Wirtschaft in BayernZehntausende Jobs in Bayerns Industrie gefährdet

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In der Metall- und Elektrobranche sind in Bayern mehr als 800 000 Menschen beschäftigt.
In der Metall- und Elektrobranche sind in Bayern mehr als 800 000 Menschen beschäftigt. Foto: Armin Weigel/dpa
  • In Bayerns Metall- und Elektroindustrie könnten in diesem und im kommenden Jahr bis zu 40 000 Arbeitsplätze verloren gehen.
  • Die Produktion aller Industriezweige in Bayern ist in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 3,8 Prozent gesunken.
  • Laut BIHK-Umfrage wollen über alle Branchen hinweg 24 Prozent der Betriebe Personal abbauen, nur elf Prozent vergrößern.
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Die Metall- und Elektroindustrie ist Bayerns wichtigster Wirtschaftszweig – und seit sieben Jahren nahezu kontinuierlich in der Krise. Doch auch in anderen Wirtschaftszweigen sieht es schlecht aus.

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In der gebeutelten bayerischen Metall- und Elektroindustrie könnten in diesem und im kommenden Jahr bis zu 40 000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die beiden Arbeitgeberverbände Bayme und VBM erwarten für dieses Jahr den Abbau von 20 000 Stellen, im nächsten Jahr könnte sich das in ähnlicher Größenordnung fortsetzen. Das berichtete Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in München.

Grund ist die anhaltende schlechte Lage des wichtigsten Wirtschaftszweigs in Bayern. Auch in diesem Jahr ist die Produktion der bayerischen Industrie insgesamt bislang geschrumpft, wie das Landesamt für Statistik meldete.

„Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen M+E-Branche bleibt schlecht“, sagte Brossardt. In den vergangenen acht Jahren hätten die Unternehmen 15 Prozent an Produktion verloren. In der halbjährlichen Konjunkturumfrage bewerteten die Mitgliedsunternehmen im Saldo sowohl die Lage als auch die Aussichten im In- und Ausland negativ. Neue Mitarbeiter einstellen wollen Firmen demnach im Saldo lediglich im Ausland, während die Inlandsbeschäftigung sinkt.

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Nahezu gleichzeitig veröffentlichte der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) eine ebenso pessimistische Firmenumfrage zum bayerischen Arbeitsmarkt insgesamt. Als wesentlichen Grund für Stellenabbau nannten die Unternehmen hohe Arbeitskosten.

Aktuell wollen laut BIHK über alle Branchen hinweg 24 Prozent der Betriebe Personal abbauen, lediglich elf Prozent ihre Belegschaften vergrößern. In der Industrie ist es demnach sogar jedes dritte Unternehmen. „Der bayerische Arbeitsmarkt wirkt robuster, als er tatsächlich ist“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.

Die Metall- und Elektro-Branche hatte bereits 2025 nach Brossardts Worten 20 000 Jobs abgebaut. Bis Ende dieses Jahres könnte die Zahl der Beschäftigten nach derzeitigem Stand auf 825 000 sinken. Ende 2023 waren es noch mehr als 870 000. Zur Metall- und Elektroindustrie zählen unter anderem Autohersteller und Zulieferer, der Maschinenbau, Elektroindustrie und Rüstungsfirmen.

Nach neuen Zahlen des Statistischen Landesamts ist die Produktion aller Industriezweige in Bayern in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 3,8 Prozent gesunken. Überdurchschnittlich hart getroffen sind demnach die Autoindustrie mit minus zehn Prozent und der Maschinenbau mit einem Rückgang von über neun Prozent.

Nach den Sommerferien steht in der Metall- und Elektrobranche die nächste Tarifrunde mit der IG Metall an. „Das wird bestimmt schwierig“, sagte Brossardt und betonte zugleich den Einigungswillen der Arbeitgeber.

Die Krise der Industrie hat nach Einschätzung von Ökonomen mehrere Ursachen: Dazu zählen hohe Kosten in Deutschland, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, das Erstarken der chinesischen Konkurrenz und die Kriege und Krisen der vergangenen Jahre.

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