Zugspitze und UntersbergBergsteiger müssen gerettet werden – wegen Gewitters und einer App

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Üben für den Ernstfall wie nun an der Zugspitze: Mitglieder der Bergwacht simulieren die Bergung eines verunfallten Mountainbikers.
Üben für den Ernstfall wie nun an der Zugspitze: Mitglieder der Bergwacht simulieren die Bergung eines verunfallten Mountainbikers. Uwe Lein/dpa

Am Samstag müssen 15 Wanderer von der Zugspitze ins Tag geflogen werden. Und am Untersberg vertraut ein Berg-Neuling zu sehr auf eine Navigations-App – nach der Rettung braucht er erst einmal einen Joint.

Mit zwei Rettungshubschraubern sind 15 Bergsteiger in Not von der Zugspitze ins Tal gebracht worden. Sie seien bei ihren Touren im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am frühen Samstagabend von einem Gewitter überrascht worden, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Oberland. Mehrere Bergsteiger seien wegen Unterkühlung oder Erschöpfung in ein Krankenhaus gebracht worden. Es waren sowohl Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes als auch der Bergwacht im Einsatz, der kurz nach 18 Uhr begann. Nach etwa fünf Stunden waren alle Wanderer in Sicherheit.

App führt Wander-Neuling in anspruchsvollen Klettersteig am Untersberg

In den Berchtesgadener Alpen vertraute ein unerfahrener Wanderer blind auf sein Navi: Die App führte den 40-Jährigen aber in den für ihn viel zu anspruchsvollen Hochthron-Klettersteig am Untersberg. Eigentlich habe der Mann gemütlich zum Stöhrhaus unterhalb des Gipfels wandern wollen und sich dabei auf eine weit verbreitete, aber nicht auf die Berge spezialisierte Navigations-App verlassen, schilderte die Bergwacht Marktschellenberg auf Facebook. Das ging schief.

„Statt auf dem Wanderweg landete er am Einstieg des Hochthron-Klettersteigs, durchnässt, ohne alpine Erfahrung – und rief in seiner Not beim Stöhrhaus an“, schilderten die Retter den Einsatz, der sich bereits am Dienstagabend ereignet hatte. Der Wirt habe den Ernst der Lage erkannt und die Bergwacht alarmiert, die den Mann dann sicher ins Tal brachte. Dort habe sich der überforderte Wanderer nach der Aufregung erst mal einen Joint zur Beruhigung genehmigt, hieß es weiter.

Das Fazit der Bergwacht: „Erste Bergtour, kein Plan, viel Vertrauen – und Glück im Unglück.“ Ein Navi solle man in den Bergen nur mit gesundem Menschenverstand kombiniert verwenden, zudem das Wetter prüfen und die Tour gut planen. Der Hochthron-Klettersteig ist ein langer, alpiner Klettersteig mit der Schwierigkeitsbewertung C/D. Und nur für erfahrene Bergsteiger zu bewältigen.

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