Überparteiliche ZusammenarbeitSchon wieder ein CSUler bei den Grünen: Ist das ein Trend?

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CSU trifft Grüne: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze, Franz Wacker von der Katholischen Landjugendbewegung, Susanne Socher von „Mehr Demokratie“, der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein und Grünen-Fraktionsvize Johannes Becher (von links nach rechts) im Senatssaaal des Landtags.
CSU trifft Grüne: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze, Franz Wacker von der Katholischen Landjugendbewegung, Susanne Socher von „Mehr Demokratie“, der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein und Grünen-Fraktionsvize Johannes Becher (von links nach rechts) im Senatssaaal des Landtags. Lukas Barth

Günther Beckstein war bei den Grünen. Und davor Erwin Huber. Ist das einfach Altersweisheit? Die Altvorderen der CSU schließen eine Koalition zumindest nicht für alle Zeiten aus.

Von Katja Auer

Von einem Trend zu sprechen, ist möglicherweise zu früh, aber man meint zumindest eine gewisse Regelmäßigkeit zu erkennen, in der CSU-Politiker bei den Grünen auftauchen. CSU-Politiker außer Dienst überwiegend, die aktiven sind nach wie vor mit Grünen-Bashing beschäftigt. Ein Umstand, der den Besuch der anderen noch bemerkenswerter macht.

Da saß also jüngst Erwin Huber, früherer CSU-Chef und Minister, als Ehrengast bei der Klausur der Landtagsgrünen – und sprach von Zusammenarbeit: „Ich glaube, dass wir ’28 oder ’29 froh sein werden über starke Grüne, mit denen wir koalieren können.“

Und nun feierte Günther Beckstein, ehemaliger Ministerpräsident und langjähriger Innenminister, mit den Grünen 30 Jahre kommunalen Bürgerentscheid. Das passt schon zusammen, immerhin moderierte Beckstein den runden Tisch zur Weiterentwicklung der Bürgerbeteiligung und wurde von der Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze arg gelobt dafür. „Ganz hervorragend und mit ruhiger Hand“, habe er das gemacht, sagte sie am Mittwochabend im Landtag.

Der Anlass, warum Ministerpräsident Markus Söder die Runde überhaupt einsetzte, waren die Windräder, deren Bau angeblich überall im Land von protestierenden Bürgern bedroht würde. Nun, sagte Beckstein am Mittwoch auf der Grünen-Bühne, „die, die die Windräder blockiert haben, waren in Bayern nicht die Bürger, sondern die CSU“.

Ja, das hätte man schon wissen können, aber eindrucksvoller ist es schon, wenn es ein Grandseigneur ebendieser Partei ausspricht. Ein großer Sinneswandel? Nein, Beckstein war trotz seines Rufs als härtester aller Innenminister immer ein Mann des Dialogs. „Grenzüberschreitende Diskussionen“ hätten ihn immer interessiert, sagt er, für seine langjährige Freundschaft mit der einstigen Grünen-Chefin Claudia Roth hat er sich von Parteifreunden oft genug aufziehen lassen. Und nun sagt er, dass in der CSU eben zumindest die Älteren daran dächten, dass man vielleicht auch mal eine Koalition eingehen müsste.

Neulich erst, zufällig während in München der Festakt zu 80 Jahre CSU stattfand, pflegte Beckstein wieder überparteiliche Beziehungen: Er war bei Annalena Baerbock in New York zu Besuch – mit einer Reisegruppe von CSU-Freunden aus Nürnberg. Die frühere Grünen-Chefin und Bundesaußenministerin ist jetzt Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Und war neben Robert Habeck Lieblingsadressatin der Lästereien von Markus Söder.

Das scheint Beckstein wurscht zu sein. Auch wenn er an seinem Vorsatz festhält, die aktuelle Politik nicht von der Seitenlinie zu kommentieren.  Aber manchmal braucht es ja gar nicht viele Worte. Und bei den Grünen überlegen sie schon, welchen Gast aus der CSU sie als Nächstes einladen könnten.

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