FSME-RisikogebieteWarum ein Zeckenbiss fast überall in Bayern gefährlich ist

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Zecken übertragen am häufigsten die von Bakterien verursachte Borreliose, deren Symptome denen einer Grippe ähneln.
Zecken übertragen am häufigsten die von Bakterien verursachte Borreliose, deren Symptome denen einer Grippe ähneln. Patrick Pleul/dpa-tmn

Nur Schweinfurt gilt nicht als FSME-Risikogebiet - im kompletten Rest des Freistaats können Zecken die Hirnhautentzündung übertragen. Zwei Fälle sind in diesem Jahr bereits gemeldet worden. Und längst nicht alle Kinder und Erwachsenen sind gut dagegen geschützt.

Nahezu ganz Bayern ist inzwischen Risikogebiet für die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Wie das Gesundheitsministerium in München berichtete, erklärte das Robert Koch-Institut (RKI) nun auch noch die Stadt Augsburg zum Risikogebiet. Damit verbleibt einzig noch ein kleiner Teil Unterfrankens, und zwar die Stadt Schweinfurt, als Nicht-Risikogebiet im Freistaat.

FSME wird durch Bisse von Zecken übertragen. Aufgrund des milden Winters seien die kleinen Blutsauger bereits jetzt aktiv, teilte das Ministerium mit. In Bayern seien 2025 schon die ersten zwei FSME-Fälle gemeldet worden. Ministerin Judith Gerlach (CSU) warb deswegen nochmals für die Schutzimpfung.

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„Die FSME-Impfquoten in Bayern sind insgesamt verbesserungswürdig“, sagte sie. Nur gut ein Fünftel der Erwachsenen habe einen aktuellen FSME-Impfschutz. Auch Kinder seien gefährdet, aber nur knapp 37 Prozent der Schulanfängerinnen und Schulanfänger seien gegen FSME geimpft.

Für einen kompletten Schutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres notwendig. Das bayerische Gesundheits-Landesamt registrierte im Jahr 2024 311 FSME-Fälle, seit Einführung der Meldepflicht 2001 ein Höchstwert. In den beiden Vorjahren waren es 233 und 266 Fälle.

Risiko auf FSME besonders in Süddeutschland hoch

Das RKI dokumentiert seit mehr als zwei Jahrzehnten die Häufigkeit von FSME in den verschiedenen Regionen. Wenn bezogen auf die Bevölkerungszahl eine bestimmte Zahl von Erkrankungen in einem Berechnungszeitraum überschritten wird, wird ein Gebiet zur Risikozone erklärt. Auch während der Corona-Pandemie wurden die sogenannten Inzidenzzahlen regional berechnet. Im Fall von FSME ist hauptsächlich Süddeutschland betroffen. Bayern und Baden-Württemberg sind mittlerweile fast flächendeckend Risikogebiet.

FSME ist eine Viruserkrankung, die bei schweren Verläufen besonders bei Erwachsenen bleibende neurologische Schäden wie Kopfschmerzen oder Lähmungen verursachen kann. Etwa jede 100. Erkrankung führt laut RKI zum Tod. Zecken können auch weitere Krankheiten übertragen, beispielsweise Borreliose, wogegen es aber noch keinen Impfschutz gibt.

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Kommentar von Patrick Wehner

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