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BGH bestätigt Münchner Urteil:Rechtsanwalt treibt Erbin in den Ruin

Er soll eine Erbin am Tegernsee um 380.000 Euro gebracht haben. Ein Rechtsanwalt ist deshalb vom Landgericht München I zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Vor dem Bundesgerichtshof hat er jetzt versucht, das Urteil zu kippen.

  • Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat ein Urteil des Langerichts München I gegen einen Rechtsanwalt bestätigt. Er hat eine Erbin am Tegernsee um ihren Besitz gebracht.
  • Der Mann wurde bereits im Februar 2013 in München zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Welche Strafe den Anwalt jetzt erwartet

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil gegen einen angesehenen Rechtsanwalt bestätigt, der eine Erbin am Tegernsee um ihren Besitz gebracht hat. Das Gericht wies am Donnerstag in Karlsruhe die Einsprüche beider Seiten zurück. Das Landgericht München I hatte es als erwiesen angesehen, dass die beiden Angeklagten unbefugt bis zu 380 000 Euro aus dem Vermögen der Erbin genommen haben. In dem jetzt rechtskräftigen Urteil vom Februar 2013 wurde der Anwalt der Untreue für schuldig befunden.

Die Haftstrafe von einem Jahr und elf Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Ein Komplize bekam drei Jahre und drei Monate. Sie sollten das Geld eigentlich sichern, übertrugen es jedoch nach und nach auf Gesellschaften, an denen sie beteiligt waren. Gegen das Urteil waren Staatsanwaltschaft und Angeklagte in Revision gegangen. Die Staatsanwaltschaft wollte wesentlich härtere Strafen und eine Verurteilung wegen Betrugs erreichen.

Welche Rolle der Komplize spielte

Auch die Angeklagten wollten das Urteil kippen. Beide Angeklagten hätten ihre Pflichten zur Betreuung des Vermögens verletzt, erklärte der Vorsitzende Richter des Karlsruher 1. Strafsenats, Rolf Raum. Der Anwalt habe eine Treuhänderstellung gehabt, der Mitangeklagte habe die Rolle eines faktischen Geschäftsführers gespielt. In ihrem kollektiven Zusammenwirken liege "ein zusätzliches Moment der kriminellen Energie".

Dass es sich bei dem entwendeten Geld um ein Darlehen gehandelt habe, sei vom Landgericht juristisch korrekt ausgeschlossen worden. Der Rechtsanwalt spielte früher eine tragende Rolle im Peutinger Collegium: Der 1948 gegründete Verein gilt als CSU-naher, elitärer Zirkel und will nach eigenen Angaben einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Militär, Wissenschaft und Kultur eine Plattform für Meinungsbildung und -austausch bieten.

© SZ.de/amm
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