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Berufsausbildung:Tausende Lehrstellen weiter unbesetzt

Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres sind bayernweit weiterhin Tausende Lehrstellen offen. Das zeigen neue Zahlen aus den Jobcentern. Besonders betroffen sind demnach die Bereiche Verkauf, Gastronomie, Lebensmittelproduktion sowie Mechatronik, Energie und Maschinenbau. "Aktuell sind noch rund 19 000 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle", sagte Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion. "Ihnen stehen mehr als 34 600 freie Ausbildungsstellen zur Verfügung." Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Bewerber 180 freie Ausbildungsplätze.

Besonders groß fällt die Lücke bei den Verkaufsberufen aus: Hier sind 7145 Lehrstellen in ganz Bayern unbesetzt. Danach folgen das Hotel- und Gaststättengewerbe mit 2472 und die Lebensmittelherstellung und -verarbeitung mit 2452 offenen Stellen. Bei den Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen werden noch 2352 neue Azubis gesucht. Bei den Maschinen- und Fahrzeugbauern sind es 1929. Wie in den Vorjahren beschränkten sich viele Ausbildungssuchende "trotz der Vielfalt auf dem Lehrstellenmarkt auf eine kleine, nahezu gleichbleibende Auswahl an Berufen", so Holtzwart. Ein Beispiel: In der Metallbearbeitung konnten die bislang 716 Bewerber aus mehr als 1300 Lehrstellen wählen. Beim begehrten Ausbildungsberuf "Kaufmann/-frau Büromanagement" kommen dagegen 5481 Bewerber auf nur 4416 Lehrstellen. "Erfahrungsgemäß herrscht bis in den Herbst hinein noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt", so Holtzwart. Er empfiehlt, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz außer den eigenen Interessen auch die Zukunftsperspektiven des Wunschberufes abzuwägen. "In den Bereichen, in denen schon heute händeringend Fachkräfte gesucht werden, stehen die Chancen auf einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung sehr gut."

Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren weiter verschärfen könnte. Als Ursachen gelten unter anderem der demografische Wandel, die hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen und die voranschreitende Digitalisierung. Generell werden vor allem Spezialisten in den Bereichen Metallbau und -bearbeitung, Fahrzeugtechnik, IT sowie Zimmerei gesucht.

© SZ vom 25.08.2017 / maxi
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