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Landkreis Bayreuth:18 Tiere gerissen - wohl erneuter Wolfsangriff

Wolfsrudel

Jäger Wolfram Murr sichtete schon 2018 Wölfe im Veldensteiner Forst.

(Foto: Wolfram Murr)

Nicht einmal zwei Kilometer von dem Gehege entfernt sind bereits Mufflons und Hirsche getötet worden. Nun wurden wieder Wolfsspuren entdeckt.

Erneut sind 18 Tiere in einem Wildgehege im Landkreis Bayreuth gerissen worden. Die Spuren deuten auf einen Wolf hin, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) am Mittwoch. Es könnte schon der zweite Wolfsangriff in Betzenstein innerhalb weniger Tage sein. Der Bayerische Rundfunk hatte zuvor darüber berichtet.

Das gerissene Damwild sei am Mittwochfrüh gefunden worden, bestätigte das LfU. Nicht einmal zwei Kilometer entfernt befindet sich das Gehege, in dem vier Tage zuvor vermutlich Wölfe aus dem Rudel im Veldensteiner Forst eindrangen. Der Halter hatte dort sieben gerissene Tiere gefunden, darunter drei Rothirsche und vier Wildschafe.

Auch vor dem Gehege des ersten Angriffs hätten Experten wieder Wolfsspuren gesehen, sagte der LfU-Sprecher. Doch ein neuer Zaun habe die Tiere geschützt. Der Wolf sei wohl weitergezogen und habe sich ein anderes Gehege gesucht, vermuten die Experten. Ob es sich in beiden Fällen tatsächlich um einen oder mehrere Wölfe handelt, müsse aber erst die Analyse von Proben zeigen.

In Bayern gibt es in acht Regionen standorttreue Wölfe beziehungsweise Wolfsrudel. Zudem werden fast wöchentlich auch anderenorts einzelne Wölfe nachgewiesen, darunter zuletzt Anfang Februar in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab. Laut LfU sind das zumeist durchwandernde Tiere, die ihre elterlichen Rudel verlassen haben und auf der Suche nach einem eigenen Gebiet sind.

© SZ.de/dpa/sbeh
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