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Bayreuth:Wagner in Grün und Rot

Stadträte: Komponist soll Ampelmännchen werden

Wenn am Donnerstag auf dem Grünen Hügel die Festspiele beginnen, wird Bayreuth wieder für fünf Wochen zum Nabel der Welt, zumindest aus oberfränkischer Sicht. Die Stadt Bayreuth profitiert enorm von Richard Wagner und seinem musikalischen Erbe. Und deshalb wollen vier Stadträte den Mann nun noch sichtbarer machen.

Sie schlagen vor, Wagner auf dem Weg von der Innenstadt zum Festspielhaus an vier Kreuzungen als Ampelmännchen einzusetzen. Dieses Jahr wird daraus nichts mehr, denn Stephan Müller (Bayreuther Gemeinschaft) hat den Antrag gerade erst zusammen mit einem Kollegen von der SPD, einem Grünen und einer fraktionslosen Stadträtin im Rathaus eingereicht. Der Vorstoß sei mit Festspielleiterin Katharina Wagner abgesprochen, sagt Müller. Wenn die Urenkelin von Richard Wagner die Idee nicht gut gefunden hätte, "dann hätte ich's gelassen".

Kultur-Vorschau 2019 - Festspiele Bayreuth

Am Donnerstag ist es so weit: Dann beginnen in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele.

(Foto: Matthias Merz/dpa)

Schon seit gut zwei Jahren geht der Trend in Deutschland zur personalisierten Fußgängerampel, nachdem die Stadt Mainz Ende 2016 eine Mainzelmännchenampel installieren ließ. Inzwischen leuchtet unter anderem Martin Luther in Worms in Rot und Grün, Karl Marx in Trier, Otto Waalkes in Emden und Elvis Presley in den beiden hessischen Städten Friedberg und Bad Nauheim.

Trotzdem hat der Bayreuther Antrag schlechte Karten. Denn in Bayern gilt bisher, dass mit der Sicherheit im Straßenverkehr nicht zu spaßen ist. Das Innenministerium ist der Ansicht, dass eine Ampel nur ernst genommen wird, wenn sie das offizielle Fußgängersymbol zeigt. Wünsche nach einer Sams-Ampel in Bamberg wurden genauso abgelehnt wie eine Bergmann-Ampel im oberbayerischen Penzberg, wo früher Kohle gefördert wurde.

Der Karikaturist Matthias Ose hat schon einen ersten Entwurf für eine Wagnerampel gezeichnet. Fotomontage: Sven Lutz/oh

Dass die Regierung von Schwaben der Stadt Augsburg 2017 erlaubt hat, auf eigenes Risiko eine Puppenkisten-Ampel aufzustellen, wurde im Innenministerium offenbar nicht goutiert. Dabei ist die Augsburger Lösung sowieso ein Kompromiss: Anders als in anderen Bundesländern weicht dort nur das grüne Motiv vom Standard ab.