Nürnberg/Augsburg:Es fehlen Millionen

Zebras im Zoo

Für die Tiere in den bayerischen Zoos, etwa die Zebras in Augsburg, bedeutet die Corona-Pandemie mit ihren Teil-Lockdowns auch eine Umstellung. Ihnen fehlen die Besucher, berichten Tierpark-Chefs.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Tiergärten ziehen eine negative Bilanz für das Corona-Jahr

Für die Zoos in Bayern bedeuten die zeitweisen Schließungen und Besuchsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr Verluste in Millionenhöhe. Die Tiergärten Nürnberg und Straubing sowie der Zoo Augsburg erwarten heuer bei den Besucherzahlen und der Zahl der verkauften Tickets in der Bilanz für 2020 deutliche Einbrüche. Im Frühjahr blieben die Zoos wochenlang geschlossen. Auch seit Anfang November sind sie wegen des bayernweiten Teil-Lockdowns bis auf Weiteres dicht. Dennoch planen die Zoos nach eigenen Angaben für das kommende Jahr teils Umbaumaßnahmen und Neuheiten. Ob Eintrittskarten künftig teurer werden, blieb vielerorts offen.

Der Tiergarten Nürnberg geriet einer Sprecherin zufolge heuer "in eine wirtschaftlich angespannte Situation": Bis zum Teil-Lockdown Anfang November seien etwas mehr als 800 000 Besucher gekommen - im gesamten Jahr 2019 seien es noch etwa 1,2 Millionen Besucher gewesen. Für 2020 rechne der Zoo mit einem Minus von mehr als drei Millionen Euro durch ausfallende Eintrittsgelder, Vermietungen und Touren. Ob Tickets künftig teurer würden, sei vom Pandemieverlauf abhängig. Freuen konnte sich der Tiergarten in diesem Jahr aber beispielsweise über die Geburt des Gorilla-Jungen Akono im Oktober und über eine komplett sanierte Außenanlage für die Gorillas.

Für den Augsburger Zoo konkretisierte Direktorin Barbara Jantschke die Corona-bedingten Ausfälle: Die Mindereinnahmen durch Schließung und Besucherbeschränkung betrügen etwa 1,4 Millionen Euro. Die Ticketpreise sollen unverändert bleiben. Besondere Neuzugänge seien 2020 zwei von anderen Zoos weitergegebene Breitmaulnashörner gewesen. Für 2021 seien größere Neuerungen nicht absehbar, sagte Jantschke: "Wegen der erheblichen Einnahmeeinbußen kann der Zoo aus eigener Kraft keine Neubauten planen."

Auch in Straubing fielen die Corona-bedingten Schließungen bei der Jahresbilanz des Tiergartens deutlich ins Gewicht, sagte Direktor Wolfgang Peter. Allein durch den Lockdown im Frühjahr seien Einnahmen in sechsstelliger Höhe weggebrochen. Bis Ende Oktober habe die Einrichtung 2020 etwa 45 000 Besucher weniger registriert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das drücke die Gesamteinnahmen enorm. Die Menschen seien aber solidarisch mit dem Tiergarten - es habe etliche Spenden gegeben, sagte Peter. Die Tiere kämen ganz gut damit zurecht, dass die Besucher fehlten, auch wenn sich einige über die Ruhe wunderten, sagte Peter. Kamele oder Bären beispielsweise seien neugierige Tiere, die gern die Besucher beobachteten. Weil aber Tierpfleger, Handwerker oder Mitarbeiter der Stadtgärtnerei da seien, gebe es trotzdem immer etwas für sie zu sehen.

© SZ vom 11.12.2020 / dpa/van
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