BayreuthLeere Kassen: Festspiel-Jubiläum ohne Festmeile

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Zum 150. Jubiläum der Festspiele wollte Bayreuth eigentlich groß feiern. Nun wird gespart.
Zum 150. Jubiläum der Festspiele wollte Bayreuth eigentlich groß feiern. Nun wird gespart. Daniel Karmann/dpa

Mehr als 150 Veranstaltungen wollte die Kommune unterstützen, drei große Events selbst organisieren. Doch es kommt anders. Denn um die Stadtfinanzen steht es offenbar nicht gut.

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Bei den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Richard-Wagner-Festspiele gibt es aus Kostengründen einen herben Einschnitt: Die Stadt Bayreuth sagte die geplante Festmeile zum Auftakt des berühmten Opernfestivals am 25. und 26. Juli ab. Darüber hinaus müssten noch weitere Kürzungen am Programm vorgenommen werden, sagte Oberbürgermeister Andreas Zippel (SPD). Einzelheiten zu weiteren Auswirkungen nannte er noch nicht.

„Genaueres werden wir der Öffentlichkeit nach weiterer Prüfung und Befassung der Gremien mitteilen können“, sagte der seit Mai amtierende Rathauschef, der seit 2020 schon Zweiter Bürgermeister Bayreuths war. Am 17. Juni will Zippel den Haupt- und Finanzausschuss ausführlich informieren, eine Woche später dann den Stadtrat. Dann wolle man entscheiden, wie es mit dem Jubiläumsprogramm „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ weitergehe.

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Offenbar kam die Finanzmisere überraschend. Erst Ende Januar hatte der damals noch amtierende Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) ein buntes „Festival150“ als „Gesamtkunstwerk“ angekündigt, in verschiedenen Disziplinen wie etwa Musik, Kunst, Theater, Illumination oder Street-Art.

„Überraschend große Deckungslücken“

Die Finanzierung des Ganzen stellt die Stadt nun aber offenbar vor Probleme. Nach Durchsicht der ihm nun vorliegenden Unterlagen zu den geplanten Veranstaltungen habe man „überraschend große Deckungslücken in erheblichem Umfang“ erkannt, sagte Zippel.
Im Hinblick auf andere große und wichtige Projekte der Stadt, insbesondere im sozialen Bereich, erscheine die Festmeile in der angekündigten Form nicht mehr vertretbar.

„Diese Entscheidung war mit Blick auf eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik notwendig“, räumte Zippel ein. Er verwies auf Projekte wie Schulsanierungen, Kindergarten- und Hortplätze und die Erneuerung des Klinikums.

Die Stadt hatte das Festival entworfen, um sich für neue Formate, Orte und Zielgruppen zu öffnen, wie es Ende Januar hieß. Mehr als 150 Veranstaltungen wollte die Kommune unterstützen und drei große Events selbst organisieren, darunter das Straßenfestival, das es schon im Mai gab. Ende Juli sollte dann die Festmeile folgen, im Herbst eine Lange Nacht der Kultur.

Der Komponist Richard Wagner (1813-1883) baute in Bayreuth einst ein Haus eigens für die Aufführung seiner Werke. Die ersten Festspiele fanden vom 13. bis 30. August 1876 statt, waren allerdings ein finanzieller Reinfall. Erst 1882 wagte man sich an eine Neuauflage.

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