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#ltwby13-Blog:Logbuch Bayern

Starkbieranstich auf dem Nockherberg

Horst Seehofer gegen Christian Ude: Duell um das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten

(Foto: Tobias Hase/dpa)

In Bayern wird 2013 ein neuer Landtag gewählt. Christian Ude gegen Horst Seehofer. Im #ltwby13-Blog der SZ wird es darum gehen. Auch. Hier sammeln wir aber auch auf, was sonst vielleicht unbeachtet bliebe. Es wird hier um die große Politik gehen. Aber wir verändern die Perspektive, versuchen, das Große im Kleinen zu entdecken.

Was passiert, wenn Horst Seehofer Journalisten zur gemütlichen Weihnachtsfeier in ein Café am Rande des verschneiten Englischen Gartens einlädt? Zum Gespräch in kleiner Runde, am Ende des Jahres?

Klar: Es gibt über Tage kein anderes Thema mehr im politischen Bayern. Wie sollte es auch anders sein. In der CSU ärgern sie sich schwärzer als schwarz über den Ministerpräsident, ballen nicht mehr nur in der Tasche die Faust. Die CSU-Fraktion im Maximilianeum solidarisiert sich mit Markus Söder! Und Christine Haderthauer - Söder Rivalin - setzt sich auf der Regierungsbank neben den Finanzminister. Was halt so passiert, nach einer gemütlichen Gesprächsrunde in Bayern. Dort, wo die Uhren ein wenig anders gehen.

Das ist ein Gemeinplatz. Entschuldigung. Aber einer, der die Sache ziemlich genau trifft. Manchmal kann es einem sogar so vorkommen, als stehe die Zeit still im politischen Bayern. Als würde sich Horst Seehofer in ihr bewegen. Manchmal sehr langsam. Manchmal in rasender Geschwindigkeit. So wies es dem Panzer Horst gerade passt.

Die bayerischen Besonderheiten zeigen sich auch und vor allem in Zeiten des Wahlkampfes. Man muss dafür gar nicht auf Franz Josef Strauß verweisen. Kann man natürlich. Es reichen aber schon Max Streibl und die Amigo-Affäre oder Edmund Stoibers Zweidrittelmehrheit. Nicht einmal Strauß war das gelungen. In der Bundesrepublik hatte es das nur einmal zuvor gegeben, in Hamburg, 1946. Bis zum Jahr 1993. In Bayern.

Das Duell Horst Seehofer gegen Christian Ude birgt im Jahr 2013 viel Potential für Überraschungen, unerwartete Wendungen und politische Peinlichkeiten.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es irgendwann überhaupt noch zu einem Duell kommt. Im Moment jedenfalls gelingt es Seehofer ganz gut, jeden Eindruck von Wahlkampf zu vermeiden. Noch nicht einmal zum Spitzenkandidaten seiner Partei hat er sich bislang wählen lassen.

Christian Ude, der Stadtmensch, tut sich schwer, in den Wahlkampf zu finden. Er fremdelte mit den Ferkeln auf dem Hof seines potentiellen Koalitionspartners Hubert Aiwanger von den Freien Wählern. Das Gefühl steigerte sich noch, als Aiwanger begann, Stimmung gegen den Euro-Rettungsschirm zu machen. Die Grünen schimpften sogar wild drauf los.

Aus der Außerparlamentarischen Opposition auf sich aufmerksam zu machen, vor dieser Herausforderung stehen die bayerischen Linken. Und wie wollen die Piraten den Negativtrend der letzten Monate brechen?

Es wird spannend!

Deshalb haben wir das #ltwby13-Blog ins Leben gerufen. Zusätzlich zur gewohnten Wahlberichterstattung von Süddeutsche.de wird sich das Blog dem Wahlkampf in Bayern widmen. Und dabei aufsammeln, was sonst vielleicht unbeachtet bliebe. Es wird hier um die große Politik gehen. Das schon. Aber wir verändern die Perspektive, versuchen, das Große im Kleinen zu entdecken. Buntes und Abseitiges, das aber wichtig ist, um das Ganze zu verstehen.

Gerade im bayerischen Politikbetrieb kann es gewinnbringend sein, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, Haken zu schlagen, etwas Unerwartetes zu tun: Plötzlich ergeben sich ganz neue Zusammenhänge.

Ein Team von Autoren will diese Zusammenhänge entdecken, mit Begeisterung für das Groteske, aber auch für das ganz Offensichtliche, das genau deshalb kaum Beachtung findet. Wir werden erzählen, wie wir als Berichterstatter arbeiten, werden Entscheidungen begründen, hinterfragen und Dinge präsentieren, die an anderer Stelle keinen Platz haben. Manchmal wird dafür vielleicht schon ein Link reichen, manchmal ein Foto oder eine Anekdote.

Auf Ihre Kommentare hier im Blog freuen wir uns, auf Anregungen und Hinweise - und auf gute Diskussionen.

Der Autor twittert unter: @Se_Gier

© Süddeutsche.de/segi

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