertaler Ortsteil Bühl steht, kann die Polizei noch nicht sagen. Damals hatte ein etwa 20-jähriger, südländischer Mann bei einer 58 Jahre alten Frau geklingelt und ihr mehrere Male ins Gesicht geschlagen. "Es gibt die Gemeinsamkeit des unbekannten Täters und der Fausthiebe. Da ist es durchaus üblich, dass man diesen nachgeht. Aber nichts ist gewiss", betont Owsinski.

Unter der Nummer 0731/8013-0 bittet die Kriminalinspektion Neu-Ulm um sachdienliche Hinweise. Nicht nur Informationen zum Täter sind erwünscht, sondern auch Hinweise auf Fahrzeuge, die zwischen 18.00 und 20.30 Uhr am Mittwochabend in Kissendorf in der Nähe des Tatorts aufgefallen sind.