bedeckt München

Berching:Unter Rössern

Berchinger Rossmarkt

Foto: dpa

Bayern ist ja bekannt für allerlei Rekorde, den höchsten Berg, die größte Kirchenorgel, die Partei mit der häufigsten absoluten Mehrheit. Der Chef derselben hat am Mittwoch einen weiteren Spitzenwert eingestellt, Ministerpräsident Horst Seehofer war zum fünften Mal auf dem Berchinger Rossmarkt und damit genauso oft wie der CSU-Heilige Franz Josef Strauß. Kommt er wieder, Seehofer, nicht Strauß, würde er einen neuen Rekord aufstellen und das zudem bei einer Veranstaltung mit einem eigenen Spitzenwert: Der Rossmarkt in der Kleinstadt in der Oberpfalz ist das größte eintägige Wintervolksfest in Bayern.

Mehr als 300 Jahre reicht die Tradition des Pferdemarktes zurück, der früher tatsächlich ein solcher war. Heutzutage präsentieren die Besitzer noch stolz ihre Rösser, Handel wird aber keiner mehr getrieben. Die Aufmerksamkeit der Besucher gilt nicht mehr ungeteilt den Pferden, seit die Politiker den Rossmarkt entdeckt haben. 1998 war sogar der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl da, diverse Bundeslandwirtschaftsminister, die bayerischen Ministerpräsidenten natürlich und solche, die es werden wollen. Im Publikum sind traditionell viele Landwirte und in deren Kritik an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) stimmte Seehofer am Mittwoch lautstark mit ein. Ihre Kampagne mit neuen Bauernregeln wie "Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein" hatte den Bauernverband erzürnt. Seehofer nannte die Aktion eine "Beleidigung" und forderte die Ministerin auf, sich bei den Bauern zu entschuldigen. Foto: Armin Weigel/dpa

© SZ vom 09.02.2017
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema