Beate Merk in der Kritik "Das verschlägt einem die Sprache"

Justizministerin Beate Merk stellte sich in der Missbrauchs-Debatte hinter Bischof Mixa. Jetzt gerät sie wegen ihrer Äußerungen selbst in der Kritik.

Bayerns Justizministerin Beate Merk ist wegen ihrer Befürwortung der umstrittenen Äußerungen von Augsburgs Bischof Walter Mixa in die Kritik geraten. Die CSU-Politikerin hatte sich hinter Mixa gestellt, der die sexuelle Revolution vergangener Jahrzehnte für den sexuellen Missbrauch an Kindern in katholischen Einrichtungen als mitursächlich bezeichnet hatte.

Justizministerin Beate Merk - wegen ihrer Äußerungen über Bischof Mixa steht sie nun selbst in der Kritik.

(Foto: Foto: ddp)

Merk hatte gesagt, sie sei Mixa sehr dankbar für diese klare Stellungnahme, weil es ein Tabu sei, über sexuellen Missbrauch zu sprechen und weil uns jede öffentliche Diskussion weiterbringt und den Opfern hilft. Sie sehe deshalb in Mixas Worten "keine unglückliche Formulierung, sondern den Versuch einer Erklärung".

Markus Rinderspacher, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, teilte dazu dazu am Freitag mit, wenn sich Merk die "unglücklichen Erklärungsversuche" zu eigen mache, erweise sie den Missbrauchsopfern einen Bärendienst. Die Ministerin solle ihren Einfluss geltend machen, dass sich die Deutsche Bischofskonferenz für eine vollständige Aufklärung der Missbrauchsfälle einsetzt.

Die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß, erklärte, statt sich um eine ehrliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle zu bemühen, zeige Mixa mit dem Finger auf andere. Ausgerechnet dort, wo die sexuelle Revolution nie stattgefunden habe, solle sie schuld am Kindesmissbrauch sein.

"Dass Bayerns Justizministerin diese Äußerungen auch noch lobt, verschlägt einem die Sprache", sagte Gruß nach einer Mitteilung ihrer Partei.

Der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken in Augsburg, Helmut Mangold, verteidigte Mixa. Dieser habe seine tiefe Erschütterung über die Taten deutlich gemacht und sein Bedauern geäußert, dass Täter oft viel zu sehr geschützt würden. Die derzeitige Diskussion entwickle sich von einer wichtigen Sachdiskussion in eine "verallgemeinernde Kirchenschelte".

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