Beckstein-Double Aus Stoiber wird Beckstein

Der pointierte Kurzdialog am Ende der Sendung "quer" hat das Publikum des Bayerischen Fernsehens für allerlei unsägliche Späße entschädigt, die ihnen von Witzbolden à la Günter Grünwald und Ottfried Fischer aufgetischt werden.

Von Rudi Neumaier

Moderator Christoph Süß hatte am Ende jeder Sendung zum Rapport beim Ministerpräsidenten anzutreten, der gedoubelt wurde von Wolfgang Krebs.

Am Donnerstag hat Stoiber jedoch auch seine Funktion als Fernsehnummer verloren. Seine letzten Worte aus dem Off waren "Sinner" und "Söder". Wolfgang Krebs aber, im bürgerlichen Beruf im Verkaufsmarketing für RTL II tätig, bleibt Ministerpräsident. Vom kommenden Donnerstag an parodiert er Günther Beckstein.

"Ich habe in den letzten Wochen eigens sieben Kilo zugenommen", sagt der Allgäuer. Dass ein täuschend echter Stoiber tatsächlich zu einem authentischen Beckstein mutiert, ist ungefähr so abwegig wie einen Vorschlaghammer in eine Nagelfeile zu verwandeln.

Allein es ist wundersam: Zumindest stimmlich und sprecherisch hat der Allgäuer Krebs den Franken Beckstein schon bestechend gut hingekriegt. Ein typisches Merkmal hat er beim Üben während seiner täglichen Autofahrten von Kaufbeuren ins Münchner Büro schnell herausgefunden: "Er spricht länger, als er Luft hat."

Bei den Proben macht er einen gewissen Bezug zur Realität aus: Die Zuschauer seien Beckstein gegenüber aufgeschlossen und wohlwollend, "man merkt, er ist ein unverbrauchter Hero wie Stoiber ganz am Anfang war".

Um ihn optisch an die Physiognomie des Vorbilds anzupassen, hatten die Maskenbildner des BR reichlich zu tun. Für den Oberkörper verpassen sie Krebs einen künstlichen Torso, hinter die Ohren stecken sie ihm Klammern, damit sie etwas abstehen.

Das "quer"-Team will dem Parodisten einen "warmherzigen Charakter" in die Dialoge schreiben, wie Redaktionsleiter Wolfgang Mezger sagt. Weil Beckstein ein einfacher Mann ist, sitzt er hinter einem Ikea-Schreibtisch. Stoibers Edelholz-Sekretär ist im Fundus gelandet.