Der Stadtrat hat entschiedenKein NS-Dokuzentrum in Bayreuth

Es wird kein NS-Dokuzentrum im im früheren Wohnhaus von Houston Stewart Chamberlain geben. Renoviert werden soll das Gebäude trotzdem.
Es wird kein NS-Dokuzentrum im im früheren Wohnhaus von Houston Stewart Chamberlain geben. Renoviert werden soll das Gebäude trotzdem. Foto: Robert Haas

Die Debatte um die Erinnerungskultur schwelt in der Stadt schon seit vielen Jahren. Immer stärker wurde dabei das Argument der knappen Finanzen. Jetzt will man vermehrt auf digitale Angebote setzen.

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Von den großen Plänen für ein NS-Dokumentationszentrum in Bayreuth bleibt nur eine sehr kleine Lösung übrig. Ursprünglich hatte es das Vorhaben gegeben, im früheren Wohnhaus von Houston Stewart Chamberlain (1855 – 1927), Schwiegersohn Richard Wagners und Vordenker von Rassismus und Antisemitismus im Dunstkreis der Festspiele, ein NS-Dokuzentrum zu installieren. Dem erteilte nun eine Mehrheit der Mitglieder des Bayreuther Stadtrats eine Absage. Stattdessen befürwortete das Gremium mehrheitlich die Fokussierung auf digitale Angebote.

Demnach wird es kein physisches Dokuzentrum geben. Renoviert werden soll das Haus gleichwohl, für etwa drei Millionen Euro. Das erläuterte ein Sprecher der Kommune. Momentan beherbergt das Gebäude das Jean-Paul-Museum. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Haus Wahnfried, dem Wohnhaus Wagners und heutigem Richard-Wagner-Museum.

Momentan beherbergt das Gebäude das Jean-Paul-Museum.
Momentan beherbergt das Gebäude das Jean-Paul-Museum. Foto: Robert Haas

Die Debatte um das Dokuzentrum schwelt schon seit vielen Jahren. Immer stärker wurde dabei das Argument der knappen Finanzen. Sodass es jetzt zur Entscheidung kam, vor allem auf digitale Angebote zu setzen. Dies soll Projekte und Formate der „aufsuchenden Vermittlungsarbeit“, etwa in Schulen ermöglichen, wie es weiter hieß. Denkbar wären auch Pop-up-Formate in Leerständen oder im öffentlichen Raum sowie eine Vernetzung mit schon bestehenden Einrichtungen.

Rund um die Bayreuther Festspiele hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein Gerüst aus Rassismus, Antisemitismus und völkischer Ideologie gebildet, welches sich die Nationalsozialisten zunutze machten. Adolf Hitler war glühender Verehrer der Werke Richard Wagners und oft in Bayreuth zu Gast – als Freund der Wagner-Familie.

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