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Oberbayern:Explosion im Salzbergwerk Berchtesgaden: Fünf Verletzte

Vier Verletzte bei Verpuffung im Salzbergwerk Berchtesgaden

Großeinsatz am Salzbergwerk Berchtesgaden: Bei einer Verpuffung unter Tage sind dort fünf Arbeiter verletzt worden.

(Foto: BRK Berchtesgadener Land)
  • Bei Schweißarbeiten kommt es im Bergwerk zu einer Verpuffung, fünf Männer werden verletzt.
  • Sie werden rasch gerettet und teils in Krankenhäuser geflogen, schweben aber nicht in Lebensgefahr.
  • Die Arbeiten ruhen vorerst, auch für Touristen ist das Salzbergwerk an diesem Mittwoch gesperrt.

Im Salzbergwerk von Berchtesgaden sind am Mittwochmorgen bei einer Verpuffung fünf Menschen verletzt worden. Es handele sich um Arbeiter im aktiven Teil des Bergwerks, also nicht in dem von Touristen zu besichtigenden Abschnitt, sagte der Sprecher der Einrichtung. Die vier Männer seien "zügig" gerettet worden und schwebten nicht in Lebensgefahr. Sie erlitten Verbrennungen, ein weiterer eine leichte Rauchgasvergiftung.

Zu der Verpuffung sei es bei Schweißarbeiten an einem Bohrspülwerk gekommen, sagte Bergwerks-Sprecher Peter Botzleiner-Reber am Morgen. Das Unglück habe sich gegen acht Uhr ereignet. Ob sich dabei Staub oder Gas entzündet habe, sei noch unklar. Das werde derzeit untersucht. Drei der Verletzten wurden laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) mit Hubschraubern in die Krankenhäuser München-Bogenhausen, Murnau und Salzburg geflogen - zu Spezialisten für Brandverletzungen. Der vierte Mann wurde nur leicht verletzt und in die örtliche Kreisklinik gebracht. Das Unglück erlebte noch ein weiterer Kumpel mit; er atmete Rauchgas ein, musste aber nicht weiter behandelt werden.

Die Unglücksstelle liegt nach Angaben des Bergwerks etwa 800 Meter weit in den Berg hinein. Zwei der Verletzten waren Mitarbeiter einer anderen Firma, die dort die Schweißarbeiten ausführte, drei waren Kumpel des Salzbergwerks. Nach der Verpuffung wurden die Gruben- und die örtliche Feuerwehr alarmiert; zudem waren fünf Notärzte und 15 Sanitäter im Einsatz. Die Männer wurden aus dem Berg gefahren, teils konnten sie auch noch gehen, wie Botzleiner-Reber berichtete. Die Bergung habe "super funktioniert".

Etwa 400 000 Menschen besichtigen jedes Jahr das Bergwerk

Zerstörungen oder statische Probleme gebe es im Bergwerk nicht, sagte Botzleiner-Reber. Es hätten dennoch alle Bergleute den aktiven Teil verlassen. Dort ruhten nun die Arbeiten und würden voraussichtlich erst am Donnerstag wieder aufgenommen. Botzleiner-Reber sagte, das Ganze sei eher ein "Arbeitsunfall, kein Grubenunglück". Die Bergleute seien alle in Sicherheit. Um sie und um Angehörige der Verletzten kümmert sich laut BRK nun der Kriseninterventionsdienst.

Zugleich habe man den touristischen Betrieb zumindest für den Mittwoch gestoppt, sagte Botzleiner-Reber - "aus Respekt vor der Situation". Gäste können demnach das Bergwerk heute nicht besichtigen.

In Berchtesgaden wird seit dem Jahr 1517 Salz abgebaut, also seit mehr als 500 Jahren ununterbrochen. Die dabei gewonnene Sole, eine Art Salzbrühe, wird durch eine 20 Kilometer lange Leitung bis nach Bad Reichenhall gepumpt und in der dortigen Saline weiterverarbeitet. Alte Teile des riesigen Bergwerks können besichtigt werden, jedes Jahr tun das nach Angaben der Einrichtung etwa 400 000 Touristen. Dieser Bereich des Bergwerks war am Mittwochmorgen zur Zeit des Unglücks aber noch nicht geöffnet.

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