Bayreuth Mordanklage im Fall der getöteten Sophia L.

Im Fall der getöteten Tramperin Sophia L. will die Staatsanwaltschaft Bayreuth nach eigenen Angaben im Februar Mordanklage gegen einen Lastwagenfahrer erheben. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Der Tatverdächtige, ein Lastwagenfahrer Jahrgang 1977, dessen genaues Geburtsdatum der Staatsanwaltschaft offenbar nicht bekannt ist, sitzt seit Ende August in Untersuchungshaft.

Die 28-jährige Studentin wollte Mitte Juni von ihrem Studienort Leipzig nach Nürnberg trampen und von dort aus weiter in ihre Heimatstadt Amberg in der Oberpfalz fahren. Sie stieg am Abend des 14. Juni an einer Tankstelle bei Schkeuditz in einen Lastwagen mit marokkanischer Zulassung ein, kam zu Hause aber nie an. Der Fahrer wurde einige Tage später südlich von Madrid festgenommen, nachdem sein Lkw kurz zuvor ausgebrannt war. Die Leiche der jungen Frau wurde zwei Tage später in Nordspanien gefunden.

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat schon im Juni zusammen mit der Ermittlungsgruppe "Rastplatz" der Kriminalpolizei Bayreuth die Ermittlungen übernommen, weil der Verdacht bestand, dass die junge Frau in Oberfranken getötet wurde. Das legten die GPS-Daten des Lastwagens offenbar nahe. Die Staatsanwaltschaft will derzeit keine näheren Angaben zum möglichen Tatort machen und nicht bestätigen, dass es sich um den Autobahn-Rastplatz Sperbes zwischen Bayreuth und Nürnberg handeln könnte. Unabhängig davon, ob sich dieser Verdacht bewahrheitet, wird der Prozess am Landgericht Bayreuth stattfinden, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Bundesgerichtshof habe die Zuständigkeit festgelegt.

Angehörige von Sophia L. hatten der Polizei vorgeworfen, nicht gleich von einer Gewalttat ausgegangen zu sein. Sie hatten die Suche nach der 28-Jährigen anfangs selbst vorangetrieben.