Störaktion beim Sommerinterview von Alice WeidelAnti-AfD-Jodler: Chor erhält Drohungen – und viel Zuspruch

Während des Sommerinterviews von Alice Weidel wurde in der Berliner Bannmeile demonstriert – auch ein Augsburger Chor war zufällig vor Ort (Symbolbild).
Während des Sommerinterviews von Alice Weidel wurde in der Berliner Bannmeile demonstriert – auch ein Augsburger Chor war zufällig vor Ort (Symbolbild). Liesa Johannssen/REUTERS

In Berlin wird das ARD-Sommerinterview mit AfD-Chefin Weidel gestört – auch mit einem Lied eines Augsburger Chors. Dabei wusste die Gruppe gar nichts von der Aktion.

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Bei der Störaktion beim ARD-Sommerinterview mit AfD-Chefin Alice Weidel ist auch das Anti-AfD-Lied eines Augsburger Chors abgespielt worden. Der Corner Chor habe auf Instagram viele Zuschriften für den Jodler erhalten, sagte eine Chor-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben viele nicht ganz so nette Kommentare gekriegt, teilweise auch Drohungen. Wir lassen uns aber nicht einschüchtern.“

Überwiegend sei die Resonanz positiv gewesen. Viele Menschen hätten gefragt, ob sie das Lied verwenden dürfen – „für Klingeltöne, für Demos oder zum Nachsingen“. Der Chor wolle den Jodel für möglichst alle zugänglich machen, so die Sprecherin. „Wir haben dann die Noten geteilt.“ Auch die Aufrufzahlen des Songs seien deutlich nach oben gegangen, sagte sie.

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„Es macht unglaublich viel Mut zu sehen, wie vielen Leuten der Jodel so viel Freude bereitet.“ Der aus nur zwei Worten bestehende Song („Scheiß AfD“) ist eine Neuvertextung des Andachtsjodlers aus Südtirol. „In besinnlichem Dreiklang schließen wir uns Schulter an Schulter mit euch gegen Hass und Hetze zusammen!“, heißt es auf der Musik-Plattform Soundcloud.

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Die Sprecherin des Chors sagte, die Gruppe arbeite gern mit dem Zentrum für Politische Schönheit, das nach eigenen Angaben hinter der Störaktion steckt, zusammen. Von der konkreten Aktion habe man vorab aber nichts gewusst. Der Chor habe sich jedoch gefreut, dass das Lied verwendet wurde.

Der Chor, der sich selbst als „aktivistischen FLINTA*-Chor“ bezeichnet, singt die eigene Version bereits seit einigen Jahren. Flinta steht für Frauen, Lesben, Inter, Nonbinär, Trans und Agender. Ende Juni wurde die Gruppe mit dem Pop-Preis Roy von der Stadt Augsburg ausgezeichnet.

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