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Bayreuth:"Er fliegt zweimal um die halbe Welt und holt sein Visum nach"

Kolade Igbasan (rechts) engagiert sich gemeinsam mit seinen Kameraden seit Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bayreuth.

Kolade Igbasan (rechts) ist 2014 als Student nach Bayreuth gekommen.

(Foto: Privat)

Der Nigerianer Kolade Igbasan soll aus Deutschland ausgewiesen werden. Nun schlägt der Anwalt des Feuerwehrmanns und Promotionsanwärters der Ausländerbehörde einen Deal vor.

Von Korbinian Eisenberger

Im Fall des Promotionsanwärters und Feuerwehrmanns Kolade Igbasan steht womöglich eine Lösung bevor. Der Nigerianer soll nach Ansicht der Bayreuther Ausländerbehörde ausgewiesen werden. Wie sein Rechtsanwalt Philipp Pruy am Freitagabend erklärte, stehe nun ein Kompromiss im Raum: Kolade Igbasan fliegt für einige Tage nach Nigeria, lässt sich in der Botschaft von Lagos eine neue Aufenthaltsgenehmigung als Promovend für Deutschland ausstellen und kehrt wieder zurück. Einen Termin dort habe sich Igbasan selbst organisiert. "Er fliegt zweimal um die halbe Welt und holt sein Visum nach", so Pruy.

Die Bayreuther Ausländerbehörde hatte dieses Vorgehen von dem 41-Jährigen verlangt. Voraussetzung dafür, dass sein Mandant diesem Ansinnen nachkommt, sei ein Zugeständnis, so Pruy: "Im Gegenzug erwarten wir, dass die Ausländerbehörde etwas nachgibt und uns vorab eine Zustimmung zu diesem Visum gibt." Igbasan, der seit 2014 als Student nach Bayreuth kam und dort Germanistik studierte, hatte im November einen Antrag bei der Behörde gestellt, in Bayreuth bleiben zu dürfen, um seine Promotionsstelle antreten zu können, die ihm die Uni Bayreuth angeboten hat.

Igbasan rechne mit Reisekosten von 2500 Euro

Diesen Antrag "auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken" hat die Behörde nun abgelehnt. Als Begründung wird angeführt, dass "er sich seit diesem Zeitpunkt ohne gültigen Aufenthalt im Bundesgebiet aufhält". Hintergrund ist ein Formfehler Igbasans, der bereits 2018 eine Promotionsstelle hatte - und zwar an der Bamberger Uni. Weil sein Stipendium aber nicht weitergezahlt wurde, gab er diese Stelle auf. Was ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst war: Dadurch erlosch seine Aufenthaltsgenehmigung. Für den Ablehnungsbescheid "werden "Gebühren in Höhe von 100,00 Euro erhoben".

Igbasan hatte sich einen weniger komplizierten Weg erhofft. Am Freitag erklärte er nun, dass er bereits verfügbare Flüge von München nach Lagos gefunden habe. Er rechne mit Reisekosten von 2500 Euro. Zudem müsse er für die Anerkennung seines Visums 10 000 Euro vorweisen. Dieses Geld versuche er gerade aufzutreiben. "Notfalls verkaufe ich mein Auto", sagt Igbasan. Arbeiten darf er aufgrund seines Status nicht. Anwalt Pruy hat die Bayreuther Ausländerbehörde aufgrund der Dringlichkeit darum gebeten, im Laufe des Montags zu erklären, ob sie den Deal akzeptiert.

© SZ vom 25.01.2021/amm
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