ArbeitsmarktArbeitslosenzahl in Bayern erreicht 20-Jahres-Hoch

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Seit Jahresbeginn sind zwar wieder mehr offene Stellen gemeldet worden, vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe - doch langfristig fehlen Fachkräfte.
Seit Jahresbeginn sind zwar wieder mehr offene Stellen gemeldet worden, vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe - doch langfristig fehlen Fachkräfte.
David-Wolfgang Ebener/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August gestiegen. Sorgen bereitet der demografische Wandel und der anhaltende Rückgang der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter.

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Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im August so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr gewesen. Nur im August 2006 war die Zahl höher - 419 130 Arbeitslose wurden damals registriert, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.

Im Vergleich zum Juli waren im diesjährigen August 16 056 Menschen mehr ohne Job – genau 334 081. Vor einem Jahr waren es gut 7134 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote stieg demnach um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 13. August.

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Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich habe sich verlangsamt, es gebe erste Anzeichen einer Plateaubildung. „Von einer Erholung können wir aber weiterhin nicht sprechen“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, Markus Schmitz. „Zuversichtlich stimmt uns jedoch die Bereitschaft der Arbeitgeber, neues Personal einzustellen.“

So seien seit Jahresbeginn wieder mehr offene Stellen gemeldet worden, vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. „Sorgen macht uns dagegen ein strukturelles, demografisches Problem: Der anhaltende Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zu 2025 verstetigt sich und bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau“, sagte Schmitz. Diese Entwicklung sei nur durch qualifizierte Zuwanderung zu lösen.

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Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossard, erklärte: „Eine Arbeitslosenquote in Bayern im Bereich von vier Prozent darf nicht zur Normalität werden.“ Die Politik müsse gegensteuern. „Um der schleichenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken, brauchen wir jetzt die Weichenstellung hin zu einer Reindustrialisierung – nur so lassen sich Wohlstand und Beschäftigung im Freistaat langfristig sichern.“

Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) sagte: „Unsere Wirtschaft benötigt Luft zum Atmen, sie muss wettbewerbsfähig sein.“ Sie drängte erneut auf eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. „Wir müssen jetzt endlich das Arbeitszeitgesetz auf den Weg bringen und damit die tägliche durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen.“

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