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Betreuung:Es ist höchste Zeit für Lösungen in der Pflege

Altenpflege

Die fehlenden Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege sind ein Problem - nicht nur in Bayern.

(Foto: dpa)

Wenn eine Staatsregierung das Problem der mangelnden Pflegekräfte endlich einmal entschlossen angeht, so ist das gut. Doch für Jubel ist es noch zu früh.

Markus Söder hat ein sicheres Gespür für Themen - und ja, auch für Lösungen, auf die die Bürger im Land hoffen. Bewiesen hat er dies bereits in seiner Zeit als bayerischer Gesundheitsminister. Er war es, der eine Patientenbeauftragte installierte. Seine Thesen, die solche Aktionen begleiten, sie sind stets kurz, knackig, überschriftentauglich. So auch jetzt. "Die Pflege ist eine Frage der sozialen Sicherheit", sagt der Ministerpräsident. Das ist seit Jahren bekannt, doch nun - so der Eindruck - packt es endlich einer an.

So viel vorweg: Wenn nicht bald etwas geschieht, steht Bayern vor einem Pflegekollaps - bedingt dadurch, dass es immer mehr Menschen gibt, die gepflegt werden müssen, und zugleich aber zu wenig, die diese Arbeit leisten. Bereits jetzt wenden Wohlfahrtsverbände viel Geld auf, um Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

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Eine Prognose der Bertelsmann-Stiftung geht davon aus, dass bis 2030 in Bayern 62 000 Pflegefachkräfte fehlen. Selbst wenn dieses Szenario nur zur Hälfte Realität würde - eine humane Katastrophe. Deshalb: Wenn eine Staatsregierung dieses Problem endlich einmal entschlossen angeht, so ist das gut.

Zu Markus Söders Strategie zählt es, rasch und markig Lösungen zu präsentieren. Auch, um Ruhe einkehren zu lassen. In der Pflege aber wird keine Ruhe einkehren. Bayern braucht Pflegekräfte. Braucht Bayern auch ein Landesamt für Pflege, wo es doch erst ein Pflegeministerium bekam? Und wie lange ist der Freistaat bereit, jährlich 400 Millionen Euro Landespflegegeld auszuzahlen?

Söder hat auch angekündigt, die Versorgungsangebote der Hospiz- und Palliativmedizin in Bayern zu verdoppeln. Kürzlich aber hat die CSU im Landtag einen SPD-Antrag abgelehnt, die Zuschüsse für stationäre Hospizeinrichtungen zu erhöhen. Kurzum: Es ist zu früh, um angesichts der Pflegeoffensive des neuen Ministerpräsidenten in Jubel auszubrechen. Sollte jene aber Erfolg haben, dann war dieser Dienstag ein großer Tag in der bayerischen Geschichte.

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