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Bayernportal:Per Mausklick zur Behörde

Vom heimischen Sofa aus Betreuungsgeld beantragen, den Wohnsitz ummelden oder das Auto zulassen - all das soll bald flächendeckend in Bayern möglich sein. Am Mittwoch schaltete Finanzminister Markus Söder (CSU) das sogenannte Bayernportal frei: die Internetseite www.freistaat.bayern. Sie sei "der zentrale Zugang zu Online-Verwaltungsleistungen in Bayern, einfach und übersichtlich", sagte Söder bei der Vorstellung des neuen Angebots. "Rathaus rund um die Uhr" sei das Ziel. Zwar gibt es inzwischen bundesweit viele Behörden, die online Dienstleistungen anbieten. Das Besondere am Bayernportal ist jedoch, dass die Angebote von Staat und Kommunen alle unter einem Dach gebündelt werden. Zum Start des Portals nehmen bereits rund 300 Kommunalbehörden teil, darunter fast alle Landratsämter, aber auch Städte wie München, Augsburg, Passau oder Regensburg. Nürnberg nehme noch nicht teil, sei aber ebenfalls interessiert, hieß es.

Voraussetzung, um das Angebot zu nutzen, ist die "BayernID", ein digitales Bürgerkonto mit Postkorb, über das man Zugang zu den Verwaltungsleistungen bekommt. Für viele dieser Leistungen genügt es, wenn man sich mit Benutzernamen und Passwort registriert. Wer vollumfänglich sämtliche Dienstleistungen nutzen will, muss sich mit einem elektronischen Personalausweis anmelden. Dafür ist allerdings ein Kartenlesegerät nötig, das der Nutzer erst erwerben muss. 2,5 Millionen Euro jährlich kostet den Freistaat das Projekt. Auch Unternehmen und Kommunen sollen davon profitieren. Handwerksbetriebe etwa können sich online ins Register eintragen lassen und Gemeinden können beispielsweise Breitbandförderung beantragen. Sicherheitsbedenken weist Söder zurück. Das Portal sei umfassend geprüft worden. Außerdem: Wenn immer mehr Bankgeschäfte online betrieben würden, dann könne man ja wohl auch sein Auto online anmelden.

© SZ vom 19.11.2015 / dku

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