Ob spontane Auszeit oder gut geplanter Kurztrip, ein Wochenende ist oft perfekt, um neue Orte zu erkunden, abenteuerlustige Dinge zu unternehmen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Unsere jungen SZ-Kolleginnen und -Kollegen meinen, dafür muss man nicht weit reisen. Fünf von ihnen verraten ihre Lieblingsziele in Bayern.
Hühner, Kuchen und Campen am Kochelsee

Man stolpert nicht einfach so über diesen Ort, denn er versteckt sich hinter den Klostermauern des kleinen Örtchens Schlehdorf. Das sozio-ökologische Projekt Kloster Gut Schlehdorf bewirtschaftet mehr als 65 Hektar Land. Neben Peter-Lustig-Bauwagen drehen Hühner, Alpakas und Lamas ihre Runden.
Eingebaut in eine alte Scheune, befindet sich das Hofcafé. Allein der Geruch – eine Mischung aus Heuballen und frisch gemahlenem Kaffee – fühlt sich wie Urlaub an. Der Kuchen schmeckt gut und die Atmosphäre ist so ruhig und friedlich, dass man am liebsten den ganzen Tag auf den bunt angemalten Stühlen sitzen bleiben und auf die Berge schauen würde.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung war zu lesen, dass man dort sein Zelt aufschlagen und über Nacht bleiben könne. Das Gut Schlehdorf teilt mit, dass das Zelten nur in Einzelfällen Radfahrerinnen und Radfahrern vorbehalten ist.
Christina Lopinski, Volontärin
Klettern am Tegelberg in Schwangau

Wer keine Angst vor Höhe hat, sollte mal den Tegelberg oder andere Felsen in den Alpen besteigen. Und damit ist nicht das ewige Wandern und Treppensteigen oder eine geführte Tour gemeint. Nein, wer den Klettersteig wählt, hat es definitiv abenteuerlicher.
Egal, ob für Anfänger, Fortgeschrittene oder Erfahrene, der Tegelberg bietet drei verschiedene Aufstiege. Ganz allein, oder wahlweise mit Begleitung, setzt man die Fußspitze auf winzige Felsvorsprünge, während die Karabiner, die einen am Absturz hindern, ein surrendes Geräusch von sich geben, wenn sie das in den Berg gebohrte Stahlseil entlanggleiten. Wichtig dabei: Helm, Hüftgurt und das Klettersteig-Set; ausleihbar beim Deutschen Alpenverein München und Oberland (DAV) oder in verschiedenen Outdoorgeschäften.
Lena Hamel, Praktikantin
Kanu fahren im Bayerischen Wald

Ein bisschen ab vom Schuss, aber immerhin mit dem Zug erreichbar: Bayerisch Kanada. Das Fleckchen Erde liegt im Bayerischen Wald entlang des Schwarzen Regens. Am Flusslauf entlang zwischen Viechtach und Teisnach fährt die Waldbahn, eine richtige Bilderbuch-Bimmelbahn. Fahrgäste sollten nicht nur bummeln, sondern unbedingt auch aussteigen. Denn der Schwarze Regen ist ideal zum entspannten Kanufahren.
Einen Kanuverleih mit Tourenbeschreibung gibt es unter anderem in Viechtach, Gumpenried und Teisnach. Das Praktische: Wer nur flussabwärts paddeln will, kann flussaufwärts Bahnfahren oder den parallel verlaufenden Wanderweg nehmen. Am Ufer kann man entspannt Picknicken und Baden gehen. Bleibt nach der Tour auf dem Wasser noch Energie, lohnt sich auch ein Ausflug tiefer in den Bayerischen Wald hinein – mit der Waldbahn kommt man bis nach Bodenmais, Bayerisch Eisenstein oder Spiegelau, von wo man weitere idyllische Wanderungen fernab der Touristen-Hotspots in der Voralpenregion starten kann.
Elena Zengel, Praktikantin
Wein trinken in Würzburg

Verlässt man Bayern Richtung Hessen, kommt man quasi unweigerlich dran vorbei: die Weinanbaugebiete in und um Würzburg. Wer da jetzt ausschließlich an Bocksbeutel und Kopfschmerzen denkt, hat sicher lange keinen Frankenwein mehr getrunken. Zumindest keinen guten. Die Empfehlung also ist: den Weg nach Würzburg auf sich zu nehmen, treiben zu lassen durch die Weinberge und danach vielleicht eine Flasche zu kaufen.
Klar, man kann sich jetzt eine Führung buchen und von Weingut zu Weingut hüpfen. Das geht allerdings ins Geld. Mindestens genauso viel Spaß macht es, ohne Führung durchs Weinanbaugebiet zu spazieren, etwa den Stein-Wein-Pfad entlang, der praktischerweise auch noch in der Nähe des Würzburger Hauptbahnhofs beginnt.
Max Fluder, Volontär
Ibiza-Feeling am Niedernberger Badesee

Wenn Hessen an heißen Sommertagen einen Tag in den Urlaub fahren - dann kreuzen sie die Landesgrenze Richtung Bayern. Aber nicht so weit. Nur bis zum linken Mainufer, in den Landkreis Miltenberg. Und dort an den Niedernberger Badesee. Da kann man wild an den grünen Seeufern baden oder seine Zeit am öffentlichen Strand „Honisch Beach“ zu Freibadpreisen verbringen.
Wer es gern schick und „instagramable“ hätte, muss 25 Euro berappen. Und bekommt dafür: Ibiza-Feeling im Beachclub des Seehotels Niedernberg. Auf der grünen Badeinsel des Wellnesshotels bei Aschaffenburg lässt es sich auf einer der Liegen am aufgeschütteten Sandstrand oder an den Stegen, die ins türkisgrüne, Wasser des Badesees führen, ganz hervorragend abschalten.
Nur Liegen ist zu langweilig? Stand-up-Paddling-Equipment gibt's im Verleih, Pinsa, Panini und Pinot gleich vor Ort. Und natürlich „people watching“, die Leute anschauen. Brautpaare zum Beispiel, die sich im angrenzenden Pavillon über dem Wasser an den Wochenenden das Ja-Wort geben.
Und wenn sich der Tag dem Ende neigt, die Sonnencreme klebt und die Haare noch nass sind, dann ist die ideale Zeit für einen Besuch im nahegelegenen Biergarten Park Schönbusch in Aschaffenburg. Bayerischer wird's kaum: Wurstsalat, Hendl oder eine frische Brezn mit Obazda. Dazu ein kühles Bier oder Limo aus dem Masskrug. Und zum Verdauungsspaziergang: Der Schlosspark Schönbusch ist einer der frühesten Landschaftsgärten Süddeutschlands. Und ein früheres kurfürstlichen Wildgehege gibt es auch noch.
Magalie Mohler, Praktikantin

